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Behinderte Menschen in Äthiopien: "Wenn sie mich sehen, war's das"
Heike Klovert/ SPIEGEL ONLINE

Mohammed Abdo, 27, hatte Polio und braucht deshalb Krücken. Er musste einiges durchmachen, bis er einen guten Job fand. Dieses Glück haben in Äthiopien nur wenige Behinderte.

maneater 09.11.2019, 10:17
1. Humanitaet

Die Humanitaet einer Gesellschaft ist daran zu messen, wie sie mit ihren schwaechsten Buergern umgeht. Kindern, Alten, Behinderten, Migranten, Gefaengnisinsassen. Dies gilt fuer alle Gesellschaften rund um die Erdkugel.
Der aktuelle Praesident Aethiopiens hat ja gerade den Friedensnobelpreis zugesprochen bekommen, vielleicht sollte zukuenftig auch diesbezuegliche Aktivitaeten miteinbezogen werden bei solch einem prestigioesen Preis.

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bernhard.geisser 09.11.2019, 11:17
2.

Häuser, Brunnen, Strassen, Kliniken und Schulen, das gab alles viel schönere Bilder her für die Gelder der Entwicklungshilfe. Von verabreichten Medikamenten und Impfungen sieht man nicht viel, erst Jahre später bessere Zahlen in der Statistik. Verhindert die Medizin Tote, insbesondere tote Kinder, so ist es gut, glaubte man.

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biba_123 09.11.2019, 11:42
3. So traurig die Probleme Behinderter in Äthiopien auch sind..

... so sind es doch Probleme, die in der dortigen Gesellschaft zu lösen sind und mich nicht wirklich interessieren. Mich interessiert es, wie mit der Rente und der zu erwartenden Altersarmutswelle hier umgegangen wird. Nur ein Beispiel.

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osvanrhein 09.11.2019, 12:50
4. Ethozentrismus, leider!

Klos ohne Brille sind hier Luxus, oft findet sich nicht mal eine Schaufel. Schul- und Universitätsabschlüsse erreichen hier nur wenige Menschen, in den Ballungszentren. 50 Prozent der Menschen leben weiter als einen Tagesmarsch von einer befahrbaren Straße entfernt. Landwirtschaft funktioniert nach dem Subsidiaritätsprinzip, die Säuglingssterblichkeit ist hoch, die Alphabetisierungsquote niedrig.
Abdos Geschichte hätte eine Heldengeschichte werden können. So ist sie leider nur ein weiteres Zeugnis unseres Ethnozentrismus.

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pfeiffffer 09.11.2019, 14:49
5. Das Problem ist das mittelalterliche Denken in der Gesellschaft

Krankheit wird nicht als Krankheit, sondern als Magie, Strafe Gottes oder ähnliches wahrgenomen.

Demzufolge werden Kranke nicht medizinisch behandelt, sondern versteckt, ausgestoßen, sich selbst überlassen.

Man denke z.B. an das Schicksal von Albinos in den dortigen Gesellschaften.

Solange dieses finstere Denken nicht aus den Gesellschaften da unten verschwindet, wird sich nicht allzuviel ändern.

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addis 10.11.2019, 11:18
6. Nicht ganz auf dem Laufenden

Schul- und Universitätsabschlüsse erreichen hier nur wenige Menschen, in den Ballungszentren. 50 Prozent der Menschen leben weiter als einen Tagesmarsch von einer befahrbaren Straße entfernt. Landwirtschaft funktioniert nach dem Subsidiaritätsprinzip, die Säuglingssterblichkeit ist hoch, die Alphabetisierungsquote niedrig.
Es gibt inzwischen über 40 Universitäten im Land und etwa 90 000 verlassen diese jedes Jahr. Der Strassenbau ist weit fortgeschritten und es leben nicht 50% einen Tagesmarsch entfernt. Das ist falsch.
Aber das noch immer viele einen weiten Weg haben ist richtig, aber es liegt an den Lebensgewohnheiten der Menschen. Sie leben nicht gerne in Dörfern, sondern jeder auf seinem kleinen Stück Land.
Deshalb ist es schwer sie zu versorgen und zu beschulen.
Die Kindersterblichkeit wurde um 43% gesenkt. Aber auf 15 000 kommt nur ein Arzt. Die 2000 Ärzte die jedes Jahr ausgebildet werden nur für die Neugeborenen 3 Millionen Menschen benötigt um die Statistik zu halten. Um diese zu beschulen müssten 10 Schulen pro Tag eröffnet werden.
Bildung hilft das Problem in den Griff zu bekommen.

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levy_izhak 11.11.2019, 10:31
7. Thema verfehlt, setzen sechs!

Zitat von biba_123
... so sind es doch Probleme, die in der dortigen Gesellschaft zu lösen sind und mich nicht wirklich interessieren...
Zwingt Sie ja keiner der Beitrag zu lesen oder gar zu kommentieren oder?

Der Artikel ist sehr lesenswert hat mir sehr gut gefallen es Erweitert den Horizont und man bekommt viele Hintergrundinformationen über die Lebenssituation von Behinderten.

Aber wie gesagt, es zwingt einen keiner den Artikel zu lesen oder gar ungelesen zu kommentieren.

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