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Bundesagentur für Arbeit: 950 neue Berufsberater sollen an Schulen gehen
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Tausende Ausbildungsplätze in Deutschland sind unbesetzt. Dennoch wollen die meisten Abiturienten studieren. Die Arbeitsagentur will jetzt gegensteuern - mit fast tausend neuen Berufsberatern.

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scgtef 21.12.2018, 13:27
1.

Viele Leute wissen nicht, dass ein Handwerksmeister/ eine Meisterin richtig viel Geld verdienen kann. Diese Tatsache sollte in der Gesellschaft verbreitet werden. Berufsberatung alleine reicht aber nicht. Die Praktika an allen Schularten sollten ab der 7./8. Klasse viel häufiger stattfinden. Viele junge Leute kennen kaum Berufe aus eigener Anschauung. Wie soll man da herausfinden, was einem liegt?

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zeisig 21.12.2018, 13:38
2. Höchste Zeit.

Das ist der richtige Weg. Es muß den Schulabgängern gesagt werden, wo die Chancen sind, wo die Zukunft ist, wo Arbeitsplätze gesucht und gut bezahlt sind!

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mronkey 21.12.2018, 13:43
3. Hüh und Hott..

Erst wurden die Anforderungen für das Gymnasium gesenkt, damit die Bildungspolitik sich mit 'Erfolg' brüsten konnten und jetzt sollen die Schülerinnen und Schüler doch nicht den Weg verfolgen, auf den das Abitur eigentlich vorbereitet: das Studium. Das Problem liegt aber noch tiefer: durch das geteilte Schulsystem (was außer DE praktisch kein entwickeltes Land hat) entsteht eine soziale Auslese (vgl. PISA Ergebnisse, OECD) Die Ober- und vor allem die große Mittelschicht schickt ihre Kinder (auch durch die in vielen Bundesländern geltende Wahlfreiheit der Eltern) völlig nachvollziehbar auf das Gymnasium, auch weil ein Aufstieg von der Real- oder Hauptschule 'nach oben' praktisch unmöglich ist... Voila, schon entsteht diese abstruse Situation.. Wer konnte es auch schon ahnen?

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sh.stefan.heitmann 21.12.2018, 14:43
4. Abi macht man nun mal....

... um zu studieren. Wenn ich nicht Studieren will mach ich (nur) das Fachabi weil das für alles Ausbildungen besser geeignet ist als das Abitur.

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Plasmabruzzler 21.12.2018, 15:05
5.

@scgtef
Dann erzählen Sie den Interessierten mal, dass ein Meister um die 30.000 EUR kostet und das Hochziehen eines Betriebs auch viel kostet und Zeit sowie Geduld braucht.
In der Ausbildung verdient man wenig, beim Meister muss man ordentlich hinlegen und ob bzw. wann man verdient, kann lange dauern. Und Betriebe suchen selten Meister, weil ein Geselle mit bestandener Ausbildereignungsprüfung preiswerter ist. Und den Meisterzwang gibt es für viele Berufe nicht mehr.
Dann lieber den Techniker machen oder den Bachelor.

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vitalik 21.12.2018, 15:14
6.

Zitat von scgtef
Viele Leute wissen nicht, dass ein Handwerksmeister/ eine Meisterin richtig viel Geld verdienen kann. Diese Tatsache sollte in der Gesellschaft verbreitet werden.
Was ist das für eine Aussage? Man kann so ziemlich mit jedem Abschluss und in fast allen Branchen richtig viel Geld verdienen. Es gibt aber tausende Faktoren (auch persönliche), die diese Tatsache beeinflussen.
Passend dazu heute ein Artikel auf heise.de, wo es um einen 30 Jährigen geht, der für Bosch eine Chipfabrik in Dresden baut. Dieser 30 Jährige steuert als Quereinsteiger ein Milliardenprojekt.

Ich hoffe, dass die Berater in den Schulen da pragmatisches Vorgehen wählen und alle möglichen Bildungswege und Karrieremögilchkeiten (mit Vor und Nachteilen) aufzeigen.

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fuchsi 21.12.2018, 15:15
7. Das Bachelor-System hat das Studium vereinfacht

Es ist heute in vielen Fächern einfacher, nach drei Jahren einen Bachelorabschluss zu erreichen, als eine Berufsausbildung zu machen, die richtige Anforderungen stellt und womöglich 3,5 Jahre dauert. Danach dürfen sich die Absolventen Akademiker nennen, im anderen Fall sind sie einfache Gesellen - kein Wunder, dass die sich gegen eine Ausbildung entscheiden. Als Student findet man leicht steuerfreie Nebenjobs, Versicherungen laufen über Eltern weiter, ein preiswertes Semesterticket dazu - das muss ein Lehrling erstmal verdienen. Zugleich wurde das Abi entwertet, es berechtigt, bis auf wenige Ausnahmen, nur noch zu einem dreijährigen Studium, wie der Haupt- und Realschulabschluss zu einer dreijährigen Lehrzeit. Wer weiter kommen will, muss den Bachelor haben für den Master, dabei spielt das Abitur keine Rolle mehr. Diese Folgen sind seit Jahren absehbar.

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nochnestimme 21.12.2018, 15:18
8. Erfüllungsgehilfen der Wirtschaft?

Berufsberatung war in der Vergangenheit immer ein Angebot (in dem Fall kostenlos und von einer Behörde), dass sich an den Motiven, Wünschen und Fähigkeiten der jungen Menschen als alleinige Richtschnur orientiert. Dass nunmehr 950 zusätzliche Stellen für eine einzige Mitarbeitergruppe geschaffen werden, hat es bei der BA schon lange nicht mehr gegeben. Die Wirtschaft macht allerdings schon seit längerem Druck, die freien Ausbildungsplätze "gefälligst zu besetzen". Da man aber weiß, dass aus den Abgängern der Haupt- und Realschulen nicht mehr genug zu holen ist, nun also so eine Art Verzweiflungstat. Das Ergebnis wird mau ausfallen. Schon mal daran gedacht, liebe Wirtschafsvertreter, dass das deutsche duale Ausbildungssystem nicht (mehr) attraktiv genug ist? Ofer vielleicht längst überholt? Und überhaupt: Brauchten wir nicht eine höhere Studierquote? Wie denn nun?

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katj.steinb 21.12.2018, 15:21
9. ...Schüler leben in einer "Blase"..

Der Schulaltag ist zu weit von der Lebenswirklichkeit entfernt.
Schüler haben keinen blassen Schimmer von der Berufswelt, viele Kinder wissen nicht einmal was ihre Eltern den ganzen Tag so treiben.....
Die Kinder verbringen etliche Jahre in einer realitätsfernen "Blase" aus Schule,Whatsapp & Co., ....das Studium soll wohl meistens die "angenehme" Zeit in der "Wohlfühl-Blase" verlängern ,.....

"risikoreiche Verschwendung ihres Bildungsaufwands" ..ha-ha-ha .... Die berufliche Orientierung hängt nicht so sehr vom Schulabschluß ab, eher von den Interessen, aber viele Abiturienten kennen nicht einmal ihre eigenen Interessen, zu sehr wurde ihr Gehirn mit nutzlosem Wissens-Mülll zugekleistert,...viele Abiturienten sind eigentlich Orientierungslos, ....wissen von der Welt eigentlich auch nicht mehr als ein "Hauptschüler",....

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