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Bildung in der EU: Europäer wetteifern im Hochschulsparen

Auch wenn Politiker gern und oft die Wichtigkeit von Bildung beschwören - Geld nehmen die Länder der EU dafür zu wenig in die Hand. Eine Studie über Hochschulausgaben zeigt: Vielerorts ist Protest durchaus angebracht.

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rorrim 22.03.2011, 17:18
1. Sparen? Ja, aber an der richtigen Stelle!

Zitat von sysop
Auch wenn Politiker gern und oft die Wichtigkeit von Bildung beschwören - Geld nehmen die Länder der EU dafür zu wenig in die Hand. Eine Studie über Hochschulausgaben zeigt: Vielerorts ist Protest durchaus angebracht.
Hochschulen können sparen. Studiengänge, die am Markt und am Bedarf des Landes vorbeigehen, sollten eingeschränkt werden. Dieses Geld kann in zukunftsträchtige Studiengänge investiert werden. Ich möchte hier keine Studiengänge nennen, aber vielleicht kann man die Arbeitslosenstatistiken heranziehen.
Wahrscheinlich unterstellen mir manche ein zu stark marktorientiertes Denken oder appellieren an die Freiheit des Studiums. Aber woher kommt das Geld?

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cread 22.03.2011, 17:45
2. Darfs noch etwas mehr sein?

Das alte Lied: Bildung für alle, aber bitte doch nur wenn marktrelevant...
Sparen kann man an ganz anderen Stellen; gleichzeitig muss man dazu sagen das Deutschland sich schon Tod verschuldet hat. Woher Geld nehmen(?), war scheinbar nie das Problem...
Allgemein ist es jedenfalls verfassungswidrig nur an bestimmten Studiengängen zu sparen, also ist das ohnehin keine Möglichkeit - gleichzeitig kann ich beruhigen: Wenn allgemein an den Hochschulen gespart wird, kommen mehr "Sponsoren" ins Boot (bzw. wird mehr darum geworben) und dann ist der Markt auch Entscheidungsträger. Allerdings sind die "Marktanforderung" ziemlich "witzlos": billig musst du sein, jung musst du sein, motiviert musst du sein aber vor allem: marktkonform musst du sein.
Beurteilen kann das jetzt wieder wie er will...

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AlexanderKiel 22.03.2011, 18:30
3. Zu marktorientiertes Denken ...

das muß ich Ihnen in der Tat unterstellen.

Zitat von rorrim
Hochschulen können sparen. Studiengänge, die am Markt und am Bedarf des Landes vorbeigehen, sollten eingeschränkt werden.
Die Universität ist in erster Linie eine Stätte der Wissenschaft, also der wissenschaftlichen Forschung und Lehre. Es ist nicht Aufgabe der Universitäten, für den "Markt" auszubilden - dafür haben wir nach wie vor die Fachhochschulen, die im Gegensatz zu Universitäten eher marktorientiert ausbilden.

Was ist der Bedarf des Landes? Das sollte doch hoffentlich auch Allgemeinbildung und Grundlagenforschung beinhalten, also Dinge, die für ein breit ausgelegtes Universitätsangebot sprechen und gegen eine Marktorientierung.

Zitat von rorrim
Dieses Geld kann in zukunftsträchtige Studiengänge investiert werden. Ich möchte hier keine Studiengänge nennen, aber vielleicht kann man die Arbeitslosenstatistiken heranziehen.
Genau falsch, so können Sie nur den aktuellen Bedarf feststellen, aber eben gerade nicht zukunftsträchtige Studiengänge erkennen. Wieder kann ich nur auf die (nicht zielorientierte) Grundlagenforschung verweisen, der man ja zunächst weder Marktnutzen noch Zukunftsträchtigkeit ansieht - beides sollte aber für eine wissenschaftliche Bildungsstätte keine Maxime sein.

Zitat von rorrim
Wahrscheinlich unterstellen mir manche ein zu stark marktorientiertes Denken oder appellieren an die Freiheit des Studiums. Aber woher kommt das Geld?
Das tue ich in der Tat, ich denke, Sie gehören zu einer - leider sehr großen - Gruppe von Menschen in Deutschland, die denn Zweck einer deutschen Universität sowie den Sinn von nicht zielorientierter Grundlagenforschung und Bildung nicht verstehen.

Zu Ihrer letzten Frage: Das Geld kommt natürlich nicht vom Markt, sondern vom Steuerzahler, also vom Volk. Dementsprechend dürfen wir auch eine Universitätenlandschaft im Namen des deutschen Volkes erwarten - stattdessen werden durch die Hintertür immer mehr Politiker und Manager in "Vorstände" oder "Präsidien" von Universitäten eingeschleust, die weder von Lehre noch Bildung noch Wissenschaft etwas verstehen, aber die Universitäten leiten wollen wie Fabriken.

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ixelloise 22.03.2011, 19:41
4. Titel unnötig

Zitat von sysop
Auch wenn Politiker gern und oft die Wichtigkeit von Bildung beschwören - Geld nehmen die Länder der EU dafür zu wenig in die Hand. Eine Studie über Hochschulausgaben zeigt: Vielerorts ist Protest durchaus angebracht.
Die Wichtigkeit der Bildung, das sind Schaufensterreden der Politiker, europaweit.
Bildung hat keine Lobby und ist auch nicht alternativlos.
Was an Geld da ist wird rausgeworfen um systemrelevante Banken zu retten und zum Kriegführen am Hindukusch - oh, das darf ja nicht so genannt werden!
1968 hat sich wirklich was bewegt, die Studenten heute sind entweder in Lethargie verfallen oder warten ergeben auf Änderung.
Und die ist ja wohl nicht in Sicht.

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RobinB 22.03.2011, 20:32
5. .

Zitat von ixelloise
Die Wichtigkeit der Bildung, das sind Schaufensterreden der Politiker, europaweit. Bildung hat keine Lobby und ist auch nicht alternativlos. Was an Geld da ist wird rausgeworfen um systemrelevante Banken zu retten und zum Kriegführen am Hindukusch - oh, das darf ja nicht so genannt werden! 1968 hat sich wirklich was bewegt, die Studenten heute sind entweder in Lethargie verfallen oder warten ergeben auf Änderung. Und die ist ja wohl nicht in Sicht.
Ich dachte das wären die 1968er, die uns gerade diesen Mist einbrocken... Der durchschnittlich Bankenvorstand, einflussreiche Politiker, Lobbyist, etc. hat doch ein Alter jenseits der 50. Lustig, das gerade die uns vorwerfen, wir würden uns nicht genug gegen sie wehren... Alt68er haben Deutschland wieder kriegstauglich gemacht und die solidarische Sozialgemeinschaft gleich auf mehreren Ebenen abgeschafft. Was haben sie selber geleistet? Nichts ausser vom Marschallplan profitiert. Vielen Dank!

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RobinB 22.03.2011, 20:36
6. .

Zitat von rorrim
Hochschulen können sparen. Studiengänge, die am Markt und am Bedarf des Landes vorbeigehen, sollten eingeschränkt werden. Dieses Geld kann in zukunftsträchtige Studiengänge investiert werden. Ich möchte hier keine Studiengänge nennen, aber vielleicht kann man die Arbeitslosenstatistiken heranziehen. Wahrscheinlich unterstellen mir manche ein zu stark marktorientiertes Denken oder appellieren an die Freiheit des Studiums. Aber woher kommt das Geld?
Interessant, was Sie da vorschlagen. Wenn man das Wirtschaftssystem so gestalten würde, wie hiesse das dann? Na? Fängt mit "Plan..." an und war kein grosser Erfolg...

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jocurt 22.03.2011, 20:55
7. Ja ja wenn die Wirtschaft nur sagen könnte, was sie denn braucht

Zitat von rorrim
Hochschulen können sparen. Studiengänge, die am Markt und am Bedarf des Landes vorbeigehen, sollten eingeschränkt werden. Dieses Geld kann in zukunftsträchtige Studiengänge investiert werden. Ich möchte hier keine Studiengänge nennen, aber vielleicht kann man die Arbeitslosenstatistiken heranziehen. Wahrscheinlich unterstellen mir manche ein zu stark marktorientiertes Denken oder appellieren an die Freiheit des Studiums. Aber woher kommt das Geld?
das kann die aber nicht. Nicht mal 5 Jahre im voraus. Der Schweinezyklus für ITler findet doch regelmäßig in 5 Jahresrhythmen statt.

Klar, immer schön marktorientiert. Bloß doof, dass der markt nicht weiß, was er will und schon garnicht Jahre im voraus.

Ich bin eher dafür jedes Studium abzuschaffen, dann sind wir, wenn die Lohnkostensenkungswalze den Planeten endlich umrundet hat (der ist rund, was Sie aber nicht wissen müssen), so doof, dass wir für China das Billiglohnland machen können.
Ist vielleicht auch eine Strategie.

War jetzt Satire, aber ich glaube Sie merken das nicht.

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MaschinenbauStudent 22.03.2011, 22:04
8. Öh ja

Zitat von ixelloise
Die Wichtigkeit der Bildung, das sind Schaufensterreden der Politiker, europaweit. Bildung hat keine Lobby und ist auch nicht alternativlos. Was an Geld da ist wird rausgeworfen um systemrelevante Banken zu retten und zum Kriegführen am Hindukusch - oh, das darf ja nicht so genannt werden! 1968 hat sich wirklich was bewegt, die Studenten heute sind entweder in Lethargie verfallen oder warten ergeben auf Änderung. Und die ist ja wohl nicht in Sicht.
Wieder die alte leier.
Die Studenten sind schuld. Ja richtig.
Ich würde sagen die aktuellen studenten studieren so hard wie noch keine vor ihnen.
Und trotzdem wartet max. ein Praktikum mit dem Gehalt eines Maurerlehrlings auf ihnen.
Und die 68er sitzen heute im Bundestag und in den Amtsstuben mit ihren Beamtenjobs.

Wenn einer Schuld ist dann die 68er die Geld lieber für Hartz4, Renten und Banken ausgeben.

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oeco 22.03.2011, 23:55
9. Marktrelevante Studiengänge

Mit "marktrelevant" ist gemeint, dass die Absolventen mit ihren im Studium erlangten Fähigkeiten eine Beschäftigung finden. Mit Sicherheit wird ein Student der theoretischen Physik sehr gute Chancen auf dem Arbeitsmarkt haben - auch wenn das Grundlagenforschung ist. Es geht also nicht darum, nur noch Betriebswirte und Ingenieure auszubilden.
Fraglich ist aber, ob es sinnvoll ist, im großen Stil Studiengänge anzubieten, die deren Absolventen keinen Erfolg im Berufsleben bescheren. Wohl gemerkt: im großen Stil! Eine Gesellschaft, die keine Germanisten und Historiker mehr kannte, wäre eine schlechtere. Aber es ist doch schwer begreiflich, warum junge Menschen bis zu sechs Jahre warten müssen, um ein Medizinstudium aufnehmen zu können, das geisteswissenschaftliche Studium aber häufig keine Beschränkung hat. Selbstverständlich liegt das auch an deutlich unterschiedlichen Kosten der jeweiligen Fächer. Aber während Mediziner fehlen, werden von den Akademikern, die es ohnehin schon schwer haben, noch immer mehr ausgebildet. Genau hier sollte aber der Markt berücksichtigt werden. Der Markt, der ja kein neoliberales Ungetüm ist, sondern lediglich das Aufeinandertreffen von Bedürfnissen. Und zu behaupten, dieser "wisse nicht, was er will" ist, gelinde ausgedrückt, stark vereinfachend. Der Markt weiß es in jedem Fall am besten, besser als jeder interessengeleitete Politiker.
In diesem Sinne: Für freie Bildung!

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