Forum: Leben und Lernen
Bekenntnisse einer Lehramtsstudentin: Wir lernen: nichts
Konstantin Zander

Larissa Sarand will Lehrerin an einem Gymnasium werden. Sie möchte junge Menschen für Deutsch und Politik begeistern - doch wie Unterricht gehen soll, bringt ihr im Studium keiner bei. Geständnisse - und Verzweiflung - einer angehenden Pädagogin.

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Micha_Zimmer 13.05.2015, 12:43
10. Kann ich mir gut vorstellen

So läufts vielerorts an deutschen Universitäten, nicht nur bei Lehramtsstudenten. Praxisorientierung ist eben nicht primärer Fokus. Und Arbeitgeber wundern sich, dass die Absolventen erst mal ausgebildet werden müssen. Was genau ist eigentlich das Ziel eines Universitätsstudiums? Berufsvorbereitung kann es jedenfalls eher nicht sein. Keiner verlangt, dass fertige top-Performer von der Uni kommen, die nahtlos in den Berufsalltag integriert werden und direkt durchstarten können. Aber ein Mindestmaß an Berufsvorbereitung würde den Einstieg allen Beteiligten erleichtern.

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zusel 13.05.2015, 12:45
11. Leider nichts neues

Dass die Leherausbildung völlig am Bedarf vorbei geht und den zukünftigen Lehrern keine Methoden für erfolgreiches Lehren mitgibt ist ja leider schon lange ein Problem.
Genauso wie das, was den Lehrämtlern beigebracht wird. In Mathematik z.B. wird an den Universitäten die höhere Mathematik gelehrt (Differenzialgleichungen u.v.m.) aber nicht wie ich einem zwölfjährigem das Prozentrechnen beibringen kann.

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sikasuu 13.05.2015, 12:45
12. Uni=Wissenschaft, Refendariat=Praxiswissen...

War bis heute doch Credo, aber Erziehungswissenschaften und Didaktik sollten sich, mMn. bei aller Grundlagenvermittlung die nötig ist, an den Rahmendaten der Arbeitsfeldern orientieren.
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Das, was die Kollegin beschrieben hat, gehört in die Abteilung "grauenhaft". Auch das Leh(e)stuhlinhaber vor 20-30 Jahren zu letzen Mal eine Schule von innen gesehen haben ist peinlich. Theoretische Forschung in der Sozialwissenschaft = Berufsunfähig. Ohne Rückkopplung und Praxiswissen geht da gar nichts.
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Doch, warten auf den "Guten Geist" der Uni-Reform wird wohl nichts bringen.
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Wenn Studs. gerade in den "sozialen Wissenscgaften" solche "Pläne und Inhalte" widerspruchslos akzeptieren, scheinen sie nicht sehr geeignet, jungen Menschen Wissen und kritischen Umgang damit, sowohl mit den Inhalten, wie auch mit der "Art und Weise der Vermittlung" bei zu bringen.
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Brave Studs. = brave Lehrer... ist keine tolle Voraussetzung für den Berufsalltag. Nicht für den Lehre und auch nicht für den Schüler.
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Ps. Ich habe mal gelernt (ne kein Lehrer), dass die berufspolitische Perspektive IMMER im Blickfeld des eigenen beruflichen Handels sei muss, in der Ausbildung wie aich im beruflichen Alltag.
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Aber das ist heute wohl etwas zu viel verlangt:-((

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gelegenheitsposter2 13.05.2015, 12:45
13. nichts geändert

Dann habe ich wohl den Eindruck dass sich in den vielen, vielen Jahren nach meiner Schulzeit nichts geändert hat.

Genau so meine ich meine Schulzeit erlebt zu haben, sehr, sehr wenige LehrKRÄFTE waren in der Lage spannend und fordernd und erfolgreich auf die Schüler zuzugehen und ihren Stoff an die Schüler zu bringen.

Leider war der überwiegende Teil unfähig, unstrukturiert, mit Druck paukend, ausgebrannt und leider auch in Einzelfällen versoffen.

Am meisten wundert mich dass es vielen nicht gelungen ist sich diese Inhalte selbst anzueignen, ein Studium soll doch auch zum Selbststudium anleiten.

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mainzelmännchen 1 13.05.2015, 12:47
14. Auch für mich war Lehrer mein Traumberuf...

...nach 2 Semestern habe ich aufgegeben, nichts praktisch brauchbares im Studium dafür nutzlose, überflüssige Theorie, was bin ich heute noch froh über meine Entscheidung, seit Jahrzehnten bilde ich jetzt Azubis aus, mit ordentlichem Erfolg.

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georg69 13.05.2015, 12:47
15. Das passt

Vergleichbare Erfahrungen habe ich vor knapp 20 Jahren ebenfalls machen dürfen (Musik und Physik). Offenbar hat sich seitdem wenig geändert und das Lehramtsstudium für Sek. II scheint immer noch erschreckend wenig auf den Schulalltag vorzubereiten.

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Leuchtturm 13.05.2015, 12:50
17. Sehr geehrte Frau Sarand

Erstens danke ich Ihnen, dass Sie offen und ehrlich zu sich selbst sind. Meiner Meinung nach ist Selbstreflektion eine wichtige Eigenschaft, die man insbesondere im Umgang mit Schülern haben muss.

Zweites danke ich Ihnen dass Sie so schonungslos die Missstände an unseren Unis aufzeigen. Hier sollte die Politik mal ansetzen und aufräumen.

Drittens möchte ich Sie ermutigen, nicht den Kopf hängen zu lassen und weiterhin an sich uns Ihre Ziele zu glauben. Wenn ich Ihnen eine Empfehlung geben kann dann diese: Beobachten Sie als Referendarin den Schulbetrieb genau und bilden Sie sich eine kritischen Meinung insbesondere zu den vielen Kollegen. Vielleicht finden Sie ja unter diesen jemanden, der Ihr Verständnis des Lehrers / Lehrerin nahekommt und den Sie für sich als einen Mentor gewinnen können.

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sensenbach 13.05.2015, 12:51
18. Uni-Studium

Die angehende Lehrerin absolviert ein Studium an einer Universität. Hier wird tiefergehendes Wissen vermittelt und angeregt was man sich selbst aneignen sollte. Die junge Frau hat ein Defizit in ihrer Ausbildung erkannt. Da sie so gern liest kann sie sich das fehlende Wissen doch eigenständig aneignen.

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Acalot 13.05.2015, 12:51
19. das ist das kernproblem

experten die keine ahnung von der praxis haben.

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