Forum: Leben und Lernen
Bildungsverlierer: "Hauptschüler haben keine Chance"

Viele Jugendliche drehen Warteschleifen in Fördermaßnahmen, weil sie keinen Ausbildungsplatz finden. Dieses Übergangssystem bewertet die Soziologin Heike Solga als nutzlos. Im SPIEGEL-ONLINE-Interview sagt die Ausbildungs-Expertin, was Problemschüler wirklich helfen kann.

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mac4ever 03.03.2010, 22:21
10. Anforderungen

Zitat von MarkusB
@Nils74 Meine Tochter besucht zur Zeit die erste Klasse und macht ihre Eltern stolz. Sie könnte allerdings deutlich besser sein. Unser Kind ist sehr wissbegierig und es wäre überhaupt kein Problem gewesen ihr schon im Kindergarten das Lesen bei zu bringen. Eigentlich konnte sie schon einfache Wörter lesen. Beim Rechnen das gleiche, sie kann jetzt schon ohne weiteres zweistellige Zahlen im Kopf addieren. Nur leider hätte es in unserem System keinen Sinn ergeben das Kind ihrer Begabung entsprechend zu fördern. In der Schule würde sie sich ja nur langweilen.
Na und? Sie wird sich, begabt und intelligent, sowieso langweilen - in der Schule. Deshalb ist es um so notwendiger, daß sie außerhalb genügend Stoff und Anregung für ihr Gehirn bekommt.

Auch wenn sich Kinder das zum Teil selbst organisieren - ich halte nichts davon, einem Kind, das bereit und reif ist für bestimmte Lerninhalte, diese vorzuenthalten. Ihre Tochter kann auch ein Instrument lernen, wenn sie nicht ausgelastet und musikalisch ist. Meine Eltern haben es so gemacht. Ich hatte in der Schule alle denkbaren Schwierigkeiten mit Mitschülern (es war so wie heute, daß die schulisch schwächsten, aber körperlich stärksten den Ton angaben) - mit Lehrern und leistungsmäßig dagegen keine. Aber ich mußte Klavier üben, was mich wirklich forderte "damit du wenigstens auf einem Gebiet gefordert wirst" - und wofür ich noch heute dankbar bin.

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michel_aus_lönneberga 03.03.2010, 22:26
11. Alles wird gut ....

Zitat von carsonlau
... woher der Abstieg der Hauptschule? ...

... tja, das ist leider ganz einfach: Man packt all´ diejenigen, die weder der deutschen Sprache mächtig sind noch irgend eine Motivation haben, auf die Hauptschule und welch´ Wunder, die schließen auch alle mit einem Hauptschulabschluß ab.

Damit entwertet man bewußt oder unbewußt diesen Schulzweig und seinen Abschluß, welcher früher Qualifizierung genug war, um im Handwerk sein gutes Auskommen zu finden.

Heute bedeutet es aber, dass engagierte Eltern niemals ihr Kind auf eine Hauptschule schicken würden, auf jeden Falls niemals auf eine öffentliche. Da wird lieber an allen Ecken gespart um das Kind auf eine Privatschule zu schicken, welche dann einen halbwegs niveauvollen Hauptschulabschluß ermöglicht. Vom Druck oder Schwemme auf Realschulen und Gymnasien ganz zu schweigen.

Ach ja, man löst das Problem ja schon, in dem man Haupt- und Realschulen zusammenlegt. Das bedeutet dann in Kürze, dass dann auch mit dem staatlichen Realschulabschluß kein Blumentopf respektive ein Ausbildungsplatz zu gewinnen ist und die Schwemme auf die Gymnasien noch weiter zunehmen wird.

Ach ja, zu meiner Zeit wurden die ganz Schwachen, welche heute die Hauptschulen bevölkern, in Sonder- oder Förderschulen gepackt. Aber das war einmal ...

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munaykim 03.03.2010, 23:02
12. Dem wäre noch

Zitat von hatem1
Wie einige Vorschreiber schon bemerkten, geht Frau Solga überhaupt nicht auf die Eltern ein. Warum, ist klar. Nein, es geht nicht um alleinerziehende Mütter. Es geht um Migranteneltern. Hier kommt die Problemgruppe meist her. Die Jungs oft als kleine Machos, die sich von einer deutschen Lehrerin nichts sagen lassen wollen. Und viele Kinder aus migrantischen Familien beherrschen die Sprache nicht genug um dem Unterricht folgen zu können. Dazu kommen Defizite im motorischen Bereich und mangelnde soziale Fähigkeiten. Man muss über das Versagen und das Nicht-Wollen der Eltern sprechen, anstatt die Schule an den Pranger zu stellen.

beizufügen, dass die Personen, die das Multikulti haben wollen ihre Kinder auf Privatschulen schicken. Multikulti ist geil, wenn man als einzigen Kontakt das hipp persische Restaurant hat.

Und es muss deutlich angesprochen werden das es nicht DIE Migranten sind, sondern diejenigen mit muslimischen Glaubenshintergrund.

Ach ich vergass, diese Kinder zahlen ja später unsere Rente :-). lt. den Multikultianhängern.

Ich vermute jedoch eher, dass es diejenigen sind, die mir beim Bankomaten meine klägliche Rente stehlen.

In diesem Sinne, muss endlich mal ein Ruck durch die Bevölkerung gehen.

Isch schwöre

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VPolitologeV 03.03.2010, 23:12
13. Keine zehn Kommentare...

Und schon Segregationsbestrebungen. Das "System" ist deshalb krank, weil es eben nicht durchmischt, sondern unterteilt in "die" und "wir". Und es liegt auch nicht an "Murat, Kevin, Aishe". Das sind nicht die "häßlichen Nachbarn", daß sind auch wir: die Gesellschaft.
Und natürlich: die positiven "männlichen" Rollenvorbilder. Gerne! Wie verhält sich denn ein "männliches" Rollenvorbild? Dominant? Herablassend, mit Neigung zur "körperlichen Klärung von Konflikten, wie ein Pädagoge der konservativen Schule unentblödet erklärt hat? Na dann viel Spaß, daß ist das Profil eines Bahnschlägers, und wenn der dann einen Anzug trägt, lebt er seinen Charakter nur anders aus und wird..z.B. Banker.
"Männlich" ist so wie "pubertär" und "Erwachsen" eine Worthülse, die sich in Propaganda gut macht und nichts aussagt.

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Falkenhorst 03.03.2010, 23:15
14. Zwei aus einem Jahrgang?

Zitat von carsonlau
zu "meiner Zeit" war die 8 jährige Grundschule noch die Regel, das Gymnasium die Ausnahme. Lehrstellen gab es zwar auch nicht wie Sand am Meer, aber wer die Lehre erfolgreich hinter sich gebracht hatte und weiter wollte, für den gab es immer noch den 2. Bildungsweg. Ob das Idealzustände waren, daß fast nur Akademikerkinder studierten, ist mehr als fraglich - aber diese Kluft zwischen Grund/Haupt - Realschule - Gymnasium gab es auf jeden Fall nicht. Also woher der Abstieg der Hauptschule? PS: und eine Banklehre kriegte man auch fast nur mit Abi oder Vitamin B.
Die Aussagen sind fast richtig. Aber dass nur Akademikerkinder studieren konnten stimmt nicht. Damals wurde Schulgeld bezahlt, es gab das große Latinum und keine Abiturientenschmämme wie heute. (Werbung der SPD war: auch du mein Arbeiterkind sollst dein Abitur machen (durch Erleichterung zum Ziel). Heute meint jeder der sein Abitur gemacht hat ihm liegt die Welt zu Füßen. Das Leben ist natürlich ganz anders. Die Arbeitsplätze werden weniger, die Ansprüche der "noch lehrwilligen Bewerber" steigen.
Damals hatte wohl kaum ein Lehrling mit tollen 50 DM das Gefühl sein Elternhaus verlassen zu müssen um in einer eigenen Wohnung zu leben. Vielleicht haben ja auch, wie so oft, die falschen Ziele der Gewerkschaften dazu beigetragen.
Ich erinnere mich ungern an die 70.ger Jahre als die Lehrwerkstätten durch Fremdpersonal gereinigt wurden. Heute bekämen bestimmt viele junge Leute eine Ausbildungsstelle, würde das System der Ausbildung geändert. Den unsinnigen Blockuntericht müsste man abschaffen, Ausbildungsvergütungen verringern, Sozial- und Berufsgenossenschaftsabgaben sollten vom Staat übernommen werden. Es mag sich blöd anhören, ist es aber nicht: Lehrjahre sind keine Herrenjahre.
Wer meint dieser Spruch gehört nicht in die heutige Zeit wird in der Zukunft weiter auf seine Ausbildungsstelle warten.

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Vruwel 03.03.2010, 23:22
15. Frühförderung statt Fördermaßnahmen

Wie immer sollen mal wieder Frauen an allem schuld sein, egal ob als Mutter, Erzieherin oder Lehrerin.

Wie formulierte doch die Zeit so schön? Frauen dürfen in Deutschland genau drei Rollen einnehmen: das langweilige Hausweibchen, das zu faul ist, eine richtige Arbeit anzunehmen / die Rabenmutter, die arbeitet, obwohl sie Kinder hat / die asoziale Verweigerin, die einfach Karriere macht, statt Kinder in die Welt zu setzen....

Das ist mir ein bisschen zu einfach.

Die Kinder selbstverwirklichender Egozentrikerinnen sind die Leidtragenden."
hmmmmm - und was ist mit den Erzeugern, die ihren Spaß hatten, aber die Verantwortung in den seltensten Fällen tragen wollen? Die sind also keine Egozentriker - komische Logik.

Warum werden die Mütter allein an den Pranger gestellt? Die meisten alleinerziehenden Mütter, die ich kenne, kriegen keinen Cent vom (unterhaltspflichtigen!) Vater. Somit müssen die Mütter alleine a) Kind erziehen b) Geld verdienen und Vater und Mutter gleichzeitig spielen. Haben Sie das mal alles gleichzeitig probiert, Dampflok? Über viele Jahre hinweg? Dazu gehört natürlich auch, daß man seine früheren Freizeitaktivitäten und abendliches Ausgehen auf ein Minimalmaß zusammenkürzt bzw. jahrelang stoppt. Schließlich noch der Streß, wie man alleine 3 Monate Ferien gegenüber deutlich weniger Urlaub bewältigt bekommen soll.
Die Mütter, die ich kenne, arbeiten alle, da sie nicht von HartzIV leben wollen, selbst wenn dies einen Job z.B. am Fließband bedeutet.

Hausarbeit und Kindererziehung ist in den Augen der meisten Männer offensichtlich immer noch keine richtige Arbeit. Aus diesem Grund gibt es zu wenig Bewerber in Schulen und Kindergärten. Auch ich würde es sehr begrüßen, wenn es soviel Erzieher/Lehrer wie Erzieherinnen / Lehrerinnen gäbe!

Natürlich sind immer auch die Eltern bei der Erziehung der Kinder gefragt, ich weiß aber aus eigener Erfahrung, wie schwer es ist bei zwei arbeitenden Eltern, alles unter einen Hut zu bekommen. Nicht immer stehen Opa/Oma/Tante etc. parat, um zu unterstützen.

M.E. ist die beste Lösung - statt verlängerter Grundschule und Eliteschulen /-unis - einfach eine Kindergartenpflicht für Kinder ab 3 Jahren mit entsprechend genug und qualifiziertem Personal. Damit hätten alle Kinder eine deutlich bessere Chance, denn in 3 Jahren würden sie (entsprechende Frühförderung vorrausgesetzt) alle gutes Deutsch können und wichtige soziale Verhaltensweisen erlernen. Probleme könnten frühzeitig erkannt, die Eltern rechtzeitig angesprochen werden. In unserer (öffentlichen) KiTa habe ich erlebt, daß auch ausländische Kinder, die kein Wort Deutsch sprachen, bis zum Schuleintritt nicht nur die Sprache perfekt beherrschten, sondern auch gutes Sozialverhalten erlernt hatten - neben vielen anderen Dingen.

Das beste daran wäre, daß durch gute Frühforderung die Kinder nicht nur optimal auf die Schule vorbereitet wären, sondern auch die heutigen Folgekosten für unsinnige und kostspielige Fördermaßnahmen für jugendliche Schulabbrecher massiv verringert werden könnten. Unterm Strich würde sich das auch volkswirtschaftlich lohnen, abgesehen von den vielen sonstigen positiven Nebeneffekten (bessere Integration sozial schwacher Kinder etc.). Leider amortisiert sich ein solches Engament der Politik nicht über Nacht - es gibt eben keine 20jährige Wahlperiode...

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Blaue Fee 03.03.2010, 23:24
16. Kinder wollen lernen wenn sie klein sind.

Warum wird im Kindergarten (in D) weder Lesen noch Grundrechenarten gelehrt? Weil er nicht Pflicht ist?
Weil es einfacher ist die Kinder daheim bei den Eltern zu lassen und hoffen, alle Eltern sind so wie man selbst?
Wieso ist Erzieher kein Studiengang?

So verschiebt sich das Problem eben in die Grundschule und da sind viele Kinder nur später mit dem Abnabeln und vielleicht auch einem Kulturschock beschäftigt.

Wobei: In den deutschen Auslandsschulen lernen Sechs- oder Siebenjährigen innerhalb weniger Monate die jeweilige Landessprache. An was das wohl liegt?

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sunflower3x 03.03.2010, 23:25
17. Reden ist Silber, Handel ist GOLD.

An hatem1:
Es tut mir leid aber, du bist von der Realität weit abgerückt.
Die meisten Problemkinder kommen von zerbrochenen Familien.
Viele Ehen gehen kaputt. Die Kinder sind die Leidtragende. Meistens übernehmen die Mütter die "MUTTER-VATER" Rolle.
Bis 12 13 Jahren können sie mit dem Kinder umgehen.
Doch dann merken sie, dass sie alleine der Sache nicht gewachsen sind, da die meisten Väter nach der Scheidung sich der Verantwortung drücken, weil meistens die Frauen die Trennung und Scheidung wollen und die Kinder zugesprochen bekommen, welche die viele Väter auch gut finden und sich zurückziehen und Kontakt zu den Kinder meistens gänzlich meiden.

Vater- bezw. Mutterlosigkeit lässt eine unsichtbare AGGRESSION in den Kindern mitwachsen. Diese macht sich dann im Gesellschaft bemerkbar.
Die Kinder gehen pyschisch zugrunde und die Früchte kommen ans Tageslicht. Erst dann versucht man einen Schuldigen zu finden.
Deutsches Kind oder Migrantenkind. Diese spielt keine Rolle.
Die Eltern sind sicher gefordert. Nur immer mit dem Finger auf die Eltern zu zeigen, ist der einfachgemachte Weg.
Die Migrantenkinder lernen die Sprache nicht gut genug. in der Schule sind sie dadurch benachteiligt.
Das ist richtig. Aber warum ist es so...?

Es wird immer behauptet, dass die Ausländer in gewissen Wohnvierteln Ghettos bilden. Hier übersieht man eine falschlaufende Politik.

Die Einheimische ziehen sich zurück und wollen mit dem Migranten nichts mehr zutun haben. Díese bedingt, dass in Kindergärten zu wenig deutsche Kinder sind. Dadurch stellen die Migrantenkinder in vielen Vierteln die Mehrheit.
Die Migrantenkinder lernen schlecht deutsch. Auch hier ist der Gesellschaft gefordert.

Viele Schüler oder Schülerinnen in der Klasse stören den Unterrichtsverlauf. Das ist auch RICHTIG. Nur zu behaupten die MIGRATENKINDER seien nur so. Diese ist eine HERZ- und GEWISSENSLOSE SICHTWEISE.

Zu behaupten Eltern der Migrantenkinder sind sich ihrer Verantwortung nicht bewusst und handeln grob fahrlässig hinsichtlich Erziehung ihrer Kinder ist eine Beleidigung.

Hr. HATEM sie irren sich. Ihre Komplexe zwecks ihrer Herkunft sollten sie anders handhaben.

Bildungspolitik hat versagt. Lehrermangel und Unterrichtsstundenausfall ist mittlerweile in vielen Schulen die REGEL.



An GuraxUbrax:
Diese Herr hat von der wirtschaftlichen Lage wohl keine Ahnung.
Die Arbeitsplätze werden rationell abgebaut. Tausende werden entlassen. Outsourcing ist voll im Gange. Durch die Einheit entstandene Kosten sind immernoch nicht abgebaut.
Gesellschaft wird älter und älter. Je mehr Wohlstand umso weniger Kinder.
Diese Herr ist FDP-Anhänger anscheinend. Sind deine Umfragepunkte zu niedrig oder werden immer weniger, greifst du eine Thema, womit du punktest: HARZ_IV-Empfänger.

Der Herr weiss nicht, dass TAUSENDE LEIHFIRMEN mittlerweile ARBEITSMARKT beherrschen und diese bisschen mehr wie HARZ IV zahlen. <... Der Schein trügt.

An Nils74:
Ausländerfeindliche Äusserungen aber keine Lösungsansätze.

KInder sind in Ihrer Freizeit MEISTENS ZUHAUSE.
Betreiben zuwenig Sport. Computer, Gamecube, PSP, Playstation und Fernsehen.

Mehr Spielplätze, Mehr Bewegung, Mehr professionelle Betreung, mehr Lehrer, mehr Sportunterricht und Schwimmen und mehr Nachhilfe für schwache Schüler. Fördern der Guten ohne die Schwachen in die Ecke zu schieben.. Nievaus der Hauptschulen heben.
Ganz wichtig:
Wir brauchen auch Handwerker, nicht nur Studierte...

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Michael Giertz 03.03.2010, 23:28
18. Hauptschulabschluss

Zitat von sysop
Viele Jugendliche drehen Warteschleifen in Fördermaßnahmen, weil sie keinen Ausbildungsplatz finden. Dieses Übergangssystem bewertet die Soziologin Heike Solga als nutzlos. Im SPIEGEL-ONLINE-Interview sagt die Ausbildungs-Expertin, was Problemschüler wirklich helfen kann.
Was Problemschülern wirklich hilft ist mal 'ne anständige Kopfwäsche und 'ne Chance, die mittlere Reife nachzuholen. In Sachsen jedenfalls ist der Hauptschulabschluss eigentlich nur eine freundliche Umschreibung für "Du bist nichts, du bringst nichts und wenn du nicht deinen Hintern in Bewegung setzt, wird aus dir nichts werden."

Dass in anderen Bundesländern der Hauptschulabschluss tatsächlich was wert ist und auch noch um den Erhalt der Hauptschule gekämpft wird, wundert mich eigentlich - stößt gar auf absolutes Unverständnis: wozu?

Ich kenne jedenfalls keinen einzigen Betrieb, der explizit nach Hauptschülern für eine Ausbildung sucht. Wie's auf dem Arbeitsmarkt für ungelernte oder angelernte Kräfte ausschaut, weiß ich nicht, aber sind wir mal ehrlich: der Hauptschulabschluss ist in den allermeisten Fällen die Fahrkarte in prekäre Lebensverhältnisse. Warum soll ein solcher Abschluss nicht schlichtweg abgeschafft werden, wenn dieser absolut keinen Wert auf dem Arbeitsmarkt hat? Wozu also?

Dass Hauptschüler keine Chance haben ist jedenfalls keine neue Erkenntnis. Statt aber einen unnötigen Abschluss abzuschaffen und die mittlere Reife als Grundabschluss zu fordern, sollen weitere Fördermöglichkeiten eingeführt und der Hauptschulabschluss erhalten werden. Auch hier wieder die Frage: wozu?
Solange das letzte Zeugnis ausschlaggebend ist, ist vollkommen uninteressant, wieviele Zertifikate derjenige sammelt. Es zählen nur die Noten. Und'n Hauptschulabschluss mit Notenschnitt 3,x ist einfach daneben. Ich würde denjenigen jedenfalls nicht einstellen.

Wie gesagt, in Sachsen ist der Hauptschulabschluss nur 'ne politisch korrekte Methode zu sagen, dass derjenige ein Versager ist ...

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Boone 03.03.2010, 23:33
19. Leistungsgesellschaft

Die Hauptschüler fallen dem Leistungsgedanken der Leistungsgesellschaft zum Opfer. Der Wert eines Menschen in unserer Gesellschaft bestimmt sich nach seinem Potential Geld für andere erwirtschaften zu können.
Wir müssen einfach nur der Wahrheit ins Auge schauen und zugeben, dass das Fehlen von 1000 Müllmännern tausendmal schlimmer ist, als das Fehlen von 1000 Bänkern. Die Wahrheit befreit - nicht nur Hauptschüler, auch Akademiker. :-)

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