Forum: Leben und Lernen
Bekenntnisse einer Lehramtsstudentin: Wir lernen: nichts
Konstantin Zander

Larissa Sarand will Lehrerin an einem Gymnasium werden. Sie möchte junge Menschen für Deutsch und Politik begeistern - doch wie Unterricht gehen soll, bringt ihr im Studium keiner bei. Geständnisse - und Verzweiflung - einer angehenden Pädagogin.

Seite 18 von 24
obog 13.05.2015, 19:26
170. Die unerträgliche Zerfransungs des menschlichen Gesamtwissens

im 21 Jahrhundert in unzählige Fachgebiete hat sich überlebt und gehört eigentlich in20 oder 19 Jahrhundert.
Das heutige Leben ist komplexer geworden und stellt an die Menschen ganz andere Anforderungen wie vor 50 oder 100 Jahren .Die Lehrinhalte ,egal ob im Gym.oder Universitätäten müßten geändert,ergänzt und den Erfordernissen der heutigen Zeit angepasst werden .Was spricht eigentlich dagegen,in den Phlichtschulen Psychology, Philosophy, Verhaltenspsychology,und auch Religion verbindlich einzuführen? Manch eine menschliche Enttäuschung und Tragödie könnte eventuell verhindert werden.Oder ist das gar nicht erwünscht? Was denken andere darüber?
.

Beitrag melden
belgischer_apfel 13.05.2015, 19:35
171.

So ein Pädagogik Studium befähigt mich dazu, mich kritisch mit Bildung auseinanderzusetzen, mir eigene Informationen anzulesen, Literaturrecherchen durchzuführen und mir eigenständig Informationen anzueignen, Statistiken zu lesen und Forschungsergebnisse zu interpretieren. Wer an einer Universität im Bereich Sozialwissenschaften studiert, sollte keine Ausbildung in eine bestimmte Richtung erwarten. Einzelne didaktische Methoden kann man sich doch schnell anlesen, da es hunderte Bücher zum Thema gibt. Es gibt massenhaft Möglichkeiten, sich ehrenamtlich zu engagieren und Erfahrungen neben dem Studium zu sammeln. Ein bisschen mehr Eigeninitative wäre wünschenswert. An unseren Schulen sollten kritische, gebildete (und nicht nur ausgebildete) und motivierte Lehrer unsere Schüler ausbilden. Und genau diese Qualitäten machen doch einen guten Lehrer aus. Es gibt hunderte Lehrmethoden die man sich anlesen und ausprobieren kann und welche davon für jemanden funktionieren, kann man sowieso nur in der Praxis austesten. Wir brauchen keine weitere Verdichtung der Universitären Bildung in Richtung Ausbildung.

Beitrag melden
Ge-spiegelt 13.05.2015, 19:44
172. Guter Artikel, sollten die richtigen Leute aus dem Kultusministerium lesen

Und es sind auch andere Studiengänge betroffen: Realitätsverlust, Realitätsferne, wenig Methodik, dafür Ballast und falscher, wissenschaftlicher Anspruch sind überall.
Ich pflichte vielen KOmmentatoren bei, beim Lehramtsstudium sollte es genau anders herum sein, mehr Pädagogik und Praxis und zwar schon am Anfang, weniger Stoff, der über den Lehrplan hinausgeht, es sei denn der Lehrer braucht den als Background und zum besseren Verständnis oder um doch etwas mehr als seine besten Schüler zu wissen.
Und nein, Lehramtsstudenten sollten sich Pädagogik und Methodik nicht selbst beibringen müssen, was hier allen Ernstes vorgeschlagen wird.
Pädagogik und Methodik reicht nicht mal, wie lernt man ein beliebter Lehrer zu werden? Welche Softskills muss ich entwickeln? Wie gehe ich mit Eltern um? Mit Migranten? Wie bekomme ich Feedback? Wie verbessere ich meinen Unterricht? Woher bekomme ich Hilfe dafür?

Beitrag melden
mariendistel 13.05.2015, 19:46
173. im Referendariat auch nicht viel besser

Die Hochschule sei dazu da, die Theorie zu lernen, das Referendariat für die Praxis?
Mir hat eine Bekannte vorgeklagt, dass das Referendariat auch nicht viel nützlicher sei: Dort lerne man zwar Praxis - aber die Praxis von Musterstunden, die für die Lehrproben wichtig ist, nicht jedoch für die alltägliche Praxis, - sprich, Vorbereitung von Einzelstunden, für die die Lehrer körbeweise Unterrichtmaterialien mitbringen und dann einen Gag nach dem anderen aus dem Hut zaubern müssen ...

Beitrag melden
freespeech1 13.05.2015, 19:49
174.

Noch schlimmer sind die Pädagogikwissenschaftler, die noch nie in ihrem Leben vor einer Klasse gestanden haben, aber genau wissen wollen, dass in der Schule alles falsch gemacht wird und wie man den Unterricht richtig machen muss. Da ist ein Unidozent doch ehrlicher, wenn er sagt, dass er keine Praxiserfahrung hat.

Die beste Hilfe ist von denen zu erwarten, die jeden Tag unterrichten, den Ausbildungslehrern. Vielleicht einfach mal ein Praktikum machen.

Beitrag melden
hirzer68 13.05.2015, 19:50
175. Quereinsteiger

die hier propagierten Quereinsteiger waren und sind die größten Problemfälle bei uns an einem beruflichen Gymnasium mit weiteren Schularten. 91,3

Beitrag melden
big t 13.05.2015, 19:53
176.

Wieder jemand, der sein Studium nicht verstanden hat... Studium ist eine universitäre Bildung, keine Ausbildung.

Wenn die junge Dame diesen einfachen Zusammenhang nicht Mal versteht, sollte sie wirklich nicht Lehrerin werden

Beitrag melden
leonato 13.05.2015, 20:00
177. Ich habe Erfahrung

als Ausbilder mit jungen Menschen, die aus diesen Bildungsanstalten entlassen werden. Um es mit Heinrich Heine zu sagen: Denk ich an Deutschland in der Nacht, bin ich um den Schlaf gebracht

Beitrag melden
Berg 13.05.2015, 20:00
178.

Neben dem notwendigen Fachwissen in fachlichen Vorlesungen/Seminaren gehören zum Lehramtsstudium auch die Fächer Pädagogik und Unterrichtsmethodik. Oder etwa nicht? Wenn nicht, dann sollte das jeder Lehramtsanwärter irgendwoanders her erlernen. Die Uni LEHRT, für das LERNEN der Student selber zuständig.

Beitrag melden
anna_brielmaier 13.05.2015, 20:04
179. Da mache ich andere Erfahrungen

Ich studiere an einer PH im letzten Semester und mache da ganz andere Erfahrungen. Klar es gibt auch bei uns faule Dozenten/Professoren und es gibt Vorlesungen mit keinem Inhalt. Wie Sand am Meer. Aber Studieren heißt nicht sich in die Vorlesungen zu setzen und dann so in die Prüfung zu gehen. Studieren heißt selbstverantwortlich zu handeln, zu recherchieren, Bücher zu wälzen, Forschermeinungen gegeneinander zu stellen und kritisch zu hinterfragen.
Zu fast 100% der Vorlesung werden Literaturverzeichnisse ausgeteilt. Die nehme ich mir vor, und in der Bib wird dann rausgesucht. Gelesen, zusammengefasst. Und so jeden Tag. Und ich muss ehrlich sagen: Wenn man so studiert, dann macht das sehr sehr viel aus, was Kompetenz angeht.

Und Um so einen Job machen zu können, muss man zudem kreativ sein. Ich finde es bedenklich, das du es bedenklich findest, das man dir zu wenige Methoden zeigt. Das heißt das du dir a) selbst keine ausdenken kannst und b) es nicht gewöhnt bist eigenaktiv zum Buch zu greifen. :)

Beitrag melden
Seite 18 von 24
Diskussion geschlossen - lesen Sie die Beiträge!