Forum: Leben und Lernen
Bildungspolitik in NRW: Sechs, setzen!
DPA

Das rot-grüne Scheitern in NRW manifestierte sich für viele Wähler auf den Schulhöfen: Inklusion, G8/G9, Integration. Dabei hatte die Koalition am Anfang gerade hier gepunktet. Was ist da schiefgelaufen?

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skeptikerjörg 15.05.2017, 18:04
60.

Zitat von austenjane1776
Sie brauchen: gute Eltern, schulfähige Kinder, kleine Klassen, genug Unterricht. Sie brauchen nicht: Das Gejammer überforderter Eltern/Kinder und schon wieder an den GY herumfummeln.--------------------------------- Außerdem hat NRW noch die Gesamtschulen und die BerufsGY. Alles G9.------------Wo ist hier eigentlich das Problem? - --------------- Die Ostländer hatten/haben diese Voraussetzungen - und siehe da - es geht. Auch die PrivatGY schaffen das in der Regel - weil sie ihre Schüler/innen aussuchen. Wenn die Unwilligen und Überforderten weg sind, spart das ca 1 Schuljahr. ------------- Zeit ist das eine, die Frage, wie sie genutzt wird, eine andere. Laßt endlich die GY in Ruhe.
Sorry, aber aus Ihrem Post spricht die gesamte abgehobene Arroganz eines sich der sozialen Verantwortung entledigten, egoistischen Geldbürgertums, dem es egal ist, wer alles auf der Strecke bleibt, wenn es nur ihm selbst und seinem Nachwuchs zum Gewinn gereicht. Gymnasium für den Nachwuchs der Ärzte, Apotheker, Lehrer, Anwälte und selbständigen Geschäftsleute, für den Rest die Gesamtschule. Diese Denke hat Frau Löhrmann bedient - ist ja auch ihre Wählerklientel - und die Grünen haben die Rechnung dafür bekommen. (Nur, damit Sie sich nicht gleich aufplustern: Der, der das sagt, ist DiplPäd und DiplPsych)

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pep010 15.05.2017, 18:05
61. Lernfähig?

Die Grünen haben sich ausgerechnet mit ihren Schulreformen viel Kritik aus der Lehrer- und Elternschaft zugezogen. Ausgerechnet die Personengruppen die aufgrund ihrer Bildung zu den Wählern der Grünen gehören. Aber statt die Fehler einzusehen geht es weiter stur "mit dem Kopf durch die Wand". Trotz jahrelanger Kritik nichts gelernt. Polizisten beschimpfen, in Sachen Sicherheit und Zuwanderung unrealistisch. Wer soll denn die Grünen noch wählen?

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aufmerksamer Leser 15.05.2017, 18:11
62. zu schnell vergessen

Zitat von GrafKrolock
Ich kann aus der UN-Konvention nicht ersehen, dass irgendeine Verpflichtung bestehen soll, behinderte Schüler in normalen Klassen zu unterrichten. Inklusion beinhaltet vielmehr die gesellschaftliche Teilhabe. Wie der Schulbetrieb im Einzelnen auszusehen hat, ist dort nicht vorgegeben, und natürlich dürfen speziell ausgestattete Schulformen etabliert werden, die auf die Bedürfnisse der Betroffenen besser eingehen können.
Der Spiegel veröffentlichte folgenden Artikel, da kann man es nachlesen, schon etwas her:
http://www.spiegel.de/lebenundlernen/schule/inklusion-warum-behinderte-kinder-regelschulen-besuchen-sollten-a-979079.html
Und komisch, Sachsen kommt damit besser zurecht, gelle (1. Rang)?
Und zudem brauchen die Schüler dort nicht so lange zum Abi.

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Leser161 15.05.2017, 18:19
63. Tretmühle

Die Wirtschaft sagt "Uh, Förderschüler und alles unter Gymnaisum wollen wir nicht" Die Grünen sagen "Bäh, dann nennen wir eben alles Gymnasium durch Inklusion".

Als wenn man grundlegende Probleme durch Umbenamsungen ändern kann.

Sieht man auch beim Studium: Die Wirtschaft sagt wir wollen Uni-Absolventen! Die Politik sagt, ja dann verschulen wir die Unis halt so dass wir mehr Leuten einen Bachelor verpasssen können.

Das Ergebnis ist sinnlose Lebenszeitverbrennung im Namen von Benamsungsgefechten zu Lasten der ganz normalen Menschen.

Die Politiker sollen für uns arbeiten. Nicht gegen uns! Und dafür gabs halt die Quittung.

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balina258 15.05.2017, 18:24
64. Inklusion ist nicht grundsätzlich besser

Als LehrerIn habe ich selber schlechte Erfahrungen mit der Inklusion gemacht. Gut gemeint ist noch lange nicht gut gemacht. Damit Inklusion funktioniert, braucht man mehr Personal, als wen man Sonderschulen hat: Einzelne Schüler, z.T. verhaltensgestört und mit niedrigerer Auffassungsgabe als der Rest, sitzen in der Klasse und sollen mitbeschult werden. Damit das funktioniert, braucht man eine Hilfskraft, die sich nur um den inkludierten Schüler kümmert (so 'ne Art Hilfsdomina). Wenn die nicht da ist, weil dem Staat das Geld fehlt, dann mischt solch ein Schüler oft den ganzen Unterricht auf: Dann lernt nicht nur er nichts sondern auch der Rest der Klasse lernt dann nichts. Als LehrerIn steht man dann letztlich vor der Entscheidung: Wem helfe ich: dem inkludierten Schüler, der sowieso kaum das erforderliche Niveau erreicht, oder den anderen, für die wesentlich mehr Hoffnung besteht? Und warum sitzt so ein Schüler überhaupt in einer Klasse, deren Niveau er sowieso nie erreichen wird? Was soll damit damit für diesen Schüler erreicht werden, doch nicht etwa systematische Überforderung?
Integration geht anders: Verhaltensstörungen, die nicht durch Hilfspersonal abgefangen werden, führen letztlich dazu, dass die anderen Schüler sich vom inkludierten Schüler distanzieren und das auch offen sagen.
Die Behindertenkonvention, die die Grünen so gerne als Begründung für Inklusion anführen, sagt nur aus, dass die Teilhabe Behinderter am normalen Leben gesichert sein muss, aber nicht, dass dies nur durch Inklusion geschehen darf.
Wenn es in NRW so schief gegangen ist, wie ich es selbst (in einem anderen Bundesland)
erlebt habe, wundert es nicht überhaupt nicht, dass SPD und Grüne abgestraft wurden, sie haben es sich dann redlich verdient....

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PolitBarometer 15.05.2017, 18:34
65.

Rot-Grüne Experimente sind hier nicht die Lösung. Und ja, man hat ohne Not versucht, den Stoff von G9 in G8 zu pressen. Und das mit einem hohem Anteil an ach so motivierten Lehrern, die schon seit mehreren Jahrzehnten mit dem immergleichen Ordner in den Unterricht kommen und es bestenfalls mal geschafft haben, aufgrund geopolitischer oder anderer öffentlichkeitswirksamer und nicht zu verdrängender Veränderungen, Anpassungen an der Blattsammlung durchzuführen. Das kann so nicht funktionieren.
Wenigstens sind ja die Einsteiger nach dem Referendariat noch einige Zeit genügend motiviert, um den Laden am Laufen zu halten.

Das Inklusion vollkommener Kappes ist, war vorhersehbar. Knappe Geldmittel haben die Regierung aber dazu veranlassst, über Jahre hinweg die Förder- und Sonderschulen (solche Namen hören Eltern nicht gerne) runterzufahren bzw. ganz abzuschaffen, denn das spart Geld. Eine Menge Geld! Gleichzeitig wurden aber die Eltern von unterschiedlichst behinderten Kinder angefixt uund gezielt angesprochen, dass auch ein Unterricht an einer "normalen" Schule kein größeres Problem sei.
War natürlich alles Lüge, aber wer das einmal eingeführt hat, kommt aus der Nummer so schnell auch nicht wieder raus.

Jetzt ist der politische Wechsel da, wenn auch nicht gerade mit meinen Wunschparteien. Aber mal sehen, was sich jetzt so alles in NRW auch mal zum Positiven ändert.

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distar99 15.05.2017, 18:37
66. realitätsverklärend

Zitat von tiggowich
Bildungshochburg Deutschland wird Stück für Stück durch Rot/Grün ideoligisch verseuchte Bildungspolitik abgebaut. Jahrzehnte lang funktionierte die Trennung von Schülern nach deren Bedürfnissen ohne Probleme: sehr starke aufs Gymnasium, stark-durchschnittlich Realschule, Kinder mit besonderen Lernbedürfnissen Sonderschulen. Funktioniert in Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen zB wunderbar. Aber nein, die tollen kunterbunten Landesregierungen müssen natürlich alles anders, bzw schlechter machen... Wer ernsthaft glaubt, man könne alle Schüler mit vollkommen unterschiedlichen Bedürfnissen in der selben Klasse unterrichten und dabei keinen Verlust auf allen Seiten hinnehmen, dem müsste nach meinem Verständnis sofort jegliche Regierungsverantwortung abgenommen werden. Die bildungstechnischen Trümmerhaufen, die Länder wie NRW, Bremen, oder Baden-Württemberg den andchließenden Regierungen, Kindern und Familien hinterlassen, werden uns noch auf Jahrzehnte verfolgen. Ironisch angesichts der Tatsache, dass wir ja so gerne auf die erfolgreichen skandinavischen Länder schielen (die ihr Bildungssystem übrigens in großen Teilen nach DDR Modell ausgerichtet haben) aber den Teil mit der strikten Trennung der Schüler nach Lernbedürfnis und persönlichen Fähigkeiten komplett außen vor lassen... Ich bin einfach nur froh, dass meine Kinder in Sachsen in geordneten, stabilen und von Inklusion und anderen neuerlichen Schauderideen verschonten Schulen den traditionellen, ihren Bedürfnissen und Fähigkeiten entsprechenden Schulgang bestreiten können. Und komischerweise liegen diese Länder wie Sachsen, Thüringen, Sachsen-Anhalt, Bayern immer ganz weit vorn in allen Tests... und in den allermeisten Fällen sind die Kinder aufgrund der strikt getrennten Schulen auch nicht überfordert wie es so gerne von verblendeten Helikoptereltern behauptet wird... deren Kinder mit "Turbo Abi" (ich lach mich schlapp, knapp 30 Jahre DDR Kinder sind super damit gefahren...) überfordert wären... Bildungswüste Deutschland. Und dann fragen die Unternehmen wieso der Nachwuchs so unfähig ist. Rot/Grüner Bildungspolitik sei Dank.
Vielleicht liegt das eher an der Migrationsdichte als am Schulsystem? NPD, AFD, Pegida und nicht zu vergessen die verschiedenen Kameradschaften in Sachsen, halten Sachsen "sauber", oder? ;-)

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yossariania 15.05.2017, 18:51
67.

Zitat von monolithos
Seltsam, dass man es im Westen auch nach jahrelangem Modellversuchszickzackkurs nicht hinkriegt, was in Sachsen und Thüringen seit 1949 (!) geht: Das Abitur nach der 12. Klasse. Wenn man das Lernen mal entschlacken und bereits ab der 5. Klasse etwas beschleunigen würde, wäre das auch in NRW kein Problem. Aber solange wir die Köpfe unserer Kinder mit Religionsunterricht und Gedichtinterpretationen zumüllen, müssen wir das verschenkte Jahr wohl inkauf nehmen.
In der sozialistischen Schule gab es auch Gedichtinterpretationen. Geht also durchaus in acht Jahren. Und wenn man die Stunden für Staatsbürgerkunde (= Religion) und Wehrkunde abzieht, hatten wir sogar noch mehr Zeit.

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Teilzeitalleinerzieherin 15.05.2017, 19:00
68.

Zitat von skeptikerjörg
Sorry, aber aus Ihrem Post spricht die gesamte abgehobene Arroganz eines sich der sozialen Verantwortung entledigten, egoistischen Geldbürgertums, dem es egal ist, wer alles auf der Strecke bleibt, wenn es nur ihm selbst und seinem Nachwuchs zum Gewinn gereicht. Gymnasium für den Nachwuchs der Ärzte, Apotheker, Lehrer, Anwälte und selbständigen Geschäftsleute, für den Rest die Gesamtschule. Diese Denke hat Frau Löhrmann bedient - ist ja auch ihre Wählerklientel - und die Grünen haben die Rechnung dafür bekommen. (Nur, damit Sie sich nicht gleich aufplustern: Der, der das sagt, ist DiplPäd und DiplPsych)
danke, dass Sie den DiplPäd und DiplPsych dazugeschrieben und damit mit Ihrem Post meine sämtlichen Vorurteile bestätigt haben.
Mein Kind ist weder für sprachliche, intellektuelle, soziale oder sonstige Defizite seiner Mitschüler verantwortlich, darf aber dafür büßen und das jeden Tag. Unterricht findet, wenn überhaupt, auf niedrigstem Niveau statt. Mein Kind bringt sich freiwillig die Schulhefte mit nach hause, damit es mal in Ruhe arbeiten kann (eigene Aussage).

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yossariania 15.05.2017, 19:07
69. Mit Sicherheit

Zitat von distar99
Vielleicht liegt das eher an der Migrationsdichte als am Schulsystem? NPD, AFD, Pegida und nicht zu vergessen die verschiedenen Kameradschaften in Sachsen, halten Sachsen "sauber", oder? ;-)
nicht.
Zum einen sollte man Sachsen und Thüringen einerseits und Sachsen-Anhalt andererseits trennen, weil die Ergebnisse in Pisa-E deutlich unterschiedlich waren.
2000 lagen Sachsen (Platz 3) und Thüringen über dem OECD-Schnitt und schon damals vor NRW, Sachsen-Anhalt lag darunter. Damals spielten Schüler mit Migrationshintergrund in den Ostgebieten für diese Studie überhaupt keine Rolle.
Man kann also durchaus sagen, das das aus der DDR übernommene Bildungssystem trotz aller gesellschaftlichen, politischen und finanziellen Verwerfungen durchaus robust, anpassungsfähig und leistungsfähig war.
Interessant ist auch, das die Ungleichheit der Bildungschancen in Abhängigkeit von der sozialen Herkunft im Osten damals deutlich geringer war als im Westen.

Also, kurz und prägnant zusammengefasst: das, was Grüne und Sozialdemokraten in NRW wollten, hat in Sachsen und Thüringen fünfzehn Jahre vorher schon mal einigermaßen funktioniert.
Aber das, was Grüne und Sozialdemokraten in NRW versucht haben, scheint mir genau das Gegenteil von dem zu sein, was da mal funktioniert hat und in Teilen wohlen noch funktioniert.

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