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Bundesländer im Bildungsvergleich: Ost schlägt West
DPA

Abgeschlossene Berufsausbildung, Studienberechtigung: Die Menschen in Ostdeutschland sind höher qualifiziert als die Bürger im Westen. Das geht aus Daten der OECD hervor. Über-55-Jährige stehen besonders gut da.

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sw59er 11.09.2019, 12:45
10. Deutschland !?

Warum wird hier nicht gleich von DDR und Bundesrepublik geschrieben. Mit Ost- und Westdeutschland ist auch 30 Jahre nach der Wiedervereinigung ja nichts anderes gemeint. Wir haben 16 Bundesländer im Osten, Westen, Süden, Norden und in der Mitte. Aber alles, auch miserabel und unvollständig ausgewertete Statistiken wie diese, zielen nur auf diese Unterteilung. Das ist nichts anders als Spalterisch. Man könnte, wenn man wollte, auch eine neutrale und objektive bundesweite Analyse machen. Aber dann kann man ja nicht so eine tolle Überschrift schreiben. Wenn es nicht endlich gelingt, diese reflexartige und populistische Spaltung in Ost und West abzuschaffen, wird es kein einiges Deutschland geben. Aber gerade Presse und Medien halten diese ja besonders gerne am Leben. Der andere Weg ist nämlich anstrengend, erfordert Selbstdisziplin und anderes Denken.

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klichti 11.09.2019, 12:49
11.

Zitat von dirsch
...über 50 Jährige im Osten also besonders qualifiziert. Wenn die So alt sind - wo sind die noch mal zur Schule gegangen? Ok, ganz so einfach mag es nicht sein und Staatsbürgerkunde wie zu Ostzeiten braucht kein Mensch. Andererseits: identische Lehrpläne von der Ostsee bis ins Erzgebirge, keine abwählbaren Fächer, Eindeutige Schulformen (POS/EOS), nicht immer neue Experimente mit der Bildung haben vielleicht auch Vorteile. Aber auch hier wird sich der Osten an den Westen angleichen.... ;)
Die sind nicht JETZT zur Schule gegangen, um uns eine Statistik um die Ohren zu hauen. Vor der "Einigung" (Wortlaut Kohl) hatten sie offensichtlich mehr Zeit für "Bildung" als späterhin. Die gut ausgebildeten Älteren sind also das Auslaufmodell. Wie der Unterschied bei denjenigen ist, die lebensalterroutinemäßig nach der "Einigung" ihre Chancen auf akademische Bildung hatten, ergibt sich nicht aus dem Artikel.

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dirsch 11.09.2019, 12:50
12. @7

Soziale Kompetenz ist gewiss nicht unwichtig, aber letztlich macht es die Mischung. Soziale Kompetenz ohne Grundfähigkeiten wie das 1x1, Vokabeln, das Verständnis für physikalische, Biologische und chemische Vorgänge ist auch recht sinnlos.
Letztere hilft, die Welt zu verstehen, Dinge zu entwickeln, Werte zu schaffen. Das wiederum sorgt dafür, eine gewisse soziale Sicherheit schaffen oder halten zu können.

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klichti 11.09.2019, 12:52
13.

Zitat von haarer.15
Das lässt tief blicken. Diese Leute haben noch das DDR-Bildungssystem genossen. Es gab dort kein dreigliedriges Schulsystem mit Frühauslese wie im Westen. Dieses, weiß man ist wenig chancen-gerecht und auch antiquiert.
Stimmt. Dort erfolgte die Auslese nach der politischen Ausrichtung. Wirklich besser?

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Schartin Mulz 11.09.2019, 12:58
14. Alles

sehr wenig differenziert.
So sind die Älteren ja in einer ganz anmderen Gesellschaft großgeworden. Was will man da vergleichen? Die Asiaten, die in ziemlich autoritären Strukturen leben, sind uns bildungsmäßig auch voraus. Aber ist das das Idealbild?
Was die Jüngeren angeht, muss man auch die Strukturen beachten. Hier im Ruhrpott haben wir z.B. das Riesenpoblem, dass ein Großteil der Kinder ohne Deutschkenntnisse eingeschult wird. Wenn die Schulen es hier schaffen, solche Kinder zum Hauptschulabschluss zu bringen, ist das eine Leistung, die man nicht hoch genug würdigen kann. In so einer Statistik werden diese Kinder und deren Schulen aber unter Verlierer geführt. Wie soll man das vergleichen mit Ländern wie Sachsen, deren Ausländeranteil aus bekannten Gründen wesentlich niedriger liegt?
Und noch eins: Wieder einmal wird eine Bildungsstudie von einer Organisation für Wirtschaft durchgeführt. Heißt denn Bildung wirklich nur Fitmachen für die wirtschaftliche Verwertung?

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MadDoubleF 11.09.2019, 13:12
15. @13

Wo sind sie aufgewachsen/zur Schule gegangen? Auslese "nach politischer Ausrichtung" klingt toll und eignet sich toll für einen SPON-Artikel. Kann mich aber nicht entsinnen, dass auch nur eine Person an unserer Schule nach der 8. "gefeuert" wurde, weil die Eltern nicht in der SED waren. Alle hatten die Möglichkeit die POS zu beenden und wurden auch bei mangelnder Leistung so weit wie es ging mitgeschleift. Lediglich das Studium erforderte gewisse Kriterien. Bei den Männern war das 3 Jahre Armee (Unteroffizier). Bei den Frauen ist mir nichts bekannt. Jeder konnte sich bewerben. Ob er genommen wurde war was anderes. Die Studienplätze waren begrenzt. Nicht wie heute, wo jeder Honk mal eben BWL studiert. Nichts gegen BWL. Aber manche nehmen BWL nur um irgendwas zu studieren.

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sarang he 11.09.2019, 13:15
16. Nichts Neues

bereits kurz nach der Wiedervereinigung war es ein offenes Geheimnis, dass im Osten die Ausbildung bei vergleichbaren Berufen im Schnitt besser war als im Westen.

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Sleeper_in_Metropolis 11.09.2019, 13:16
17.

Zitat von yoda56
...von der Vorstellung verabschieden, dass das Erstarken von Rechtspopulismus und nationalsozialistischem Gedankengut im Osten etwas mit fehlender Bildung zu tun hat. Es wird immer erschreckender.
Ich glaube eher, das man sich von der Vorstellung verabschieden sollte, das eine formal gute bzw. hohe Bildung gleichbedeutend mit gutem Charakter oder einer liberaler, weltoffenen Grundhaltung ist.

Unabhängig davon zweifel ich die Untersuchungsergebnisse bzw. deren Aussage auch einfach mal an. Mal ehrlich : Ex-DDR, also da, wo zu großen teilen Arbeitslose, Rentner und politisch rechts orientierte Menschen leben soll auf einmal ein Hort der (Schul)Bildung sein ? Vielleicht haben die Ersteller dieser Studie auch einfach einen blauen Würger zu viel getrunken.

Wie man in anderen Studien lesen kann, soll z.B. die Quote an Jugendlichen, die die Schule ohne jeden Abschluß verlassen in Mecklenburg-Vorpommern am höchsten sein. Wie passt das denn zu "Ost schlägt West" ?

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stevens-82 11.09.2019, 13:19
18.

Das könnte natürlich die AfD-Ergebnisse im Osten erklären. Wer höher gebildet ist, geht vermutlich auch kritischer mit Informationen um, die ihm von alles andere als unparteischen Medien aufgetischt werden.

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Ruhrsteiner 11.09.2019, 13:19
19. Im Vergleich....

der beiden obigen Grafiken/Statistiken lässt sich das aber auch ganz anders lesen: Wo war und ist z. B. das Abitur am einfachsten - in Bremen? Oder in Bayern? Wer Äpfel mit Birnen vergleicht, kommt eben zu nicht validen Ergebnissen.

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