Forum: Leben und Lernen
Bildung in Deutschland: Riesiges Lerngefälle zwischen Süd und Nord

Selbst die schlechtesten*Landkreise im Süden schlagen die besten im Norden - das ist das dramatische Ergebnis einer neuen Bildungsstudie, die dem SPIEGEL vorliegt. Die Lernstandsanalyse für Schulen, Hochschulen, Leben und Beruf wirft die Frage auf: Gibt es ein Deutschland der zwei Geschwindigkeiten?

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j t 22.11.2011, 04:03
270. ...

Zitat von MashMashMusic
Und was machen wir mit denen, die keinen Bock haben und nicht zur Schule gehen? In dieser Welt hat man nicht die Wahl, ob man etwas lernen möchte.
Die, die keinen Bock haben, die gab es früher schon und gibt es auch heute noch! Sie werden später von den "Besserverdienenden" mitgeschleppt. Jemand, der absolut nix will, erreicht auch nix wenn er 8 Jahre absitzt und strunzdoof in die Lebenswirklichkeit entlassen wird.

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j t 22.11.2011, 04:20
271. Es ist so!

Zitat von nairobi
Welche? Die Abiquote? Lassen Sie uns Bundesweite Standards festlegen, sowohl was die Qualität angeht, aber auch was die Quantität! Da ist Bayern auch Spitze, allerdings von der anderen Seite der Tabelle! Ohne die Abiturienten aus dem Norden könnte Bayern seine die Hälfte seiner tollen Unis zu machen und ohne die Absolventen aus dem Norden, könnte die Wirtschaft dort auch gleich einpacken!
Die Leute, die sich für die Bildungsspezialisten in diesem Land halten, sind die gleichen, die uns auch die Rechtschreibreform eingebrockt haben. Ich betrachte Schul- und Studienabschlüsse nur als Eintrittskarten und lehne eine Beurteilung von solchen Figuren, ganz gleich ob gut oder schlecht, schlicht weg ab! Ohne Hochschulreife kann ich nicht vernünftig studieren und ohne Studienabschluss finde ich nicht in den angestrebten Beruf. Meine Zeugnisse in Schule und Studium waren und sind katastrophal. Ich habe halt immer gerade so die Kurve bekommen. Meine Diplomarbeit wurde allerdings ausgezeichnet (ganz großes Kino, Glückwünsche vom damaligen Ministerpräsidenten und so!). Die Diplomarbeit war für mich in meinem Studium die einzige Herausforderung, obgleich ich damit noch nicht einmal fertig geworden bin. Heute muss ich mich u. a. mit finiten Elementen beschäftigen. War im Studium kein Thema! Musste ich mir alles selbst draufschaffen. Mein damaliger Professor ruft mich regelmäßig an, wenn er was braucht. Wenn ich mich mit einem Kollegen fachlich unterhalte, weiß ich doch nach wenigen Sätzen, was mit dem los ist. Da brauche ich doch nicht seine Zeugnisse zu sehen! Ich musste bei keiner meiner Stellen meine Zeugnisse vorlegen. Allerdings hatte ich auch nur 2 Stellen, bevor ich mein eigenes Büro gegründet habe.

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j t 22.11.2011, 04:31
272. Fragwürdig

Zitat von MashMashMusic
Das liegt wohl eher daran, dass hier die Wirtschaft boomt und dementsprechende Fachleute benötigt. Die Anzahl von Studenten aus anderen Bundesländern hält sich übrigens in Grenzen, und wem genau nützt es, Leuten das Abitur zu verleihen, die es nicht verdienen? An meinem Gymnasium in NRW waren zwei, die hatten die Kombination LK Sport/Hauswirtschaft. Weil Hauswirtschaft ja als Naturwissenschaft gilt, LOL. Dass so etwas überhaupt möglich ist.
Wenn einer mit Sport und Hauswirtschaft ein MINT-Fach studieren will, wird er entweder im 1. Semester 3-4 Jahre Schulmathematik und -physik nachholen oder er wechselt zur Sozialpädagogik, bzw. zur Kunstgeschichte. Hier gibt es eine ganz natürliche Auslese. Was den Mangel an Fachkräften angeht, so können Sie auch keinen Metzger Herztransplantationen vornehmen lassen. Auch wenn die Einstellhürden abgesenkt werden, müssen gewisse Basics vorhanden sein. Ich kritisiere, dass das Schulsystem größtenteils Leistungen abfordert, die nur dem Selbstzweck und nicht der Vorbereitung auf das Leben dienen und hier ist m. E. Bayern ganz weit vorne! Ich hatte einen bayerischen Kommilitonen, der hat in der Vorlesung den Professor an der Tafel korrigiert. Heute prüft er in einer bayerischen Behörde Anträge auf Vollständigkeit. Er hatte durchweg super Zeugnisse, auch für bayerische Verhältnisse!

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j t 22.11.2011, 04:51
273. So sehe ich es auch!

Zitat von solarfighter
Meiner Kenntnis nach arbeiten die drei großen Flächenländer an einem gemeinsamen Abitur. Grundsätzlich gibt es bei der ganzen Thematik zwei wesentliche Aspekte: 1.)Die süddeutschen Länder ....
Das Bild, was hier von der vermeintlichen bayerischen Elite gezeichnet wird, kann man ohne Übertreibung als deren geschönte Selbstdarstellung bezeichnen oder wie Sie es formulierten: Als Schaumschlägerei! Das dürfte noch ein über die Generationen getragener bayerischer Komplex aus der Armenhauszeit sein.

Wenn sich die Eltern nicht um die Ausbildung ihrer Kinder kümmern und das der Schule überlassen wollen wird das in den allermeisten Fällen nix mit der guten Ausbildung der Kinder. Bis die Kinder selbst kapieren, worum es geht, ist der Zug abgefahren. Obgleich unser Sohn (13 Jahre alt) eine Privatschule besucht, kümmert sich meine Frau jeden Tag (!) um das, was in der Schule passiert ist. Leider ist es nicht jedem vergönnt, sich so intensiv um die Ausbildung seiner Kinder zu kümmern. Aber alleine dass es eine Vielzahl von Eltern gibt, die sich vom staatlichen Schulsystem abwenden, sollte doch zu denken geben.

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Silvia 22.11.2011, 06:47
274. Bessere Lehrpläne

Zitat von neutrina
Ich denke, dass das mit Ideologie kaum etwas zu tun hat. Eher damit, dass die Auswirkungen der Bildungsmisere abgefedert werden durch die Freigabe des Elternwillens.
In NRW war der Elternwille bis letztes Jahr nicht frei. Es hat trotzdem nicht geholfen und NRW klebt bildungsmäßig am Schwanz.

Besser wäre eine Änderung der Lehrpläne schon in der Grundschule. Die Basisfähigkeiten Lesen, Schreiben und Rechnen müssen gestärkt werden, d. h. mehr Deutsch, mindestens 7 Stunden und nicht nur 5, mehr Mathematik, was zur Zeit nur 4 Stunden hat, weg mit dem nutzlosen Englisch in Klasse 1 und 2. Das bringt gar nichts.

Dann mehr Förderunterricht in Kleingruppen für Kinder mit Lernschwierigkeiten. Dieses Thema wird besonders durch die Inklusion verschärft. An dieser Stelle frage ich mich, wie Bayern und BW mit diesen Kindern verfährt. Gibt es dort auch so viele I-Klassen zum Spartarif wie in Niedersachsen und NRW, ohne gleichzeitig mit einer erträglichen Zahl an Lehrern ausgestattet zu sein?

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nairobi 22.11.2011, 08:21
275. Bayerns Erfolgsrezept

Zitat von MashMashMusic
Das liegt wohl eher daran, dass hier die Wirtschaft boomt und dementsprechende Fachleute benötigt. Die Anzahl von Studenten aus.....
Hamburg boomt auch und es werden Fachleute gebraucht.
Aber in Hamburg besuchen fast doppelt so viele Schüler das Gymnasium und erlangen die Hochschulreife.
Klar, da sind dann nicht die 20% Besten unter sich, was den Schnitt senkt. Da sind dan auch viele bei, die in Bayern in der Realschule sind und den Schnitt dort, im Vergleich zur Hamburger Realschule hebt usw.

Also ganz klar, wenn Bayern und Co. auf ein bestimmtes Niveau besteht, dann sollte der Norden auf eine bestimmte Abschlußquote bestehen.
Beides wird aber nicht zusammen gehen und für die Wirtschaft ist es sicher besser eine höhere Quote zu erreichen.
Denn die Besten werden sich auch so durchsetzen, auch wenn ihr Abitur nicht ganz so schwer war!

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geroi.truda 22.11.2011, 08:25
276. *

Zitat von nairobi
Welche? Die Abiquote? Lassen Sie uns Bundesweite Standards festlegen, sowohl was die Qualität angeht, .....
Selten solchen Unsinn gelesen - dass in gewissen Gegenden Deutschlands ein Wissenstand, der in Bayern nicht einmal für einen Realschulabschluss ausreichen würde, mit einem Abiturzeugnis belohnt wird, vermittelt eine Art von "Spitzenstellung", die in Bayern niemand möchte... Und wenn die Universitäten 50%-70% leerer wären, weil sie nicht von einer Studentenpopulation überflutet werden, welcher die Studierfähigkeit abgeht, so wäre das sicherlich nicht schädlich, sondern würde für den studierfähigen Rest zu einigermaßen annehmbaren Studienbedingungen führen, etwa auf dem Niveau der Schweiz...

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geroi.truda 22.11.2011, 08:36
277. *

Zitat von fofinha
Tatsache ist, dass in Hamburg die Löhne im Durchschnitt höher sind als in Bayern. Soo doof sind wir auch nicht.
Sicher nicht - darum bekommt dort ja jeder, der einen Bleistift halten kann, das Abitur attestiert...

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MashMashMusic 22.11.2011, 08:48
278. .

Zitat von Pingvin
Mag ja sein, aber wieso dann die Schuld beim Bundesrat suchen?
Meinen Sie nicht, dass derjenige, der ein Plesbizit über diese Frage abgehalten hat, das mit Grund getan hat?

Und: es gibt noch wesentlich mehr Möglichkeiten in diesem Staat, die Zahl der Bundesländer zu reduzieren. Jeder ernstzunehmende Versuch wurde im Ansatz zerschmettert.

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MashMashMusic 22.11.2011, 08:51
279. .

Zitat von pkeszler
Sie scheinen als theoretischer Chemiker so Einiges nicht von der Realität in der DDR verstanden zu haben. Dann wüssten Sie nämlich, dass für die heruntergekommene Wirtschaft nicht die Chemiker, Ingenieure und Facharbeiter verantwortlich .....
"Theoretischer" Chemiker heißt nicht, dass wir nicht mit der Realität konfrontiert waren.

Auch alte Anlagen kann man gut behandeln, und da war leider gar nichts von zu sehen. Vielmehr hatte sich in den Anlagen so ein gewisser Schlendrian eingefahren, meine geschätzten Ost-Kollegen hatten ausnahmslos kein wirkliches Interesse, der Ausbildungsstandard war schlecht. Eine Reihe von denen hat dann die Kurve gekriegt. Eine Reihe andere nicht. Und in der Ausgangsfrage ging es um die ach so wahnsinnig gut naturwissenschaftlich ausgebildeten Jungs und Mädels.

Aus der ehemaligen Sowjetunion kenne ich ernstzunehmende Physiker und Mathematiker. Im Ingenieurswesen sieht es da schon wieder völlig anders aus.

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