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Bildungsverlierer: "Hauptschüler haben keine Chance"

Viele Jugendliche drehen Warteschleifen in Fördermaßnahmen, weil sie keinen Ausbildungsplatz finden. Dieses Übergangssystem bewertet die Soziologin Heike Solga als nutzlos. Im SPIEGEL-ONLINE-Interview sagt die Ausbildungs-Expertin, was Problemschüler wirklich helfen kann.

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PeterShaw 03.03.2010, 20:28
1. Geiz ist geil!

Zitat von sysop
Viele Jugendliche drehen Warteschleifen in Fördermaßnahmen, weil sie keinen Ausbildungsplatz finden. Dieses Übergangssystem bewertet die Soziologin Heike Solga als nutzlos. Im SPIEGEL-ONLINE-Interview sagt die Ausbildungs-Expertin, was Problemschüler wirklich helfen kann.

"Man schimpft reihum: Die Berufsbildung - einschließlich Arbeitgeber - schimpft auf die Schulen, die Schulen schimpfen auf die Kindergärten, die Kindergärten auf die Eltern. Wenn wir aber alles auf die Eltern zurückführen, werden wir das Problem nicht lösen."

Schimpfen kostet nichts.

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carsonlau 03.03.2010, 20:29
2. Komisch ....

zu "meiner Zeit" war die 8 jährige Grundschule noch die Regel, das Gymnasium die Ausnahme.

Lehrstellen gab es zwar auch nicht wie Sand am Meer, aber wer die Lehre erfolgreich hinter sich gebracht hatte und weiter wollte, für den gab es immer noch den 2. Bildungsweg.

Ob das Idealzustände waren, daß fast nur Akademikerkinder studierten, ist mehr als fraglich - aber diese Kluft zwischen Grund/Haupt - Realschule - Gymnasium gab es auf jeden Fall nicht.

Also woher der Abstieg der Hauptschule?

PS: und eine Banklehre kriegte man auch fast nur mit Abi oder Vitamin B.

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digitaltaveler 03.03.2010, 20:30
3. So viele Kinder die keine Eltern haben?

Zitat von sysop
Viele Jugendliche drehen Warteschleifen in Fördermaßnahmen, weil sie keinen Ausbildungsplatz finden. Dieses Übergangssystem bewertet die Soziologin Heike Solga als nutzlos. Im SPIEGEL-ONLINE-Interview sagt die Ausbildungs-Expertin, was Problemschüler wirklich helfen kann.
Ein höchst interessanter Artikel - Frau Solga spricht zwar viel über Jugendliche, Firmen, Schulen, Lehrer Pädagogen - alle sollen einen Beitrag zur Verbesserung beitragen.
Alle? Nein, nicht Alle - wo sind/bleiben die Verpflichtungen der Eltern - Die untenstehende Sätze sind bezeichnend.

Solga: Was Hauptschulen heute leisten, ist sehr viel mehr als etwa Gymnasien. Sie haben die schwierigsten Schüler. Hauptschulen sind extrem kreativ und die Lehrer sehr engagiert. Aber ein Lehrer kann nicht für 20 Problemschüler ein Elternersatz sein. Es ist wichtig, dass in Schulen mehr Sozialpädagogen arbeiten, die mit Problemen der Schüler besser zurechtkommen, bei der Ausbildungsplatzsuche helfen, die mal mit ihnen in einen Betrieb gehen und Kontakt knüpfen.

KEIN Wort über die Eltern - warum nicht, Frau Solga??

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c++ 03.03.2010, 20:47
4. Keine Lösungsansätze

Nettes Interview. leider ohne jeden Lösungsansatz. Es fehlen schlicht und einfach die Arbeitsplätze mit geringen Anforderungen, die früher diese Schüler aufnahmen. Das ist es.

Und dass die Bahn zu hohe Anforderungen an die Mitarbeiter stellt, also überqualifiziertes Personal hat, wird jeden, der täglich Kunde der Bahn ist, mehr als verwundern.

Zitat:
"Es wäre für schwache Schüler wichtig, gute Schüler in der
Klasse zu haben. Außerdem gäbe es pro Klasse weniger Problemschüler, um die sich Lehrer intensiver kümmern könnten"

Da frage ich mich, ob die schwachen Schüler motiviert werden, wenn sie jede Minute sehen, wie hoffnungslos sie unterlegen sind.
Und was ist mit den guten Schülern? Wäre es für sie wichtig, schwache Schüler in der Klasse zu haben? Um nicht so viel lernen zu müssen? Um sich zu langweilen?

Und wenn der Lehrer sich die ganze Zeit um die paar Problemschüler kümmern muss (das ist leider die Realität), wie soll er sich dann um die besseren Schüler kümmern.

Tut mir leid, das Interview hätte man sich sparen können. Die Dame hat keinerlei Lösungsansätze präsentiert, nur Vorurteile

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Nils74 03.03.2010, 20:48
5. Nicht mit mir!

"Es wäre für schwache Schüler wichtig, gute Schüler in der Klasse zu haben."

Noch ein Grund weniger, Kinder in die Welt zu setzen. Wenn man seinem Kind abends vorgelesen, ihm Wasserfarben in die Hand gedrückt, ihm Baukästen und Wachsmalstifte statt Gameboy und eigenem Fernseher gekauft hat und dann noch das Quentchen Glück hatte, ist es spätestens nach der Einschulung vorbei mit der Herrlichkeit.
In das Haifischbecken von Murats, Aishes und Mehmets geworfen, soll das Kind nun als Rettungsschwimmer herhalten, an dem sich die Nichtschwimmer festklammern sollen. Und das am besten noch bis zum Abschluss, wenn es nach unseren Gesamtschule-Wütigen Politikern geht. Ausgang vorhersehbar.

Ich werde keine Kinder in die Welt setzen, nur um sie ins Mahlwerk eines völlig entarteten und vernunftbefreiten Systems zu stoßen und hilflos dabei zusehen zu müssen, wie sie darin zermahlen werden!

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Dampflok 03.03.2010, 20:58
6. Na ja..

Zitat von digitaltaveler
Ein höchst interessanter Artikel - Frau Solga spricht zwar viel über Jugendliche, Firmen, Schulen, Lehrer Pädagogen - alle sollen einen Beitrag zur Verbesserung beitragen. Alle? Nein, nicht Alle - wo sind/bleiben die Verpflichtungen der Eltern - Die untenstehende Sätze sind bezeichnend. Solga: Was Hauptschulen heute leisten, ist sehr viel mehr als etwa Gymnasien. Sie haben die schwierigsten Schüler. Hauptschulen sind extrem kreativ und die Lehrer sehr engagiert. Aber ein Lehrer kann nicht für 20 Problemschüler ein Elternersatz sein. Es ist wichtig, dass in Schulen mehr Sozialpädagogen arbeiten, die mit Problemen der Schüler besser zurechtkommen, bei der Ausbildungsplatzsuche helfen, die mal mit ihnen in einen Betrieb gehen und Kontakt knüpfen. KEIN Wort über die Eltern - warum nicht, Frau Solga??
Weil, nach Aussage von Hauptschullehreren die es ja wissen müssen, die meisten Problemkinder von alleinerziehenden Müttern kommen! Das aber zu thematisieren ist quasi tabu.

Was sie noch verschweigt: Die meisten Hauptschüler sind Jungen - von feministierten Grundschullehrerinnen (Frauenanteil 87%!) nach der 4.Klasse aussortiert.

Und Sozialpädagogin Solga fordert als Lösung - wer hätte das gedacht - mehr Sozialpädagogen. Ausgerechnet. Sozialpädagogen sind die Kaffeesatzleser des 20. Jahrhunderts und so überflüssig wie Gleichstellungsbeauftragte - die Menschheit fuhr und fährt besser ohne sie. Was diese Jungs brauchen siund intakte Familien mit Vätern, ein Schulsystem das seine femizentrierte Ausrichtung schleunigst über Bord wirft und eine Quotierung des Personals in Kindergärten und Grundschulen, denn Jungen brauchen positive, männliche Rollenvorbilder.

Wenn Grund- und Hauptschulen mit 10 Jahren professioneller Schulung durch hochbezahlte verbeamtete Halbtagsakademiker es nicht schaffen, den Schulabgängern wenigstens das Lesen, Schreiben und Rechnen beigebracht zu haben, dann ist das in erster Linie ein Versagen des Schulsystems und in zweiter Linie ein Versagen der Gesellschaftspolitik. Die Kinder selbstverwirklichender Egozentrikerinnen sind die Leidtragenden.


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GuraxUbrax 03.03.2010, 21:02
7. Lernmotivation?

Wozu sollen die Kinder auch lernen, HartzIV wird doch sicherlich bald erhöht, gerade für die jüngeren.
Und dies vor allem völlig unabhängig davon, welchen Schulabschluss diese haben und wie gut dieser ist, wo soll denn da eine Motivation zum lernen auch herkommen?

Wir entwickeln uns zurück zum Entwicklungsland, findet euch damit ab...

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hatem1 03.03.2010, 21:07
8. Kein Wort über die Eltern - darum

Wie einige Vorschreiber schon bemerkten, geht Frau Solga überhaupt nicht auf die Eltern ein.
Warum, ist klar.
Nein, es geht nicht um alleinerziehende Mütter.
Es geht um Migranteneltern. Hier kommt die Problemgruppe meist her. Die Jungs oft als kleine Machos, die sich von einer deutschen Lehrerin nichts sagen lassen wollen.
Und viele Kinder aus migrantischen Familien beherrschen die Sprache nicht genug um dem Unterricht folgen zu können.
Dazu kommen Defizite im motorischen Bereich und mangelnde soziale Fähigkeiten.

Man muss über das Versagen und das Nicht-Wollen der Eltern sprechen, anstatt die Schule an den Pranger zu stellen.

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MarkusB 03.03.2010, 21:49
9. ...

@Nils74

Da haben Sie völlig Recht!!!!

Meine Tochter besucht zur Zeit die erste Klasse und macht ihre Eltern stolz. Sie könnte allerdings deutlich besser sein.
Unser Kind ist sehr wissbegierig und es wäre überhaupt kein Problem gewesen ihr schon im Kindergarten das Lesen bei zu bringen. Eigentlich konnte sie schon einfache Wörter lesen. Beim Rechnen das gleiche, sie kann jetzt schon ohne weiteres zweistellige Zahlen im Kopf addieren.
Nur leider hätte es in unserem System keinen Sinn ergeben das Kind ihrer Begabung entsprechend zu fördern. In der Schule würde sie sich ja nur langweilen. Eine Klasse überspringen??? Dann wäre sie die Kleinste der Klasse, ein Jahr Altersunterschied macht in der Grundschule sehr viel aus.
Im übrigen denke ich das so gut wie jedes Kind ohne weiteres mit vier bis fünf Jahren das Lesen erlernen kann und zwar ohne Druck.
Kinder wollen lernen, verstehen und wissen. Schade nur das die Kevins und Murats von ihren Eltern nicht gefördert werden.

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