Forum: Leben und Lernen
Berufliche Weiterbildung: Kurse außer Kontrolle
DPA

Die Arbeitsagentur gibt jährlich Milliarden für berufliche Weiterbildungen aus. Doch was ist, wenn die Kurse nichts taugen? Ein Beispiel aus Sachsen.

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henrik_schwalba 03.05.2017, 18:28
1. keine Kontrolle durch Fachleute

Ich kann das leider alles bestätigen. Das was die Dozenten unterrichten wird offensichtlich zu keinem Zeitpunkt von Fachleute überprüft. So werden die Kurse zum Lotteriespiel: guter Dozent - guter Unterricht, schlechter Dozent - schade um die Zeit und das viele Geld. Der Geldgeber - hier das AA müsste ein Interesse an Kontrollen haben und diese einforder - haben sie aber nicht

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koelnrio 03.05.2017, 18:30
2. Herr Weise

hat´s verbaselt. Und keiner regt sich drüber auf! Stattdessen durfte er noch eine weitere Superbehörde leiten. Das mit den Kursen ist ein uraltes Drama. Und es wird Zeit, dass das System einem ermöglicht, einen Kurs abzubrechen, wenn man dafür gute Gründe vorweist. Und es geht ja nicht nur um Inhalte, auch sind die Rahmenbedingungen manchmal echt wie im Kindergarten. Wehe man kommt 2 Minuten zu spät, gibt´s Einträge ins Klassenbuch. Hallo? Es handelt sich in vielen Fällen um Menschen, die schon eine Erwerbsvita haben! Da wäre eine Unterscheidung zuweilen sehr sinnvoll, mit wem man es da eigentlich zu tun hat. Eine ehem. Kollegin berichtete mir von dem Institut ihrer Maßnahme. 6 Monate war sie dort. Es gab keine einzige Mikrowelle, in der man sein mitgebrachtes Mittagessen hätte aufwärmen können - angeblich Brandschutzgründe. Hallo? Ich kenne kaum eine Fa., in der es keine Mikrowelle gibt. Verstoßen die etwa alle gegen den Brandschutz? Dazu kommt: man hat nur 30 min. Mittagspause. Bis zum nächsten Imbiss läuft man allerdings schon 15 Minuten. Sie hat sich also 6 Monate lang von Brot und mitgebrachtem Salat ernährt. Der Kurs war darüber hinaus derart vollgepfropft mit Fachwissen, dass kaum einer hinterher kam mit dem Lernen. Diese Agentur für Arbeit samt den Jobcentern sind der Realität entrückt.

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forumgehts? 03.05.2017, 18:44
3. Wer

sagt denn, dass die Kurse nichts taugen? Sie beschäftigen Tausende von Menschen der Arbeitsagentur, die ihrerseits wieder Tausende ... usw... usf..... Wenn die Kursbesucher tatsächlich Arbeit fänden, so wären die Kursgeber ja alle arbeitslos! Das kann doch nicht der Sinn der Sache sein!

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Fehrmann10 03.05.2017, 19:00
4. Die ersten Menschen kamen zu uns 1972 aus Algerien

Sie haben ohne jeden Kurs, nur bei der Arbeit mit Ihren Kollegen Deutsch gelernt. Innerhalb eines Jahrenkonnte man sich mit Ihnen gut unterhalten.
Was für ein Theater machen wir heute?

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fundador 03.05.2017, 19:01
5. Das kommt mir bekannt vor...

... ich habe auch mal ein halbes Jahr an einem von der Agentur bezahlten halbjährigen Vollzeit-Kurs teilgenommen - in erster Linie, weil ich dadurch meinen Anspruch auf Arbeitslosengeld um 3 Monate verlängern konnte und ich so die Zeit überbrücken konnte, bis das nächste Projekt bewilligt war. Abgesehen davon, dass ich nicht den Kurs besuchen konnte, den ich eigentlich machen wollte, wären die Inhalte des dann besuchten Kurses statt in sechs auch locker in drei Monaten zu vermitteln gewesen. Ein großer Teil davon bestand nämlich aus mehr oder weniger überflüssigem Bewerbungstraining, während die interessanten Teile vergeichsweise kurz und oberflächlich ausfielen. Wäre ich auf die Weiterbildung tatsächlich angewiesen gewesen, hätte mir das wohl auch nicht weiter geholfen...
Die meisten dieser Kurse nutzen also wohl vor allem den Veranstaltern, die sich dabei eine goldene Nase verdienen.

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großwolke 03.05.2017, 19:11
6. Eigenverantwortung

Wenn ich die Höhe dieser Beträge lese, verdirbt mir das schon ziemlich die Laune. Weg mit dem Gängelband! Es gibt da draußen zwei Arten von Arbeitslosen: diejenigen, die nicht viel können oder können wollen. Die kann man einfach ins nächste Zeitarbeitsbüro vermitteln und gut ist. Die andere Sorte hat in der Regel ein relativ klares Bild davon, was an sinnvollen Fortbildungsangeboten für den eigenen Beruf vorhanden ist und was sie sich davon zutrauen. Warum lässt man die Leute da nicht selber wählen? Arbeitslosigkeit als Chance, sozusagen. Erfolgreiche private Bildungsträger gibt es genug, warum bezuschusst man nicht Weiterbildungen für Leute, die aus eigenem Antrieb etwas erreichen könnten, als sie in vollalimentierte Maßnahmen von zweifelhafter Qualität zu stecken? Einige der Ideen von Martin Schulz sind offene Wählerverarsche, aber in Sachen Weiterbildung von Arbeitslosen könnte er sich ruhig ein bisschen reinhängen, wenn er demnächst Vizekanzler geworden ist.

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spiegelklammer 03.05.2017, 19:29
7. Vielleicht kann ...

mir ja mal jemand erklären, wie man mit 27 Jahren Kieferchirurg sein kann. Dazu sind zwei Studiengänge, nämlich Humanmedizin und Zahnmedizin, zu absolvieren. Facharztausbildung noch dazu. 15 Jahre sind da nichts.

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elli1965 03.05.2017, 19:32
8. Selber kümmern!

Ich hatte im Jahr 2003 und 2010 während der Arbeitslosigkeit jeweils an einer geförderten Weiterbildung teilgenommen und sehr davon profitiert. Ich konnte nicht nur zusätzliches Fachwissen erwerben, die Weiterbildungen haben auch jeweils zu einer neuen Anstellung geführt. Allerdings wusste ich auch, welche Weiterbildung sinnvoll und anerkannt war und hatte mich bei der Agentur für Arbeit um eben diese Weiterbildung bemüht. Es war zwar nicht einfach, aber mit ein wenig Kenntnissen der entsprechenden Rechte und Paragraphen im Sozialgesetzbuch klappte es. Leider sind die meisten "Weiterbildungen", hier insbesondere die berühmt-berüchtigten Bewerbungstrainings, nur Maßnahmen zur Verschönerung der Statistik. Da viele Weiterbildungen unter dem Motto laufen:"Mach das oder wir kürzen dir die Gelder", führt das Ganze vorhersehbar zum Teilnehmerfrust sowie zur Mittelverschwendung. Hat ein ALG-Empfänger an einem dieser Kurse dann teilgenommen muss er mehrere Monate warten, bis erneuter Anspruch besteht. Dann allerdings bezieht er ALG-2 oder hat es sonstwie geschafft, dem System zu entkommen. Zudem kann sich auch nicht jeder durch das Sozialgesetzbuch arbeiten und seine Ansprüche dann durchsetzen. Als Fazit ziehe ich daraus: Die Agentur für Arbeit ist nicht wirklich daran interessiert, ob der Kurs dem Teilnehmer was bringt, denn sonst hätte sich ja was in den letzten 10 Jahren zum positiven geändert. Anders herum sind die Mittel für die wirklich sinnvollen Maßnahmen oft gestrichen worden und übrig bleibt Ausschuss. Es profitieren dabei nur die Bildungsanbieter, die mit schlecht bezahlten Dozenten und wenig Aufwand ihren Gewinn erzielen, der Rest der Gesellschaft inklusive der Teilnehmer verliert Zeit, Motivation und Mittel.

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Sokrates1939 03.05.2017, 19:37
9. angst und bange

Ich bin heilfroh, daß ich noch einen guten, in Deutschland ausgebildeten deutschen Zahnarzt gefunden habe. Natürlich würde ich auch zu einem englischen oder französischen Zahnarzt gehen. Mir wird jedoch angst und bange, wenn ich an Zahnbehandler aus exotischen Ländern denke. In Indien sitzen welche am Straßenrand und befestigen Zahnersatz mit Draht im Mund, in Marokko werden auf Märkten Gebisse angeboten und irgendwie eingesetzt Diese "Zahnärzte" liefern sicherlich für die dortigen Verhältnisse unentbehrliche Arbeit. Ich bezweifle aber, ob sie mit noch so schönen Kursen einer Arbeitsagentur auf das hiesige Behandlungsniveau angehoben werden können. Voraussetzung einer Tätigkeit in der Bundesrepublik sollte auf jeden Fall das Bestehen einer Prüfung mit praktischen Arbeitsproben sein, die der deutschen vergleichbar ist.

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