Forum: Leben und Lernen
Bekenntnisse einer Lehramtsstudentin: Wir lernen: nichts
Konstantin Zander

Larissa Sarand will Lehrerin an einem Gymnasium werden. Sie möchte junge Menschen für Deutsch und Politik begeistern - doch wie Unterricht gehen soll, bringt ihr im Studium keiner bei. Geständnisse - und Verzweiflung - einer angehenden Pädagogin.

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DDM_Reaper20 13.05.2015, 12:22
1. Der groesste Spass kommt doch erst noch...

...nennt sich Referendariat. Wenn die Autorin da ein bisschen Pech hat... Prost Mahlzeit.

Wer dann vielleicht noch Pech hat, den Mund nicht halten kann, wenn ihm was nicht passt, mit den Ausbildern und Fachleitern nicht zurecht kommt, tja, dann, guten Flug...

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himpel58 13.05.2015, 12:32
2.

Das Referendariat zu machen würde ich der jungen Damen empfehlen.
Die Uni ist für das Fachwissen.
Im Ref. kommt die Praxis.

Sie hat schon Recht: Verlegenheitsstudium. Das sind meist die Lehrer die eigentlich den falschen Beruf haben.

Eignet sich aber gut im Lehramt. Erstmal meckern.

Danke, setzen.

Sagt jemand mit Erfahrung in dem "Job".

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Kimmerier 13.05.2015, 12:33
3. Gehört das Lehramtsstudium an die Universität?

Wenn an Universitäten Dozenten ausbilden, welche selbst - außer in ihrer eigenen Schulzeit - gar keine Erfahrung an Schulen und schon gar keine als Lehrer gemacht haben, darf man dann aktuellen Praxisbezug erwarten? Kann ein Nicht-Schwimmer wirklich einem anderen das Schwimmen beibringen?
Bei mir mehren sich die Zweifel, ob das Lehramtsstudium überhaupt an die Universität gehört.

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braamsery 13.05.2015, 12:36
4. Kenn ich

Meine Schwester wird auch Lehrerin. Wollte sie auch schon lange werden. Und trotzdem ist man überrascht was die da lernen. Jedesmal wenn sie wieder zu Hause ist, könnte sie 3 Tage lang durcherzählen mit neuem Unnützen Wissen für Lehrer, dass sie in der Klausur irgendwie zu Papier bringen darf...

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Bernd.Brincken 13.05.2015, 12:36
5. Studenten brauchen...

"Wir Studenten brauchen Leute, die uns sagen können, wie man für ein positives Klassenklima sorgt, welche Methoden sich bei ihnen im Unterricht bewährt haben ..."

Nein, sorry, ich Lehrer braucht erstens Empathie und zweitens Lebenserfahrung, um im Umgang mit anderen (Schüler-) Menschen zu überzeugen. Manches davon kann man auch via Versuch-und-Irrtum erlangen.
Auf dem Sprachkanal jedenfalls überträgt sich diese Fähigkeit nicht.
Vielleicht sind die im Text genannten Schlaumeier und Prof-Streber vor allem dazu da, euch zu illustrieren, wie es _nicht_ geht ;)

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klaxklix 13.05.2015, 12:39
6. Kernproblem der deutschen Schule

Von Politikerseite wird über die Länge der gymnasialen Schullaufban geredet, über Ganztagsschulen, über Stärkung der MINT-Fächer, über Inklusion, und, und, und
Wenn dann wiedereinmal eine eher zwiespältige Bewertung der Lernerfolge deutscher Schüler veröffenlicht wird, ist die Betroffenheit kurz und sie wird wegdiskutiert.
Das Kernproblem hat die Lehramtsstudentin in diesem Artikel aber sehr treffend beschrieben. Die universitäre Ausbildung ist der Punkt, wo substantielle Verbesserungen gemacht werden könnten.
Hier steht jedoch die Unbeweglichkeit der Unversitäten im Weg. Professoren werden seit jeher nicht danach berufen, wie gut sie die Studenten auf das Berufsleben vorbereiten können. Nicht nur bei der Lehrerausbildung, auch in vielen anderen Fächern wird eine akademische Ausbildung angeboten, die nur begrenzt etwas mit dem späteren Berufsbild zu tun hat.
Hier hat die Politik aber schlicht Angst sich unbeliebt zu machen. Welche/r Wissenschafts- oder Kultusminister/in will sich schon mit den Universitäten anlegen?

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quark@mailinator.com 13.05.2015, 12:40
7.

Ich verweise mal wieder auf die früher hier im Osten existierenden Lehrerbildungsinstitute. Macht es nicht Sinn, daß Lehrer anders ausgebildet werden, als Akademiker ? Ein Mathelehrer muß letztlich 40 Jahre lang die gleiche, relativ elementare Mathematik vermitteln - sein Problem ist also nicht der Stoff (seit ~150++ Jahren unverändert bekannt), sondern der Umgang mit jungen Menschen. Also brauchen Lehrer Kenntnisse in Psychologie und Biologie (Entwicklung des jungen menschlichen Gehirns), Soziologie, etc. etc. Das ist doch einfach Unfug, sojemanden Mathe normal an der Uni studieren zu lassen, oder nicht ?

Wohlgemerkt - bitte obrigen Text in keiner Weise abwertend interpretieren. Das ist nicht meine Absicht. Mir geht es darum, daß ein Mathelehrer genausowenig ein Mathematiker sein muß, wie etwa ein Ingenieur. Als Dipl.-Ing. schauen mich die echten Mathematiker auch nur mitleidig an :-) ...

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cherrypicker 13.05.2015, 12:41
8.

Ich kenne selbst Lehramtsstudenten. Das Praxis-Wissen erhalten diese in den verpflichtenden Schulpraktika und Hospitationen sowie später im Referendariat (normalerweise anderthalb Jahre). Das Hochschuldozenten einem keine Praxistipps geben können, das ist in allen Studiengängen so. Die Dozenten vermitteln Fachwissen, das dem angehenden Akademiker Hintergrundwissen zur Verfügung stellt. Im Idealfall weiß er dann später nicht nur mehr als sein Schüler, sondern ist durch die erlangten Methodenkenntnisse auch in der Lage, sich neues Wissen zu verschaffen und es einzuordnen. Und, nein, um die Lernfähigkeit von Kindern zu erforschen, muss man sie nicht selbst unterrichtet haben. Man muss ja auch kein Rallye-Fahrer sein, um Sportwagen zu bauen.

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Mr. Nice 13.05.2015, 12:42
9.

Ich bin studiere Lehramt an einer Pädagogischen Hochschule in BW und kann nur sagen, dass es bei uns leider genau so ist. Ich bin jetzt kurz vor dem Examen und ca. 90% der Seminare sind graue Theorie... Es ist wohl wichtiger, dass wir formal perfekte wissentschaftliche Aufsätze verfassen können, als zu lernen wie man guten Unterricht macht. Von Hattie z.B. hat mind. die Hälfte der Studenten noch nie was gehört...

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