Forum: Leben und Lernen
Bildungsverlierer: Risikoschüler kosten den Staat Billionen Euro

Jeder fünfte 15-Jährige kann kaum lesen und rechnen. Das ist dramatisch für die Schüler - und ebenso für den Staat. Wenn die Zahl der Risikoschüler nicht sinkt, kostet das laut einer neuen Studie in den nächsten acht Jahrzehnten eine gigantische Summe: 2.800.000.000.000 Euro.

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GM64 26.11.2009, 12:14
90. Wo es Sieger gibt, gibt es immer auch Verlierer

Die Verlierer produziert eigentlich die Wirtschaft.
Mein Chef bei der Firma I. wollte immer einen Altersdurchschnitt von 35. Wer bedenkt, dass die Chefs immer Älter werden, versteht, dass der stets jüngere Mitarbeiter haben wollte.
Eigentlich sind die Bildungsverlierer die Klügeren. Sie sind wie die Kriegsdienstverweigerer. Sie gehen erst gar nicht in die vernichtende Schlacht.
Mein Chef hat genau gewusst warum er nur Junge einstellt, weil er die mit 35 schon ausgebrannt hat.
Dabei hat er so schlecht geplant, dass er meist nur Schrott produziert hat.
Würde ich noch einmal leben müssen, ich würde mich auch der Bildung versagen.
Der Sieger ist auch nur kurz ein Sieger, weil er wird schnell durch einen Besseren ersetzt.

Leistung dient nur der Selbstvernichtung.

Lesen Sie mal "Unterm Rad" von Hermann Hesse.

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mindcrime 26.11.2009, 12:14
91. Hauptsache schnell ...

Zitat von Gebetsmühle
sie sollte dazu sagen, dass bei jeder bildungsreform einzig und allein rauskommt, dass weniger geld in bildung fließt. entweder die politiker begreifen nicht, dass bildung geld kostet, oder aber sie wollen bildung verhindern. letzteres scheint logisch, wenn man wieder gewählt werden will. je dümmer ein wähler ist, desto höher ist die wahrscheinlichkeit dass man ihn wieder und wieder belügen kann. also: wenn der staat billionen euro durch ungebildete verliert, warum investieren wir dann nicht wenigstens 1 billion in bildung? das wäre das beste geschäft aller zeiten.
Ich beziehe mich in meiner Aussage nicht auf das Geld. Es werden Fächer zusammengelegt, Verbundnoten gebildet, wieder getrennt, Lehrpläne geändert u.s.w.

Selbst wenn jeder dieser Maßnahmen durchdacht und gut ist: Sie werden mehr als zwei Jahre brauchen, um Effekte zu zeigen. Wenn aber bereits nach zwei Jahren das wieder umgestaltet wird ...

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Andreas Heil 26.11.2009, 12:25
92. Unfassbar

Zitat von sysop
Jeder fünfte 15-Jährige kann kaum lesen und rechnen. Das ist dramatisch für die Schüler - und ebenso für den Staat. Wenn die Zahl der Risikoschüler nicht sinkt, kostet das laut einer neuen Studie in den nächsten acht Jahrzehnten eine gigantische Summe: 2.800.000.000.000 Euro.
Wer solche Zahlen um der Aufmerksamkeit in die Welt setzt und dazu noch mit fragwürdigen Annahmen macht sich selbst des wissenschaftlichen Analphabetismus schuldig.

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dasky 26.11.2009, 12:26
93. "Die Familie ist der stabile Ort" - "unheimlich politisch"

Zitat von trirop
Der Grundstein für diese Misere wurde doch schon viel früher gelegt, nämlich mit der Einführung des privaten Fernsehens. Man mag der 68 Generation viel nachsagen, aber was in den 80/90 Jahren an Vorschub für die Volksverblödung geleistet wurde, war einfach genial....
Man könnte auch sagen, dem Selbstmord der "genialsten" Vertreter der 68 Generation folgte der kollektiv - politische Selbstmord in den 80/90 Jahren mit den Mitteln der Verblödung.

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mannglaubtesnicht 26.11.2009, 12:28
94. Man muss nicht lesen können für die 3.te Klasse

Der Staat oder das Schulamt verhindert diese Bildungsverlierer auch nicht.
In einer 3b sitzt eine Junge der weder lesen, rechnen noch schreiben kann. Dafür kommt es aber vor, dass er während der Unterrichtsstunden auf allen vieren bellend durch das Klassenzimmer springt. An guten Tagen will er nur Kekse. Anscheinend besteht keine Möglichkeit den Jungen seinen Fähigkeiten entsprechend in einer 1.te Klasse oder Sonderschule zu unterrichten. Dass er 27 andere Kinder nur (massiv) stört und einen normalen Unterricht behindert (verhindert) will niemand wissen.
Sein Bruder ist etwas besser, der ist schon in der 4.ten Klasse kann weder lesen, rechnen noch schreiben sitzt aber ruhig auf seinem Stuhl und stört nicht.

Zusammengerechnet sind das schon 29 Bildungsverlierer.

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Neurovore 26.11.2009, 12:29
95. ..

Zitat von sysop
Wenn die Zahl der Risikoschüler nicht sinkt, kostet das laut einer neuen Studie in den nächsten acht Jahrzehnten eine gigantische Summe: 2.800.000.000.000 Euro.
In acht Dekaden sind Analphabeten genau das, was der Markt braucht. Insofern sind wir auf dem richtigen Weg. Man sollte aber viel mehr Wert auf den Schwimmunterricht legen, schließlich leben wir in der Zukunft alle am Meer...

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Emsländer 26.11.2009, 12:30
96. Der Haß des Schulversagers?

Zitat von yato
solidarität kann gelernt werden wenn theater und kunst, die den jugendlichen spass macht, integriert wird
Ich habe in meiner Schulzeit den Kunstunterricht gehaßt und es immer verabscheut, wenn wir zum Theaterspielen gezwungen wurden. Vielen meiner Schulfreunden ging es ähnlich.
Zitat von
warum soll man schlechten lehrern und dozenten zuhören wenn hervorragende tv dokus und vorträge (z.b. von harald lesch) zu fast allen themen heute schon vorhanden sind.
Glauben Sie wirklich, daß die Schüler, die es nötig hätten, sich diese Dokumentationen ansehen? Oder wird dieses Material nicht eher von denen genutzt, die eh schon lernbebereit sind?

Zitat von
lehrer sollten moderatoren und spielleiter sein und keine einpauker die stur auf macht setzen.
Ich bin so frei und diagnostiziere bei Ihnen einen ausgeprägten Haß auf die Lehrerschaft. Rührt dieser von Ihren geringen Schulerfolgen her?

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wika 26.11.2009, 12:32
97. Knallköppe?

Schön einmal mehr mit Zahlen gefüttert zu werden und die Ursache ist natürlich auch schon klar >>> Das Bildunsgssystem. Unbestritten hat es Defizite in einer Größenordnung von der man „früher“ nur träumen konnte und es es wird weiter systematisch zerlegt. Den Kids wird die Zeit fürs Lernen genommen und sie müssen aus Wirtschaftslichkeitserwägungen jetzt auch etwas schneller lernen und werden dazu durch die Medien parallel stärker verdummt, sprich zugemüllt.

Ich hielte es für sinnvoller, wenn schon Zahlen von 20% (bezogen auf einen Jahrgang) in den Raum geworfen werden, auch mal nach anderen Ursachen Ausschau zu halten, als nur nach dem Bildungssystem.

Medien / Fernsehen / Computer
Psychologie (Umfeld / Vernachlässigung)
Umweltbedingungen (Strahlungen aller Art)
etc. ff.

Es gibt bestimmt noch mehr verschwörungstechnische Ansätze zum Thema Volksverdummung, wo wir offenbar soeben die ersten positiven Rückmeldungen bekommen, dass es tatsächlich gelingt. Aber mal ehrlich, sehen wir uns doch diesen Staat mal an, da kann einem doch auch langsam die Lust vergehen, selbst wenn man nicht gerade 15 ist, oder? Wenn sie tagtäglich von ihrem eigenen Staat belogen, betrogen und verkauft werden, wie wollen/sollen sie denn da noch Lust auf diese Gemeinschaft entwickeln. Sorry, aber da werden die wohl weitere Studien brauchen um sich diesem, noch nicht enden wollendem Phänomen auf die Spur zu kommen.

Interessant ist natürlich auch, dass es nur um den Schadensgesichtspunkt für die Wirtschaft geht. Interessiert sich noch einer für die 15-jährigen (außer aus monetärer Sicht)? Nein, dann lasst sie uns doch entsorgen, wenn die sowieso keiner will, ansonsten würde ich es mal mit Zuwendung und Ernsthaftigkeit probieren. Un vorgesagten gilt trotz vermeintlich brauchbarer Leistungen auch für die übrigen 80%.

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AlbernReinschnein 26.11.2009, 12:33
98. .

Zitat von zulthak
Sie mein Herr, sollten sich nochmal mit der Statistik beschäftigten! Aber bitte ganz schnell! Jeder fünfte ist ein und sagt keinesfalls was über die einzelne Klasse aus.
Erklären Sie es mir bitte.
Zitat von zulthak
Des Weiteren ist dies eine wissenschaftliche Studie, sie also Nachprüfbar, welches eines der Merkmale einer wissenschaftlichen Studie ist, da braucht kein Journalist mehr "nachklopfen".
Ich würde diese überprüfen. Was glauben Sie denn, warum die nachprüfbar sein müssen? Damit es keiner macht? Gerade Journalisten haben da eine besondere Verantwortung, zumindest meiner Meinung nach.

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frankwis 26.11.2009, 12:44
99. .

Zitat von krautscouser
..."Deshalb können sie eine Zahl, die elf Nullen enthält, kaum einordnen." kann ich auch nicht, aber dank Dr.-Titel kann ich Stellen zaehlen: es sind 12 - aber das macht, wie gesagt, fuer mich keinen Unterschied und macht den Artickel nicht weniger relevant.
Dr.-Titel - "Artickel"? - mit "c"? - Ihre Promovierung hat sich denn wohl auch eher nicht in einer sehr sprachintensiven Fakultät ereignet, oder? Das mit der Rediktion ist so eine Sache und für einige Zeitgenossen mitunter sogar ein Problem ...

Davon ab: "D'Accord!". Allerdings ist die Anzahl der Nullen an sich irrelevant, es könnte auch jede beliebige andere Ziffer von 1 .. 9 anstelle der Nullen auftauchen, und die sich daraus ergebende Zahl wäre trotzdem kein bisschen verständnisfreundlicher, zumindest nicht für die in dem Artikel gezählten 20% der 15-jährigen. (Und wie viele der sich ausserhalb dieses Kreises befindenden "Nicht-Legastheniker" können mit dieser Zahl auch nichts anfangen? Na? - Mal ehrlich!?)


Und, zum Text: Zitat: "Die beiden Studienautoren sehen milliardenschwere Wachstumseffekte, falls zügig eine Bildungsreform gelingt, die deutlich die Zahl der Risikoschüler senkt: Schon bis 2030 wären es demnach fast 70 Milliarden Euro."

Also kommen wir nach dem Studium dieses Satzes und sicherheitshalber durchgeführter Betrachtung der entsprechenden Grafik zu folgendem Schluß: wenn mehr Kids lesen und schreiben lernen, wird der Schaden größer. Hmmm ... Vieleicht sollte der Autor dieses Pamphletes auch mal mindestens seine (schrift-)sprachliche Bildung reformieren!

Ach, und ja: Ich gehe der m.M.n. in weiten Teilen unsinnigen N.D.R. aus dem Weg, wo ich kann, und wer meint, hier Rächts-schraipfeeler finden zu können, darf sie gerne behalten. Geschenkt!

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