Forum: Leben und Lernen
Bewerberzahlen an US-Law-Schools: Studenten wird Jura zu teuer
AP

Jura zieht nicht mehr. Amerikanische Law Schools bekommen so wenig Bewerbungen wie seit 30 Jahren nicht. Die Studenten bleiben aus drei Gründen weg: wegen horrender Gebühren, Schuldenangst und schwindender Karriereaussichten.

Seite 3 von 4
beobachter999 02.02.2013, 14:10
20. Verzeihung

Zitat von eunegin
Sehr berechenbar sind natürlich auch die antiamerikanischen (meist dümmlichen) Äußerungen in diesem Forum auf JEDEN Artikel über die USA.
Es gibt immer noch Leute die nicht wissen das JEDE negative Äußerung über die USA automatisch Quatsch und Bashing ist.

Gut das es Leute wie sie gibt die uns kleinen Dummerle immer wieder auf den Pfad des Guten zurückweisen.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
kölschejung72 02.02.2013, 14:16
21. Usa

Die USA haben zwar nur sehr wenig Industrieproduktion. Dafür aber 30% aller Rechtsanwälte weltweit.

Man kann das als negativen Standortfaktor begreifen, da diese Gruppen sich überwiegend durch Prozesse ernähren müssen.

Wenn es irgendwann ein oder zwei Prozent weniger sind, geht davon die Welt nicht unter.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
rüdiger68 02.02.2013, 14:56
22. Darum brauchen Sie einen RA

Zitat von pauschaltourist
Warum benötige ich einen Anwalt, um Recht durchzusetzen? In einem funktionierenden, gewaltengeteilten Rechtsstaat mit Berufungsoption sollte der Richter doch nicht durch anwaltliches Schwätzen sondern von der Rechtslage und dem gesunden Menschenverstand beeinflusst werden.
Zum einen ist das Wort/Schrift eines Normalos ("Naturpartei") vor dem Landgericht nix wert; da brauchen Sie von Gesetzes wegen einen RA.

Zum anderen ist es nicht ganz so einfach, wie sie zu glauben scheinen! Die "Rechtslage" ist wie ein Puzzle. Da kann man bei jedem Teil fragen und prüfen, ob es passt. Zudem gibt es auch Rechte, die Sie ausüben können/müssen: Wenn der Beklagte sich nicht auf die Verjährung beruft, dann darf der Richter das auch nicht prüfen. Dann wird der Beklagte (rechtsmäßig) verurteilt.

Und jeder Richter ist darauf erpicht, möglichst viele Prozesse zu "vergleichen", weil er dann kein Urteil schreiben muss und die Sache ist erledigt. Da ist es dann für den Rechtslaien unter Umständen schwer zu beurteilen, ob bzw. zu welchen Konditionen sich ein Vergleich lohnt.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
nettzueinander 02.02.2013, 15:20
23. Wenn ich...

Zitat von Freewolfgang
Wenn mein Auto einen Defekt aufweist, fahre ich in die KFZ-Werkstatt. Wenn ich ein Schnitzel möchte, gehe ich zum Metzger. Und wenn ich juristischen Rat brauche, gehe ich ebenfalls zum Fachmann. Dafür gibt es Fachleute, und die sollen durchaus auch das ihnen dafür zustehende Entgelt erhalten. Man darf nicht vergessen, dass in USA ein Anwalt in der Regel nur Honorar erhält, wenn er gewinnt. Wie sinnvoll oder wenig sinnvoll dieses System ist, darüber lässt sich sicherlich streiten.
Also, wenn mein Auto einen defekt aufweist, kann ich die meisten Teile selbst austauschen. Wenn ich ein Schnitzel will, dann schneide ich es mir vom geschlachteten Schwein ab. Wenn ich den Rasen kürzer haben will, dann mähe ich ihn selber oder treibe Schafe oder Ziegen darüber. Wenn ich tatsächlich mal einen Nachbar hätte der streitsüchtig ist, könnte ich auch einen Mediator oder Schiedsmann einschalten oder mich vor einem Amtsgericht bei solchen Petitessen auch selbst vertreten.

Wenn ich aber keine Zeit habe, weil ich mit meinem Haupterwerb erheblich mehr verdiene, dann könnte ich im Notfall jemanden engagieren.

Wie man aber in der Sexismusdebatte im Fernsehen mit Claudia Roth
gesehen hatte, half die juristische Bildung eines Anwesenden zu einer
erheblich entspannteren demagogikfreien Sichtweise.

Also ist dann doch ein mehr an juristisch gebildeten Personen notwendig, nur halt nicht ausschließlich um durch Nachbarschaftsstreitigkeiten zu vertreten.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
monotrom 02.02.2013, 15:25
24. Jetzt geht es aufwärts...

Es ist doch allgemein bekannt, das die USA dank der Massen an Jura-, und Wirtschaftsstudenten vergleichsweise wenige Ingenieure, Mathematiker etc. vorzuweisen hat.
Ein paar talentierte Studenten die mehr in die MINT-Fächer strömen und damit tatsächlich nicht nur sich, sondern mit Erfindergeist auch weniger Gebildete in der Produktion beschäftigen.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
rainer_daeschler 02.02.2013, 15:46
25. College nicht vergessen!

Zitat von Ulrich Rudofsky
z.B. New York University Law School: Studiengebühr $51,150, Unterkunft Essen $21,720, Bücher etc.1,500, Krankenversicherung $2,150, Leihgebühren $206 = $78,112/Jahr x 3-4 Jahre!!!!!
Und nicht zu vergessen die 4 Jahre College. Um die Zulassung zur Law School zu bekommen, muss man erst mal einen Bachelor vorweisen, egal in welchem Fach. Die Kosten für dieses Studium müssen nach dem Abschluss ja auch noch abbezahlt werden. Das macht das Jurastudium eigentlich erst richtig teuer.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
TeaRex 02.02.2013, 20:27
26. Man sollte wissen...

...dass man in den USA erst zur Law School gehen kann, wenn man schon einen Uni-Abschluss hat. Man muss also erst mal vier Jahre was anderes studieren und dann nochmal drei Jahre Law School dranhängen - da steigen die Schulden dann schnell mal auf eine Viertelmillion. Entsprechend kann sich in den USA kaum ein Anwalt leisten, freiwillig etwas anderes zu tun als große Konzerne zu vertreten. Denn nur dort wird genug verdient, um die Schulden in halbwegs überschaubarer Zeit los zu werden.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
friedel99 03.02.2013, 12:58
27. optional

Ich will nicht sagen, dass Rechtsanwälte rep. Juristen vollkommen überflüssig sind. Allerdings ist festzustellen, dass es große Unternehmen gibt, die bereits bis zu 50% unproduktives Personal (Kaufleute, Controller, Anwälte, Mannager) beschäftigen, wundert es mich, wie unser Wirtschaftssystem überhaupt noch funktionieren kann. Ein volkswirtschafticher Wert wird jedenfalls damit nicht geschaffen.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
acatinthebrain 03.02.2013, 14:16
28.

Zitat von friedel99
Ich will nicht sagen, dass Rechtsanwälte rep. Juristen vollkommen überflüssig sind. Allerdings ist festzustellen, dass es große Unternehmen gibt, die bereits bis zu 50% unproduktives Personal (Kaufleute, Controller, Anwälte, Mannager) beschäftigen, wundert es mich, wie unser Wirtschaftssystem überhaupt noch funktionieren kann. Ein volkswirtschafticher Wert wird jedenfalls damit nicht geschaffen.
Woher nehmen Sie denn bitte diese Zahl? Und was verstehen Sie unter "unproduktiv" bzw. unter "produktiv"? Wenn ich von Montag bis Samstag mindestens 14 Stunden am Bau kloppe? Oder sechs Nachtschichten hintereinander an der Maschine fahre?
Ich kann dieses Geblubbere der "Arbeiter" (insbesondere Handwerker der alten Schule) nicht mehr hören. Für mich ist das einfach im allerhöchsten Maße Neid. Aber mal ganz ehrlich: Wenn es intellektuell vorne und hinten nicht reicht, muss man sehen, was für einen übrig bleibt.

Nicht jeder Handwerker ist auch gleichzeitig ein guter Geschäftsmann. Da haben sich schon einige selbst überschätzt, wenn sie sich selbständig gemacht und innerhalb von ein aar Jahren den Laden vor die Wand fahren.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
pauschaltourist 03.02.2013, 19:15
29.

Zitat von Hennito
Machen Sie doch mal! Sie scheinen ja genug Zeit zu haben sich das notwendige Wissen zu Fristen, Formalitäten etc anzueignen. Im Übrigen gibt es einen Anwaltszwang ab dem LG.
Ob ein studierter Anwalt vor Gericht unzulässige Anträge oder ähnliches einreicht oder juristisch wenig beleckte Bürger sollte dem Richter gleich sein, denn er sollte in beiden Fällen erkennen, ablehnen oder gestatten.

Zitat von
Und das hat auch seinen Grund. Um nämlich Leute wie Sie von Gerichten fernzuhalten.
Warum so empört?

Sähen Sie Ihren Berufsstand in Gefahr?

Keine Sorge, Sie werden weiterhin noch viel Geld verdienen mit der Verteidigung von Rechtsbrechern und dem Feilschen um Bewährung und Schuld.

Wobei auch ich schon Verhandlungen bewohnen durfte, in denen ohne Rechtsvertreter getagt wurde.
Der Richter kam in Fragestellung und Verhandlungsführung dem Betroffenen einfach entgegen.

Warum sollte das in Strafprozessen denn nicht auch möglich sein?

Um einen unrechtmäßigen Beweis zu erkennen bzw. zu monieren bedarf es einfach keines Anwalts. Sondern eines aufmerksamen Richters.

Die eingebrachte Frage stellte ich übrigens nicht für mich persönlich sondern ganz allgemein.

Nur was wäre dann - 100.000 Juristen arbeitslos, das geht doch nicht...

Im derzeitigen System vertraue übrigens auch ich dem Anwalt meiner Wahl.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Seite 3 von 4