Forum: Leben und Lernen
Bekenntnisse einer Lehramtsstudentin: Wir lernen: nichts
Konstantin Zander

Larissa Sarand will Lehrerin an einem Gymnasium werden. Sie möchte junge Menschen für Deutsch und Politik begeistern - doch wie Unterricht gehen soll, bringt ihr im Studium keiner bei. Geständnisse - und Verzweiflung - einer angehenden Pädagogin.

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fb-biplan 13.05.2015, 17:42
140. Alternativen

Es ist wie beim Fisch: Auch die deutsche Pädagogik stinkt vom Kopf her, d.h. von der Lehre. Gute Praxis braucht eine brauchbare Theorie, daran fehlt es leider.
Wer nach Alternativen sucht, kann sie z. B. unter den Suchbegriffen "learning sciences" oder "deeper learning" finden. Viel Spaß!

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markus_wienken 13.05.2015, 17:46
141.

Zitat von firefly
Die Frage ist doch eher, ob ein Leistungsschwimmer ein guter Schwimmtrainer ist.
Ja, eine durchaus berechtigte Frage.

Das Optimum allerdings wäre ein guter Trainer, der früher auch mal Leistungsschimmer gewesen ist; aus der eigenen Praxis und Erfahrung lässt sich für gewöhnlich etwas besser vermitteln als wenn man den Stoff "nur" aus der Theorie kennt.

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AundZwanzig 13.05.2015, 17:56
142. Ich hatte vor 44 und vor 24 Jahren mit der Uni zu tun...

Zitat von Kimmerier
Bei mir mehren sich die Zweifel, ob das Lehramtsstudium überhaupt an die Universität gehört.
..., beim ersten Mal als Student und beim zweiten Mal im Rahmen einer persönlich organisierten Fortbildung.

Bei ersten Mal gab es an der Hochschule neben dem Diplom nur die Ausbildung zum Studienrat (FB Mathematik), während die "normale" Lehrerausbildung an einer pädagogischen Hochschule stattfand.

Als ich mich das zweite Mal an die Uni wandte, wurden dort alle Lehrer ausgebildet, weil die PH schon seit Jahren abgeschafft war. Schon damals beschwerten sich Studenten massiv, dass sie (inhaltlich) ein volles wissenschaftliches Studium absolvieren mussten, während die pädagogischen Teile nur nebenher und in geringem Ausmass liefen.

Es scheint sich in den letzten 24 Jahren (wohl schon länger, weil es damals ja jahrelang so lief) nicht viel verändert zu haben.

Sehr traurig.

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Lehramtsstudentin 13.05.2015, 17:59
143.

Dieser Beitrag, so viel Zuspruch er auch erfahren haben mag, ist eine Beleidigung für alle Lehramtsstudenten, die ihr Fach nicht aus Verlegenheit, sondern aus Interesse und Leidenschaft gewählt haben.

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jiggy_siggi 13.05.2015, 18:08
144. Was für ein Phänomen.

Im Jahr 1988 geboren und im Jahr 2009 schon 23 Jahre alt. Respekt.Lehrer konnten mich bisher immer wieder aufs Neue überraschen.

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horst1109 13.05.2015, 18:13
145. Lehramt oder Diplom, Master?

Wer Maschinenbau studiert hat und sich mit ehemaligen Absolventen nach Jahren trifft, der bekommt von allen die gleiche Antwort auf die Frage: "Wie viel vom Studium brauchst du heute als Betriebsleiter, als Geschäftsführer, als Konstrukteur?" - "So viel", also zwei Millimeter zwischen Daumen und Zeigefinger. Es geht nicht darum, viel für den späteren Beruf zu lernen, jede Prüfung, auch das Abitur, das Staatsexamen, die Diplomprüfung und alle Arbeiten zum Magister und Master haben Allokationsfunktion, also die Zuteilung von zur Verfügung stehenden Ressourcen. Es wird derjenige erfolgreich, der sich sich gegen die Mitbewerber durchsetzt. Auch wenn es Politiker gibt, die jeden mit einem Studienabschluss beglücken möchten, sie können die Ressourcen nicht vermehren.

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Glisch@gmx.de 13.05.2015, 18:14
146. Ganz klare

Zitat von ernstrobert
Ist Pädagogik kein Fachwissen? Und worin besteht theorielose Praxis? Den comedian geben? Oder mit Muskeln protzen? Brüllen? Oder gleich draufhauen? Es ist eigentlich bezeichnend - und traurig - dass Sie so argumentieren. Es gibt keinen Konsens. Das föderale Bildungssystem hat sich selbst ad absurdum geführt, weit entfernt von republikanischem Bildungsauftrag oder der Humboldtschen Bildungsreform. Vielmehr haben irgendwelche Sektierer das Kommando übernommen und benutzen die Kinder als Geiseln und/ oder Versuchskaninchen für ihre tw. abstrusen Vorstellungen.
Zustimmung !

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kluch 13.05.2015, 18:15
147. oh mein Gott....

Eigentlich sollte das Lehramtsstudium abgeschafft werden. Dafür sollten Grund- und Förderschullehrer nur Pädagogik studieren.
Alle anderen Lehrer sollten aus ü40jährigen Akademikern, Meistern und Technikern rekrutiert werden, die ein 1jähriges begleitendes Pädagogikstudium zum Einstieg belegen.
Was soll das bringen, dass demotivierte, unfähige Mitzwanziger Jugendlichen was beibringen? Die sind selbst jugendlich. Haben keine Ahnung was die Kinder wissen müssen und haben null Erfahrung. Nie das richtige Leben gesehen...

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Spiess92 13.05.2015, 18:17
148. Lehrerbildung ist nicht ideal, aber...

man sollte auch überlegen was von einem Lehrer alles verlangt wird. Man muss fachlich immer besser bescheid wissen als die Schüler und dies in Zeiten des Internets um eine Thematik für Schüler überhaupt begreifbar zu machen, muss man sie selbst in vielen verschiedenen Aspekten verstanden haben. Ich selbst studiere auch Lehramt und u.a. für das Fach der politischen Bildung. Da wird man mit Thematiken konfrontiert bei denen man denkt: "Werde ich nie brauchen" und dann musste ich plötzlich eine Stunde halten, da stellte sich heraus, man brauch den Mist ja doch. Denn um den Unterricht zu planen muss ich den Stoff selbst analyisieren. Natürlich ist die didaktische Aufarbeitung wichtig und was mir noch wichtiger ist, dass man sich für die Kinder interessiert und eben wirkliches Interesse dafür hat was am besten für sie ist. Es gibt in der Pädagogik leider häufiger eher schlechte Angebote, aber auch weil dies nur schlecht bezahlt und wenig angesehen ist.
Die Kritik zum Thema Inklusion ist hingegen durchaus berechtigt, denn die wenigsten Unis bereiten die Lehrer darauf vor, unsere Uni tut es und kaum jemand der Lehramt studiert erscheint dort ohne Anwesenheitspflicht.
Was das Studium brauch ist:
1. mehr Praxis (wobei Stunden zu planen sehr aufwendig ist und daher auch immer wenn Praxis stattfindet der Gesamtplan reduziert werden muss)
2. Bessere pädagogische/psychologische Aufarbeitung von Themen wie Behinderung, Klassenklima, Lehrerrolle
3. Die Lehrer auch mit der Heterogenität konfrontieren welche auf sie zukommt, sprich Begnungen mit der Vielfalt der Lebenswelten, denn viele Studenten hatten noch nie mit einem Autisten, einem sozialschwachen, einem ausländischen Kind usw. zutun und schreien dann nach einer homogenen Klasse und stärkerer Separierung von schwachen und starken Schülern.

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analyse 13.05.2015, 18:18
149. Und die 68er Kurzform nicht vergessen:

für Schüler :rumflegeln,Lehrer provozieren ! Für Lehrer: bioß keine Disziplin !

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