Forum: Leben und Lernen
"Bildungsmonitor": Deutschland gehen die Technikfüchse aus
Corbis

Deutschland renoviert seine Bildungssektoren - aber die Modernisierung ist ein Wettlauf gegen die Zeit. Hunderttausende Ingenieure und Facharbeiter verschwinden in den Ruhestand, die Zahl der Techniker wird bis 2030 um 1,8 Millionen fallen, prognostiziert das Institut der deutschen Wirtschaft Köln.

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don_politicus 24.10.2013, 01:17
90. omg

bitte verschont die schüler und schulen davor, auf dem altar der wirtschaft endgültig geopfert zu wrrden. g8 und bama (bachelor/master) sind monumente eines staatsversagens.
genauso wie angebot und nachfrage den preis der arbeit bei gering qualifizierten stets nach unten senken wird der preis für arbeit bei hochqualifizierten steigen müssen. und zwar dramatisch. bei einem einstiegsgehalt von unter 3000 netto denke ich nichtmal über ein studium nach. zur not gehts eben in die schweiz, die usa oder iwo hin. nicht nur arbeitnehmer stehen untereinander in globalem wettbewerb - auch unternehmen mit blick auf die hellen köpfe.
und: so gerne unternehmen ins ausland auslagern und sich nicht um die personen hier kümmern, so gerne bin ich bereit, flexibel zu sein.
diese zweite seite der mefaille wird gerne vergessen. die industrie könnte einen fonds bilden. sagen wir pro betrieb 0,1% vom umsatz. das geld geht zweckungebunden an die schulen hier im land. vorteil: keine ideologische indoktrination durch die wirtschaft. und: die qualität würde wohl steigen. aber: wenns ums geld geht, soll doch lieber die allgemeinheit die interessen der industrie finanzieren. vgl. aufstocker etc...
prost!

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Miere 24.10.2013, 02:51
91. Wenn Technikfüchse ausgehen,

dann wird das eher daran liegen, dass man heute nicht mehr starten kann wie in der Gründerzeit. In der Garage einen neuartigen Motor bauen oder Anilinfarben kochen und damit eine Firma aufbauen? Auf Plattdeutsch Leute am Straßenrand anquatschen, dass sie doch helfen sollen, Kartoffel-Erntemaschinen zusammenzubauen (siehe NDR-Geschichte 20:15 gestern)? Sowas geht ja gar nicht. Da gibt keine Bank Kredit für, und wen man derart Ungelernte einstellt protestiert vermutlich ein Amt. Wenn es an Ingenieuren fehlt, dann weil: die Professoren sich selbst die Quote setzen, mindestens die Hälfte der Studenten rauszuprüfen; weil Frauen, Menschen über 35 und solche mit Behinderungen grundsätzlich abgelehnt werden; und weil man auch niemals Fachfremde nehmen würde (zB einen Physiker auf einem Ingenieursposten). An dem Schweinezyklus ist auch was dran.

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Promethium 24.10.2013, 10:05
92.

Zitat von Mustermann
Atommüllentschärfung? Kennen Sie da Beispiele, funktionierende, im industriellen Einsatz, irgendwo auf dieser Welt?
Was glauben Sie wo die Menschheit heute wäre wenn man immer nur geglaubt hätte das nur das funktioniert was bereits im industriellen Einsatz ist?
Zitat von Mustermann
Lehrer sollen unter anderem Wissen vermitteln, keine Ideologien und keine Phantasien.
Eben! Und Transmutation ist keine Ideologie und keine Phantasie sondern gesichertes Wissen und es wird seit über 70 Jahren großtechnisch eingesetzt.

Es ist die Aufgabe der Lehrer den Schülern noch weitere Tatsachen zu vermitteln. Die Technik bleibt nicht bei dem stehen was heute im industriellen Einsatz ist und kann so gut wie alle Probleme lösen die es gibt. Meines Erachtens weckt nur das bei Schülern das Interesse an Technik!

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lecon 24.10.2013, 12:13
93. Sie wollen doch nicht etwa...

Zitat von stefansaa
ohhhh nein die Mär vom unterbezahlten MINTler...gestern war jeder MINT-Studiengang noch das Nonplusultra an Anspruch, Herausforderung und geforderter Intelligenz, heute verarmen die armen MINTler förmlich. Wenn ich immer sehe, was wir für teilweise hingekotzte Bewerbungen erhalten (auch von den heiligen MINTlern) wundert mich eigentlich gar nichts mehr. Kein wunder, dass die ach so smarten MINTler sich dann vom ersten BWL-Personaler so eiskalt für 30.000€ p.a. übers Ohr hauen lassen...
die Einheitsmeinung hier im Forum in Frage stellen! MINTler und insbesondere Ingenieure — zumindest die hier — halten sich für das Sahnehäubchen aller Akademiker. Da wird gemosert, dass man direkt nach dem Studium so hochqualifiziert sei und dennoch keinen Job bekomme. Der Zusammenhang der fehlenden Angebote und der vermeintlichen Qualifikation wird da bewuusst ausgeblendet oder einfach nicht erkannt. Klare Feindbilder hat man auch: All die Nichtskönner der Wirtschafts-, Sozial- und Geisteswissenschaften. Die können ja alle nix, bekommen aber teilweise trotzdem einen Job. Ein Umdenken wird hier leider nicht stattfinden.

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tubolix 25.10.2013, 20:35
94. wiederum ...

Zitat von dickebank
Wenn auf der einen seite Fachkräfte gesucht sind und auf der anderen Seite Ingenieure keine adäquate Anstellung finden, dann heißt das eben nur, dass Ingenieure keine fachkräfte sind.
dann werden sie auch nicht gesucht !

Zitat von dickebank
Das Produkt gewinnt nicht an Wert durch die Konstruktion und Produktion sondern lediglich durch den Vertrieb. deshalb haben die Vertriebsabteilungen ja auch höhere Budgets als die F+E-Abteilungen.
ab und an will der verbraucher aber auch mal was neues. 30-jahre-selbstläufer a la "trabbi in der DDR" (lief übrigens ganz ohne marketing wunderbar) wird es heute wohl kaum noch geben.

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GeistderWelt 26.01.2014, 17:24
95.

Naja der Bildungsschub ist fraglich. Abi ist nun mal nicht gleich Abi. Nen Bekannter von mir ist personalchef und kümmert sich um die Einstellungstests. Letztes Jahr hat er sich mal die Gaudi gemacht und 2 Bandarbeitern den gleichen Test machen lassen, wie die Abiturienten die sich bei ihm beworben haben. Ergebnis: Die beiden Bandarbeiter (beides Realschüler) die seit 13 und 28 Jahren aus der Schule raus waren, schnitten besser ab als 90% der Abiturienten.
Oder anderes beispiel, ich geb der Tochter einer Bekannten in Mathe Nachhilfe. Für geometrie hatte ich schon immer nen faible und sie hatte große probleme das zu verstehen. Nach der Arbeit fiel mir die Kinnlade runter. Es gab ne 5
Weil: Die Ergebnisse waren alle richtig.....nur die Rechenwege waren nicht so wie gelehrt, also gab es auf diese keine Punkte.

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GeistderWelt 26.01.2014, 17:41
96.

Zitat von Promethium
Und was haben Sie den Kindern beigebracht? Die Techniken mit denen man die Kernenergie sicher macht und den Atommüll entschärft? Oder nur die möglichen Konsequenzen, Gefahren und Bedenken erklärt? Genau das ist nämlich der Punkt! Man muss den Kindern zeigen das es kaum ein Problem gibt das man nicht mit Technik lösen kann. DAS ist die Aufgabe der Mathe- Chemie und Physiklehrer. Für die Bedenken und Ängste sorgen schon die Deutschlehrer.
Hmm ich denke ein Physiklehrer der in der Lage ist Kindern zu erklären wie man Kernkraft sicherer macht oder das Atommüllproblem entschärft....wird kaum Lehrer sein^^ Ich erwarte eher das er die Materie so gut beibringt, das es später einem von ihnen eventuell möglich ist die probleme zu lösen.

Und den Kindern zeigen das es kaum ein Problem gibt das man nicht mit Technik lösen kann? Frankreich und Deutschland haben ihre politischen probleme auch mal mit Technik gelöst....in zig Kriegen.
Klar Kernkraft kann Energieprobleme lösen, aber man kann auch ganze Landstriche damit vernichten (Reaktorunfall, Atombombe). Und ich denke Lehrer die Schülern beibringen Vor und Nachteile abzuwägen sind da besser geeignet.

Und klar sind fast alle probleme technisch lösbar....allerdings zu welchem Preis?(Menschnleben,zerstörung der eigenen Lebensgrundlage)
Man könnte zB das Weltweite Hungerproblem ganz einfach lösen: Man wirft über den problemzonen einfach genug Atombomben ab. Problem gelöst.
Zumindest für jemanden der nach ihrer Auffassung unterrichtet wurde.
Jemand der dann doch etwas weiter denkt, weil es ihm beigebracht wurde, kommt dann wohl eher zu dem Schluß:
Die Lösung wäre nicht praktikabel....weil a würde es zuviele Menschenleben ksten und b wäre der Eingriff ins ökosystem so dermaßen stark daß ich mir selbst die lebensgrundlage entziehe und eine Arterhaltung kaum noch möglich ist.

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