Forum: Leben und Lernen
Bildungsministerin Karliczek: "Eine Ausbildung ist genauso gut wie ein Studium"
DPA

Wer studiert hat, trägt aus ihrer Sicht nicht mehr zum wirtschaftlichen Erfolg Deutschlands bei als jemand mit einer Berufsausbildung: Die neue Bildungsministerin Anja Karliczek will nicht vor allem auf Akademisierung setzen.

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communicate 28.03.2018, 13:20
10. Nun ja...

Zitat von Hirschkuh 48
warum dann zwei Ausbildungen UND ein Studium? Klar - als ' nur' gelernte Bürokauffrau, hätte sie den Posten nicht bekommen. Ich habe drei Ausbildungen und .....
...vielleicht ist das reale Arbeitsleben aber auch einfach weit weg von dem, was sich mittlerweile gegenüber der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts verändert hat.
Vorausgesetzt, Ihre drei Ausbildungen bauen in irgendeiner Weise aufeinander auf und die 30-jährige BWLerin hat den gleichen Job wie Sie - das ist einfach eine Schieflage, da bin ich ganz bei Ihnen. Es ist aber nicht die Ministerin, die die skizzierten Themen nach dem Motto "das haben wir immer schon so gemacht", aussparen sollte, es sind die Unternehmen, die umdenken sollten.

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communicate 28.03.2018, 13:25
11. Ganz genau!

Zitat von Bondurant
Denn lange sind die Zeiten vorbei, in denen man von einem Unversitätsabsolventen erwarten konnte, er habe das "wissenschaftliche Arbeiten" erlernt. Viele "Studiengänge" (ich hörte unlängst, man könne "Eventmanagement" studieren) sind de facto Berufsausbildungen. Insofern kommt's eh nich' mehr drauf an.
Ganz genau. Bologna hat ohnehin vieles verwischt und durch die völlig verschulten Studiengänge selbstständiges Erarbeiten (nicht Lernen!) von Inhalten oder gar forscherisches Interesse zum Teufel gejagt. Gejagt werden meist nur Credit Points.
Also so gesehen eine sehr gute Zeit, der breiten Mehrheit und vor allem den Unternehmen dabei zu helfen, Akzeptanz dafür zu entwickeln, dass viele "Akademiker" mit gut ausgebildeten Praktikern absolut gleichzustellen sind.

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hotgorn 28.03.2018, 13:27
12.

Zitat von misterknowitall2
Leeren Floskeln mit gehörigem Abstand zur Realität. Was will sie denn machen? Auf bessere Bezahlung hat sie wohl keinen Einfluss und auf gesellschaftliche Anerkennung wohl auch nicht. Sie könnte die Studienplätze beschränken und so die Leute zwingen in einfachen Verhältnissen weiterzuleben, denn mit einem ausbildungsjob macht man keine grossen Sprünge.
Mit Aufwertung der Berufsschule kann man mmn. nach so manchen BWLer und Jungmanager ersetzten. Nur leider war es zumindest bei mir in Bayern so das viele von der Ausbildung so gefrustet waren das diese von den Bürojobs massenhaft in die BOS flüchteten um einen noch "größeren" Bürojob zu studieren. Auch sollte man studieren was einem liegt warum nicht Kunst und Kulturwissenschaften, statt die BWL- und Ingenieurs Wüste.

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ykerniz? 28.03.2018, 13:38
13. Hochachtung

Ich finde die Erkenntnis von Frau Karliczek beachtlich, bei Ihrer Ausbildung hätte ich ihr das nicht zugetraut.

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VormSpiegel 28.03.2018, 13:54
14. Programmieren lernen ...

Jedes mal wenn es heißt "Kinder sollen Programmieren lernen" ist für mich klar, das diese Politiker praktisch keine richtige Vorstellung davon haben was das eigentlich bedeuten soll.
Programmieren ist für viele die mit IT so gar nichts am Hut haben bereits das man simpelste Programme überhaupt verwenden kann. Aber das "verwenden" hat mit Programmierung an sich nicht wirklich etwas zu tun.

Damit die Diskussion und das Thema an sich also überhaupt Sinn ergibt muss ganz klar sein was mit "Programmierung" überhaupt gemeint ist.
Den an dem was wir darunter in der Informatik verstehen, oder was der Beruf eines Programmierers ausmacht, da wird das praktisch gar nichts gemein haben.

Was der IT Unterricht an Schulen "wert" ist kann man sich gelinde gesagt auch in die Haare schmieren. Was den Kindern dort gezeigt wird ist so rudimentär, das es für viele komplett überflüssig ist und die sich nur langweilen und für andere ist es so ein "weltfremdes" Fach, die sind komplett überfordert in der reinen Anwendung von Programmen.
Und die reine Anwendung zu trainieren und als Schulfach zu bewerben hat auch nicht viel Sinn, den die Technik ändert sich ständig, Microsoft Office als Unterrichtsfach bringt am Ende nicht viel, weil man nur die aller gröbsten Dinge durchnehmen kann und das hat einfach keinen Wert daraus ein Fach zu machen.

Weit sinnvoller sind hier echter "Förder-Unterricht" der dann aber weit tiefer in die Materie einsteigt. Wer wirklich an Programmieren interessiert ist und das in jungen Jahren, der ist an einer normalen Schule damit einfach nicht geholfen. Wer ohnehin mit seinem Computer zumindest rudimentär umgehen kann wird gerade beim Thema Programmierung sehr viel auf eigene Faust an Informationen finden und genau das ist auch die mit Abstand beste treibende Kraft um etwas zu lernen, echtes eigenes Interesse.
Als Zwangs-Schulfach hat man nur viele gelangweilte, desinteressierte und überforderte Schüler, denen bringt so ein Unterricht "Programmierung" komplett gar nichts.

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stellerrand 28.03.2018, 14:02
15. Etwas Populismus steckt auch dahinter

" Eine Ausbildung ist genauso wie ein Studium". Das ist so ein typischer Satz mit den man nicht falsches sagt. Mit solchen Sätze bekommt man in der Bevölkerung Zustimmung. Leider gibt es in Deutschland eine Grundstimmung oder auch Neid gegen Akademiker. Wenn jemand in der Schule schlecht war und trotzdem im Leben zu etwas gekommen ist, wird gerne darauf hingewiesen, als ob das eine zusätzliche Auszeichnung wäre. Gott sei Dank gibt es in Deutschland (noch) die Möglichkeit frühere Bildungsversäumnisse zum Teil oder ganz zu korrigieren. Aber eine Grundstimmung gegen besser ausgebildeten Menschen bleibt: Wenn ein Arzt in USA erfolgreich ist, dann glaubt man er hat eine gute Ausbildung und er ist ein fähiger Mensch. in Deutschland sagt man sich den geht es ja gut mit meinem Geld. So notwendig es ist in Deutschland Facharbeiter zu haben, so notwendig ist es gut ausgebildete Akademiker zu haben. Firmen würden am liebsten alles in Indien und China produzieren lassen, auch würden sie am liebsten die teure Forschung exportieren. Dann wird bald eine Ausbildung noch wichtiger weil es für Akademiker keine Arbeitsplatze mehr gibt. Das Lebensniveau wird dann überall sinken.

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cabeza_cuadrada 28.03.2018, 14:15
16. ganz klar nein!

Zitat von hotgorn
Mit Aufwertung der Berufsschule kann man mmn. nach so manchen BWLer und Jungmanager ersetzten. Nur leider war es zumindest bei mir in Bayern......
Bei Kunst und Kulturwissenschaften ist spätestens nach dem Abschluss der Frust vorprogrammiert. Hauptansatzpunkt für Wahl einer Berufsausbildung (und nichts anderes sollte auch ein Studium sein) ist die Aussicht danach einen Job zu finden und möglichst gut zu verdienen. Wer jetzt meint Geld ist nicht alles" hat ja recht. Spätestens wenn man eine Familie ernähren muss ist ein schlecht bezahlter Spaßjob auch nicht mehr das Wahre. Das sehen die meisten Leute aber erst ein wenn es zu spät ist.

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gruenertee 28.03.2018, 14:15
17.

Unternehmen entscheiden, ob für eine Stelle eine Ausbildung oder Studium benötigt wird. Kein Bundesregierung. Vielleicht sollte die Frau Ministerin vor der eigenen Haustür zu kehren und alle Stellen im Öffentlichen Dienst ohne die Angabe "(Universitäts)Studium ist erforderlich" ausschreiben?

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hotgorn 28.03.2018, 14:41
18.

Zitat von cabeza_cuadrada
Bei Kunst und Kulturwissenschaften ist spätestens nach dem Abschluss der Frust vorprogrammiert. Hauptansatzpunkt für Wahl einer Berufsausbildung (und nichts anderes sollte auch ein Studium sein) ist die Aussicht danach einen Job.....
naja Tourismus und Kulturpflege sollte man auch nicht vernachlässigen, oder wieso keine Interkulturellen Sprachwissenschaften studieren die Mädels die ich kenne haben damit durchaus Beruflich Erfolg.

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titoandres 28.03.2018, 14:55
19.

Es ist begrüßenswert, dass die Ausbildung wieder attraktiver wird. Zu viele durchschnittliche Abiturienten fangen ein Studium an einer kleiner Fachhochschule an, die kaum etwas wert ist. Nachdem diese jungen Leute sich ein paar Jahre als "Studenten" gefühlt haben, kommt der Realitätsschock. Aber Gleichmacherei und die Heransetzung des Akademischen ist kein angemessener Weg. Es ist peinlich, dass wir eine Bildungsministerin haben, die keine akademische Bildung hat und auch nach ihrer Ernennung nichts über das Thema zu sagen hatte.

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