Forum: Leben und Lernen
Berufswunsch Diätspezialist: Japaner verklagt Frauen-Uni

Ein junger Japaner will Diätspezialist werden, doch die einzige Hochschule in der Nähe, die das Studium anbietet, ist eine Frauen-Universität. Jetzt klagt der Mann wegen Diskriminierung.

Seite 2 von 3
Korken 20.01.2015, 09:35
10.

---TEIL 2---

Zitat Ulrike E.
"In dem Fall sind doch die Regularien eindeutig: a) für wen wurde diese Uni und die Studiengänge konzipiert? Für Frauen"

Der Hauptgrund für das bestehen des Männerverbots der staatlichen Uni existiert nicht mehr (s.o.), desweiteren wollen Sie einm mann verbieten einen beruf auszuüben, der angeblich nur für Frauen gemacht ist wie ein Ernährungs- und Diätsüezialist? Sie sagen doch selbst, dieser Kurs wird an anderen normal gemischten Unis auch angeboten. Das ist also kein ausschließlicher Frauenberuf. eher hinterwäldlerisches Denken.

Zitat Ulrike E.
"b) Hat es etwas mit Diskriminierung zu tun? Nein, denn der junge Mann kann das Studium auch in anderen *staatlichen* Universitäten absolvieren, die nicht einem Geschlecht vorbehalten sind."

Hatten Sie oben schon angesprochen, wiederholt sich hier. Die Antwort ist ebenso dieselbe, dass er es aus finanziellen Gründen eben nicht könnte.

Zitat Ulrike E.
"c) Warum klagt er? Aus Bequemlichkeit - scheinbar will er in seiner Heimatprovinz studieren, obwohl dieses Studium auch in anderen Provinzen angeboten wird."

Eine Klage wird man nicht aus bequemlichkeit anstreben, eher das gegenteil. Wollen Sie ihm nun auch noch das Recht absprechen, Klagen zu dürfen?

Zitat Ulrike E.
"Wie gerechtfertigt ist die Klage? Er möchte nicht nur eine Aufnahmeprüfung absolvieren, sondern zugleich eine Entschädigung, weil diese Uni ihn mit einer klaren Begründung abgelehnt hat."

Er ist, wie Sie inzwischen erkennen durften, finanziell nicht sehr gut aufgestellt. Die geforderte Entschädigung ist minimal und wird gerade die Klage finanzieren können. So etwas ist absolut üblich, gerade wenn die "klare" Begründung eine offensichtliche Diskriminierung darstellt. Er durfte die Aufnahmeprüfung noch nicht einmal antreten.

Zitat Ulrike E.
"Ganz ehrlich, der junge Mann wäre klüger, wenn er sich ernsthaft mit den Alternativen für seinen Studiumswunsch auseinandersetzten würde."

Wie oben schon mehrfach erklärt ist dies aus finanzieller Hinsicht nicht möglich oder Sie verweigern ihm einen bestimmten Beruf erlernen zu dürfen.

Zitat Ulrike E.
"Warum muss es ausgerechnet die "Staatliche Universität für Frauen sein"?"

zum wiederholten wiederholten male: Siehe oben.

Zitat Ulrike E.
"Jede Universität hat das Recht *frei* zu entscheiden, welche Studenten sie aufnehmen will, auch bei staatlichen Unis trifft dies zu."

Diese Aussage können Sie bestimmt mit Verweisen auf die japanische Verfassung und die universitären Regularien dort nachweisen, oder? Falls nicht wundere ich mich über die Dreistigkeit ihrer Aussage. Bei privat finanzierten Instituten könnte diese Aussage funktionieren aber gerade staatliche sollten sich an der verfassung orientieren. nichts desto trotz kann es natürlich sein, dass die Klage abgewiesen wird, ihre Anmerkungen jedoch sind aus der Zeit vor der Gleichstellungsbewegung der Frauen.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
filos eleftherias 20.01.2015, 09:48
11. Nieder mit Sexismus!

An unserem Gymnasium (ehemalige Jungenschule) kam das erste Mädchen auch nur, weil dort Altgriechisch angeboten wurde im Gegensatz zum benachbarten Mädchengymnasium. Heute sind beide Schulen zum Glück seit Jahrzehnten für alle offen. Hoffentlich wird dieser Fall zu einem ähnlichen Anstoß, sexistische Grenzen einzureißen!

Beitrag melden Antworten / Zitieren
nightwatchman 20.01.2015, 09:51
12. @Ulrike E.

Nach ihrer Logik gab es dann wohl auch keine Diskriminierung der schwarzen Amerikaner, schließlich gab es ja auch für sie Sitzplätze in den Bussen - nur eben hinten. So wie diese Uni seit 1923 traditionell nur Frauen zugänglich ist, durften die vorderen Sitzreihen in den Bussen traditionell nur von Weißen benutzt werden. Ihrer Argumentation folgend, daß der junge Mann ja auch an einer entfernteren "gemischten" Uni studieren könnte, dürfte die Sitzordnung in besagten Bussen auch keine Diskriminierung darstellen - schließlich konnten die Schwarzen ja auch sitzen - nur halt nicht in der Nähe des Zuganges. Wenn man auf Grund der " falschen" Hautfarbe gezwungen wird, an leeren Sitzplätzen vorbeizulaufen ist das Diskriminierung. Wenn man auf Grund eines "falschen" Geschlechts gezwungen wird, eine entferntere Bildungseinrichtung zu besuchen obwohl eine in bequemer Nähe ist, ist es ebenfalls eine Form der Diskriminierung. Dank Rosa Parks wurde diese Sitzordnung abgeschafft - vielleicht kann der junge Mann ebenfalls für die Abschaffung einer Ungerechtigkeit sorgen ?! Mal abgesehen davon, welche Bedrohung stellt denn dieser Student dar, daß sich die Uni so vehement wehrt ?!

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Morten Hammerdahl 20.01.2015, 11:28
13.

Zitat von satissa
Jetzt brauchen wir noch Quoten für Kindergärtner und Grundschullehrer, und dann kann man langsam über Gleichberechtigung sprechen. Wahrscheinlich wird sich aber noch Frau Schwarzer melden und Wiedergutmachung für das jahrhundertlange Patriachart fordern.
Quote für das Sorgerecht bzw. ABR, was für ein schöner Gedanke... Wird leider nie passieren. Frauen sind nun einmal per Definition die Opfer und gleichzeitig die besseren Elternteile.

So berchtigt das Anliegen der Gleichberechtigung ist - ich unterstütze dies im Übrigen rückhaltlos - aber man erreicht sie nicht mit der Diskriminierung von Männern oder aber einer positiven Diskriminierung von Frauen. Fakt ist, dass gerade im Berich des Familienrechts noch immer das nazionalsozialistisch definierte "natürliche Vorrecht der Mutter auf das Kind" exisitert, ebenso wie in Chefetagen das verkrustete Bild der Männer, Frauen seien eh nur bessere "Sekretärinnen" die ohnehin absehbar wegen Familienplanung ausfallen werden.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Morten Hammerdahl 20.01.2015, 11:36
14.

Zitat von FocusTurnier
Obwohl ich den deutschen Mainstreamparteien in diesem Punkt nicht mehr über den Weg traue, hört sich das, was die FDP neuerdings so denkt, ganz interessant an: http://www.welt.de/print/wams/nrw/article136486120/Maenner-brauchen-Hilfe.html
Frau Schneider hat Unrecht. Statistiken bestätigen, dass Frauen und Männer zu gleichen Anteilen Opfer häuslicher Gewalt werden. Leider nimmt die Polizei und die Öffentlichkeit die männlichen Opfer einfach nicht ernst.

Und wenn Mann angegriffen wird, darf er sich auch nicht wehren, weil er ja "der Stärkere" sei. Wurde mir tatsächlich von einer Juristin (die scheinbar noch nie mit Notwehrsituationen belastet war) dargelegt...

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Yash_ 20.01.2015, 12:32
15. Sicherlich!

Zitat von Ulrike E.
...warum klagt er? Aus Bequemlichkeit
Das ist ja erstmal nur eine recht stumpfe Unterstellung! Woraus ziehen Sie den Schluss? Andere Erklärungen wären möglich, wenn nicht sogar plausibler, z.B.: Er hat einfach nicht so viel Geld, sich ein Studium anderswo leisten zu können! Ergo: Wenn also ein Mann gegen Diskriminierung klagt, wird von manchen Frauen also offenbar mit stumpfen, so erst einmal unhaltbaren Unterstellungen reagiert. Das o.g. Beispiel zeigt dies in aller Deutlichkeit!

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Yash_ 20.01.2015, 12:42
16. Hey, wieso werden meine Zitate grundsätzlich fehlerhaft wiedergegeben?

Das gemeinte Zitat bezog sich auf Ulrike E. und lautet: "...Warum klagt er? Aus Bequemlichkeit!" und darauf antwortete auch mein Beitrag:Das ist ja erstmal nur eine recht stumpfe Unterstellung! Woraus ziehen Sie den Schluss? Andere Erklärungen wären möglich, wenn nicht sogar plausibler, z.B.: Er hat einfach nicht so viel Geld, sich ein Studium anderswo leisten zu können! Ergo: Wenn also ein Mann gegen Diskriminierung klagt, wird von manchen Frauen also offenbar mit stumpfen, so erst einmal unhaltbaren Unterstellungen reagiert. Das o.g. Beispiel zeigt dies in aller Deutlichkeit!

Beitrag melden Antworten / Zitieren
sofakissen 20.01.2015, 13:57
17.

Ich habe mein Abitur damals auf einem Mädchengymnasium gemacht (bin weiblich), das aus ähnlichen Gründen ab Klasse 11 auch Jungs zuließ. Hintergrund war, dass es ab Klasse 11 einen REalschulaufsetzer gab, der ursprünglich speziell für die Realschülerinnen, die zum selben Verband gehörten und auch im selben Haus unterrichtet wurden, des eigenen Hauses gedacht war. Allerdings gab es auch eine allgemeine öffentliche Realschule im Ort und einige Jungs haben natürlich protestiert, dass sie weiterhin nur die Wahl haben, komplett aufs allgemeine Gymi wechseln zu können (und sofort mit den Gymnasiasten mithalten zu müssen) oder auf sowas wie Wirtschaftsgymi zu müssen. Die wollten auch lieber in Klasse 11 auf Gymnasialniveau gebracht werden und dann in Klasse 12+13 mit den bisherigen Gymnasiasten zum Abi gebracht werden. Lösung: bis Klasse 10 weiterhin nur für Mädchen, ab Klasse 11 dann halt auch für Männer. Probleme gab es dadurch bisher nicht...

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Ulrike E. 20.01.2015, 16:22
18. Okay,

nochmal:
Der junge Mann gibt offen zu, dass er nicht klagt, weil er per se gegen *Frauen-Unis* ist, *sondern* weil er partout nicht einsieht für ein Studium in eine andere Provinz zu gehen oder dies an einer *privaten Uni* in der selben Provinz zu absolvieren.
Es gibt für diesen Studiengang die entsprechenden Optionen. Die klare Aussage war: Er kann den Studiengang machen, nur eben nicht an dieser einen *Uni*.

In Japan gibt es historisch bedingt, sowohl *gemischte* Kindergärten, Schulen, Unis, als auch *streng nach Geschlecht getrennten Institutionen*.
Wer an eine bestimmte Uni möchte, der muss die Aufnahmenkriterieren erfüllen. Und in diesem Fall heißt es: Man muss eine Frau sein! - ist dies bei einem Mann erfüllt? Nein!
http://www.fwu.ac.jp/english/about/outlook.html

Näheres dazu, kann man unter diesem Link lesen!

"Our philosophy is to rear women who are knowledgeable and of sound judgment, women who can flexibly react in this era of change and can be versatile in the application of their abilities. At the same time we want them to contribute to the creation of an even better society for Japan as well as for overseas countries and regions, from the viewpoint of Asia or the entire world."

--> Philosophie der Fukuoka Frauen Universität
Diese Universität wurden *speziell* für Frauen konzipiert* und nimmt darum bis heute nur Frauen auf! Gerade weil sie sich ihren Zielen nach wie vor verzwurzelt sehen.

Übrigens es gibt bei den japanischen Unis auch Wohnheime, die *strikt* nach den Geschlechtern getrennt sind. Warum klagt der junge Mann nicht dagegen?
Die Fukuoka Universität war die *erste* Universät, die damals speziell für Frauen gegründet wurden, damit diese ein Unistudium absolvieren konnten.
Erinnert mich doch stark an den Artikel über die indische Universität, bei dem es hieß "Frauen" dürfen die Unibibliothek nicht benutzen, wenn sie im Bachelorstudiengang sind (aus Platzgründen!) --> diese sollen die Bibliohtek der "Frauen-Universität" auf dem selbem Campus nutzen, zu der Männer keinen Zutritt haben.

Es steht im gesamten Artikel *gar nichts* darüber, ob er es sich leisten könnte. Wahrscheinlich könnte er es, der junge Mann gibt selbst zu, dass es für ihn kostspieliger wäre.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
C. Schmidt 20.01.2015, 18:25
19.

@Ulrike E.: Ihre Argumente lassen sich auf zwei Dinge eindampfen:
1. "Das haben wir schon immer so gemacht!" und
2. "Er kann ja auch woanders hingehen!"
Sie können ja mal überlegen, wie viele Errungenschaften des Feminismus es heute nicht geben würde, wenn sich die Frauen mit solchen Begründungen hätten abspeisen lassen.
Es bleibt einfach dabei: Diskriminierung aufgrund des Geschlechts ist - egal um welches Geschlecht es geht - abzulehnen, und wenn der Staat eine öffentliche Uni finanziert, hat er dafür zu sorgen, dass die mit Steuergeldern finanzierten Studiengänge nicht nur einer Hälfte der Bevölkerung im entsprechenden Umkreis offen stehen.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Seite 2 von 3