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Bundesverfassungsgericht: Wer darf künftig Arzt werden?
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Wer Medizin studieren will, braucht zweierlei: Ein irre gutes Abi - und viel Glück. Doch das Bundesverfassungsgericht könnte den Zugang zum Arztberuf nun ändern.

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whitewisent 04.10.2017, 10:53
10.

"Freie Berufswahl" im Sinne des Grundgesetzes bedeutet doch wohl in erster Linie, daß keine staatliche Institution jemanden wegen seines Geschlechts, Herkunft oder politischer Überzeugungen an der Berufswahl hindern darf. Aber nicht, daß der Staat jedermann Alles zu jeder Zeit finanziell zu ermöglichen hat.

Wenn 50% der Absolventen nicht als Arzt für die Gemeinschaft tätig werden, sondern sich andere Tätigkeiten suchen, darf auch das nicht durch den Staat beschränkt werden. Aber man sollte vieleicht daran gehen, zumindest als wesentliches Merkmal die Bereitschaft für soziales Engagement mit einzubeziehen, und nicht nur den Mangel auf möglichst alle Interessierte aufzuteilen.

Aus meiner Erfahrung halten sich viele 2er Absolventen für fähig, als Arzt zu arbeiten. Und das mag bei der Tätigkeit am Patienten auch stimmen, manchmal sogar mehr, wenn eine große Sozialkompetenz besteht. ABER, neben Jura dürfte das Medizinstudium zu den Ausbildungen mit dem höchsten Ausbildungsvolumen gehören, und da versagen leider viele, welche es auch beim Abitur nicht geschafft haben. Das Leute Medizin studieren wollen, welche ein Abitur mit Religion und Sport-Leistungskurs und kleinem Latinum gemacht haben, zählt dann auch noch zu den Skurilitäten des Schulsystems, was eher eine Ausbildung in allen naturwissenschaftlichen Fächern erschwert.

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xcver 04.10.2017, 11:02
11. Nunja

Im Radio wurde heute dann eine junge Dame mit einem Abi-Schnitt von 2,6 interviewt. Wenn man Medizin studieren möchte dann sollte man das Zumindest in der 12. Klasse schon wissen und dann auch etwas dafür tun eine gute Note zu erhalten. Wenn man sich anstrengt und es trotzdem nur für so ein Abi reicht, dann ist es meines Erachtens vollkommen in Ordnung wenn man nicht für das Medizin-Studium (oder auch andere Fächer) zugelassen wird. Für mich gilt immer noch, dass die besten Studieren sollten und nicht die, denen nichts besseres einfällt.

Aber eine Gewichtung bestimmter Fächer gibt durchaus Sinn um den Schnitt zu berechnen.

Und auch Vorerfahrung ist extrem hilfreich und sollte stärker belohnt werden.

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Paddel2 04.10.2017, 11:10
12. Wir brauchen medizinische Hochschulen

Das Problem beim Medizinstudium ist das gleiche wie bei anderen Studiengängen mit Staatsexamen. Hier wird akademische Bildung mit Berufsausbildung gleichgesetzt. Das ist ein fataler Fehler der Hochschulen zu Berufsschulen umfunktioniert! Man muss sich fragen, welche Anforderungen an Ärzte sinnvoll zu stellen sind und Studium und Beruf besser trennen. Was bei angehenden Lehrern zumindest in der Theorie problemlos funktionieren kann (siehe andere Länder in Europa), dürfte bei Medizinern schwierig werden. Ich plädiere daher für die Einrichtung von medizinischen Hochschulen mit eigenen Regeln, damit die Klagewut keine negativen Auswirkungen auf die rein akademischen Studiengänge hat.

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Guerilla_77 04.10.2017, 11:42
13. ...

Hat sich die Anzahl der Studienplätze denn die letzten Jahrzehnte verringert oder "nur" die Abiturienten/Studenten Zahl erhöht?

Die Frage interessiert mich insofern da die Unikliniken, in ihrem Gewinnmaximierungsbestreben(ich drücke es mal nett aus...) angefangen haben die Professoren einzusparen und die sind doch maßgeblich für die "Ausbildung" zuständig.

Die Kliniken machen das nicht explizit wegen der Lohnkosten eines Professors sondern, weil der im Gegensatz zu einem Chef(Arzt), mehr befugnisse bezüglich Personalstärke, Einstellungen, Material/Geräte(Einkauf) etc. pp. hat und der Vorstand lieber selber sagen möchte mit wieviel(eher mit wie wenig) ein Institut zu funktionieren hat oder wieviel Druckerpapier die verbrauchen dürfen.

Eventuell sind somit die Ausbildungskapazitäten garnicht mehr vorhanden, es bringt also wenig noch 20 Hörsäle in jeder Unistadt zu bauen in dem dann keiner ist der was Vorträgt...

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mat76 04.10.2017, 11:49
14.

Ich sehe das Problem auch darin, dass nahezu jeder studieren will, ob geeignet oder nicht kann ein NC nicht immer wieder geben.

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tsitsinotis 04.10.2017, 11:51
15. Das Allerwichtigste ist die Empathiefähigkeit.

Nach 30 Jahren als Hausarzt mit vielen Kontakten zu Kolleg_innen weiß ich, wovon ich spreche.-- Auch Einstein war ein mittelmäßiger Schüler, weil er sich gelangweilt hat. Es wird heute nicht viel anders sein.-- Was wir nicht brauchen, sind ehrgeizige Ärzte, (die mit ihrer Ehre geizen), und bei denen die Karriere an erster Stelle steht, nicht der Patient.

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chinawoman 04.10.2017, 11:57
16. Mein Reden seit 10 Jahren

mir war schon immer schleierhaft was ein gutes Abi mit einem guten Arzt zu tun haben soll. Wenn die Abi-Note nicht mehr das alles entscheidende Kriterium ist bekommen wir vielleicht endlich mal wieder Ärzte die nicht nur IQ haben sondern auch EQ ....

Bei Piloten reicht auch nicht nur ein gutes Abis, hier werden auch andere Fähigkeiten geprüft wie z.B. soziale Kompetenz. Würde einigen Ärzten gut tun...

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rskarin 04.10.2017, 11:59
17. Wenn es nur begrenzte Kapazitäten gibt, dann ist der NC

wohl eine der besten Lösungen. Wenn nicht NC, dann füllt man eben die Hörsäle bis zum Bersten mit Studienanfängern und siebt dann nach dem Physikum. Wer nicht mindestens 1,1 im Physikum schreibt, der darf sich dann eben nach 4 verlorenen Semestern ein anderes Studium suchen! Damit ist sicher auch niemandem gedient!

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dani216 04.10.2017, 12:01
18. Das ist allgemein betrachtet nichts anderes

als in anderen Berufen auch und derzeit in aller Munde - Fachkräftemangel.
Ich verstehe das nicht, warum bildet man sie dann nicht aus?
Mangelnde Grundvoraussetzungen beim Bewerber? Verstehe ich auch nicht, nicht jeder muss das Zeug zum Nobelpreis-Kandidaten haben. Deutschland schafft sich selbst ab, Schritt für Schritt.

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lathea 04.10.2017, 12:07
19. Das Medizinstudium in Deutschland sollte.....

.....sich mehr an Frankreich und Österreich orientieren. Dort gibt es bereits im 1-ten Semester einen größeren Praxisbezug. Ausserdem sollte es hier ähnliche Testverfahren (wie den Medizinertest in Österreich) geben, zu denen alle Abiturienten zugelassen werden. Nach allerspätestens 3 Jahren wüsste dann jeder Bewerber, ob er aufgibt bzw. aufgeben muss oder nicht. Das wäre viel gerechter. Wenn heute jemand ein (Bachelor-)Studium in Deutschland abgeschlossen hat und danach erst seine medizinische Berufung entdeckt, kann in Deutschland nicht mehr Medizin studieren, selbst dann nicht, wenn sich beide Studiengänge in der Kombination qualitativ sogar gut verbinden ließen.

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