Forum: Leben und Lernen
Berufsanfänger: Hilfe, ich habe einen Job

Hektik, Frust, alles neu, Chaos im Kopf - fast jeder zweite Uniabsolvent startet holprig in den Beruf. Denn das Studium bereitet kaum auf den Joballtag vor. Drei Berufseinsteiger erzählen von Stress, Therapiewünschen und einer Notausstiegs-Option.

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sevens 29.06.2010, 23:27
50. Wie sagt man so schön...

Zitat von sysop
Hektik, Frust, alles neu, Chaos im Kopf - fast jeder zweite Uniabsolvent startet holprig in den Beruf. Denn das Studium bereitet kaum auf den Joballtag vor. Drei Berufseinsteiger erzählen von Stress, Therapiewünschen und einer Notausstiegs-Option.
... das Leben ist hart.

Daß Uni-Alltag nichts mit der beruflichen Realität zutun hat, versteht sich von selbst. Wer schon an der Uni über Streß klagt, sollte sich ernsthaft fragen, ob den richtigen Weg für sich gewählt hat. Unizeit - so zumindest meine eigene Erfahrung - ist Schonzeit. Soviel Zeit, sich wirklich mit Problemen auseinander zu setzen, wird man nie wieder im Leben haben. Schade, daß man das erst begreift, wenn man den Vergleich hat.

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kamii 30.06.2010, 08:50
51. asdf

Zitat von sevens
... das Leben ist hart. Daß Uni-Alltag nichts mit der beruflichen Realität zutun hat, versteht sich von selbst. Wer schon an der Uni über Streß klagt, sollte sich ernsthaft fragen, ob den richtigen Weg für sich gewählt hat. Unizeit - so zumindest meine eigene Erfahrung - ist Schonzeit. Soviel Zeit, sich wirklich mit Problemen auseinander zu setzen, wird man nie wieder im Leben haben. Schade, daß man das erst begreift, wenn man den Vergleich hat.
Das hängt von vielen Faktoren ab. Ein Geisteswissenschaftler, der vor 20 Jahren studiert hat, weder in Noten- noch in Zeit- oder Finanzdruck war, versteht sicher nicht, wieso heutige Studenten jammern.
Wenn man die Sache heutzutage ernst nimmt und mit dem nötigen Elan ran geht, werden die abendlichen Partys zur Pflichtveranstaltung, um mal vom Schreibtisch wegzukommen ;)

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S.Albrecht 30.06.2010, 10:51
52. Chefkompetenzen

Zitat von marks & spencer
In der Regel ist es so, dass die Chefs weniger drauf haben als man selber - was die Sache ziemlich unappetlich macht. Ich jedenfalls würde unter keinem Vorgesetzten arbeiten, der weniger weiß als ich und doppelt so viel verdient. Hier muss man dann selbst die Reißleine der Kündigung ziehen. Wer weiter den Sklaven macht, soll sich nicht wundern, wenn er noch härter ausgenützt wird.
Sorry, aber was ist das für ein Quatsch, "Sklave machen", weil der Chef weniger drauf hat?!? Ein Chef hat eine ganz andere Aufgabe als fachlich der Beste seines Teams zu sein. Ein (meiner Meinung nach) guter Chef weiß das und versucht seine Mitarbeiter(innen) so einzusetzen, dass sie ihre Stärken voll ausspielen können, aber eben gerade NICHT in allem besser zu sein. Das kann er/sie überhaupt nicht.

Nervig ist es natürlich denn, wenn der/die Chef/in auf Dicke Hose macht und nur heiße Luft dahinter steckt. Dann stimme ich Ihnen zu.

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900 30.06.2010, 13:57
53. unterscheiden!

Zitat von john mcclane
...Immer wenn ich einen reden höre, das die Zeit des Studiums die schönste in seinem Leben war, dann frage ich mich ...
Wer sagt sowas?

Die jetzt um die 50-60 sind, kein Jüngerer!
Und so stimmt's ja auch.
Der Arbeitsmarkt etc. macht sich eben auch im Studium/ Ausbildung bemerkbar ...

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Stuntschaf 30.06.2010, 21:16
54. generationenproblem

was mich wirklich und kolossal aufregt ist das gnadenlose unverständnis und die arroganz der generation 50+ den aktuellen berufseinsteigern gegenüber:
da stellen sich leute hin, die nach 30 jahren sachbearbeitung bei siemens oder vw quasi unkündbar sind und ein jahresgehalt haben, von dem die heutigen absolventen nur träumen können. und eben diese herrschaften stellen sich hin und klopfen sprüche darüber, dass die jungen leute von heute nicht mehr stressresistent sind oder halt wechseln sollen, wenn ihnen ihr job nicht gefällt, oder ähnlichen blödsinn.
Dabei siehts in der realität ganz anders aus:
zu viele absolventen verlassen die hochschulen, d.h. wir haben ein überangebot an motivierten bewerbern, die nach den ersten bauchplatschern merken, dass ihnen der abschluss nicht automatisch zu coolen gutbezahlten jobs verhilft. und dann setzt die panik ein und sie verkaufen sich unter wert, um überhaupt mal an berufserfahrung zu geraten - und so entstehen dann solche artikel.
wer heutezutage als berufseinsteiger loslegt, hat keinen job mehr auf lebenszeit, der arbeitgeber ist kein lebenslanger begleiter mehr sondern nur noch übergangslösung und mittel zum zweck.
und dieser effekt ist von den unternehmen auch durchaus erwünscht, die zeiten, in denen sich unternehmen jahrzentelang tausende mitarbeiter leisten können, die mit beamtenmentalität 9 to five jeden tag ihren job runterreissen und 14mal im jahr ihre 2800 netto nach hause tragen, sind vorbei.
wer hier also rumstänkert und glaubt, die u35-generation würde nur sinnlos herumjammern statt zu handeln sollte sich mal klarmachen, was es für ein gefühl ist, jeden tag in dem wissen auf die arbeit zu gehen, dass man ersetzbar ist und was das für eine belastung sein kann. jobs liegen nicht mehr auf der strasse und "einfach mal wechseln" ist schon lange nicht mehr drin.

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meisterschlau 01.07.2010, 09:21
55. zu beachten gilt,

dass für arbeiten, die früher(80er jahre)ein unstudierter meister oder techniker ausführten, heute ausschliesslich akademiker eingesetzt werden.

studium=k.l.u.k.
dieser trend verwässert nur die hochschulausbildung und fördert die akademikerschwemme.

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klein-ida 16.07.2010, 11:50
56. Dass man...

in geistes- und sozialwissenschaftlichen Studiengängen nicht unbedingt etwas lernt, was von sofortigem praktischen ( = monetären) Nutzen ist, wissen die meisten Studenten von Anfang an oder merken es zumindest schnell. Die eigentliche Herausforderung - zumindest vor Bologna - lag darin, wie das Studium angelegt ist. Manche sind mit dem Maß an Eigenverantwortung und der erforderlichen Selbstdisziplin nicht klar gekommen. Wer so ein Studium aber nicht nur als eine mehrjährige Party begreift, nimmt sicherlich viel Nützliches für den Berufsalltag daraus mit.

Auch wenn ich glaube, dass ich in Bezug auf Selbstdisziplin, Eigenverantwortung, Problemlösung... mich gut im Studium geschlagen habe, war der Arbeitseinstieg doch ziemlich hart. Eine halbe Stelle, bei der ich angestellt war, und eine freiberufliche Tätigkeit, die vom Ablauf aber wie eine Festanstellung nur ohne Sozialversicherung war, waren nur schwer unter einen Hut zu bringen. Vier Mal pro Woche zu beiden Jobs zu müssen, war nur zu schaffen, wenn man den Weg von A nach B als Mittagspause verstanden hat. Hinzu kam häufig ein schlechtes Gewissen, weil manchmal was liegen geblieben ist - obwohl ich ja wusste, dass ich nicht um 14 Uhr Feierabend mache, um ins Schwimmbad zu gehen.

Auch wenn's noch so stressig war: Das war aber immer noch besser, als weiterhin Hartz IV beziehen zu müssen...

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mediamanipulates 06.08.2010, 09:48
57. Das falsche Bild des Chefs

Zitat von marks & spencer
In der Regel ist es so, dass die Chefs weniger drauf haben als man selber - was die Sache ziemlich unappetlich macht. Ich jedenfalls würde unter keinem Vorgesetzten arbeiten, der weniger weiß als ich und doppelt so viel verdient. Hier muss man dann selbst die Reißleine der Kündigung ziehen. Wer weiter den Sklaven macht, soll sich nicht wundern, wenn er noch härter ausgenützt wird.
... das ist doch das typische Bild, das in Deutschland noch immer gilt und auch gelehrt wird: "Der Chef kann immer nur der sein, der mehr weiß als ich und daher bekommt er mehr Geld! Und wenn ich lange genug warte, weiß ich auch mehr und werd dann auch Chef und bekomm auch mehr Geld!"
Diese Einstellung ist absoluter Schwachsinn. Hat dazu geführt, dass viele Vorgesetzte zwar fachliche Koryphäe sind, aber sonst auf soziale, strategische und sonstige Kompetenzen verzichtet wird. Das sind die echten Fehlbesetzungen.
Alleine der Umstand, dass Arbeiten, die früher von Ausbildungberufen ausgeführt wurden, jetzt von Studierten gemacht werden, heißt noch lange nicht, dass die Arbeit damit aufgewertet wird, sondern vielleicht das Gegenteil: Das Studium wird abgewertet.

Das gezeichnete Bild auf den Hochschulen passt nicht zu dem Bild, das in der Realität gezeichnet wird.

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