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Blick zurück im Zorn: "Viele Eltern haben Panik"

Der Generalsekretär der Kultusministerkonferenz Erich Thies, 67, über schwindende Solidarität der Länder, den Wirrwarr der Schulformen in Deutschland und die Kumpanei zwischen Professoren und Doktoranden.

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newliberal 29.09.2011, 09:48
1. Die Inflationierung

und politisch gewollte Zerstörung eines einmal weltweit führenden Bildungssystems schreitet voran. Dass Promotionen nach politischem Gusto "verteilt" werden ist nur die Spitze des Eisberges und deutlichstes Zeichen der Inflationierung, lies Entwertung des Gutes Bildung. Dank jahrzehnter linker politischer Experimente sind in einigen Bundesländern die Resultate auf Drittweltniveau angelangt- man sehe sich Pisa auf Bundesländer bezogen an und vergleiche mit anderen wenig entwickelten Staaten. Dass die Südstaaten sich aufgrund anderer politischer Konstellationen sich diesem ständigem Abstieg entziehen konnten wird hier gnädig verschwiegen. Dafür wird die Finanzkraft ins argumentative Feld geführt. Könnte es vielleicht, aber nur ganz vielleicht sein dass ein Topbildungssystem, wirtschaftlicher Erfolg und die daraus resultierende Finanzkraft korrelieren ? Nur so ein Gedanke....

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sethos_1 29.09.2011, 09:57
2. Immer auf die Unterschiede pochen

Zitat von sysop
Der Generalsekretär der Kultusministerkonferenz Erich Thies, 67, über schwindende Solidarität der Länder, den Wirrwarr der Schulformen in Deutschland und die Kumpanei zwischen Professoren und Doktoranden.
"Thies: Ja. Wenn die Menschen erleben müssten, dass Bildungspolitik von Berlin aus zentral gesteuert wird und keine Rücksicht mehr auf die Besonderheiten in der Region genommen wird, dann würde ihnen der Spaß vergehen."

Mit ist nicht klar warum innerhalb der Bildung regionale Unterschiede eine Rolle spielen. Mathematik, Deutsch und andere Fächer sollen und müssen überall in Deutschland gleich gelernt werden. Auch die Inhalte müssen gleich sein. Ob in Bayern oder Bremen. Das Nievau muss überall gleich hoch sein und nicht gleich niedrig sein.

Und was die Bezahlung angeht. Nur weil Leute besser bezahlt werden erzielen sie keine bessere Leistung. Auch müssen sie unbedingt nicht kompetenter sein.

"Thies:Die chinesischen Kinder werden am Wochenende mit Nachhilfestunden getrimmt, dass es nur so kracht, von morgens bis abends, und was dabei herauskommt, sind schwierige Figuren - vielleicht brillant in allen möglichen Techniken, aber ansonsten schwierige Figuren. Und da kann ich nur sagen: Das will ich auch nicht."

Sie wollen das nicht. Aber die Unternehmen wollen das. Der Mist über Schlüsselqualifikationen ist nur zur Reputationsverbersserung gemacht worden. Was ist ist Produktivität und Effizienz eines Mitarbeiters. Und welche Fachkompetenzen er mitbringt.

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DHempelmann 29.09.2011, 10:07
3. Kritik am Süden

Die "Kritik" an den südlichen Bundesländern ist mehr als diffus.
Man könnte denken, Bayern und Co. hätten durch ihre unverschämte Finanzkraft irgendwelche Bildungsexperimente durchgeführt, die andere Bundesländer jetzt benachteiligen.
Das sich der Süden nicht an den Experimenten der anderen beteiligt hat und so einfach besser dasteht, das scheint nicht in dem Kram der KMK zu passen.
Und auch die Kritik an den unterschiedlichen Bezeichungen ist ja wohl ein Witz. Klar wäre ein Begriff (Gesamtschule)für alle einfacher... Aber ich finde, auch Hauptschule, Realschule und Gymnasium kann man noch prima merken.

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sappelkopp 29.09.2011, 10:11
4. Unserer Bildungssystem ...

...krankt in erster Linie daran, dass die kleinen Provinzfürsten in Wiesbaden, München, Kiel oder Saarbrücken (und viele weitere Städte) dort das Sagen haben. Die Kultur mag in den Alpen anders sein, als auf einer Nordseeinsel. Aber die Bildung sollte gleich sein.

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mauimeyer 29.09.2011, 10:34
5. Tradition der deutschen Südländer

Zitat von DHempelmann
Die "Kritik" an den südlichen Bundesländern ist mehr als diffus. Man könnte denken, Bayern und Co. hätten durch ihre unverschämte Finanzkraft irgendwelche Bildungsexperimente durchgeführt, die andere Bundesländer jetzt benachteiligen. Das sich der .....
Ich habe jahrzehntelang im Bilungsbereich an verantwortlicher Stelle geabarbeitet und kann nur sagen: Der Süden hat in berechtigter Skepsis diesae ganzen hirnrissigen linken Bildungsinstrumente nicht mitgemacht. Deshalb waren sie meßbar klar besser. Die linken in der KMK haben sich jahrzehntelang gegen Vergleiche aller Art gesperrt, weil sie wußten, daß sie alt aussehen würden, wenn die Hose runtergelassen wird. Mit Geld erreicht man zunächst gar nicht - außer bessere Büro-Möbel für den Schulleiter! Der Klage über niedrige Gehälter für Kindergärtnerinnen stimme ich zu - nicht jedoch über die der Grunschullehrer. Stufe A12 mit Pensionsberechtigung ist ja wohl im internationalen vergleich ganz ordentlich.
Das was ich repräsentativ von der KMK im Kopf habe , ist diese leidige Orgie der Rechtschreibreform!
Die Siegermächte des 2. Weltkrieges wollte Deutschland zerschlagen um künftige Macht zu verhindern: Im Bildungsförderalismus ist es ihnen nachhaltig gelungen!
Kauri

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gsm900 29.09.2011, 13:39
6. Na ja

Zitat von mauimeyer
Stufe A12 mit Pensionsberechtigung ist ja wohl im internationalen vergleich ganz ordentlich.
zum Teil haben wir aber auch schon amerikanische Verhältnisse:
nur Angestellter (ohne Pensionsberechtigung) zum Teil mit Zeitveträegen die vor den Ferien auslaufen und nach den Ferine neu beginnen.

http://www.shortnews.de/id/628365/Ge...ld-fuer-Lehrer

"Das Frankfurter Sozialgericht hat eine Zahlungssperre gegen einen Lehrer aufgehoben, der Arbeitslosengeld für die Sommerferien beantragt hatte.

Vor allem in Hessen werden aus Kostengründen Arbeitsverträge nur bis zu den Sommerferien geschlossen, und nach den Sommerferien ein neuer Vertrag.

Aus diesem Grund, so das Gericht, dürfen Lehrer in der Zwischenzeit Arbeitslosengeld beziehen."

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schnurzelpu 29.09.2011, 16:14
7. Im Süden ist es auch nicht besser

Zitat von mauimeyer
Ich habe jahrzehntelang im Bilungsbereich an verantwortlicher Stelle geabarbeitet und kann nur sagen: Der Süden hat in berechtigter Skepsis diesae ganzen hirnrissigen linken Bildungsinstrumente nicht mitgemacht.
Für mich ist Hessen Süden und eindeutig nicht von Linken beherrscht. Das Bildungssystem hier ist so was von rückständig, dass ich mich wundere, das die Hessen es zu etwas gebracht haben. Nach der Grundschule gibt es sechs Bildungszweige, auf dem Gymnasium Abitur nach 12 oder 13 Jahren, je nach dem. Die Schulbücher sind voller Fehler, die Schulen in einem saumäßigen Zustand.
Nehmt den Ländern die Bildung endlich weg.

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Blaue Fee 29.09.2011, 17:34
8. Hessen

Zitat von schnurzelpu
Für mich ist Hessen Süden und eindeutig nicht von Linken beherrscht. Das Bildungssystem hier ist so was von rückständig, dass ich mich wundere, das die Hessen es zu etwas gebracht haben. Nach der Grundschule gibt es sechs Bildungszweige, auf dem Gymnasium Abitur nach 12 oder 13 Jahren, je nach dem. Die Schulbücher sind voller Fehler, die Schulen in einem saumäßigen Zustand. Nehmt den Ländern die Bildung endlich weg.
Hessen war ja schon Anfang der Siebziger niveaumässig unter Bayern angesiedelt. So hat mein Onkel in FFM gleich Medizin studieren können, da ihm ein Bayernbonus gewährt wurde und so sein NC um 0,3 verbessert wurde.

Ich durfte in der 1. Klasse in Hessen die witzige Mengenlehre kennelernen, die ich danach nie wieder zu Gesicht bekam.

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opar 29.09.2011, 21:23
9. Was kann Hessen für die Schulbücher?

Zitat von schnurzelpu
Für mich ist Hessen Süden und eindeutig nicht von Linken beherrscht. Das Bildungssystem hier ist so was von rückständig, dass ich mich wundere, das die Hessen es zu etwas gebracht haben. Nach der Grundschule gibt es sechs Bildungszweige, auf dem Gymnasium Abitur nach 12 oder 13 Jahren, je nach dem. Die Schulbücher sind voller Fehler, die Schulen in einem saumäßigen Zustand. Nehmt den Ländern die Bildung endlich weg.
Da sehe ich eher, dass die Leute, die mittlerweile dort in den Verlagen sitzen, genau die Qualität, die ihnen in der ersten Pisa-Studie bescheinigt wurde, haben. Die damaligen Schüler haben nämlich jetzt Jobs...

Toll ist das hessische Schulsystem aber wirklich nicht, aber nicht wegen links oder rechts, sondern weil wie überall in Deutschland das einzig wichtige, die Qualität der Lehrer, nicht gewährleistet ist.

Pikanterweise die Uni-Frankfurt hat die Qualität der Lehramtsstudenten untersucht und gefunden: 30% Totalausfall, 30% mäßige Mittelmaß, und nur der Rest ist zu gebrauchen. So siehts auch an den Schulen aus und selbst der schlechteste Lehrer wird bis zur Pension auf die Schüler losgelassen. Nicht einer wird vorher aussortiert.

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