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Bildungsstudie: Ganztagsschulen machen Schüler netter - aber nicht besser
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Ganztagsschulen verbessern das Sozialverhalten von Schülern, aber nicht deren Leistungen, so eine neue Studie. Besonders an Gymnasien funktioniert es demnach mit dem Nachmittagsunterricht nicht so richtig.

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Eutighofer 14.04.2016, 12:19
1. Aufwand und Nutzen im Missverhältnis

Die Kosten für Ganztagesschulen sind hoch - der Nutzen nicht vorhanden oder sehr gering. Aufwand und Kosten stehen im Missverhältnis. Das Geld sollte man sinnvoller einsetzen. Aber Lehrerverbände und Politiker werden vermutlich weiter auf die Ganztagesschule setzen- da spielen Ideologie und Erschließung von Geldquellen möglicherweise auch eine Rolle.

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westerwäller 14.04.2016, 12:21
2. Wenn Schüler täglich ...

... sechs Stunden Unterricht haben, dann Mittagessen und etwas Pause, dann anderthalb bis zwei Stunden allein, selbstständig und in Ruhe (!) zu Hause ihre Hausaufgaben machen, so haben sie ein anständiges Tagespensum verrichtet.

Das alte System war eigentlich optimal.

Natürlich wurde das vormals vorbildliche Schulsystem durch die x-te Reform der Reform zertrümmert.

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ed_tom_bell 14.04.2016, 12:24
3. Des is nett gut

Na, wenn offenbar "nett" und "gut" in unserem System nicht zusammenpassen, ist das doch auch mal ein Anlass nachzudenken. Da ist doch die Regierung aufgefordert eine Kommission einzusetzen, um an den Begriffsdefinitionen zu feilen.

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Marut 14.04.2016, 12:26
4. Aufschlußreiche Bewertung

Es ist schon interessant, dass hier scheinbar ein gutes Sozialverhalten nicht als Leistung, sondern nur als Nebenprodukt gesehen wird.
Der Wert des Menschen und der seiner Leistung werden nur noch an ihrer ökonomischen Verwertbarkeit und Produktivität gemessen.
Dabei ist Sozialverhalten nicht nur etwas für die Freizeit, sondern fördert durchaus auch die Leistungen am Arbeitsplatz.

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acyonyx 14.04.2016, 12:28
5. Non Scolae sed Vitae discimus

Den ganzen Tag beschult zuzubringen hilft vielleicht wenigen, schadet aber anderen!
Es profitieren Kinder, deren soziales Umfeld sie vom Vertiefen oder vom an Schulthemen angelehnte nFreizeitbetätigungen abhält.
Die große Masse aber lernt nur eins: Brav dem System folgen! Das, was im Artikel als "nett" beschrieben wird.

Es sind keine selbstinduzierten Inhalte und Betätigungen mehr möglich - Keine Kreativität außer der gelenkten in Kunst und Musik - Alles vorgegeben!

Das erzeugt weniger Eigenständigkeit im Denken.
Nicht im Machen - das lernen die Kinder ja konformerweise.

Was das mit der Qualität der Hochschulreife macht, kann man immer mehr an den 1.Semmestern sehen!

Das ist leider teilweise wirklich schlimm. Auswendig lernen JAAAA! Selbst etwas hinterfragen NEEEEIIIN!

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killhill 14.04.2016, 12:29
6. Es kommt auf die Qualität an

Ach wirklich? Dafür brauche ich keine Studie, dass weiß ich auch so.

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Lische 14.04.2016, 12:29
7. Künstlicher Gegensatz

Ich halte die Trennung von sozialer Kompetenz und Leistung für wenig hilfreich, wenn es um die Beurteilung der Tauglichkeit für ein geregeltes Arbeitsumfeld geht.
Ein "netter" Mensch ohne fachliche Kompetenzen ist genau so nutzlos wie ein mit Fachwissen vollgestopftes Genie, das zu keinerlei Kommunikation in der Lage ist.
Vor diesem Hintergrund halte ich das Ergebnis dieser Studie für positiv.

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MoritzBoth 14.04.2016, 12:31
8. Sozialverhalten, Motivation und Selbstkonzept = Leistungen

Sozialverhalten, Motivation und Selbstkonzept sind sehr wichtige Leistungen, viel wichtiger als Kurvendiskussion. Fragen Sie mal die Personalchefs. Nicht zuletzt ist das persönliche Glück dadurch wahrscheinlich auch gestärkt.

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ibanez 14.04.2016, 12:32
9. immerhin!

wenn ich mir die zunehmende überbordende Verrohung unserer Gesellschaft so anschaue, in der nur noch die Wenigsten über offenbar als antiquiert empfundene Grundtugenden wie "Anstand" und "Mitgefühl" verfügen, so finde ich es eine großartige und unterstützenswerte Sache, wenn wenigstens das Sozialverhalten verbessert wird.
Allein dieser Umstand sollte die millionenschwere Förderung schon wert sein.
Mittelfristig dürfte die Gesellschaft m.E. sogar davon profitieren.

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