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Behinderter Junge aus Baden-Württemberg: Darf Henri aufs Gymnasium?
DPA

Henri hat das Down-Syndrom, trotzdem soll er aufs Gymnasium. Den Wunsch seiner Eltern lehnt die Schule in Walldorf aber ab. Die Heimatgemeinde des Jungen ist in Aufruhr.

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grimboldunfried 25.04.2014, 13:32
180. noch ne Schippe oben drauf...

Das Thema ist nochmal nen Tröpfchen oben drauf, auf das vergurkte Schuld und Bildungssystem in Deutschland...

45% der Kinder in den Gymnasien sind da ohnehin schon falsch aufgehoben...und nun das noch!

Klar, am besten alle aufs Gymnasium, damit Sie danach gleich irgendso ein lächerliches "Pseudostudium" und den "Kasperle-Bachelor" in irgendeiner Pseudo-Disziplin machen können....

Ist ja auch wichtig, schließlich haben wir ja einen "Fachkräftemangel" in Deutschland.... da braucht es noch ein paar mehr, die dann wenn Sie 30. sind endlich Ihren Abschluß in BWL machen...

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freiheitsglocke 25.04.2014, 13:33
181.

Zitat von tserclaes-graf-von-tilly
Es ist einfach "irre", geistig komplett zurückgebliebene auf die Abiturstufe zu senden, naja es sind eben alle gleich heute ... Dicke, Dünne, Frau springen so hoch wie Männer, laufen noch schneller, 80jährige könnten auch so schnell laufen wie Bold usw. uns., kaputte rotgrünalternative Welt ...
Immerhin verfügen alle über das gleiche, sprachliche Ausdrücksvermögen.

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Lankoron 25.04.2014, 13:33
182. Nun ja...

anderen Eltern erlaubt Baden-Würtemberg doch auch, ihre Kinder anzumelden. Die Frage, ob das kind jemals das Bildungsziel der Schulform erreicht, ist kein Ausschlusskriterium bei nichtbehinderten. Dies als Kriterium für einen Behinderten anzuführen, ist daher Diskriminierung.

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mhwse 25.04.2014, 13:34
183. geht es nicht viel mehr darum

Zitat von Mannem
1. Unser Bildungssystem ist leistungsorientiert: Die geistig Leistungsfähigsten gehen auf das Gymnasium, die geistig etwas weniger Leistungsfähigen auf die Realschule. Am Ende steht das Ziel, jeden Einzelnen anhand seiner natürlich vorhandenen Fähigkeiten optimal auszubilden um ihm die Aufnahme einer geregelten Arbeit zu ermöglichen. Freundschaften zu knüpfen ist ein erwünschter Nebeneffekt, aber nicht das Ziel des Systems. Nicht alle Menschen sind gleich, das können wir nicht ändern. Wir können lediglich versuchen dafür zu sorgen, dass jeder die Möglichkeiten bekommt, aus seinem Potenzial das Bestmögliche herauszuholen. In diesem Sinne macht es viel mehr Sinn, dass behinderte Kinder lernen im Alltag so unabhängig wie möglich zu werden um ein möglichst selbstbestimmtes Leben führen zu können - dafür sind Sonderschulen da! Was hat das Kind davon, wenn es 9 Jahre lang in Einzelbetreuung auf dem Gymnasium "unterhalten" wird, dabei aber so gut wie nichts für sein weiteres Leben mitnehmen kann?! 2. Inklusion um jeden Preis?: Henri benötigt eine Rund-um-die-Uhr-Betreuung durch einen Sonderschullehrer, ein Sonderschullehrer hat ein Deputat von 26 Wochenstunden, ein Schüler des Gymnasiums hat zwischen 30 und 36 Wochenstunden. Man braucht also allein für Henri mehr als einen Sonderschullehrer. Das Betreuungsverhältnis ist also 1:1,3 Man rechne dies nunmal auf das gesamte Bundesgebiet hoch - es geht um Milliarden-Mehrausgaben! Das normale Betreuungsverhältnis an Gymnasien ist übirgens 30:1, ich halte es wirklich für absurd und einfach realitätsfern Milliarden auszugeben, nur damit ein geistig behindertes Kind seine Grundschulkontakte leichter aufrecht erhalten kann. Unsere Ressourcen sind nunmal begrenzt und wir müssen uns gut überlegen was wir uns leisten können und was nicht. ... ... Was macht es für einen Sinn auf der einen Seite viel Geld für moderne Sonderschulgebäude auszugeben, wenn am Ende die behinderten Kinder auf eine ganz normale Schule gehen sollen? V.a. da die neue Schule wirklich sehr gut sein soll und man die Kinder dort bestmöglich nach den individuellen Bedürfnissen unterstützen kann!
den "Normalen" die Lernerfahrung zu vermitteln, welche Probleme Behinderte haben?


Manche werden ggf. Anwalt oder Azt und später genau mit solchen Menschen konfrontiert ..

Soziales Lernen ist Ziel des Gymnasiums - nicht die Fascho Ausbildung ..

Es kann sein, dass Henri die Schule abbrechen muss .. eine Privatschule mit 1 Lehrer auf 15 Schüler wäre vermutlich besser.

Was ganz sicher ist .. 15 der 30 Schüler aus der Anfänger Klasse werden das Ziel Abitur in ihrem Jahrgang auch nicht erreichen .. und in so Fern ist es keine Schande für Henri wenn er zur Gruppe derer gehört, die mehr Versuche brauchen.

Sollte er es schaffen, kann er sich mit Reinhold Messmer und Michael Schumacher auf eine Stufe stellen .. also auch nicht schlecht ..

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wasjetztlos 25.04.2014, 13:35
184. Bananenreublik

in Zukunft werden die Blinden Chirurgen, die Stummen Sänger und die Tauben Akkustiker. Alle sind gleich, Jeder darf werden was er will, egal ob er dafür geeignet ist oder nicht. Deutschland schafft sich ab.

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zenfire 25.04.2014, 13:35
185. gut (gemeint)

"Wir haben uns geschworen, dass wir ihn nie durch unsere niedrigen Erwartungen behindern, indem wir ihm nichts zutrauen."

Der Ansatz ist gut. Wenn daraus aber resultiert, dass man das Kind gezielt scheitern lässt ist die Idee verfehlt. Das Gymnasium ist hier weder zuständig, noch geeignet.

Es wirkt aber auch auf mich eher so, als ginge es hierbei weniger um den Sohn, als vielmehr um die Ambitionen der Mutter. Was kommt denn danach? Muss das Kind dann auch studieren?

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Mac_Beth 25.04.2014, 13:36
186.

Es gibt eine Sache, die ich da nicht ganz verstehe.

Meine Schulzeit ist schon ein wenig her, damals war es allerdings so, dass man für den Beitritt auf das Gymnasium einen gewissen Notendurchschnitt erreichen musste.

Wenn dem immernoch so ist, dann ist die Sache doch eigentlich simpel. Falls der Notendurchschnitt von Henry erreicht wurde, hat er sich das Recht erarbeitet es auf dem Gymnasium zumindest zu versuchen. Sollte er nicht erreicht worden sein, ist das ganze Thema doch eigentlich obsolet.

Wo liegt mein Denkfehler?

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kast3005 25.04.2014, 13:37
187. Es bleiben doch mehrere Fragen

die geklärt werden müssen: 1. Findet Inklusion an allen allgemein bildenden Schulen statt oder gibt es Ausnahmen (und das Gymnasium bleibt für sich Eliteschule)? 2. Welche realistischen Chancen hat Henri an der Schule? 3. Welche weiteren Schulformen kommen für Henri in Betracht und fördern sein Zusammensein mit Gleichaltrigen?
Die erste Frage ist genereller Natur und müsste seitens des Landes bzw. der entsprechenden Behörden geklärt werden. Den Eltern zu unterstellen, dass die sich keine Gedanken machen, finde ich eine bodenlose Unterstellung, sie setzen sich sehr für ihr Kind ein, das verlangt zumindest mir allen Respekt ab. An die "Schönredner" der sog. Förderschulen: Was glauben Sie, welche Chancen ein Kind/ Jugendlicher auf dem Stellenmarkt hat mit dem Abschluss einer Förderschule? Da existieren noch viele Vorbehalte in den Köpfen. Meinen Respekt für die Eltern, die auf ein großes Problem aufmerksam machen und sich darum kümmern, ihrem Sohn gute Startbedingungen geben zu wollen.

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ivi007 25.04.2014, 13:39
188. Das dreigliedrige Schulsystem...

sollte in Deutschland abgeschafft werden. Ich selbst habe Abitur (normales Gymnasium), habe in den USA die Vorteile einer Gesamtschule sehr schätzen gelernt. Es ist einfach schwachsinnig, Kinder bereits nach der vierten Klassen auszusieben.

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aueronline.eu 25.04.2014, 13:40
189. man kann doch die Bildungseinrichtung Gymnasium

Nicht auf dem Altar von Eltern schlachten, die unbedingt so tun wollen, als sei "Alles normal". Das Angebot des Gymnasiums richtet sich an eine Schülerschaft, die zum Beispiel in den Grundschulempfehlungen klar definiert wurde. Es steht außer Frage, dass behinderte Menschen, bin ich übrigens selbst, Integration erfahren sollen. Aber das heisst doch nicht, dass ich das Kind in ein Umfeld stecke, dessen Teil er nie sein wird.

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