Forum: Leben und Lernen
Behinderte Kinder an Regelschulen: "Wir brauchen eine andere Art des Unterrichtens"
DPA

Eigentlich sollten behinderte und nicht behinderte Kinder gemeinsam lernen - doch das gelingt in Deutschland nur mäßig, zeigt eine neue Studie. Im Interview sagt Jörg Dräger, Vorstand der Bertelsmann Stiftung, was sich ändern muss und warum sein Sohn eine Inklusionsklasse besucht.

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bekkawei 20.03.2013, 11:46
50.

Zitat von austübingen
Recherchieren Sie doch mal, wie solch ein moderner Unterricht abläuft. Das Internet ist voll davon. Da steht keiner mehr vorn und redet, während alle anderen andächtig lauschen und mitschreiben. Stichworte sind z.B. Lernbegleiter, Coaches, Individualisierter Unterricht, Input-Phasen ....
Ja, ja, schon.

Aber wenn so ein Kind einen Schreianfall bekommt, bringt man es dann vor die Tuer?

Da werden die Input-Phasen doch gestoert ujnd die Lernbegleiter verstehen u.U. ihr eigenes Wort nicht mehr. Und was mach der Coach, wenn er getreten oder gebissen wird?

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zwischendominante 20.03.2013, 11:49
51. @ron888

Zitat von ron888
Inklusion ist in großen Teilen ein Irrsinnsprojekt, das aus falsch verstandenem politischen Korrektheitsdenken eingeführt wurde. Zielorientierter Unterricht wird so systematisch untergraben. Vielleicht ist das aber auch die Absicht hinter der Gleichmacherei. Den Deutschen soll die Bildung ausgetrieben werden.
Ihr Gedanke ist möglicherweise etwas zu kurz gegriffen:
Das politische Korrektheitsdenken scheint ein nur zu willkommenes Vehikel zu sein, um die unter starkem Sparzwang stehenden Bildungshaushalte ein bisschen zu sanieren:

Wenn Sie unter unten angezeigtem Link die Tabelle "Öffentliche Ausgaben pro Schüler" (zwar von 2004, aber die werden wohl kaum gesunken sein) etwas genauer betrachten, werden Sie feststellen, dass ein Schüler an der Förderschule mit 12.000€ gut die doppelten Ausgaben verursacht als ein Schüler an einer Gesamtschule mit durchschnittlich 5.600€. Selbst wenn die Kosten für einen inkludierten Förderschüler an einer Gesamtschule gegenüber dem Gesamtschüler etwas höher ausfallen, steckt doch da immer noch ein gewaltiges Sparpotenzial, oder?
(Quelle:
Wie werden Schulen finanziert? Öffentliche Ausgaben pro Schüler)

Übertreibt man es allerdings mit dem Spareffekt, wie ich es in meinem Bundesland sehr stark vermute, schadet man m.E. dem Projekt sowie allen beteiligten Schüler/inne/n und Lehrer/inne/n.

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stuhlprobe.wordpress.com 20.03.2013, 11:49
52. Kinder lernen gerne, aber das lässt nach

Zitat von gifmemore
Nach wenigen Wochen ist die Euphorie vieler Kinder verflogen. Lernen in der Schule macht vielen keinen Spaß. Man wundert sich ... offenbar werden nur Menschen Lehrer, die die Unterrichtsform der letzten Jahre spitze fanden. Kinder wollen lernen ... aber eben offenbar anders.
Ja, Kinder wollen lernen. Und das funktioniert auch die ganze Grundschulzeit über. Das sehe ich an meinen eigenen Kindern. Aber ich kann auch ehrlich genug sein und feststellen, dass dieses 'natürliche' Interesse in Bezug auf Schulstoff nachlässt, weil das Kind irgendwann so weit ist und bewusst entscheidet, was es interessiert. Klar kann man Grundschulkinder für Bienchen und Basteln begeistern. Wenn dann aber doch abstrakter Lernstoff dazu kommt funktioniert intrinsische Motivation nicht mehr so toll. Die weiterführenden Schulen haben nicht das Problem, dass sie schlecht unterrichten, sondern sie haben Pech, dass sie Dinge unterrichten müssen, die ganz weit vorbei gehen an den Schülerinteressen. Versuche, dennoch zu motivieren funktionieren auch nur in wenigen fällen - oder wie machen sie einem Jugendlichen in der 8. Klasse Lust auf das Lernen der parlamentarischen Strukturen der Bundesrpublik Deutschland?

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lanoia 20.03.2013, 11:50
53. Gehbehinderte Kinder in normalen Sportunterricht?

Lernbehinderte Kinder in Mathe - oder Englischunterricht?Sozialauffällige in der Klasse sind manchmal wie ein fauler Apfel im Apfelkorb. Der Punkt ist doch die Vermeidung der Ausgrenzung Benachteiligter. Wie holen wir alle ins (Schul-)Boot? Als Gesellschaft treffen wir eh alle wieder aufeinander. Die Nachteile der Integration von Kinder, "welche eine Herausforderung sind" in eine reguläre Schulklasse scheint an der Schulwirklichkeit zu scheitern. Gibt es andere Wege "nicht normgerechte Schüler" an die Gesellschaft anzu passen? Hier weiss ich auch nicht weiter--- möglicherweise ist unserer mittelalterlisches Schulsystem zu veränder. Es gibt Beispiele, wie man kritische Klassen bzw. Schulen sehr gut und sozial orientiert führen kann.

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samoalea 20.03.2013, 11:57
54. @immer_weiter_so und Co

Zitat: Stark verhaltensauffällige Schüler behindern die "Normallernenden". Immer kommt diese bizarre Forderung nach Chancengleichheit.... .und bei aehnlichen Komentaren in diesem Forum wird deutlich, dass viele ueberhaupt nicht wissen was Inklusion und Chancengleichheit bedeutet. Selbst in “normalen” Schulen bleiben die Schueler auf der Strecke, die grosse Defizite aufweisen – und das obwohl sie gar nicht geistig behindert sind. Chancengleichheit bedeutet, dass jeder zumindest die gleichen Chance bekommt einen erfolgreichen Abschluss zu machen – und das geht nur wenn das Schulsystem flexibler wird und auf die Faehigkeiten der Schueler eingeht und nicht in erster Linie auf die kognitiven Kapazitaeten einen bestimmten Lehrplan in Mathematik oder Deutsch zu absolvieren. Hat ein musikalisch begabter Schueler nicht die gleiche Chance verdient, eine hoehere Ausbildung zu bekommen, und vielleicht der neue Mozart zu werden, obwohl er eine schlechte Rechtschreibung hat und Mathematik nicht versteht? Das bedeutet Chancengleichheit! Aber das sehen wir nicht in diesem vom Leistungsprinzip zerfressenden und uniformierten Land. Exportweltmeister – toll gemacht! Einer schreibt hier “eine Kette ist nur so stark wie das schwaechste Glied” – mit dem heutigen Bildungssystem wird das schwaechste Glied immer schwaecher gemacht und bekommt nicht einmal die Chance auf langer Sicht am ganzen rest der Kette mitzuziehen und seinen Beitrag zu leisten. Somit exkludieren wir auf Dauer den groessten Teil der Bevoelkerung.

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zwischendominante 20.03.2013, 11:57
55. @bekkawei

Zitat von bekkawei
... Was genau unternimmt ein speziell top-ausgebildeter Lehrer, der zusaetzlich ... Eine 45-minuetige Schulstunde ist schnell rum.
Von hinten nach vorn:
"45'": Wir arbeiten meist nach dem Doppelstundenprizip.

"waehrend alle anderen Kinder mit grossen Augen zuschauen": Die schauen nicht nur zu, sondern sind meist auch betroffen und schlagen teils zurück; das kostet bei der "Schadensregulierung" und sich immer wiederholenden Diskussion der sozialen Klassenprobleme problematisch viel Unterrichtszeit, und zwar für alle.

"speziell top-ausgebildeter Lehrer": "top" ist dabei relativ, "speziell" aber tatsächlich zutreffend - die Sonderpädagogen bearbeiten die Unterrichtsmaterialien für ihre Gruppe, passen sie also den speziellen Bedürfnissen vor allem der Lernbehinderten an (kürzere Aufgabenformulierungen, Bildimpulse, Schriftgrößen, Reduzierung des zu bearbeitenden Materials etc.), sie können zudem die Kinder mit dem Schwerpunkt "Verhalten" zeitweise aus der Klasse herausnehmen, um ggf. mehr Einzelgespräche mit therapeutischem Ansatz zu führen (, für die der Regellehrer nicht die Zeit und auch nicht unbedingt die Schulung hätte,) oder die eine oder andere Unterrichtsphase allein mit ihnen zu gestalten. Im Unterricht (Gruppentische) unterstützen die Sonderpädagogen die Arbeit der Inklusionskinder sowohl bei der Arbeit in leistungsdifferenten Tischgruppen oder arbeiten mit ihnen am selben, allerdings didaktisch reduzierten Thema als leistungshomogene Tischgruppe und präsentieren das Ergebnis dann wie alle anderen der Klasse, nur auf ihrem Niveau.

Was ich derzeit in einer Klasse (15 Regelschulkinder + 5 "I") mit beobachte, ist haarsträubend, die Zusammenarbeit mit den Eltern der Inklusionskinder (3 mit MiHigr) äußerst kompliziert. Das Projekt in unserem Bundesland bedarf m.E. erheblicher Nachbesserungen, um nicht in der Praxis zu scheitern.

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lehrerstuhl.de 20.03.2013, 11:58
56. Wie sieht dieser andere Unterricht aus ???

Und wenn dann in jeder Klasse 1 zusätzliche Lehrkraft vorhanden ist? Wie sieht denn dann der Unterricht aus? Ich vermute mal, der eine Lehrer macht mit der Klasse Unterricht und der 2. Lehrer kümmert sich intensiv um das behinderte Kind. In allen möglichen Unterrichtssituationen erfährt das behinderte Kind eine Andersbehandlung. Vielleicht wird es sogar aus welchen Gründen auch immer (Verhaltenauffälligkeit, Ruhepause, Nachhilfe) vom Rest der Gruppe separiert. Tolle Inklusion! Das behinderte Kind bleibt Sonderschüler - auch wenn alle politisch korrekt sagen, wie viel das doch allen Seiten bringt.

Ich möchte mich da einem der Vorredner anschließen: Hört mit diesen Wischiwaschi-Floskeln auf und sagt, wie Inklusion in der Praxis besonders an den so oft gescholtenen weiterführenden Schulen aussehen soll. Es sind doch keine bösartigen, faulen Lehrer, die der Inklusion skeptisch gegenüber stehen.

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schlusenbach 20.03.2013, 11:59
57. Bertelsmann soll sich um RTL kümmern...

Immer diese Bertelsmänner,die sich überall wichtig machen!Sind Haupteigner vom Trahssender RTL und meinen gleichzeitig in Studien über Bildung das Maß aller Dinge zu sein!Trotz UN Konvetion,es gibt numal Kinder mit mehrfach Behinderungen,die so schwerwiegend sind,das die es niemals schaffen werden einen Hauptschulabschluß zu erreichen.Man muss auch mal die Kirche im Dorf lassen,Dinge die unmöglich sind,bleiben es auch.Liebe Bertelsmänner,kümmert Euch um Euer RTL das hat es nötig!

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swoosh04 20.03.2013, 12:05
58.

ja was soll man erwatren? finde es fast unerträglich wie dilettatisch der Journalismus manchmal sein kann. Herr Friedmann vielleicht sollten Sie sich erstmal mit dem Thema intensiver auseinandersetzen bevor Sie dazu ein Interview führen. Es handelt sich hier um Menschen mit Behinderung und nicht um "Behinderte". Inklusion in der geforderten Weise kann nicht umgesetzt werden, egal ob es sich um Menschen mit einer körperlichen oder geistigen Einschränkung handelt. Schauen Sie doch alle mal in Ihre eigene Vergangenheit. Wer kann schon sagen, dass seine Schule nur ebenerdig war oder über einen Aufzug verfügte? Das allein ist schon das einfachste Beispiel.Gehen Sie doch mal in eine Schule die sich heute als Inklusive-Schule bezeichnet. Da werden Schüler ganz offensichtlich von einander getrennt. Die "normalen" Schüler sitzen als Gruppen zusammen und verhaltensauffällige Kinder sitzen von Ihren Mitschülern getrennt. Da zeigen wir den Kindern ja sehr gut, dass wir eine Gemeinschaft sind.

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MHD77 20.03.2013, 12:07
59. Recht

In welchem Jahr wurden die Kinder eigentlich getrennt? 1957 hatten wir noch "jede Menge" mit Spina bifida, Klumpfuß, nach Kinderlähmung, bei der Einschulung.

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