Forum: Leben und Lernen
Bekenntnisse einer Lehramtsstudentin: Wir lernen: nichts
Konstantin Zander

Larissa Sarand will Lehrerin an einem Gymnasium werden. Sie möchte junge Menschen für Deutsch und Politik begeistern - doch wie Unterricht gehen soll, bringt ihr im Studium keiner bei. Geständnisse - und Verzweiflung - einer angehenden Pädagogin.

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AundZwanzig 13.05.2015, 18:36
160. Es wäre aber angebracht, dass ein sinnvolles Mass...

Zitat von rugall70
Was gerne vergessen wird: Angehende Lehrer sollen erst einmal ihr Fach beherrschen. Und sie brauchen dafür einen etwas besseren, breiteren und tieferen Einblick als später ihre Schüler.
...an fachlicher Vertiefung vorgesehen wäre, und zwar aus mehreren Gründen. Ich beziehe mich hier ausschliesslich auf meine Eindrücke in Bezug auf das Schulfach Mathematik. Dazu drei Erfahrungen.

1) Beginnend in den 1970er Jahren wurde ich im Freundes- und Bekanntenkreis gelegentlich von Lehrern (Grundschule und bis Mittelstufe) angesprochen, die mit Mathematik eher fremdelten, aber dieses Fach unterrichten sollten. Ich war ziemlich entsetzt darüber, weil sie natürlich niemals in Kürze in die Lage versetzt werden konnten, Kindern zu helfen, die inhaltliche Probleme hatte, da sie selber nichts von mathematischer Vorgehensweise verstanden.

2) In diesem Kreis gab es natürlich auch Kinder, die mit Mathematik Probleme hatten. Meine Kenntnisse reichten, trotz nicht vorhandener pädagogischer Schulung, aus, die zugrunde liegenden Fehler beim Herangehen zu erkennen und die Kinder diesbezüglich mit der Nase darauf zu stossen. Allerdings benötigte ich dazu nichts, was über die ersten paar Semester hinausging.

3) Die von mir im ersten Posting angesprochenen Studenten mussten sich diverse Semester mit mathematisch hochinteressanten Inhalten auseinandersetzen, die (aus Diplom-Sicht) im Hauptstudium angesiedelt waren, und mit denen jemand, der nicht auch als Hauptfach Mathematik studiert, in seinem Leben nie etwas zu tun haben wird.

Nicht umsonst wenden sich so viele Mathematikstudenten vom Lehrerdasein ab und gehen in die Wirtschaft und die Forschung, wobei es nicht nur ums Geld geht.

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Windlerche 13.05.2015, 18:36
161. Leider ist es so.

Mein Diplompädagogik-Studium war leider genauso sinnlos.

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zufriedener_single 13.05.2015, 18:36
162. Das Wichtigste ist doch...

...die Verbeamtung, oder?

Oder warum sollte man sonst aus Verlegenheit in Deutschland Lehrer werden wollen?

Für eine Unikarriere reicht es nicht, für die freie Wirtschaft zu labil... ja, da bleibt eigentlich nur der Lehrer übrig. Und danach geht's dann in die Politik... amen

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lisoe 13.05.2015, 18:41
163.

Wie kann jemand, desr ein Lehramtsstudium aus Verlegenheit wählte, repräsentativ für eine ganze Berufsgruppe stehen? Ein Studium zu absolvieren, heißt nicht, in einer Forderungshaltung mit Fähigkeiten und Fertigkeiten "beliefert" zu werden, sondern sich in eigenem Engagement und unter Selbstregie mit Lerngegenständen auseinander zu setzen, sich selbst Ziele zu setzen und schließlich Durchhaltevermögen zu zeigen. Daran entwickelt sich der Intellekt und die Persönlichkeit. ch selbs

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sarahsahara 13.05.2015, 18:42
164. Die Überschrift ist reichlich unglücklich!

Naturlich lernt die Lehramtsstudentin an der Uni etwas. Sie ist am Ende ausgebildete Politikwissenschaftlerin und Germanistin. Beides hat Sie im Hauptfach studiert - hinzu kommen einige Kenntnisse im Umfang eines Nebenfachs in Psychologie und Pädagogik. (Interessant ist hierbei, dass man Lehrer auch gerne Pädagogen nennt, niemand aber auf die Idee käme, sie Psychologen zu nennen). Das sollte gesellschaftlich anerkannt werden, wie ich finde, wird es aber nicht - zu sehen an der Überschrift des Artikels. Inzwischen studiert man ja den Bachelor/Master im Fach eben mit Lehramtsoptionen (insgesamt 4 Fachdidaktikmodule?). An dieser Stelle sollte es eigentlich deutlich werden, WAS da studiert wird (eben das Fach zusätzlich mit der Option es auch unterrichten zu dürfen). Später kommt das Referendariat, was nochmal ein richtiger Spaß wird, wenn man dazu neigt, Inhalte zu hinterfragen. Denn auch hier, kommt Klassenmanagement und die Frage, wie man sich in diesem Beruf nicht aufreibt, höchstens am Rand zur Sprache, stattdessen werden Sitzkreise und Bastelspielchen auf die Spitze getrieben.

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open.eyes 13.05.2015, 18:42
165.

Ich bin quereinsteiger und nach jahren im management grad im lehramtsstudium um erziehugswissenschaften nachzuarbeiten. die uni liefert die fachausbildung und da sind die fachprofs auch gut drin. aber eeziehungswissenschaften im lehramt nennt sich auch berufswissenschaften. und da dozieren promovierte pädagogen uber themen, die bestimmt toll im wissenschaftlichen lebenslauf wirken aber da sie selbst nicht mal referendariat haben, ausser frust nichts für die studenten bleibt. grad die quereinsteiger, die ja den leheberuf nicht anstreben weil sie glauben das da viel geld für wenig arbeit lockt und selbst die fallstricke des alltagsjobs kennen, sitzen eigentlich mit versteinerter miene die anwesenheitspflicht ab. das wichtige muss man sich halt selbst und woanders beibringen. echt traurig.

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ernstrobert 13.05.2015, 18:44
166. Ideologie vom Einzelkämpfer

Zitat von austenjane1776
An meiner Schule gibt es sehr wohl Zusammenarbeit und Solidarität - informell und natürlich muss man sich das aufbauen. Ferner wird die kollegiale Zusammenarbeit per Gesetz eingefordert - dass das Sinn macht, ist also anerkannt. Es geht nur nicht mit jede/r/m. Immer diese forschen All-Aussagen.
Ja, ok, das war zu pauschal. Vielleicht hat sich ja auch was gebessert. Ich bin kein Lehrer und meine Beobachtungen liegen einige Jahre zurück. Mein Eindruck war, dass (im Gegensatz zu meinen Erfahrungen in einem planendem Betrieb) Lehrer mit Problemen wie Aussätzige behandelt wurden. Es herrschte die Ideologie vom Einzelkämpfer.
Es muss ja nicht gleich Korps-Geist sein ....

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ernstrobert 13.05.2015, 18:54
167.

Zitat von zufriedener_single
Für eine Unikarriere reicht es nicht, für die freie Wirtschaft zu labil... ja, da bleibt eigentlich nur der Lehrer übrig. Und danach geht's dann in die Politik... amen
Ich vermute, Sie wollten mit 'gute Nacht' schließen?
Amen heißt nämlich. "so soll es ein!".
Doch nicht wirklich, oder?

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sarahsahara 13.05.2015, 18:56
168. Die Überschrift ist reichlich unglücklich!

Naturlich lernt die Lehramtsstudentin an der Uni etwas. Sie ist am Ende ausgebildete Politikwissenschaftlerin und Germanistin. Beides hat Sie im Hauptfach studiert - hinzu kommen einige Kenntnisse im Umfang eines Nebenfachs in Psychologie und Pädagogik. (Interessant ist hierbei, dass man Lehrer auch gerne Pädagogen nennt, niemand aber auf die Idee käme, sie Psychologen zu nennen). Das sollte gesellschaftlich anerkannt werden, wie ich finde, wird es aber nicht - zu sehen an der Überschrift des Artikels. Inzwischen studiert man ja den Bachelor/Master im Fach eben mit Lehramtsoptionen (insgesamt 4 Fachdidaktikmodule?). An dieser Stelle sollte es eigentlich deutlich werden, WAS da studiert wird (eben das Fach zusätzlich mit der Option es auch unterrichten zu dürfen). Später kommt das Referendariat, was nochmal ein richtiger Spaß wird, wenn man dazu neigt, Inhalte zu hinterfragen. Denn auch hier, kommt Klassenmanagement und die Frage, wie man sich in diesem Beruf nicht aufreibt, höchstens am Rand zur Sprache, stattdessen werden Sitzkreise und Bastelspielchen auf die Spitze getrieben.

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vulkaneifler 13.05.2015, 19:19
169. menschenführung

Es ist doch klar wo Mann ansetzen muss um bei Pisa besser dazustehen. Wenn die Ausbilder schon total gepeilt sind dann wirds nichts.
Ich denke jeder Meister hat mehr menschenkennnisse und muss den Murks der Schule bei seinen Auszubildenden ausbaden.

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