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Bildungsministerin Wende: Rücktritt einer Andersartigen
DPA

Unangepasst, mutig, manchmal verletzend direkt: Waltraud Wende kam im Kieler Politikbetrieb niemals richtig an. Die schleswig-holsteinische Wissenschaftsministerin ist ein Beispiel dafür, wie schwer es politische Quereinsteiger haben.

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ludna 15.09.2014, 20:10
1. Netz und doppelter Boden,

ich kann sie verstehen Politik ist oft ein Amt auf Zeit, da will man sich beruflich und finanziell absichern.
Aber viele Menschen, auch befristet angesteller Mitarbeiter an der Uni, aber auch Menschen inder freien Wirtschaft, kleine Unternehmer und auch einige Politiker haben diese Absicherung nicht. Für die gibt es keinen Plan B, kein zurück, keinen verbeamteten Posten wenn es schief geht. Und daher hält sich mein Mitleid in Grenzen.
Was den Umgang der Politik mit Quereinsteigern angeht, nunja, ohne Hausmacht geht es wohl nicht.

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morazan_1060 15.09.2014, 20:13
2. Der ehrliche Politikbetrieb

Wenn sich jemand freistellen lässt weil er Abgeordneter ist, dann ist dies normal.
Auch wird es "normal" empfunden wenn Ministerpräsidenten, Bundeskanzler nach ihrer Zeit vorgesorgt haben indem man Verordnungen und Gesetze verabschiedet die einem ermöglichen danach wohlfeil in die freie Wirtschaft zu wechseln. Und hier möchte jemand in seinem alten Job weiterarbeiten wie es einige Abgeordnete in Ihren Kanzeleien danach machen und komischerweise bestimmte Klientel vertreten. Wie korrupt und moralisch abgewirtschaftet muss man sein wenn etwas legitimes (Arbeit im alten Job) kriminalisiert wird, während Koch, Schröder und viele andere wechseln dürfen in Jobs die Ihnen das restliche Leben verweigert werden müssten! Und ein Herr Kubicki wagt sich darüber zu empören? Es ist eigentlich nur noch traurig in so einem Land zu wohnen das sich in der Politiksprache und der Behandlung im Politikbetrieb kaum noch unterscheidet wie in der DDR mit kritischen Genossen und Geistern umgegangen wurde.

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alienata 15.09.2014, 21:07
3. andersartig sein und gleichartig scheitern...nicht nur im hohen norden!

es ist schade, dass gerade quereinsteigende frauen scheitern, weil sie ihre menschlichkeit und ihre überzeugung nicht aufgeben wollen.
noch mehr schade ist, dass anscheinend keine der etablierten parteien und erst recht nicht die spd solchen frauen eine plattform bieten kann...
einfach nur schade, menschlich und politisch!

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mainzer2 15.09.2014, 21:31
4. Erschreckend...

Viel mehr noch als das persönliche Schicksal einer unangepassten Politikerin ist die Tatsache erschreckend, dass wieder einmal die Bildungspolitik eines Bundeslandes kaputt politisiert wird! Es geht um unsere Zukunft, um die Zukunft einer Generation...aber die geht ja nicht zur Wahl! Wir haben anscheinend immer noch nicht erkannt, dass nur in der besten schulischen Ausbildung, die möglich ist, unsere Fähigkeit liegt, die Zukunft unseres Wohlstands zu gestalten und zu erhalten!

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Herbert1968 15.09.2014, 21:34
5.

Zitat von morazan_1060
Und hier möchte jemand in seinem alten Job weiterarbeiten wie es einige Abgeordnete in Ihren Kanzeleien danach machen und komischerweise bestimmte Klientel vertreten. Wie korrupt und moralisch abgewirtschaftet muss man sein wenn etwas legitimes (Arbeit im alten Job) kriminalisiert wird, während Koch, Schröder und viele andere wechseln dürfen in Jobs die Ihnen das restliche Leben verweigert werden müssten!
So wie Sie es schildern, war es gerade NICHT. Frau Wende war Präsidentin der Universität Flensburg, sie war AUF ZEIT GEWÄHLT. Eine Rückkehroption in ein Wahlamt gibt es nicht, kann es nicht geben. Statt dessen hat sie sich die Option zur Rückkehr auf eine erst noch zu schaffende Professur geben lassen. Das war weder legal, noch legitim, sondern schlicht illegal.

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NielsHofmann 15.09.2014, 22:09
6. mainzer2 hat Recht

Zitat von mainzer2
... Wir haben anscheinend immer noch nicht erkannt, dass nur in der besten schulischen Ausbildung, die möglich ist, unsere Fähigkeit liegt, die Zukunft unseres Wohlstands zu gestalten und zu erhalten!
Und dies haben "unsere" Bildungspolitiker immer noch nicht begriffen! Seit Jahrzehnten wird Bildungspolitik mit ideologischen Scheuklappen betrieben. Schule und Ausbildung sollte Schülern und Ausbildern Spaß machen und die Inhalte vermitteln, die wir und unsere Unternehmen benötigen, damit Deutschland auch in Zukunft international wettbewerbsfähig bleibt und an der Entwicklung z. B. der Ressourceneffizienz arbeiten kann.

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einForist 15.09.2014, 22:30
7.

In der Politiklandschaft von SH geht es doch fasr nur noch darum, wie man seinen Gegner schaden kann. Um Politik gehts da schon lange nicht mehr. Traurig aber wahr.

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Friedrich Hattendorf 15.09.2014, 22:35
8. Simonis/Gaschke/Wende

Haben die in SH Probleme mit starken Frauen?

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der andere 15.09.2014, 22:38
9. Wendes Welt

Zitat von mainzer2
Viel mehr noch als das persönliche Schicksal einer unangepassten Politikerin ist die Tatsache erschreckend, dass wieder einmal die Bildungspolitik eines Bundeslandes kaputt politisiert wird! Es geht um unsere Zukunft, um die Zukunft einer Generation...aber die geht ja nicht zur Wahl! Wir haben anscheinend immer noch nicht erkannt, dass nur in der besten schulischen Ausbildung, die möglich ist, unsere Fähigkeit liegt, die Zukunft unseres Wohlstands zu gestalten und zu erhalten!
Wende hatte Visionen, die sie umsetzen sollte, nämlich die der einheitsschule in SH. Dass sie entgegen anderer Beteuerungen mit dem Ministerpräsidenten zusammen ihre Politik durchpeitschen wollte und auf Kritik gepfiffen hat, hat sie disqualifiziert.

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