Forum: Leben und Lernen
Bildungsbericht 2014: Zu wenige Lehrlinge, zu viele Abgehängte
DPA

Die Deutschen streben nach mehr Bildung, doch Migranten bleiben abgehängt. Der Bericht "Bildung in Deutschland" zeigt außerdem, wo es bei der Inklusion behinderter Schüler hakt - und dass Deutschland ein dramatischer Azubi-Mangel droht.

Seite 11 von 23
experiencedsailor 13.06.2014, 14:28
100. Nun, liebe Foristin,

Zitat von speedy_gorgonzola
Mit Verlaub: Sie schreiben Unsinn. Die angeblich "ausufernde Sozialstaatsindustrie" ist ein Märchen von INSM und Co. Die Sozialquote (Sozialausgaben als Anteil des BIP) ist von 1950 bis 1975 von ca. 20% auf knapp 35% gestiegen. Seitdem stagniert sie auf einem Niveau über knapp 30%. Einfach gesagt: der Anteil der Sozialausgaben an dem was wir erwirtschaften ist seit 30 Jahren gleich geblieben ! Außerdem verdrehen sie Ursache und Wirkung: das Sozialsystem existiert, WEIL es Menschen gibt, die sich nicht selbst versorgen können nicht umgekehrt. Am besten Sie informieren sich mal unabhängig und aus mehreren Quellen und bilden sich dann Ihre Meinung anstatt sie sich von Medien und Politikern vorerzählen zu lassen. Genau so kommen solche unqualifizierten Äußerungen nämlich zustande. Und zum Schluss: was ist man eigentlich, wenn man kein "Gutmensch" sein will ? Ich hab da eine konkrete Vorstellung.
ich würde sagen, 30% am deutschen BIP ist ein stattliches Sümmchen, man könnte also von einer Umverteilungsindustrie durchaus sprechen, von der nicht zuletzt auch die Transferverteiler und Sozialversorgungsdienstleister profitieren. Im übrigen bin ich lieber ein guter Mensch, als ein Gutmensch.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
conocedor 13.06.2014, 14:28
101. klare Worte

Zitat von Hotzenplotz13
... Ich selbst bin mit 3 Lehrkräften in der engsten Verwandschaft "gesegnet", mehrere lokale Hauptschullehrkräfte sind Mitglied in meinem Sportverein. Deren und meine Einschätzung decken sich zu 100%. Wenn die Lehrpläne und Ansprüche des klassischen dreigliedrigen Schulsystems in den letzten 20 Jahren aufrechterhalten worden wären, würde man bis heute keinen messbaren Fortschritt bei muslimischen Migranten feststellen. Das Gegenteil ist der Fall. An Berufsschulen tragen 15 jährige im Berufsaufbaujahr (Quali nicht bestanden) "Muslim Panthers" T-Shirts. Die Kopftuchdichte an Hauptschulen hat Rekorniveau erreicht. D.h. nicht nur die bildungspolitische, sondern auch die gesellschaftlich Integration scheitert bei jungen Muslimen in größerem Ausmass als in den 80ern und 90ern. Dies ist nicht zuletzt die Folgen der Maulwurfarbeit von DITIB & Co. Man hat es in der BRD versäumt, anlässlich der Wiedervereinigung, reinen Tisch in der Migrationspolitik zu machen und auf ein kanadische System umzuschwenken. Wer hätte es uns mit x-Millionen arbeitsloser Ostdeutscher verübeln können? Wir haben den demographischen Wettlauf in den Großstädten schon verloren. Hier würde nur noch rigoros betriebene Rückführungspolitik, gekoppelt an Bildungserfolg, polizeiliches Führungszeugnis und Sprachkenntnissen helfen den muslimischen Migranten den notwendigen "Anstoss" geben. Leider ist dieser Ausweg bereits zur Hälfte verschlossen, weil viele Bildungsverweigerer im Besitz eines deutschen Passes sind. Die Furcht vor der Ausweisung aus dem Sozialstaat BRD ist nämlich weit größer als gemeinhin angenommen, dafür sorgen schon die Erlebnisberichte der zahlreichen Verwandschaft aus Kurdistan und dem Libanon. Deutschlands Zukunft liegt in Osteuropa. Anstatt das 137 Box-und Rapkompetenzzentrums in Kreuzberg, sollte man lieber in Götheinstitute investieren, welche östlich der Elbe die deutsche Sprache auf ein ausbildungsreifes Niveau anheben können. Die Lehrkräfte hierfür finden wir unter den ca. 4 Mio. Migranten aus Osteuropa, welche sich schon in der BRD befinden. Wenn ich mir die Jugendarbeitslosigkeit im Baltikum, Ostpolen und der Slowakei so anschaue, können wir hier nur gewinnen. Diese Menschen werden sich innerhalb einer Generation integrieren und das industrielle Powerhouse Europas am laufen halten. Der Bildungserfolg von Teenagern, deren Eltern noch als Aussiedler nach Deutschland gekommen sind, stimmt mich hier hoffnungsvoll. In Naturwissenschaften und handwerklichen Ausbildungsberufen gehören sie meiner Region bereits oftmals schon zu den Besten.
Danke für den Beitrag.
Wenn Sie sich aber erinnern, dass die selbsternannte „Partei der Migranten“ (O-Ton Sigmar Gabriel) das forderungslose Verschleudern der deutschen Staatsbürgerschaft im Rahmen des Doppelpasses zur Voraussetzung für eine Regierungskoalition macht, dann wissen Sie auch, dass bei einem Teil der deutschen Politik das Wohl unseres Landes im Gegensatz zur Erschließung neuer dankbarer Wählergruppen aus bestimmten Migrantenkreisen weit hintenan steht.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
frau_jahrgang91 13.06.2014, 14:29
102. Hab zuvor

übrigens 4 Semester Biologie studiert und eigentlich nur Nebenfächer, wie Mathe Physik, Chemie (AC, OC und PC jew. als eigenständige Module und auch noch z.T. 2 Semester lang), Informatik gehabt und bin letztlich an der hochkomplexen physikalischen Chemie gescheitert. Das Modul erschien auch nur dem Zweck zu dienen, die Absolventenanzahl des Biologiebachelors drastisch zu reduzieren.

Ach ja, demzufolge bin ich jetz nicht mehr würdig, überhaupt noch einen angemessen bezahlten Ausbildungsplatz zu erhalten... -.-

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Onkel_Fester 13.06.2014, 14:29
103. So isses!

Zitat von oliver71
..... Die Unternehmen werden einsehen müssen, dass die Zeiten der billigen Arbeitskräfte sich in Deutschland wieder dem Ende neigt. Wer qualifiziertes und engagiertes Personal möchte, darf diese nicht mehr mit einem Apfel und einem Ei abspeisen.
"You pay peanuts - you get monkeys".
Das zu realisieren fällt dem europäischen Arbeitgeber offensichtlich ziemlich schwer. Huch - der Markt funktioniert plötzlich? Ich kann nicht mehr jeden Hungerlohn anbieten, weil ich dann keine Leute mehr kriege?
Aber manche Arbeitgeber fangen auch schon an, Panik zu schieben, wenn auf eine Stellenanzeige nur noch drei Waschkörbe voll Bewerbungen kommen statt dreissig wie früher. Und so lange die Löhne nicht nachhaltig steigen, ist der "Fachkräftemangel" für mich nur eine Propagandalüge.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
weltretter1 13.06.2014, 14:30
104. alles wird gut !

benennen wir doch einfach die Hauptschule, die Sonderschule u.ä. in Gymnasium um, schaffen jegliche Zensur ab und schrauben alle Anforderungen auf ein Minimum und überreichen jedem Anwesenden (und Nicht-Anwesenden) ein Abschluss"zeugnis" - dann haben alle in Dtschl. Abitur - auch wenn sie danach weder lesen noch schreiben können ...

Nochmals zum Mitschreiben:
Wenn ein Schüler aus einer sozial schwachen Familie lernen will, konnte er vor 30 Jahren in Dtschl. etwas erreichen - und ebenso heute!!
Die Anderen haben einfach keinen Bock - ist das so schwer zu begreifen.
Also kümmert Euch um die guten und sehr guten Schüler (solange man dies noch differenzieren kann) und lasst die Anderen "hintenrunterfallen" ...
Dies ist auf der ganzen Welt so - wir sollten nicht immer das Universum in Frage stellen ...

Beitrag melden Antworten / Zitieren
kielerin78@icqmail.com 13.06.2014, 14:31
105. xxx

Zitat von anna_mustermann
Wenn man für einen Ausbildungsplatz weit in eine eigene Wohnung ziehen muss, reißen die 300 - 400 Euro an Ausbildungsvergütung nicht gerade viel. Wenn man dann nach drei Jahren auch gerade nur so viel verdient, dass man nicht verhungert... wozu dann eine Ausbildung machen? Mit gut abgeschlossenem Studium verdient man auch als Anfänger doppelt oder dreimal so viel wie jemand, der eine Berufsausbildung gemacht hat. Und ganz ehrlich, Hand aufs Herz: wieviele Arbeitgeber nehmen denn tatsächlich noch Auszubildende mit Hauptschulabschluss, Quali oder Mittlerer Reife? Der Azubi-Mangel ist ein Hausgemachtes Problem ;-)
Es gibt sowohl Studien- als auch Ausbildungsberufe mit Guten und Schlechten Möglichkeiten. Sowohl bei Studium als auch Ausbildung wird man heute oft über Bedarf ausgebildet. Dennoch lässt sich in Teilsegmenten der Volkswirtschaft eine Verdrängung von dual Ausgebiledeten konstatieren. Das heißt eben, dass man in vielen Bereichen mittlerweile mit Studium bessere Chancen hat, sowohl beim Gehalt als auch Stellenauswahl.

selbst in Behörden braucht man mittlerweile für fast alles ein Studium, selbst zum Erstellen von Hartz IV Bescheiden, siehe hier:

http://www.bz-berlin.de/artikel-arch...hartz-iv-murks

um bessere Chancen am Arbeitsmarkt zu haben, kommt es natürlich auch noch darauf an, was studiert wird. Aber für dual Ausgebildete ist es auch nicht so rosig, wie hier oft dargestellt wird. Auch dort gibt es Ausbildung über Bedarf, am Bedarf vorbei, Arbeitslosigkeit nach Ausbildung, Zeitverträge etc.

in der Zeitarbeit und durch Niedriglöhne wurden viele Ausbildungen auch entwertet.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
weiseruhu 13.06.2014, 14:33
106. Es ist an der Zeit

Zitat von sysop
Die Deutschen streben nach mehr Bildung, doch Migranten bleiben abgehängt. Der Bericht "Bildung in Deutschland" zeigt außerdem, wo es bei der Inklusion behinderter Schüler hakt - und dass Deutschland ein dramatischer Azubi-Mangel droht.
Es wäre allmählich an der Zeit, eine bundesweit einheitliche Schulpolitik zu betreiben. 16 Kultusministerien samt Unterbau kosten den Steuerzahler eine Menge Geld, das wesentlich sinnvoller eingesetzt werden kann: mehr Schulen, mehr Lehrer, kleinere Klassen, mehr Einzelförderung.

Einheitliche Lehrpläne (vor allem auch Entrümplung derselben) für alle Bundesländer und Ausstattung mit Lehrmitteln helfen Schülern, mit Wohnort- und Schulwechsel besser zurecht zu kommen.
Weg von der föderalistischen und hin zur zentralen Bildungspolitik. Das dürfte auch die „Experimentierfreudigkeit“ in Sachen Schulkonzepte eindämmen, deren Leidtragende oft genug die Schüler sind. Beispiel: G8. Erst propagiert, dann hier und da wieder eine Rolle rückwärts. Im Grunde reichen die bisherigen Schulformen doch aus. Eigentlich sollten doch Realschule und Gymnasium als weiterführende Schulen ausreichen, ergänzt durch Gesamtschulen um die Durchlässigkeit zu sichern.

Unsere Kinder brauchen Kontinuität und Planbarkeit ihrer schulischen Ausbildung. Alles andere führt eher dazu, dass sich Demotivation und Frust breit macht.

Letztlich braucht es in Deutschland aber auch für Lehrberufe im Anschluss an die Ausbildung Arbeitsplätze mit vernünftiger Bezahlung, von denen die Menschen auch leben können. Solange eine akademische Ausbildung eher zu einer gesicherten Existenz führt als eine Lehre, solange wird sich die Entwicklung nicht umkehren lassen.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Praktikant2000 13.06.2014, 14:35
107. Praktikant als einzige möglichkeit

Ausbildung abgeschlossen
Bacherlor Studium abgeschlossen
Master Studium im Ausland abgeschlosse
= keine Praktika = kein Job
Ich werde nach meinem Master erstmal 1 Jahr Praktikum für Hartz 4 löhne machen müssen, da ich keinen Einstiegsjob ohne Praktika bekomme! Wahrscheinlich werde ich erstmal draufzahlen müssen, um Miete und Nahrungsmittel zu bekommen und einen Job zu haben!
Viele Unternehmen stellen mich nicht mal als Praktikant ein weil ich ab Sommer kein Student mehr bin, weil die jetzt alle "Fair Companies" sind...
Für Einstiegsjobs braucht man wieder Berufserfahrung oder Praktika..
und so dreht sich der Kreis

Beitrag melden Antworten / Zitieren
doctpopov 13.06.2014, 14:35
108. Mischmasch

Inklusion hat in dem Artikel nichts verloren. Sie löst keines unserer Arbeitsmarktprobleme und ist ohnehin für die betroffenen Kinder keine Hilfe. Es handelt sich vielmehr um ein Elterntrostpflaster. Leistungsniveaus schwanken auch ohne Behinderte in Klassen zu stark, weil für Bildung immer zu wenig Geld vorhanden ist. Seit Jahren beobachte ich diese egalitäre Entwicklung. Chancengleichheit wird zu Gleichheit. Wir SIND aber nicht gleich! Ich mache mir große Sorgen um unserer Bildungssystem. Gymnasium wird zunehmend als Grundrecht verstanden. Real- und Hauptschule leiden darunter und dementsprechend gibt es auch weniger Azubis und Lehrlinge. Bitte Kinder mit ählichem Niveau zusammen, idealerweise in angemessen kleinen Klassen lernen lassen und nicht verklärt alle in einen Gleichmacherbrei werfen.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
eine-Meinung-unter-Vielen 13.06.2014, 14:35
109. Studium und Ausbildung ...

Zitat von kielerin78@icqmail.com
Dennoch wird nachher jemand mit Studium Eventmanagement jemanden mit Ausbildung Veranstaltungskauffrau verdrängen. Es findet bereits eine solche Verdrängung durch Akademiker statt. Für stinknormale Sachbearbeiterstellen braucht man mittlerweile ein Studium -- das ist überall so. Ausnahme ist noch das Handwerk, aber sonst. und in vielen Bereichen wo es sinnvoll wäre, gibt es zu wenig Studienplätze z.B. bei der Pflege. Stattdessen werden zig neue Studiengänge entwickelt bei uns an der Uni, die zwar anders heißen, aber alle den identischen Inhalt haben - jeder Prof. strickt sich eigene Studiengänge.
... es bleibt noch unbeantwortet, was diese Hinwanderung zu akademischen Berufen wirklich bedeutet und welchen Schaden sie anrichtet oder nicht. Die Wirtschaft und das Handwerk brauchen mehr als nur "Manager" oder "Theoretiker" - wesentlich mehr! Das ist aber keine Frage von Studium oder nicht.

Nur als Vergleich zu früher ein Beispiel aus der Landwirtschaft. Vor 50 Jahren erbte man einen Hof, bewirtschaftete ihn, hatte vielleicht sein Auskommen, das Gelernte stammte von den Eltern und aus dem Dorf. Damals dachte noch niemand daran, im Internet satellitengestützte Wetterberichte abzurufen, spezifische Düngemethoden wie ein Ingenieur zu berechnen und dann mit dem Trecker - GPS gestützt - die Felder zu bestellen oder Erne einzuholen. Ein moderner Landwirt ist mit seinem Kollegen von damals kaum noch zu vergleichen. Ich glaube, das nennt man Fortschritt. Soll man den aufhalten, oder ist er etwa schlecht?

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Seite 11 von 23