Forum: Leben und Lernen
Bekenntnisse einer Lehramtsstudentin: Wir lernen: nichts
Konstantin Zander

Larissa Sarand will Lehrerin an einem Gymnasium werden. Sie möchte junge Menschen für Deutsch und Politik begeistern - doch wie Unterricht gehen soll, bringt ihr im Studium keiner bei. Geständnisse - und Verzweiflung - einer angehenden Pädagogin.

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austenjane1776 13.05.2015, 17:20
130. Dann korrigieren Sie doch mal...

Zitat von Tiananmen
Entschuldigung, aber ich hoffe (für Sie und Ihre Schüler), dass es nicht gerade Deutsch ist, was Sie unterrichten...
Ich bin neugierig.

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Einalem 13.05.2015, 17:22
131. Hier kann geholfen werden!

Liebe Frau Sarand, es bestürzt mich sehr, wie Sie von Ihrem Studium berichten. Da stellt sich wirklich die Frage, wozu dann eigentlich studieren, wenn Sie dort nichts lernen können.
Ich selbst bin für eine Stiftung in Hannover tätig, die sich aktiv mit Kinder- und Jugendhilfe befasst. Wir bieten an Schulen und auch außerhalb viele Projekte an, die sich genau mit den Themen beschäftigen, die Sie im Studium vermittelt bekommen sollten.
Wie schaffen Sie ein gutes Klassenklima? Wie lassen sich Schüler motivieren? Welches Verhalten ist als Lehrerin angemessen, wenn Sie Streitigkeiten schlichten müssen. Das und noch vieles vieles mehr vermitteln wir in unseren Kursen. www.stiftung-help.de

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rugall70 13.05.2015, 17:22
132. Praxis? Kommt doch im Referendariat

Der Artikel erweckt den Eindruck, als bestehe das Lehramtsstudium nur aus dem Teil an der Universität. Das ist falsch. Die Universität vermittelt vertiefte Kenntnisse und Erkenntnisse in den Fachwissenschaften.

Im zweiten Teil, dem zweijährigen Referendariat, sollen die angehenden Lehrkräfte dann lernen, dieses Fachwissen zu vermitteln.

Also, liebe Larissa, keine Bange: Die Praxisausbildung folgt noch. Sie dauert zwei Jahre und nennt sich Referendariat.

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bortolo 13.05.2015, 17:23
133. Lehrer wird man nicht - man IST Lehrer

Natürlich benötigt man ein gewisses Fachwissen, um als Lehrer arbeiten zu können. Auch sollte man sich frühzeitig erproben - mittlereweile gibt es ja schon während des Lehramtsstudiums die Möglichkeit, um Praktika an Schulen durchzuführen.
Aber wenn man aus Verlegenheit zu diesem Studium kommt, hat man m. E. den falschen Wege gewählt.
Lehrer zu sein ist neben dem fachspezifischen Wissen in erster Linie eine Frage nach der eigenen Persönlichkeit. Wer offen, klar und strukturiert kommuniziert, wird mit eine wenig Übung schnell erfolgreich agieren. Wer sich aber klein macht, permanent mit Selbstzweifeln herumläuft - womöglich andere für den eigenen Lernerfolg verantwortlich macht, der sollte einen anderen Beruf ausüben.

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rugall70 13.05.2015, 17:25
134. Ausbildung versus Bildung

Zitat von stahlfahrer
Als "Bildungsnation" sollten wir uns schämen dieses Aus-Bildungs-System (es ist AUS mit der Bildung) weiter hinzunehmen. Alle leiden...wieso nicht ändern, gehen wir auf die Straße ???
Was Sie übersehen: Die Autorin fordert auch für das Studium mehr anwendbare "Ausbildung" statt klassicher Bildung.

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rugall70 13.05.2015, 17:31
135. Lehrer sollen erst einmal ihr Fach beherrschen

Was gerne vergessen wird: Angehende Lehrer sollen erst einmal ihr Fach beherrschen. Und sie brauchen dafür einen etwas besseren, breiteren und tieferen Einblick als später ihre Schüler.

Ein angehender Französisch-Lehrer sollte die Sprache aus dem Eff-eff beherrschen. Er sollte das Land und die französische Kultur kennen und am besten dort gewesen sein. Und Universitäten (inkl. Auslandssemester) können Fachinhalte sehr gut vermitteln.

Selbstverständlich reicht dieses Fachwissen aber bei weitem nicht aus. Zusätzlich sind Pädagogik und Didaktik nötig. Auch dafür lernt man erste (theoretische) Grundlagen an der Universität. Die eigentliche Praxisausbildung folgt dann im zweijährigen Referendariat. Dort übt man unter Anleitung von Seminarlehrern das Unterrichten. Stück für Stück.

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Sumerer 13.05.2015, 17:36
136.

Zitat von laura_hecker
Ich bin im ersten Jahr nach dem Referendariat als Lehrerin am Gymnasium. Während des Studiums an der Uni Freiburg hatte ich auch kaum Berührungspunkte mit der "Praxis im Schulalltag" und das ist gut so! Um qualitativ hochwertigen Unterricht in der Kursstufe machen zu können, brauchen wir diese professionelle Ausbildung OHNE Fachdidaktik und Pädagogik. Schüler merken es schnell, wenn man fachlich versiert ist und sie angemessen auf ein Studium vorbereiten kann. Meiner Meinung nach gehören Pädagogik und Didaktik ins Referendariat (wo sie in BaWü auch sind). Und wer als Lehramtsstudent keine Idee hat, wie man als (Klassen)Lehrer ein gutes Klassenklika herstellen könnte, dem fehlt es an gesundem Menschenverständnis/Verstand und sollte den Studiengang ändern!
Ich glaube Sie haben durchaus recht. Ich hatte nie mit Jugendlichen zu tun. Allerdings mit der Weiterbildung von Erwachsenen um so mehr.

Es gibt da keine so großen Unterschiede, wie gemeinhin gedacht wird.

Entweder versteht man deren jeweilige Problematik, oder man geht selber unter (Was keinesfalls Folge mangelnder schulischer oder universitärer Ausbildung ist.).

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TS_Alien 13.05.2015, 17:39
137.

Zitat von asentreu
Na dann wissen Sie es sicher besser. Je nach Fach ist stupides Auswendiglernen unabdingbar. Seien es die irregulären Verben in Englisch, das Geschlecht eines Substantivs im Italienischen (genau so unlogisch wie in unserer Sprache), Vokabeln pauken (caldo, Italienisch= nicht kalt sondern warm!!!), Jahreszahlen in Geschichte, Hauptstädte in Geografie (ich finde es z.B. sehr unlogisch wenn nichtssagende Städte sich Hauptstadt nennen, siehe Canberra, Ottawa...). Es hilft halt nichts, mit Logik geht leider nicht immer alles.
Manche versuchen aber, alles auswendig zu lernen. Selbst die logischen Zusammenhänge. Ohne Fakten geht es nicht. Die würde ich mir aber nie "als Geschichte mit Drachen und anderen Monstern, die gerne Eis bestimmter Sorten essen" merken.

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alias Lady Grantham 13.05.2015, 17:40
138. Talent, Liebe und Enthusiasmus statt meckern!

Nach bewusster Entscheidung für den Lehrerberuf, nach Erfahrungen im Umgang mit Kindern, erworben beim Sport und im Nachhilfe geben, studierte ich Sport und Englisch. Die Wahl der Fächer war sekundär, da mein Hauptziel das unterrichten von Kindern und Jugendlichen war. Das Studium hat meinen Horizont intellektuell erweitert und unterrichten an der VHS war eine gute Ergänzung. Das Referendariat war eine sehr lehrreiche, gute Erweiterung! Alles gut!

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rugall70 13.05.2015, 17:41
139. Lehrer sollen auf Uni vorbereiten - ohne je eine besucht zu haben?

Angehende Lehrer sollen also nicht mehr an der Uni studieren? Die sollen besser eine Ausbildung an einer Pädagogischen Hochschule absolvieren? Ich kann mir lebhaft vorstellen, was dann passieren würde: Bereits wenige Tage nach einer solchen Neuregelung würden wir hier auf Spon einen Artikel der folgenden Art lesen:

"Wie sollen Gymnasiallehrer ihre Schüler auf die Universität vorbereiten, wenn sie selbst nie eine Universität von innen gesehen haben? Wie sollen sie Schülern beibringen, wie man eine Seminararbeit schreibt oder wissenschaftlich arbeitet, wenn sie selbst das nie tun mussten?!"

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