Forum: Leben und Lernen
Berlin zahlt Schülern eine Woche New York: Das fliegende Klassenzimmer
REUTERS

Mehr als 38.000 Euro hat die Fahrt einer Berliner Oberstufenklasse nach New York gekostet. Das Geld dafür kam aber nicht von den Eltern, sondern aus einem staatlichen Fördertopf.

Seite 12 von 29
epigone 04.11.2015, 18:30
110. Blöderweise gehe ich arbeiten, habe drei Kinder ...

... und musste bislang für Alles und Jedes in der Schule zahlen. Auch ohne Vorstandsgehalt - aber eben leider auch nicht HartzIV. Selbst der Ausflug in die nächste Stadt kosten immer 14 Euro für die Bahn, plus plus plus.

Der Geschmack beim Betrachten meiner Steuerabzüge wird immer schaler und die Wut auf die Politik zusehends größer! Denn auch daher (wg. der Steuern) kann ich meinen Kindern keinen 7-Tage NY-Trip für € 2.000,-- finanzieren.

Beitrag melden
nachtmacher 04.11.2015, 18:30
111. na da können die Steuerzahler ja froh sein,

dass sich der engagierte Lehrer mit seiner Klasse nicht ganz intensiv mit Australien oder Neuseeland beschäftigt hat. Einerseits hätte ich nicht so ein großes Problem, wenn es sich um Schüler aus nicht-so-wohlhabenden Verhältnissen handelt. Andererseits kriegt man als Nicht-Berliner echt einen Hals mit diesem Bundesland/Stadt...
Kleiner Tipp: dauerndes Handaufhalten ist nicht sexy!

Beitrag melden
5Minute 04.11.2015, 18:31
112. Find ich gut

die Kinder müssen schon früh lernen, dass Deutschland ein reiches Land ist, und jeder Anrecht auf Teilhabe am kulturellen und gesellschaftlichen Leben hat.
Nur so können wir unsere moralisch hohen Ansprüche auch weiterhin in die Zukunft transferieren über die nächste Generation. Dies zeigt auch im Ausland wie sich ein prosperierendes Volk zu verhalten hat.

Beitrag melden
NicksAlleVergeben 04.11.2015, 18:31
113.

Zitat von spon_3064063
Finde ich trotzdem gut für Kinder aus armen Familien!
Aha!

Meine Eltern waren zwar keine Sozialhilfebezieher und Hartz-IV gab es in den Achtzigern nicht, aber das Geld, 4000 DM/Nase, hätten sie trotzdem nicht gehabt, denn reich waren meine Eltern nicht.

Also wären die Schüler, deren Eltern (verschuldet oder unverschuldet), Sozialleistungen beziehen, offenbar bevorzugt behandelt worden.

Oder glauben Sie, dass diese Klasse nicht gefahren wäre, wenn einer der Schüler keine Sozialleistungsbezieher als Eltern gehabt hätte?

Solche Beträge für eine Klassenfahrt aus Steuermitteln (!) sind eine Frechheit. Da debattieren die einen über Flüchtlinge, deren Kosten und Unterbringung, da wird bei Hartz-IV um jeden einzelnen Euro gefeilscht und Mesdames et Messieurs Elftklässler (!) tummeln sich in New York rum.

Vollkommen unverhältnismäßig und ziemlich abstoßend.

Beitrag melden
auf_dem_Holzweg? 04.11.2015, 18:32
114. trotzdem Peanuts

wenn man bedenkt was unsere werten Abgeordneten so auf ihren "ach so wichtigen" Reisen an Steuergeldern verblasen.
Wichtige Termine? werden regelmäßig abgesagt.
Nicht-lukrative Reiseziele? werden schnell vom Teller geschubst
Anstelle dessen wird mal schnell eine Dienstreise, die eigentlich wegen Entwicklungsprojekten nach Recife (im Norden Brasiliens) gehen soll abgesagt und stattdessen findet selbige Reise nach Rio statt.

Caipirihna trinkt sich nun einmal besser an der Copacabana als im Armenhaus Brasiliens wo es nicht einmal Strandschönheiten gibt.

Und nun wird jroß gejammert wenn einmal 38.000 Euro für eine ganze Klasse ausgegeben werden.

Übrigens: mit 38.000 kommt EIN Abgeordneter für eine Kurzreise mitsamt seines Staabes gerade mal zwei bis drei Tage lang aus - über diese Verhältnisse spricht in Deutschland keiner.

Beitrag melden
arzt2 04.11.2015, 18:34
115. Rechtlich korrekt

Solange die Exekutive versäumt für derartige Förderungen Höchstgrenzen zu setzen, würde ich mich für nichts rechtfertigen. Wenn der Ausflug pro Schüler 10.000,- € gekostet hätte wäre immer noch kein Unrecht geschehen. Der Fehler liegt immer bei dem, der Sozialleistungen gewährt. Wäre ich in politischer Verantwortung gäbe es gar keine Sozialleistungen.

Beitrag melden
broväsor 04.11.2015, 18:35
116.

Frau Remlinger findet es also frech, wenn Schülern die letztlich ein Recht darauf haben diese Klassenfahrt finanziert zu bekommen, dieses Recht auch in Anspruch nehmen. Wieso wird es nicht gut geheißen, wenn sozial schwache ihre Rechte für sich in Anspruch nehmen. Es regt sich doch auch keiner auf, wenn Firmen/Konzerne von ihrem Recht auf staatliche Gelder und anderen Vergünstigen Gebrauch machen. Es ist doch gut, wenn in Jugendliche investiert wird. Hier wird es, und gleich ist die Empörung groß.

Beitrag melden
grift 04.11.2015, 18:35
117.

Nur gut, dass sich die Klasse nicht mit Science-Fiction beschäftigt hat. Flug zum Mond hätte Berlin auch gezahlt.
Langsam versteh ich die Forderungen nach Abschaffung des Länderfinanzausgleichs!

Beitrag melden
GG.real 04.11.2015, 18:38
118. Mittelschicht-Kinder,

für die gibt es keine Reise nach NYC.
Weil Vater arbeitet! Ein Beispiel mehr: Unterschicht/Oberschicht haben die Möglichkeit zu reisen nach New York City. Mittelschicht bleibt im Havelland.

Beitrag melden
Marellon 04.11.2015, 18:39
119. Im Nachhinein...?!

Im Nachhinein sagt der Lehrer, das Unterfangen sei "too much" gewesen. Wieso erst im Nachhinein? Ist ein Lehrer nicht unter anderem Lehrer, weil er vorausdenken kann?! Und die Aussage, die Reise sei Kindern aus Familien mit geringen Einkommen zugute gekommen ist, ist Unsinn: Ein Kind soll nicht lernen, dass es ohne Geld auf Fernreisen kann; es soll lernen, dass man Geld verdienen muss, um Flugkarten und Hotels zu bezahlen.

Beitrag melden
Seite 12 von 29
Diskussion geschlossen - lesen Sie die Beiträge!