Forum: Leben und Lernen
Behinderte Kinder an Regelschulen: "Wir brauchen eine andere Art des Unterrichtens"
DPA

Eigentlich sollten behinderte und nicht behinderte Kinder gemeinsam lernen - doch das gelingt in Deutschland nur mäßig, zeigt eine neue Studie. Im Interview sagt Jörg Dräger, Vorstand der Bertelsmann Stiftung, was sich ändern muss und warum sein Sohn eine Inklusionsklasse besucht.

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andrea69l 20.03.2013, 16:44
80. Deutschland ist noch lange nicht soweit

Meine Tochter ist aufgrund einer ausgeprägten ADS lernbehindert und "durfte" nun von einer sehr gut geführten Förderschule in Bayern in eine Regelschule in NRW wechseln. Ein sonderpädagogischer Förderbedarf bleibt. Jetzt wird geprüft, ob meine Tochter bei der Benotung einen Nachteilsausgleich erhält. Besser lernen können wird Sie dadurch nicht. Ich bin deshalb absolut für die Erhaltung individuell ausgerichteter Förderschulen. Für das Selbstbewusstsein und Weiterkommen von Kindern die nicht der Norm entsprechen, aber auch Ziele haben, z.B. Kinderkrankenschwester werden.

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ariel-ariel 20.03.2013, 16:47
81. Das Gegenteil von gut ...

... ist gut gemeint! Ich habe mit Begeisterung an einem Projekt mit Integration behinderter Kinder teilgenommen. Die Erkenntnis war ernüchternd. Behinderte wie nichtbehinderte Kinder haben nur Nachteile davon. Heute bin ich auf Grund dieser Erfahrungen ein überzeugter Gegner dieses unsinnigen Vorhabens.

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darkenforcer 20.03.2013, 16:50
82. Realitäten anerkennen

Ich unterrichte an einem Gymnasium, welches auch Inklusionsklassen anbietet. Hörbehinderte- kein Problem, wird eben ein Mikro zwischen Schüler und mir geschaltet. Rollstuhl- kein Problem.
Problematisch erlebe ich aber Kinder mit psychischen Problemen: Ich hatte ein Kind in meiner Klasse, welches unter ständigen Wut- und darauffolgenden Gewaltanfällen litt. Es vergingen keine fünf Minuten und das Kind hatte jemanden geschlagen, schrie, weinte etc. Ich habe mit sehr viel zusätzlicher Arbeit versucht, einen Kontakt aufzubauen, aber eine ansatzweise vernünftige Arbeit gelang nur, wenn das Kind eine Einzelbetreuung durch mich NACH der Schule (und das ohne zusätzliche Bezahlung) erhielt. Das ist einfach nicht durchzuhalten gewesen. Einen Betreuer gab es nur für drei Stunden in der Woche. Das war einfach nicht zu leisten.
Und dies stellt nun keinen Einzelfall dar, derartige Kinder gibt es zunehmend und es ist immer eine Leichtes zu behaupten, die Lehrer sollten es mal so eben wuppen.
Geht nicht, da sitzen auch noch 29 andere Kinder vor mir.
Darüber hinaus gibt es an Gymnasien keine zusätzlichen Stunden für Inklusionskinder, d. h. die zusätzlichen Materialien, die man selber erstellen muss, erfordern, so man die Aufgabe wirklich ernsthaft betreiben will, einen enormen Zeitaufwand (da ist nichts mit "einfach aus der Schublade ziehen).
Da man häufig in der 5. Klasse Kinder in die Klasse bekommt, die kaum einen korrekten Satz sagen, geschweige denn schreiben können, wäre etwas mehr Zurückhaltung bezüglich der Pauschalaussage "Lehrer werden immer schlechter" angebracht.

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leonardo-contra-pisa 20.03.2013, 16:56
83. Protest an die richtige Adresse schicken

Zitat von andrea69l
Meine Tochter ist aufgrund einer ausgeprägten ADS lernbehindert und "durfte" nun von einer sehr gut geführten Förderschule in Bayern in eine Regelschule in NRW wechseln. Ein sonderpädagogischer Förderbedarf bleibt. Jetzt wird geprüft, ob meine Tochter bei der Benotung einen Nachteilsausgleich erhält. Besser lernen können wird Sie dadurch nicht. Ich bin deshalb absolut für die Erhaltung individuell ausgerichteter Förderschulen. Für das Selbstbewusstsein und Weiterkommen von Kindern die nicht der Norm entsprechen, aber auch Ziele haben, z.B. Kinderkrankenschwester werden.
Schreiben Sie das bitte unbedingt den Verantwortlichen im Schulministerium in NRW.

Hier

Referenzrahmen Schulqualität NRW

können Sie u.a. dazu einen ganzen Fragenkatalog beantworten, an dessen Ende Sie hier

Referenzrahmen Schulqualität Schlussbemerkungen

DEUTLICH ihre Meinung sagen können.
Machen Sie als Eltern davon Gebrauch. Auf die Lehrer hört man auch (!!!) im Ministerium nicht.

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Wilhelm Klaus 20.03.2013, 17:00
84. Massiver Lobbyismus

Zitat von sysop
Eigentlich sollten behinderte und nicht behinderte Kinder gemeinsam lernen - doch das gelingt in Deutschland nur mäßig, zeigt eine neue Studie. Im Interview sagt Jörg Dräger, Vorstand der Bertelsmann Stiftung, was sich ändern muss und warum sein Sohn eine Inklusionsklasse besucht.
Die Bertelsmann Stiftung hat in den letzten Jahrzehnten maßgeblich die Schulpolitik Deutschland mitgestaltet. Die Bertelsmann Stiftung hat nur ein Interesse: Die permanente Änderung des Schulsystems egal mit welchem Ergebnis, denn nur so lässt sich ständig neues Schulmaterial, Fortbildungen, Evaluationen, QM ... etc. verkaufen.

Der Einfluss dieser Organisation ist als äußerst schädlich anzusehen. Ihre Macht basiert auf der Faulheit und Interessenlosigkeit der Bildungspolitiker, die sich gerne ihre Konzepte von der Bertelsmann Stiftung schreiben lassen/diktieren lassen.

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leonardo-contra-pisa 20.03.2013, 17:17
85. xxx

Zitat von Wilhelm Klaus
Die Bertelsmann Stiftung hat in den letzten Jahrzehnten maßgeblich die Schulpolitik Deutschland mitgestaltet. Die Bertelsmann Stiftung hat nur ein Interesse: egal mit welchem Ergebnis, denn nur so lässt sich ständig neues Schulmaterial, Fortbildungen, Evaluationen, QM ... etc. verkaufen. Der Einfluss dieser Organisation ist als äußerst schädlich anzusehen. Ihre Macht basiert auf der Faulheit und Interessenlosigkeit der Bildungspolitiker, die sich gerne ihre Konzepte von der Bertelsmann Stiftung schreiben lassen/diktieren lassen.
Vergessen Sie bitte nicht die Eigenschaft "Unfähigkeit" bei den Bildungspolitikern.
Hier
Über den Wert von Bertelsmann-

kann man noch eine Meinung zu den Studien der Bertelsmann-Stiftung lesen von denen jetzt wieder der "Bildungsexperte" em. Prof. Klemm eine "losgelassen" hat.

Studie von Klaus Klemm: Schüler mit Behinderung nur eingeschränkt integriert - Politik | STERN.DE
Bertelsmann --> Macht (sic!) --> Schule.

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steelman 20.03.2013, 17:41
86. optional

"Etwa deshalb, weil an den Sonderschulen nur ein Viertel der Schüler einen Hauptschulabschluss schafft. So werden Bildungschancen ungerecht verteilt."

Als Integrationshelfer an einer Förderschule kann ich nur sagen, dass die Bildungschancen nicht viel mit der Schule zu tun haben. Von dumm wie Brot bis schwer Verhaltensgestört reicht hier das Spektrum. Das in den meisten Familien dieser Kinder das einzige bedruckte Papier das Klopapier ist und der Wille zum Lernen nicht mal ansatzweise vohanden ist macht das ganze nicht einfacher.

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TS_Alien 20.03.2013, 17:41
87. .

Mal eine Frage an die Gleichmacherfraktion: Ab wann sollen Noten auf objektiver Basis vergeben werden?

Hier ein Notenbonus für Benachteiligung X, dort ein Notenbonus für Einschränkung Y. Das kann zeitweise durchaus sinnvoll sein, aber doch nicht über Jahre. Irgendwann müssen alle Schüler einer Schulstufe gleich bewertet werden, sonst ist die Bewertung ungerecht.

Im Sport gibt es auch unterschiedliche Leistungsgruppen, durchaus auch schon im Jugendbereich. Soll denn demnächst in der Fußball-Bundesliga nicht mehr die Mannschaft gewinnen, die mehr Tore geschossen hat, sondern die, die mehr Menschen mit Benachteiligungen hat auflaufen lassen?

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dimetrodon109 20.03.2013, 17:42
88. EXperten halt

Zitat von sysop
Eigentlich sollten behinderte und nicht behinderte Kinder gemeinsam lernen - doch das gelingt in Deutschland nur mäßig, zeigt eine neue Studie. Im Interview sagt Jörg Dräger, Vorstand der Bertelsmann Stiftung, was sich ändern muss und warum sein Sohn eine Inklusionsklasse besucht.
Das typische Beispiel einer Grundschulklasse sieht so aus:
20 Kinder (oder mehr).
10 davon der deutschen Sprache nur ungenügend fähig; 2-3 Inklusionskinder und eine völlig Überforderte Lehrkraft. Ab und an mal eine Spezialistin für die I-Kinder.
Das Klassenniveau weit unter dem der anderen Klassen, was aber durch geschickte Notenmanipulation erst nach der vierten Klasse auffällt.
Fazit:
solche Experten verdienen viel, zerstören noch mehr und brauchen tut sie niemand.

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dimetrodon109 20.03.2013, 17:46
89. Eben

Zitat von ariel-ariel
... ist gut gemeint! Ich habe mit Begeisterung an einem Projekt mit Integration behinderter Kinder teilgenommen. Die Erkenntnis war ernüchternd. Behinderte wie nichtbehinderte Kinder haben nur Nachteile davon. Heute bin ich auf Grund dieser Erfahrungen ein überzeugter Gegner dieses unsinnigen Vorhabens.
Nur die kruden Experten in den Ämtern weit ab der Realität fördern das noch. Und wenn es dann schiefgeht, kann ihnen keiner was was denn sie sind ja ? Beamte
Und die können ja Fehler machen wie sie wollen und was es kostet.

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