Forum: Leben und Lernen
Bildungsbericht 2014: Zu wenige Lehrlinge, zu viele Abgehängte
DPA

Die Deutschen streben nach mehr Bildung, doch Migranten bleiben abgehängt. Der Bericht "Bildung in Deutschland" zeigt außerdem, wo es bei der Inklusion behinderter Schüler hakt - und dass Deutschland ein dramatischer Azubi-Mangel droht.

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liborum 13.06.2014, 15:49
130. @1

Zitat von Oh Johnny
... Sollten Gesellen nach der Ausbildung auch eine existenzsichernde Perspektive haben und anständig bezahlt werden, dann wären Lehrberufe auch wieder attraktiver. Leute wären genug da. Für die Migranten ist der Schlüssel dazu die Sprache, die auch der Hauptgrund für das hier erwähnte "abgehängt werden" ist. Wobei die Flut an Bachelors, von denen viele als ewige Praktikanten enden auch ein Signal sein sollte. Wir haben mit dem Dualen System eines der besten Berufs-Ausbildungssysteme. Wer in Deutschland erfolgreich einen Beruf gelernt hat, der kann wirklich was. Außerdem brauchen wir Handwerker und keine Zauberlehrlinge - macht Ausbildungsberufe wieder attraktiver!
Aber nicht doch. Handwerker und Facharbeiter gehören mittlerweile zum Prekariat - wenn man den Kommentaren in den Foren folgt.

Mensch ist man in D nur noch mit mindestens Abitur und Studium.

Also backt demnächst der Bachelor Brot und der Master installiert die Heizung.
Und die Putzfrau/Reinigungskraft muß mindesten Englisch und Französisch perfekt beherrschen.

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markus_wienken 13.06.2014, 15:53
131. .

Zitat von frau_jahrgang91
... Aber da die Studiengänge alle vollkommen überlaufen sind, mache ich mir keine Hoffnung, irgendwann mal gesundes Essen kaufen zu können...
Vielleicht hätten Sie sich einen weniger frequentierten Studiengang suchen sollen.

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kielerin78@icqmail.com 13.06.2014, 15:54
132. xxx

[QUOTE=gazettenberg;15913541
.[/QUOTE]

Die Löhne sind dort ebenfalls höher. Ein Bekannter von mir arbeitet da als Schulassistent mit 80% und bekommt wesentlich mehr Geld als viele hier in DE mit Berufsausbildung. Das relativiert sich dann alles.
Deutschlands Ausbildungssystem hat nunmal ein Problem. Wir produzieren viele Aufstocker, weil das Umschulungssystem dysfunktional ist, was dazu führt, dass wir viele ewig teuer aufstocken müssen. Kenne Personen die mit normaler Intelligenz z.B. keine Erzieherumschulung erhalten, obwohl dort ein Mangel sein soll und aus dem ausland angeworben wird sogar, dieser hier könnte aber perfekt deutsch. Als Bürokaufmann findet er leider nichts mehr, schlägt sich mit Gelegenheitsjobs durch.

Schweden hat aber sehr viele Stellen im ÖD geschaffen. Krankenschwester: Eine Schwester, 6 Patienten - in DE mehr als 12!

Schulassistenten und Sozialarbeiter an Schulen, mehr Sonderschullehrer etc.... so schafft man Stellen und dafür braucht man eben Geld.

DE wird das auch brauchen, denn es wird mehr Alte geben. Diese Diskussion wird kommen, auch was die Inklusion und andere Schulprobleme angeht. Auch in Ländern wie australien findet der größte jobaufbau mittlerweile im sozialen Sektor und Gesundheit statt.

Wenn man schon so überspezialisiert ausbildet wie DE mit seinem Berufsprinzip dann muss man wenigstens das Umschulungssystem gut ausfinanzieren, sonst schafft man sich einen Miniob/Aufstocker/Niedriglohnsektor der größer wird. Das Mismatchproblem kommt hinzu.

in vielen ländern hat man die Fernstudien/Distancelearning aufgebaut, um neue zielgruppen anzusprechen. Das sollte man in DE auch für Ausbildungsbeurfe machen! Nicht nur für Studiengänge. In Dänemark und Schweden kann man ganz leicht als Alleinerziehende z.B. online Krankenschwester den Theorieanteil lernen, die Praktika vermittelt die Hochschule. Solche flexiblen Angebote braucht man. Dafür ist diese Technik da.

Die Weiterbildungsquote, insbesondere bei Frauen ist in Schweden viel höher als in DE. In DE partizipieren v.a. jene an Weiterbildung, die schon hohe Abschlüsse haben. Die Langzeitarbeitslosigkeit ist dort ebenfalls niedriger. Es ist erwiesen dass die duale Ausbildung im Alter Risiken schafft, arbeitslos zu bleiben.

Bei dem Bsp aus kiel geht es v.a. um Alleinerziehende, wobei die eine im interview sagte, man hätte ihr doch auch früher schon so eine Ausbildung besorgen können (Busfahrerin). Die Arbeitgeber in DE wollen aber viele junge Menschen nicht ausbilden! Sei es, weil es Alleinerziehende sind, welche mit Hauptschulabschluss, zu jung oder sonstwas -- andere Länder haben mehr schulische alternativen, Ausbildungsumlage oder ähnliches. Auch der Berufsschullehrerverband hatte mal die Idee, man könnte an den Berufsschulen auch mehr Zusatzbildungsangebote anbieten.

ich bin für Ausbildungsumlage und dafür, dass man Schüler ohne Ausbildungsvertrag direkt schulisch mit Praktika ausbildet, so macht man das auch in Dänemark und Schweden.

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rashd 13.06.2014, 16:03
133. Das deutsche duale Ausbildungssystem...

... ist nicht so toll wie viele behaupten. Dieses System, in dem die Unternehmen die Ausbildung und somit auch den Zugang zu staatlichen (!) Schulen kontrollieren, bietet z.B. enormen Raum für Ausbeutung. Gleichzeitig hat das deutsche Ausbildungssystem eine große Lücke, die von vielen garnicht wahrgenommen wird: Es gibt nicht wie z.B. in den anglikanischen Ländern die Möglichkeit, nach einem College Abschluss über einen Apprenticeship in einen handwerklichen/gewerblich-technischen Beruf zu gelangen. Viele Studenten werden so in eine akademische Laufbahn gedrängt, aus der sie nur über einen kompletten Neuanfang ausbrechen können. Diese Degradierung will sich verständlicherweise keiner antuen.

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clerki 13.06.2014, 16:05
134. optional

Man könnte die ganzen Bachelorabsolventen an die Stellen für fehlenden Lehrlingsabolventen setzen. Wobei der fertige Geselle am Ende mehr kann als ein Bachelorabsolvent. Aber es wäre ein Anfang, um die Lücke zu schließen. Die Bachelorabsolventen wären danach auch nicht arbeitslos. Win-Win.

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Abronzius 13.06.2014, 16:12
135. Bildungsbericht

Das Abitur ist nur noch eine Art Regelschulabschluß,mit dem man _ mit 19 0der 20 Jahren -erst am Anfang steht.Wenn man nicht gerade - wie viele 1,1 Durchschnitt -hat,darf man in die akademischen Trivialfächer wie Medienwissenschaften, Soziologie ,Politik ppp. Tolle Aussichten. Und die Industrie stirbt ab, mangels MIT-Nachwuchs.. Italien ,Spanien und Frankreich haben diese Politik mit zahllosen nicht benötigten Jungakademikern vorgemacht.. dieser "Erfolg "ist eine der strukturellen Gründe der Eurokrise.

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kielerin78@icqmail.com 13.06.2014, 16:13
136.

Zitat von trader_07
Kann sein. Mit den Verhältnissen in Schweden kenne ich mich nicht so aus und ich habe auch gerade keine Lust, das zu verifizieren. Wir haben allerdings Niederlassungsfreiheit innerhalb der EU. Wenn Schweden so attraktiv für Sie ist: Wohnung suchen -> Koffer packen -> Los geht's.
Das Beispiel soll nur verdeutlichen, dass man das auch besser machen kann. Erst gestern lief dazu ein Fernsehbeitrag bei Panorama, können Sie sich gerne ansehen. Leute arbetslos zu lassen, kostet auch viel Geld!! Und DE behauptet doch immer, es hätte nen "Fachkräftemangel", oder etwa nicht?

Das soll ein positives Bsp. sein, wie man es in DE auch machen könnte.

Das rechnet sich sicherlich. Man nennt das lebenslanges Lernen ermöglichen. Der Niedriglohnsektor ist in DE zu groß. Haben wir nun "Fachkräftemangel" oder nicht. Wenn ja, dann muss man sowas anbieten. Das ist hier zu unflexibel.

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facepalme 13.06.2014, 16:15
137. Oh Gott

Ich habe Zivildienst an einer Sonderschule gemacht. Es wird NICHT moeglich sein, alle, die nicht auf 'normalen' Schulen sind, dort zu inkludieren. Selbst die Hauptschule wuerde fuer die Schueler, die ich da hatte, viel zu viel sein. Die Besten konnten mit 18 ja gerade muehsam im Zahlenraum bis 20 multiplizieren. Die Menge an Resourcen, die das kosten wuerde, anstatt in einer Sonderschule gebuendelt spezielle Leistungen zu bieten wie die individuelle Betreung, solche Schutzraeume quasi als Blase um jeden Schueler an ansonsten normalen Schulen aufzuspannen, ist wahrhaft galaktisch. Das ist voellig hahnebuechen. Und wenn die - leider zu oft unzuverlaessigen - Eltern dem Kleinen seine Medikamente am Morgen nicht gegeben haben, dann wird der Tag fuer alle Beteiligten ein Hoellentrip. Manche sind Beisser, die beissen dann in ALLES rein was man ihnen 7 Stunden lang nicht schnell genug entreisst. Das ist irre.

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hoimar 13.06.2014, 16:27
138. Inklusion (...)

daran werden einige Lehrer/u. Pädagogen sterben. Unglaublich was da angerichtet wird. In Hamburg ist Inklusion ein weiterer Meilenstein an Blödsinn. Es dient nicht dem Kind, schadet zu 99% den Anderen und die "abkommandierten" Pädagogen für solche Fälle an nicht wenigen Schulen dauerabwesend oder hoffnungslos überfordert. Die Lösung: Förderung in Kleinstgruppen mit entsprechendem Personalansatz und Schluss mit der Inklusion.

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weiseruhu 13.06.2014, 16:34
139. Es ist an der Zeit 2. Versuch

Zitat von sysop
Die Deutschen streben nach mehr Bildung, doch Migranten bleiben abgehängt. Der Bericht "Bildung in Deutschland" zeigt außerdem, wo es bei der Inklusion behinderter Schüler hakt - und dass Deutschland ein dramatischer Azubi-Mangel droht.
Es wäre allmählich an der Zeit, eine bundesweit einheitliche Schulpolitik zu betreiben. 16 Kultusministerien samt Unterbau kosten den Steuerzahler eine Menge Geld, das wesentlich sinnvoller eingesetzt werden kann: mehr Schulen, mehr Lehrer, kleinere Klassen, mehr Einzelförderung.

Einheitliche Lehrpläne (vor allem auch Entrümplung derselben) für alle Bundesländer und Ausstattung mit Lehrmitteln helfen Schülern, mit Wohnort- und Schulwechsel besser zurecht zu kommen.
Weg von der föderalistischen und hin zur zentralen Bildungspolitik. Das dürfte auch die „Experimentierfreudigkeit“ in Sachen Schulkonzepte eindämmen, deren Leidtragende oft genug die Schüler sind. Beispiel: G8. Erst propagiert, dann hier und da wieder eine Rolle rückwärts. Im Grunde reichen die bisherigen Schulformen doch aus. Eigentlich sollten doch Realschule und Gymnasium als weiterführende Schulen ausreichen, ergänzt durch Gesamtschulen um die Durchlässigkeit zu sichern.

Unsere Kinder brauchen Kontinuität und Planbarkeit ihrer schulischen Ausbildung. Alles andere führt eher dazu, dass sich Demotivation und Frust breit macht.

Letztlich braucht es in Deutschland aber auch für Lehrberufe im Anschluss an die Ausbildung Arbeitsplätze mit vernünftiger Bezahlung, von denen die Menschen auch leben können. Solange eine akademische Ausbildung eher zu einer gesicherten Existenz führt als eine Lehre, solange wird sich die Entwicklung nicht umkehren lassen.

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