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Bildungsmesse Didacta: So geht das Lernen der Zukunft
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Digital und individuell - so sollen Schüler in Zukunft unterrichtet werden. Auf der weltgrößten Bildungsmesse Didacta werden dafür Konzepte vorgestellt. Doch viele Lehrer bleiben skeptisch.

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rugall70 25.02.2018, 13:03
50. Zustimmung

Zitat von DenkenKannHelfen!
3. Da stimme ich uneingeschränkt zu. Wenn ich von notwendiger Digitalisierung spreche, bin ich sicher nicht auf der Seite der Industrie, die einfach nur ihre Produkte verkaufen möchte. Das hat mich an dem Artikel auch etwas gestört: Selbst angenommen, Geld spielte keine Rolle, so gab es dennoch auf der gesamten Didacta nichts, was man für eine nachhaltige, angemessene Digitalisierung kaufen hätte können. Dort wurden allenfalls Produkte verkauft, leider keine Konzepte. Die sind viel wichtiger. Und erst wenn ich die habe, kann ich anfangen, über die Infrastruktur nachzudenken.
Jetzt haben wir am Ende doch noch etwas gefunden, in dem wir uns einig sind: Ja, es fehlt an überzeugenden Konzepten. Nebenbei: Diese müssen pädagogisch und didaktisch motiviert sein. Die sollten federführend von Pädagogen entwickelt werden. Und nicht von Informatikern. Dazu müssen die Pädagogen aber die Möglichkeiten der Technik ausreichend gut kennen. Und dafür braucht es dann wieder die Entwickler.

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blogreiter 25.02.2018, 23:35
51. Whiteboards - Smartboards

Zitat von PaulMeister
Gemeint sind sicher die "Hersteller von Smartboards". Whiteboards haben mit Digitalisierung jetzt erst einmal nicht wirklich was zu tun. Ansonsten bin ich mal wieder auf die ganzen Realitätsverweigerer gespannt, die sich sicher gleich zu Wort melden und die der Meinung sind dass es Fortschritt überall geben darf, möglichst nur nicht im Bildungsbereich. ....
Wer hier anfängt, von Smartboards zu schreiben, hat sich schon aus dem Rennen genommen, weil Smartboard eine Produktlinie eines bestimmten Herstellers benennt. Soviel zum fachlichen Verständnis.
Ich bin inzwischen für große interaktive Displays, weil man da auch in 8 Meter Entfernung alles kontrastreich sehen kann. Aber dazu möchte ich bitte zusätzlich eine gleichgroße Fläche eines Standard-Whiteboards haben, ohne könnte ich nicht sinnvoll arbeiten. Und ich brauche auch Flipcharts, Pinnwände, mitunter auch mobile Displays. Der Einsatz ist inhalts- und methodenabhängig.
Und die nötigen technischen Voraussetzungen mit entsprechender Volzeitbetreuung müssen gegeben sein.

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PaulMeister 26.02.2018, 18:28
52. OMG - wenn einem sonst nichts einfällt...

Zitat von blogreiter
Wer hier anfängt, von Smartboards zu schreiben, hat sich schon aus dem Rennen genommen, weil Smartboard eine Produktlinie eines bestimmten Herstellers benennt. Soviel zum fachlichen Verständnis. Ich bin inzwischen für große interaktive Displays, weil man da auch in 8 Meter Entfernung alles kontrastreich sehen kann. Aber dazu möchte ich bitte zusätzlich eine gleichgroße Fläche eines Standard-Whiteboards haben, ohne könnte ich nicht sinnvoll arbeiten. Und ich brauche auch Flipcharts, Pinnwände, mitunter auch mobile Displays. Der Einsatz ist inhalts- und methodenabhängig. Und die nötigen technischen Voraussetzungen mit entsprechender Volzeitbetreuung müssen gegeben sein.
Schon mal was von Deonyme (Jeep für Geländerwagen, Tesa für Klebestreifen etc.) gehört?

Ich zitiere an dieser Stelle einfach mal Wikipedia:

"Einige Produktnamen spezieller Anbieter (wie ActivBoard oder Smartboard) werden als Gattungsname für interaktive Whiteboards im Allgemeinen verwendet. " (Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Interaktives_Whiteboard)

Interessant bei diesem Artikel ist auch der Verweis auf eine recht alte Studie von 2008 über den Einsatz von Smartboards im Ländervergleich zwischen DE und GB:

"Nach einer Anfang 2008 vorgelegten Studie sind an deutschen Schulen rund 26.000 Whiteboards, in britischen Schulen rund 500.000 Whiteboards vorhanden. Mehr als 60 Prozent der Schulen nutzen dort digitale Whiteboards im Unterricht."

Was hier oft in der Diskussion von Vollzeitbetreuung schwadroniert wird, ist schon echt erstaunlich.
Wollen Sie, dass sich diese "Vollzeitkraft die meiste Zeit langweilt? Lieber das Geld in die Hand nehmen und die Problemlösungskompetenz der Nutzer (Lehrer) stärken und ein unkompliziertes aber nachhaltiges Sicherheitskonzept entwickeln. Meist sind es nur kleine Probleme (Stecker rausgezogen, Internetverbindung unterbrochen, Software abgestürzt etc.), die vom Benutzer mit etwas Grundkentniss selbst behoben werden können, sofern sie überhaupt auftreten. Bei der Schule, von der ich Eingangs schrieb, gibt es in jedem Klassenzimmer für jedes interaktive Whiteboard (extra für blogreiter die Gattungsbezeichnung verwendet) einen Lehrercomputer (Terminal). Die Lehrer loggen sich mit ihrem Server-Account ein, haben so in jedem Klassenzimmer Ihre Daten zur Verfügung und ansonsten ist auf jeden dieser Lehrer-Rechner ein Enhanced Write Filter aktiviert, der schon mal recht effektiv vor eingeschleppter Software, Vieren und Malware schützt. Das zusammen reduziert die Ausfallgefahr schon erheblich, was man dort auch in der alltäglichen Praxis erleben kann. Die Schulleiterin erzählte mir von minimalen Ausfällen und wenn dann eher mal, dass eine Projektorlampe ausfällt und ersetzt werden muss.

Einfach mal pragmatisch rangehen, und nicht immer nur rumheulen was und warum alles nicht geht (/gehen könnte), dann klappt es vielleicht auch bald in Deutschland mit der Digitalisierung. ;)

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JaquesLafitte 03.03.2018, 09:25
53. Aber sonst ....

Kinder sollten erst mal zuhören können und Grundregeln des Zusammenlebens kennen. Wenn dann wenigstens rudimentäre Kenntnisse des Lesens, Schreibens und Rechnens vorhanden sind, dann ... dann kann frau/man sich eventuell Gedanken zum Thema Digitalisierung und Schule machen.
Aber wie so häufig: Ahnungslose "Bildungsexperten" und die Industrie
eignen sich die Vorherrschaft an. Und was rauskommt....?
Eine ungebildete, aber digital voll "ausgebildete" Generation mit weiteren Nachfolgern. Pardon - aber da läuft mächtig was daneben!
See you in 2050 again!

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r.ploetz 03.03.2018, 10:15
54. Mit freien Inhalten hätten wir bald eine völlig andere Schule

Endlose Diskussionen mit Kollegen waren fruchtlos. Dann habe ich eine Erklär-Video gemacht.
https://youtu.be/8anR71aC5y0
Das war erfolgreich. Jeder der sich die Zeit genommen hat konnte verstehen wie es funktioniert.
Inhalte müssen frei werden und die technischen Möglichkeiten müssen auch wirklich genutzt werden.

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allesamt 03.03.2018, 15:36
55. Eingeschränkte Erfahrungen

Mir scheint, die Befürworter einer bedingungslosen Digitalisierung in Schulen und sogar Kindergärten haben eine Vorstellung von Lernen, die sich rein am System Input - Output analog zum Computer orientiert. Dabei braucht jedes Kind eine Vielzahl von Erfahrungen mit allen Sinnen (mit Augen, Ohren, Nase, Haut und Mund). Ganz zu schweigen von fehlenden sozialen Erfahrungen im Spiel mit anderen Menschen, wenn ein technisches Medium im Mittelpunkt der Sozialisation steht. Die interaktiven Informationsquellen Computer, TV, I-phones u. A. engen den Erfahrungshorizont der Kinder ein - es werden verhältnismäßig wenige Sinne angesprochen. Je jünger Kinder sind, um so schädlicher sind eingeschränkte Erfahrungen. Im fortgeschrittenen Alter (ca. 5-7 Klasse) ist nichts gegen eine maßvolle Verwendung des Computers einzuwenden. i

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