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Bundesweit unfaire Noten: Schluss mit dem Abi-Irrsinn!
DPA

Immer mehr Einser-Abiturienten: In einigen Bundesländern haben es Schüler leichter als in anderen. Dabei gäbe es eine Lösung, den höchsten Schulabschluss gerechter zu machen.

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Blaue Fee 07.06.2015, 15:18
150.

Zitat von DJ Doena
Die Amis haben ihre SATs, um einen standardisierten Wissensstand abzufragen. Natürlich kann man sich über multiple choice streiten, aber es geht hier um die Dimensionen, immerhin hat die USA viermal so viele Einwohner wie Dtl.
Aber die SAT und ACT sind ja deswegen geboren worden, weil der High-School-Abschluss nichts wert ist.

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dickebank 07.06.2015, 15:25
151. 4. Abi-Fach

Zitat von EMU
Das ließe sich einfach klären: Zentralabi, alle Prüfungen werden eingereicht, dann kriegt jeder Lehrer einen Stapel zufällig ausgewählter Prüfungen zum korrigieren. Jede Prüfung landet bei 2 oder 3 Lehrern und wenn die Noten stark auseinanderliegen, guckt nochmal jemand drauf.
Ich freue mich zukünftig auf die mündlichen Prüfungen im 4. Abi-Fach und auf die Kommunikationsprüfungen in den Fremdsprachen.

Für jeden Prüfling exakt die gleichen texte und Fragen, am besten vom Band. Kann ja nicht sein, dass durch Variationen der Stimmlage oder Tausch des Prüfers andere Prüfungsbedingungen geschaffen werden. Da die Aufgaben alle die gleichen sein müssen, werden also alle Prüflinge in der turnhalle eingeschlossen und nach einander per Losentscheid vor ein und dasselbe Prüfungsgremium gezerrt, dass dann unter normierten bedingungen die Prüfung abhalten muss. Stell ich mir echt geil vor.

Genauso müssen ja dann bei den Einheitsprüfungen immer exakt die gleichen Laborbedingungen herrschen, die Räume müssen exakt das gleiche Raumklima und die gleiche Beleuchtungssituation haben. Luftdruckschwankungen aufgrund geigraphischer Lagen müssen künstlich ausgeglichen werden. Wegen Fönwetterlagen dürfen dann in Kiel keine Abi-Prüfungen abgenommen werden, es könnten sich ja Vorteile für die Schüler Hedwig Schlosssteins ergeben. Schöne Neue Welt, ich freu mich drauf:)

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Horst333 07.06.2015, 15:26
152. Es gibt auch andere Erhebungen ...

Zitat von curiosus_
die in letzter Zeit in Bezug auf den Leistungsvergleich zwischen den Bildungssystemen der deutschen Bundesländer gemacht wurde war Pisa-E. Und da gilt lt. Wikipedia (Leistungsunterschiede zwischen Bundesländern): In den Naturwissenschaften lassen sich ausgeprägte Leistungsunterschiede zwischen den verschiedenen Bundesländern feststellen. Bundesland / Kompetenzpunkte (Schüler ohne Migrationshintergrund) Bayern 528 Baden-Württemberg 527 Sachsen 509 Rheinland-Pfalz 508 Schleswig-Holstein 506 Thüringen 505 Nordrhein-Westfalen 504 Hessen 504 Niedersachsen 501 OECD-Mittelwert 500 Saarland 497 Bremen 493 Mecklenburg-Vorpommern 492 Sachsen-Anhalt 478 Brandenburg 473 Ansonsten bin ich selbstverständlich dafür, dass der Standard möglichst hoch angesetzt wird. Er muss aber auf jeden Fall 1. in der Lage sein alle einheitlich zu bewerten und 2. die natürliche Gaußverteilung abbilden können.
zum Beispiel die vom Ländervergleich in Mathematik und den Naturwissenschaften von 2012 http://www.kmk.org/presse-und-aktuelles/meldung/vorstellung-der-ergebnisse-des-iqb-laendervergleichs-2012-in-den-mathematisch-naturwissenschaftlich.html).
Ergebnis: Mathematik - Bayern auf Platz 4, Biologie - Bayern auf Platz 8, Chemie - Bayern auf Platz 6, Physik - Bayern auf Platz 6, außer im Fach Mathematik (Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern) waren alle ostdeutschen Bundesländer im Ranking vor Bayern platziert.
Welcher Erhebung soll ich nun mehr glauben?
Im Übrigen gilt es nie "lt. Wikipedia" ;-)

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x+n 07.06.2015, 15:28
153. ...

Zitat von widower+2
Die im Spiegel genannten Zahlen (https://magazin.spiegel.de/digital/index_SP.html#SP/2015/24/135322472) deuten eher darauf hin, dass das Abitur in Bayern das zweitleichteste aller deutschen Bundesländer nach Thüringen ist. Das baden-württembergische Abitur ist von den Zahlen her mit dem in Bremen zu vergleichen und das schwierigste Abitur gibt es mit großem Abstand in Niedersachsen. Welchen Standard hätten Sie denn gerne?
Sie können nicht anhand der Noten vergleichen, es muss ein externer Test her. Und da steht bei PISA Bayern nicht soo schlecht da, in Mathe und Naturwissenschaften sind aber die Länder Sachsen und Thüringen tatsächlich ganz gut.

http://www.spiegel.de/schulspiegel/laendervergleich-mathematik-und-naturwissenschaften-nach-bundeslaendern-a-927282.html

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60hotte 07.06.2015, 15:28
154.

Das schwachsinnige Stammtischgesabbel vom früher ach so viel anspruchsvollerem Abitur ist in gnadenlosen Unsachlichkeit kaum noch zu ertragen. Meine Kinder müssen für das Abitur heute deutlich mehr leisten, als ich das vor 35 Jahren musste. Von den jammernden Dumpfbacken würden wohl die meisten bei einer erneuten Abiturprüfung unter heutigen Bedingungen gnadenlos scheitern!!
Schöne Grüße aus Aachen

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curiosus_ 07.06.2015, 15:29
155. Welche Verteilung ...

Zitat von austenjane1776
Wieso die natürliche Gaußverteilung? Was ist daran natürlich? Immer wieder: Sind Menschen und ihre Lernprozesse - und Testsituation - gleichartige Zufallsversuche? Sie haben die Leistung einer Person zu messen (für jede Person) und nicht Annahmen reinzustecken, die Unfug sind. Da muß ich, wenn ich eine gute Klasse gut unterrichte, Leuten schlechtere Noten geben, damit ihr Popanz "Gauß-Verteilung" stimmt? Das wäre falsch, demotivierend und rechtswidrig. Jedem das Seine. PS Auch die Mittelwerte von PISA sind für Eltern sinnlos - die müssen sehen, dass die eigenen Kinder was lernen. Und eine gute Schule finden - diese PISA-Daten bekommt man nicht, oder? Besser fitte Kinder auf guter Schule mit fitten Eltern in Bremen als Bayern mit schlechtem Umfeld und Egal-Eltern usw.
... wäre dann Ihrer Meinung nach die natürliche?

Wenn ich mir die Abinotenverteilung von z.B. BW oder Niedersachsen (hier, Seite 10) anschaue, dann liegt die nun mal ziemlich nahe an der Gaußverteilung.

"Da muß ich, wenn ich eine gute Klasse gut unterrichte, Leuten schlechtere Noten geben, damit ihr Popanz "Gauß-Verteilung" stimmt?"

Nein. Aber es geht auch nicht um "gute Klasse gut unterrichte", es geht bei einem bundesweiten Zentralabitur um alle Klassen und alle Unterrichtsqualitäten. Und da mittelt sich das eben heraus (sofern das Messverfahren fähig ist das zu messen was es messen soll). Das ist nun mal das Wesen der Statistik. Die gilt nur für ausreichend große Zahlen.

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Profdoc1 07.06.2015, 15:29
156. jetzt ist es gut....

es doch nicht um Noten, genauso wenig wie es im Studium um Credit Points geht. Es geht um Bildung! Nichts anderes! Wir diskutieren hier mal wieder typisch deutsch. Anstatt sich Gedanken darum zu machen, wie Schule wieder Bildung vermittelt und die Schüler zum kritschen Denken und Diskutieren zu bringen, wird über Nachkommastellen palavert. Jeder potentielle Studierende/ Studieninteressierte bekommt in D einen Studienplatz (ausgenommen Medizin, Zahnmedizin, Pharmazie, etc). Jedes Semester bleiben tausende Studienplätze unbesetzt. Meine Tochter hat ein nicht so dolles Abi seinerzeit abgelegt. Dennoch konnte Sie sich 10 Unis bundesweit aussuchen (Zusagen). Warum? Weil sie fachlich begabt ist und eine exzellente Algemeinbildung besitzt. Das reicht doch wohl. Eine Abinote bildet das nachweislich nicht ab - auch kein Zentralabi.
Schönen Sonntag noch

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dickebank 07.06.2015, 15:32
157. Behördenstruktur

Zitat von hhv45699
Ich sage als Bayer nur. Bayrische Abiturienten auf bayrische Hochschulen. Arbeite z.Z in NRW und kann beweisen, dass hier eine Untere Bauaufsicht (Arnsberg), eine Obere Bauaufsicht (HSK) und die Oberste Bauaufsicht unter dem Minister Groschek nicht helle genug sind eine Rechenaufgabe zu lösen die in Bayern in der 5.ten Klasse beherrscht wird.
Wenn die Stadt Arnsberg eine Bauaufsicht hat, dann die kommunale als "Untere Bauaufsichtsbehörde". Liegt die aber in der Hand der Stadt, dann ist der Landkreis HSK in Meschede überhaupt nicht zuständig. Die obere Bauaufsichtsbehörde wäre dann Arnsberg, womit nicht die Stadt Arnsberg sondern die Bezirksregierung in Arnsberg als Landesmittelbehörde gemeint ist.

Bleibt die oberste Bauverwaltung in Düsseldorf, die beim zuständigen Ministerium liegt, das aber nur die Rechtsaufsicht führt. Die fachaufsicht liegt ja bereits bei der Bezirksregierung.

Was will mir Ihr Post also sagen?

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silverhair 07.06.2015, 15:38
158. Eliten bringen nichts

Zitat von herr_forelle
Das Bestreben einer Gesellschaft müsste sein, für das rare Gut "Studienplatz" die geeignetsten Bewerber auszuwählen. Und das leistet eine Abiturnote nicht, da sie den Mittelwert aus sehr verschiedenartigen Leistungen darstellt, die mit dem Studienfach mehr oder weniger zu tun haben. Angenommen, Bewerber A ist ein Überflieger in Mathe, leider endet die Skala bei 1,0. Da er sich sehr reinhängt und schon eigene Forschungsfragen bearbeitet, hat er in Sprachen und sozialen Fächern nur 3er. Bewerber B hat in allen diesen Fächern 1er, nur in Mathe steht er auf dem Schlauch, hat es nie über eine 4 gebracht. Quizfrage: Wer steht auf der Liste für den Studenplatz in Mathe weiter oben?
Warum müßte das aussiehben das Bestreben sein?

Fakten/Wissenserwerb ist eine rein formelles Handwerkszeug, was aber nichts darüber aussagt was daraus an Kreativität erwächst!

Ebenso ist Wissenschaft /Forschung etc. niemals das Werk eines Einzelnen, sondern letztlich das zusammenwirken von vielen Unterschiedlichen Wissensgebieten!

Milton Friedman brachte in seiner Erklärung des Kapitalismus das Beispeil eines trivalen Bleistiftes, und zeigte auf, das unsere Welt wissens und können mäßig so zersplittert ist , das wir zwar "glauben" das wir wissen hätten darüber wie der hergestellt ist, aber der einzelne das keineswegs hat, sondern wir tausende brauchen um nur so etwas einfaches Herstellen zu können!

Die Idee der alten Griechen, man würde aus dem Gehirn durch denken nicht nur die Welt erklören können, sondern es gäbe ein "superdenken" in einem Menschen ist der größte Irrsinn wie man an der Realität sieht!

Deshalb gibts keine "besten" sondern immer nur zufällig jemand der als erstes, oder im Blickwinkel der Betrachter (staat) etwas gefunden hat, und wir nennen das dann Genie , vergessen alle anderen die vielleicht nur nicht die Veröffentlichung einen Tag später gemacht haben!

Es bringt keinen Gewinn nur dieser Schimäre des "besten" nachzulaufen, sondern auch da gilt die Masse, die Breite Streuung, und das Wissen von tausenden btw. Mio die irgendwo zusammenfließen!

DIe "Besten/Eliten" fördern nur das einkommen einer kleinen Minderheit, aufgrund des Schadens den sie insgesamt deshalb bei allen anderen Anrichten!

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systemfeind 07.06.2015, 15:40
159. ja

Zitat von GPTip.com
Auch bundesweit einheitliche Aufgaben lösen das Problem nicht. Es kann immer noch der korrigierdende Lehrer bei bestehender Sympathie/Antipathie dem Prüfling gegenüber oder bei als klagewütig bekannten Eltern einknicken und hier und da den ein oder anderen Punkte mehr bzw. weniger vergeben. Das fällt nicht auf, da die Abiturprüfungen nicht zurückgegeben werden. Die Korrektur müßte also von einer neutralen Person durchgeführt werden, und die Schüler müßten eine Art Matrikelnummer erhalten, so daß der Name vorerst unbekannt ist.
hatte ich bereist vor Jahren vorgeschlagen ; die Prüfungsunterlagen kommen per Kurier von der Bundesdruckerei , die Auswertung erfolgt neutral - durchgeführt von Wissenschaftlern - nicht von Lehrern .

MINT - Fächer können nicht mehr abgewählt werden - wer "was mit Menschen + Medien " machen will soll die internationale Oberklippschule mit Inklusionsfachbereich "Menschen und meine richtige Meinung" besuchen

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