Forum: Leben und Lernen
Bildung in Deutschland: Riesiges Lerngefälle zwischen Süd und Nord

Selbst die schlechtesten*Landkreise im Süden schlagen die besten im Norden - das ist das dramatische Ergebnis einer neuen Bildungsstudie, die dem SPIEGEL vorliegt. Die Lernstandsanalyse für Schulen, Hochschulen, Leben und Beruf wirft die Frage auf: Gibt es ein Deutschland der zwei Geschwindigkeiten?

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Critik 21.11.2011, 14:44
160. Standortvorteil

Zitat von Gebetsmühle
karl benz war halt zufällig schwabe.
Karl Benz war Badener und kein Schwabe. Auch kein Zufall weil die TU in Karlsruhe war und er da eine hervorragende technische Ausbildung bekommen hat.

Daimler war der Schwabe und als solcher ein guter Geschäftsmann. Daher ist die Firma in Stuttgart was allerdings kein Zufall ist, sondern eben an den Standortbedingungen des schlauen Schwaben lag (vermutlich durch die guten Schulen dort).
Der Ganze Erfolg von Daimler-Benz hat eben genau mit Standortvorteil durch Bildung zu tun.

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mont_ventoux 21.11.2011, 14:47
161. Süd-Nord-Gefälle

Zitat von sysop
Selbst die schlechtesten*Landkreise im Süden schlagen die besten im Norden - das ist das dramatische Ergebnis einer neuen Bildungsstudie, die dem SPIEGEL vorliegt. Die Lernstandsanalyse für Schulen, Hochschulen, Leben und Beruf wirft die Frage auf: Gibt es ein Deutschland der zwei Geschwindigkeiten?
Ja, das gibt es. Aber keine Sorge: Spätestens seit GrünRot in BW die Macht übernommen hat und den Einstieg in die Einheitsschule propagiert, wird das Bildungsniveau auch im Süden sinken.

Wenn man den Medien Glauben schenkt, könnte man denken, die Hauptschule sei ein Auslaufmodell. Tatsächlich wird aber gerade das Gymnasium abgeschafft: die einen kürzen von oben (G9 zu G8), die anderen von unten (G8 zu G6) und feiern dies als „längeres gemeinsames Lernen“ – ich würde es als längeres gemeinsames Prügeln bezeichnen, das die wirklich Lernwilligen und Lernfähigen ausbremst.

Um die Hauptschule muß man sich hingegen keine Sorgen machen. Die besteht weiterhin. Sie heißt nur anders: Gemeinschaftsschule, Stadtteilschule, Sekundärschule oder Gesamtschule.

PS: Schade, daß SPON die Foren zum Thema „Nacktfoto-Streit in Ägypten“ geschlossen hat. Ich verstehe das als Kniefall vor Islamisten.

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Hardliner 1 21.11.2011, 14:48
162. Gegen Masse

Zitat von nairobi
Bayerns Erfolgsrezept ist ganz einfach erklärt: Man kann eine Masse von 100 Schülern beliebig in drei Schubladen einordnen. Die Bremer sotieren die besten 40 in die obere....
Masse war noch niemals klasse. Billigabschlüsse können nicht die Zukunft Deutschlands sein. Leider hat die Lehrerschaft eine große Lobby, die es immer wieder schafft, für Beschäftigung ihrer Klientel zu sorgen. Weiterführende Schulen heißt ja auch: Die Schüler bleiben länger in der Schule und dienen so als eine Art Beschäftigungsprogramm.

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unterländer 21.11.2011, 14:48
163. ?

Zitat von Gebetsmühle
in den meisten fällen war es wohl zufall. bayern hat nun mal keine montanindustrie, weils kein eisen und keine kohle abzumbauen gibt. aber dafür hat bayern davon profitiert, ......
Wenn die Unternehmen außerhalb der Südländer ebenso erfolgreich sind und der Erfolg von Industrieunternehmen maßgeblich zum Erfolg in Bildungsvergleichen beiträgt, wie Sie uns in vorangegangenen Beiträgen so schön dargelegt haben, warum gibt es dann trotzdem dieses Bildungsgefälle? Die Schüler in Bayern, Baden-Württemberg und Sachsen sind besser als anderswo in D. Daran ändert Ihr verzweifeltes Bemühen, dies nicht mit der Bildungspolitik zu verquicken, nichts.

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Gebetsmühle 21.11.2011, 14:49
164. irrtum!

Zitat von Hardliner 1
Die Kinder werden nicht dümmer, sondern weniger gebildet, denn die Gleichmacherei hat vor allem die gering Begabten im Ziel, die Pfiffigen bleiben auf der Strecke. Sie werden unterfordert, oft auch noch als Streber gemobbt.
das ist völliger blödsinn. die hauptschule wird in den meisten bundesländern aufgelöst, weil es kaum noch hauptschüler gibt und man mit dem abschluss nix mehr machen kann. inzwischen braucht jeder automechaniker und jeder dreher fundierte kenntnisse in programmieren und cnc und elektronik. das gibts nicht auf der hauptschule.

die "pfiffigen" sind davon überhaupt nicht betroffen, denn die werden dadurch weder dümmer, noch bleiben sie auf der strecke. sonst wärens wohl kaum die "pfiffigen".
es spricht nix dagegen mehr kindern eine bessere bildung zukommen zu lassen. das macht niemanden dümmer, aber viele klüger. das sind die einzigen resourcen die wir in diesem land haben und die muss man ausbauen und nicht abbauen. nicht mal bayern kann von seinen paar "pfiffigen" leben.

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Gebetsmühle 21.11.2011, 14:56
165. aha

Zitat von Critik
Karl Benz war Badener und kein Schwabe. Auch kein Zufall weil die TU in Karlsruhe war und er da eine hervorragende technische Ausbildung bekommen hat.
dumm aber nur, dass damals nicht die csu regiert hat, sondern ein absolutistischer großherzog. sie argumentieren also für die abschaffung der demokratie?

Zitat von Critik
Daimler war der Schwabe und als solcher ein guter Geschäftsmann. Daher ist die Firma in Stuttgart was allerdings kein Zufall ist, sondern eben an den Standortbedingungen des schlauen Schwaben lag (vermutlich durch die guten Schulen dort). Der Ganze Erfolg von Daimler-Benz hat eben genau mit Standortvorteil durch Bildung zu tun.
danke, dass sie mir recht geben. es hat historische gründe und mit den zufällig grade regierenden parteien nix zum tun, aber auch gar nix. gute schulen soll es also nur im großherzogtum baden, im königreich würtenberg und im königreich bayern gegeben haben, im königreich preussen, im herzogtum lauenburg, im großherzogtum hanover, oldenburg, oder schleswig also nicht? wenn sie schon geschichtlich argumentieren, dann sollten sie doch bitte die ganze geschichte berücksichtigen. ncihts andres sag ich auch. auch 50 jahre sozialdemokratie hätten nix dran geändert, dass daimler in stuttgart sitzt und dort autos baut. so ist es.

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Hardliner 1 21.11.2011, 15:02
166. Aufnahmeprüfung

Zitat von Gebetsmühle
das ist völliger blödsinn. die hauptschule wird in den meisten bundesländern aufgelöst, weil es kaum noch hauptschüler gibt und man mit dem abschluss nix mehr machen kann. inzwischen ....
Warum werden die Hauptschüler weniger? Weil wir immer mehr Intelligenzler haben? Eher nicht. Den Schülern wird es zu leicht gemacht, trotz mäßiger Leistungen an Realschule oder Gymnasium zu wechseln. Alle Schulen buhlen angesichts rückläufiger Schülerzahlen um Schüler. In meiner Schulzeit gab es noch keine Hauptschule, sie hieß Volksschule. Ins Gymnasium oder in die Mittelschule (heute Realschule) kam nur, wer am Ende der 4. Klasse eine Aufnahmeprüfung bestand. Die davor erzielten Noten spielten dabei keine Rolle. Hätten wir noch solche Aufnahmeprüfungen, dann wäre die Zahl der Hauptschüler wesentlich höher.

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Gebetsmühle 21.11.2011, 15:05
167. abiturienten sind teuer und das geld will man nicht ausgeben.

Zitat von unterländer
Wenn die Unternehmen außerhalb der Südländer ebenso erfolgreich sind und der Erfolg von Industrieunternehmen maßgeblich zum Erfolg in Bildungsvergleichen beiträgt, wie Sie uns in vorangegangenen Beiträgen so schön dargelegt haben, warum gibt es dann trotzdem dieses Bildungsgefälle?
bildung hat viel mit dem sozialwesen zum tun. wo soziale not ist, da ist bildung für viele schwer zu bekommen, auch wenn sie gut sind.
Zitat von unterländer
Die Schüler in Bayern, Baden-Württemberg und Sachsen sind besser als anderswo in D.
sind sie nicht. das wurde hier ja schon erläutert. sie wurden nur anders eingruppiert, so dass es den schein hat, sie seien besser. tatsächlich sind die besten nur wenige und das hebt oben wie unten den schnitt.

Zitat von unterländer
Daran ändert Ihr verzweifeltes Bemühen, dies nicht mit der Bildungspolitik zu verquicken, nichts.
keine sorge, ich bin nicht verzweifelt, sondern beschreibe die realität. wer behauptet "die bayern" seien klüger als andere, der lügt sich selbst was in die tasche. wenn man die 20% besten ins gymnasium steckt, dann sind die nun mal besser als die 40% besten der gleichen menschen. und wenn man die 50% der schlechten in die hauptschule steckt, dann sind die eben auch besser, als die 20% der schlechtesten. in der realität aber liegt gleichverteilung vor. bayern will eben nur den obersten 30% das abitur zugestehen, weil es auch viel teurer wäre, noch mehr abiturienten auszubilden. bremen dagegen bringt über 40% zum abitur, ist damit im schnitt schlechter, verschafft aber mehr kindern eine bessere bildung als bayern. damit werden sie leben müssen.

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Critik 21.11.2011, 15:06
168. Spekulation: Hautpschule schlecht wg. fehlendem CNC und Programmieren

Zitat von Gebetsmühle
das ist völliger blödsinn. die hauptschule wird in den meisten bundesländern aufgelöst, weil es kaum noch hauptschüler gibt und man mit dem abschluss nix mehr machen kann. inzwischen braucht jeder automechaniker und jeder dreher fundierte kenntnisse in programmieren und cnc und elektronik. das gibts nicht auf der hauptschule.
Reden Sie mal mit den Firmen, bevor Sie will zu spekulieren anfangen!!!
Es hat überhaupt nichts mit Programmieren, CNC und Elektronik zu tun, sondern mit trivialen Dingen: den Grundrechenarten und mit Lesen & Schreiben. Alles keine Selbstverständlichkeit mehr unter Hauptschülern. Statt zu spekulieren sollten Sie sich mal die vergleichenden Studien bzgl. der Grundkenntnisse der Hauptschüler aus den 70er und heute ansehen.

In den 70er hat man mit dem Hauptschulabschluss noch eine Berufsausbilung machen können. In den 80er/90ern haben die Firmen dann Realschüler bevorzugt, weil die Hauptschüler schlechter wurden. Und jetzt nehmen die Firmen lieber die nicht-studieren-wollenden-könnenden Gymnasien.

Das Problem der Hauptschule war und ist das Absenken des Niveaus. Begründet und Einhergehend mit dem Absenken der Gymnasien und der Realschule, damit wurde die Hauptschule zur Restebude.

Wie gesagt, reden Sie mit den Leuten, die Ausbildungsplätze anbieten anstatt wild zu spekulieren.

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hajopr 21.11.2011, 15:19
169. Erstrebenswert?

Gestresste Schüler (die massenweise Nachhilfeinstitute bevölkern) und total genervte Eltern - das ist u.a. der Preis für das angeblich tolle Bildungsniveau im Süden. Und wer in Bayern das Abi gerade so geschafft hat, trifft beim Kampf um die knappen Studienplätze auf Bewerber, die im wahrsten Sinn des Wortes einfacher zu einem (sehr) guten Reifezeugnis gekommen sind. Erstrebenswert? Viele haben angesichts des G8-Debakels, der ungelösten Hauptschulfrage und den Studiengebühren Zweifel, ob Bayern wirklich noch eine Vorreiterrolle einnimmt.

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