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Bundesweit unfaire Noten: Schluss mit dem Abi-Irrsinn!
DPA

Immer mehr Einser-Abiturienten: In einigen Bundesländern haben es Schüler leichter als in anderen. Dabei gäbe es eine Lösung, den höchsten Schulabschluss gerechter zu machen.

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systemfeind 07.06.2015, 18:48
230. rausprüfen

Zitat von HomeSpace
Auf dem Gymnisum landet man nicht durch Leistung sondern durch das Einkommen der Eltern. Deshalb sind dort viele inkompetente Wohlstandskinder die eigentlich nicht dorthin gehören. Aber wie entfernen?
"Zettel raus , Name drauf , Klassenarbeit " .

unangekündigt ; die Prüfungsunterlagen kommen von der Wirtschaft - wer dreimal durchfällt geht .

Lara aus Hamburg Eppendorf ( 1- in Sozialkunde , 2 in "Reli" , 2 in Deutsch und 1 in Sport ) geht .

die macht dann was mit Medien - bei der "ZEIT" . Die schreibt dann kluge Artikel zum Thema G-7 - der Bildungsbürger entscheidet sich weiterhin für janes.com und verschiedene ausl. Zeitungen .

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whitemouse 07.06.2015, 19:06
231. Überholt

Der Föderalismus hat seinen Grund und seinen Sinn gehabt, er ist jedoch total überholt- nicht nur im Schulwesen.

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hjm 07.06.2015, 19:09
232.

Zitat von ssissirou
Die abgegebenen Arbeiten tragen keinen Namen, eine Begünstigung ist daher eigentlich ausgeschlossen, es sei denn ein Lehrer trifft zufällig auf die Arbeit eines seiner Schüler und erkennt die Schrift und ist zudem unehrlich, alles eher unwahrscheinlich.
Nö. Es gibt da dieses 1/e-Gesetz. Wenn ich eine große Zahl von Karten mische, dann ist die Wahrscheinlichkeit, dass keine Karte an ihrem ursprünglichen Platz ist, ungefähr 1/e, egal wie viele Karten es sind. Wenn die Arbeiten also wirklich zufällig landesweit verteilt würden (was ich hier einmal bezweifle), und man dann noch berücksichtigt, dass ein Lehrer mehrere Schüler hat, dann ist die Wahrscheinlichkeit, dass irgendein Lehrer die Arbeit eines seiner Schüler bekommt, ziemlich groß.

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prefec2 07.06.2015, 19:11
233. Kein Unterschied zwischen Nord und Süd

Ehrlich gesagt kann ich bei Studierenden keinen Unterschied zwischen Nord und Süd erkennen. Zugegeben ich schaue natürlich nicht auf ihre Noten sondern darauf wie gut sie in der Lage sind an der Uni zu arbeiten. Offenkundig kann kein System die Studenten besser als das andere auf die Uni vorbereiten. Ehrlich gesagt versagen sie alle (bis auf wenige Ausnahmen). So sind sie denkfaul und noch nicht mal in der Lage oder Willens Vorlesungsunterlagen zu lesen. Recherche scheint ihnen fremd zu sein ebenso wie Eigeninitiative. Manche können noch nicht mal ihre Fragen in Google eingeben. Natürlich gibt es auch welche die all das können, aber es sind Wenige und es macht keinen Unterschied woher sie kommen. Also es gibt keinen Grund sich auf sein Abi irgend etwas einzubilden.

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gilderoy 07.06.2015, 19:20
234. Grund

Wenn ich mich richtig erinnere wurde das föderale Bildungssystem eingeführt, um einer Zentralisierung wie 33-45 vorzubeugen. Das Gleiche galt auch für andere Bereiche. Das wird nun vergessen. Och bin trotzdem für ein Einheitsabitur, das wesentlich gerechter und langsam sind wir Deutschen ja auch erwachsen geworden.

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hjm 07.06.2015, 19:22
235.

Zitat von silverhair
Wie für Alle grossen Systeme gilt die Gaussche Normalverteilung, …
Da dieses Stichwort jetzt schon mehrmals gefallen ist: Nein, gilt sie eben nicht.

Bloß, weil die Normalverteilung für die meisten Menschen die einzige Verteilung einer reellen Zufallsgröße ist, die sie in ihrem Leben zu sehen bekommen, folgt daraus nicht, dass sich „alle großen Systeme“ nach ihr verhalten.

(Schul-)Noten sind sogar das Gegenbeispiel schlechthin. Eine Note setzt sich in der Regel aus einer Summe von einzelnen Größen zusammen, die sehr stark korrelieren: Wer gut addieren kann, der kann meist auch gut subtrahieren und multiplizieren und bekommt dann eine bessere Mathenote als einer der es nicht gut kann.

Die Normalverteilung ergibt sich dagegen als Grenzwert einer Summe sehr vieler nicht korrelierter Zufallsgrößen. Eine Normalverteilung bei Prüfungsergebnissen könnte man daher sogar als Hinweis deuten, dass man die Prüfungsaufgaben gar nicht durch Wissen, sondern nur durch Zufall richtig beantworten kann.

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RSt 07.06.2015, 19:40
236. Nein!

Die Lösung ist ebenso kurzsichtig. Praktisch jede Studie zum Thema "Noten" ergibt ganz klar, dass diese weder objektiv, noch reliabel noch valide sind. Ein anderer Lehrer würde also zu einem anderen Ergebnis kommen. Und sie prüfen nicht, was sie prüfen sollen. Damit sind Noten wissenschaftlich nachweislich völlig ungeeignet, um Lebens- und Berufschancen zu vergeben! Dieses Problem haben wir aber nicht nur zwischen den Bundesländern. Vergleichen Sie in BW doch einmal ein allgemeines Abitur mit dem Abitur eines beruflichen Gymnasiums. Hier verlassen viele Schüler die 10. Klasse eines allgemeinbildenden Gymnasiums, weil sie auf einem beruflichen Gymnasium deutlich bessere Noten bekommen. Am Ende ist beides gleichwertig! Ich bin selbst Lehrer und sehe bei Abschlussprüfungen teilweise extreme Unterschiede in den Anforderungen zwischen Schulen, die nur 20km voneinander getrennt liegen. Was wir brauchen sind keine Relikte aus Urzeiten (=Noten) sondern aussagekräftige Formulierungen der Kompetenzen, über die ein Schüler verfügt oder eben nicht. Was kann denn jetzt ein Schüler mit ner 3 in Deutsch? Und was kann er nicht?

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_meerblick_ 07.06.2015, 19:44
237. Welchen Wert besitzt das Abitur noch?

Diese Frage darf man sich berechtigterweise stellen, vergleicht man die jüngeren Abiturjahrgänge mit denen der älteren Generation. Ich habe mein Abitur im Jahre 1978 abgelegt, zur damaligen Zeit haben vielleicht 15 oder 20 Prozent eines Jahrgangs das Gymnasium besucht und ein Abitur mit der Eins vor dem Komma war eine Ausnahme, die lediglich für die absolut besten Schüler erreichbar war.

Das deutsche Abitur, immerhin der höchste Schulabschluss, verkommt zur Massenware, das Gymnasium für alle wird offenbar Realität. Überambitionierte Helikopter-Eltern schrecken bisweilen nicht einmal davor zurück, ihren Nachwuchs einer geistigen Behinderung zum Trotz am Gymnasium einschreiben zu wollen (Henri), dem gottlob ein Riegel vorgeschoben wurde. Selbst die Blödesten bestehen schon irgendwie, wenn die Helikopter-Eltern dieser Kinder nur fleißig genug im Förderverein oder der Schulpflegschaft tätig sind und ggfs. noch einige Hundert Euro im Monat für die Nachhilfe auf den Tisch blättern, damit dem Nachwuchs der Stoff irgendwie ins Gehirn gehämmert wird. Das Resultat ist, dass diese Abiturienten die allgemeine Hochschulreife bloß auf dem Papier besitzen, nicht jedoch in der Praxis.

Aber um diesen im Grunde nicht studierfähigen Jungs und Mädels dennoch etwas anbieten zu können, sind in den letzten Dekaden genug Fakultäten wie Pilze aus dem Boden geschossen. Da studieren die dann irgendein Schwafelfach, was-mit-Medien oder Pseudo-Wissenschaften wie Gender Studies und dürfen nach ihrem Abschluss, der bei zumindest ausreichender Disziplin hinterher geworfen wird, irgendwo als Akademikerprekariat zwischen Minijobs, Zeitverträgen und Praktika dahinvegetieren. Mit einer ordentlichen Lehre wäre vermutlich ein Großteil dieser Leute besser beraten gewesen, aber die Verlockung, sich Akademiker nennen zu dürfen, schien wohl zu groß.

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Ihr5spieltjetzt4gegen2 07.06.2015, 19:46
238. Spitze und Basis

Das Zentralabitur zumindest in Kernfächern wie Mathematik, Deutsch oder der ersten Fremdsprache ist in meinen Augen eine berechtigte Forderung. Die Umsetzbarkeit ist dabei keine Frage von Bildungsföderalismus vs. -zentralismus. Sondern eine Frage des politischen Willens. Und eine Frage, wieviel Raum man politischer Ideologie bei der Festsetzung der
notwendigen Standards einräumt.

Allerdings wäre es mMn zu kurz gesprungen die Frage der Vergleichbarkeit der Abiturnoten, die in den verschiedenen Bundesländern vergeben werden, nur hinsichtlich der unterschiedlichen Abituranforderungen zu hinterfragen. Die prinzipiellen Unterschiede beginnen bereits sehr viel früher (nämlich in der Grundschule) und setzen sich bis zum Abitur konsequent fort. Es hätte mMn keinen Zweck, lediglich an der Spitze etwas zu ändern und die Basis nicht zu berücksichtigen.

Analog zu PISA gibt es regelmäßige Untersuchungen/Tests zum Wissensstand der Grundschüler am Ende der 4. Klasse in den einzelnen Bundesländern, wenn in der Regel der Übergang zur weiterführenden Schule erfolgt. Die letzten Ergebnisse liegen (glaube ich) so ca. 2 Jahre zurück. Dabei stellte sich heraus, dass z.B. die Viertklässler in Bremen in etwa 1,5 Jahre hinter den Viertklässlern in Bayern zurücklagen. Dieses Defizit ist nie wieder aufzuholen, auch nicht bis zum Abitur. Dieses Untersuchungsergebnis war kein Resultat, dass aufgrund z.B. unterschiedlicher sozialer Zusammensetzungen der jeweiligen Klassen zustande gekommen wäre. Es zeigte sich, dass im direkten Vergleich z.B. bei Klassen mit gleicher Sozialstruktur (also z.B. Klassen fast ausschließlich mit Schülern aus Akademikerhaushalten oder Klassen fast ausschließlich mit Schülern aus prekären Familienverhältnissen und aus bildungsfernen Migrantenmilieus) dieser Abstand genau derselbe war.

Wie auch immer, wer in Bayern (oder auch in dem einen oder anderen sonstigen Bundesland) auf das Gymnasium kommt, hat bereits einen erheblichen Wissensvorsprung. Nun muss man allerdings in Bayern eine Empfehlung der Grundschule haben, um auf das Gymnasium zu kommen. Dies ist in Bremen z.B. gar nicht der Fall. Hier entscheidet allein der Elternwille. In Berlin ist es z.B. so, dass der Elternwille höher eingestuft wird als die Förderprognose. D.h. in Bayern besuchen weniger Schüler eines Jahrgangs und dann auch die leistungsmäßig besseren das Gymnasium und sie verfügen darüberhinaus über ein höheres Wissen.

Ob eine Zentralisierung der Bildungspolitik allerdings der Weisheit letzter Schluss wäre, wage ich nach diversen Erfahrungen im Ausland zu bezweifeln. In Frankreich wird gerade z.B. wieder einmal der Unterricht in der Mittelstufe 'demokratisiert'. Die sozialistische Bildungsministerin geht da stur vor, auch wenn es nicht nur in den Grenzregionen zu Deutschland, sondern landesweit erhebliche Proteste gibt; auch von Parteigenossen. In der Endkonsequenz führt diese 'Demokratisierung' des Bildungsangebots zu einer Minimierung oder gar Verschwinden des Deutschunterrichts in Frankreich. Allen Bekundungen hinsichtlich der deutsch-französischen Freundschaft zum Trotz. Gestützt wird die Ministerin in der Hauptsache vom Premier und vom Präsidenten.

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austenjane1776 07.06.2015, 19:50
239. Die Bw ist die Basis unserer Sicherheit

Zitat von darkace82
wie sehr an diesem kranken Bildungsföderalismus festgehalten wird. Die Fakten sprechen ja alle dagegen. Es ist teurer, aufwendiger, es ist für jeden Schüler unfair, es erschwert die dringend notwendige Mobilität der Menschen, es bringt Grosse Probleme für die Universitäten usw. Die Zersplitterung in dutzende unterschiedliche Schulformen, Regelsets Usa durchschaut keiner mehr. Vorteile? Mehr Politiker Posten. Und der irrige Glaube es könnte noch schlimmer werden wenn es zentral geregelt würde. Die Frage ist doch, was soll denn noch schlimmer werden????? Unser Bildungssytem, Stand heute, ist peinlich. Nichts mehr. Schulen marode, kein System dahinter, chaotische Strukturen, miese Ausbildung der Lehrer, zu wenig Lehrer usw. Mit Schülern kann man es ja machen. Das Bildung DIE Basis unseres Wohlstands ist... Der logische Schluss überfordert viele...
Und?
Wie gehts der Bw?
Nichts geht mehr.
Obwohl es der Bund machen soll.

Die Autobahnen sind die Basis unserer Mobilität
Und?
Zerbröseln. Und die Brücken verrecken.
Natürlich da, wo der meiste Verkehr ist.
Überraschung.

Die würden auch die Bildung noch schlimmer machen.
Da fehlt normalen Menschen wie uns einfach die Vorstellung.
Beispiel:
Der Deutsche dachte, statt Maut hätten wir ne hohe Mineralölsteuer.
Die GroKo schafft jetzt beides....
Bin gespannt, was Dobrindt-VdL-und wie die schwarzen Nullen alle heißen aus der Bildung machen würden.
Zuerst teurer.
Dann schlechter.
So gehts doch immer.

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