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Bundesweit unfaire Noten: Schluss mit dem Abi-Irrsinn!
DPA

Immer mehr Einser-Abiturienten: In einigen Bundesländern haben es Schüler leichter als in anderen. Dabei gäbe es eine Lösung, den höchsten Schulabschluss gerechter zu machen.

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histo4535 07.06.2015, 11:59
30. Bayern wirklich härter?

Man kann die erstellte Statistik auch so lesen, dass das Abitur in Rheinland-Pfalz einen höheren Anspruch hat. Denn dort gibt es unterduchschnittlich viele Einser Abiturienten und überdurchschnitlich viele im Bereich 3,1-4,0. Diese 1,3 % die beim Abitur durchfallen müssen sich auf die Prüfungen selbst beziehen, denn es wird vorher ordentlich ausgesiebt, etwa 50% eines Jahrgangs. Wobei es eine ähliche Diskussion schon anfang der 60er Jahre im SPIEGEL gab, dort war es die Ausrichtung von Altsprachlichen und Neusprachlichen Gymnasien. Dort waren die Abiturienten auch noch zwischen 20 und 24, aber das heißt nicht dass sie besser waren. Man kann das Ganze auch noch in eine noch ältere Zeitöinie bringen, ich Zitieren: „Die Gründe für diese erstaunlichen deutschen Erfolge im Bereich der Wissenschaften waren vor allem im Bildungs- und Universitätssystem zu suchen, das bereits seit Mitte des 19. Jahrhunderts systematisch mit dem Ziel ausgebaut worden war, die wirtschaftliche Rückständigkeit der deutschen Länder insbesondere gegenüber Großbritannien auszugleichen. Seit der Reichsgründung und dann noch einmal verstärkt seit der Jahrhundertwende waren diese Anstrengungen weiter intensiviert worden. Zwischen 1873 und 1914 stiegen die Ausgaben aller Bundesstaaten für die Universitäten um fast 500 Prozent. Die Zahl der höheren Schüler verdoppelte sich in dieser Zeitspanne; diejenige der Studenten verfünffachte sich.“ Aus: Ulrich Herbert, Geschichte Deutschlands im 20. Jahrhundert, München 2014. S. 32.

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curiosus_ 07.06.2015, 12:01
31. Ja, ...

Zitat von Carola Padtberg-Kruse
Eine Verabschiedung vom Bildungsföderalismus. Das deutsche Klein-Klein in Sachen Bildung, bei dem jede Schule, jede Hochschule, jedes Bundesland festlegt, was Prüflinge zu leisten haben, sorgt für Chaos und Ungerechtigkeit. Nur bundesweit einheitliche Lehrpläne und ein Abitur für alle könnten das aus der Welt schaffen.
... aber bitte nicht nach thüringischem (oder sächsischem?) Standard. Wenn, dann bitte nach süddeutschem.

Derzeit haben die süddeutschen Abiturienten immerhin den Vorteil, dass ihr Abitur bekanntermaßen anspruchsvoller ist als das der anderen.

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steffen.ganzmann 07.06.2015, 12:02
32. Hey, nichts gegen den Bachelor, ja?

Ohne den hätte ich 4 Jahre meines Lebens unnütz vergeudet. Durch ihn bin ich wenigstens zu meinem eigentlichen Beruf noch zusätzlich LL.B.!

Bringt mir zwar in Deutschland nichts, macht sich aber dafür im angelsächsischen CV umso besser ... ;-)

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Draupadi 07.06.2015, 12:03
33. Vergleichbarkeit

Ein einheitliches Abitur würde abgesehen von der Vergleichbarkeit der Leistungen der Schüler noch etwas anderes nach sich ziehen.
Nämlich die Vergleichbarkeit der Leistungen der Schulen und der Lehrer.

Abweichungen könnten dann auch mit Fehlleistungen einzelner Lehrer und Schulen begründet werden. Welche Schulen und welche Lehrer wollen das?

In meiner Schulkarriere hatte ich 3 gute Lehrer und einen riesigen Haufen schlechter Lehrer. Wer will denn schon riskieren, dass Lehrer und Schulen bewertet werden, objektiv messbar.

Es könnte ja teuer sein, daran etwas zu ändern...

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From7000islands 07.06.2015, 12:03
34. Materielle Gier

Zitat von Pinin
... hier geht es nicht um Schüler und Studenten, sondern um Pfründe von Politikern und Beamten. Und die sind doch vieeeel wichtiger in Deutschland.
Das wäre also der Grund warum keine Partei dieses beschämende Problem anpacken will? Um ihren Genossen keine Posten abzuschneiden? Das kann dann nur für die grösseren Parteien gelten, die es sich in den Ländern schon bequem gemacht haben. Linke und AFD sind also wählbar, weil noch unverdächtig in materieller Gier.

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steffen.ganzmann 07.06.2015, 12:06
35. Anonyme Benotung

Zitat von elizar
? Genauso wird das doch gemacht! Zumindest in BaWü. Ich verstehe das Problem nicht.
Das Problem ist, dass es das eben nur in unserem Ländle gibt.

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01099 07.06.2015, 12:06
36.

Zitat von May
Ich bin absolut für den Föderalismus im Bildungssystem. Das ist kein Klein-Klein sondern ermöglicht Vielfalt und einen Wettbewerb um die besten Systeme. Aber, das alles bringt nur etwas, wenn die Leistung vergleichbar ist. Lehrpläne und Prüfungen müssen also vereinheitlicht werden und zwar nicht nur das Abitur. Am besten wird am Ende jedes Schuljahres eine deutschlandweit einheitliche Abschlussprüfung durchgeführt, spätestens ab Klasse 5 an. Wie die Bundesläder ihre Schüler darauf vorbereiten sollte aber Ihnen überlassen werden. Dadurch hätte man beides: Wettbewerb und Vergleichbarkeit. Leider ist dies ein Wunschtraum, denn Rot-Grüne Landesregierungen haben traditionell Angst vor solchen Vergleichen, könnten diese doch ihre bildungspolitischen Wunschträume als eben dies entlarven. Stattdessen wollen sie diese deutschlandweit festschreiben und diffamieren dann gerne den Föderalismus.
Sie widersprechen sich irgendwie. Erst sind sie für den Föderalismus und dann rufen sie nach einheitlichen Lehrplänen und Prüfungen. Wo genau ist denn der Föderalismus dann? Wissen Sie übrigens, warum es den Föderalismus überhaupt gibt? Man hat Angst vor Gleichschaltung, wie sie im Dritten Reich stattfand. "Wettbewerb" war nicht die Idee dahinter. Ich kann Ihnen nur sagen, dass dieser Föderalismus nichts bringt. Ich habe an der TU-Dresden studiert und musste feststellen, dass es bei vielen in meinem Jahrgang an grundlegendem Wissen mangelte, was sie in ihrem Abitur außerhalb von Sachsen nicht erlangen konnten. Ich wurde teilweise gefragt, ob ich Wikipedia offen habe, weil ich Dinge wusste, von denen sie noch nie gehört hatten. "Heliozentrisches Weltbild" bzw. "Kopernikanische Wende" zum Beispiel. Trotzdem hatten diese Studenten natürlich ein super Abi in der Tasche.

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MissMorgan 07.06.2015, 12:06
37. Zusätzliche Prüfung

Vermutlich - da sich die Politik wieder nicht einig werden wird - entwickeln die Universitäten verschiedene Prüfungen (wie in den USA) für die verschiedenen Fächer und jeder muss diese Prüfung machen, erhält seine Punktzahl die bei der Universitätsbewerbung mit einfliesst. Also eine Art Medizinertest für alle; mit fachspezifischen Besonderheiten. Hat immerhin den Vorteil, dass dies eine neue Chance für die angehenden Studenten ist.
Glaubt doch keiner dran, dass die Politik das Problem löst. Die gleichen Menschen, die es in der letzten Legislaturperiode nicht einmal schaffte, ihre Kommission bezüglich der Mehrwertsteuer zu einem Treffen zu bewegen (angeblich Zeitprobleme in vier Jahren!) soll nun wieder einmal etwas komplett aufrollen und umkrempeln?

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madita-mia 07.06.2015, 12:07
38.

Zitat von Morrison
Das Schlimme daran ist die Tatsache, dass die schulen auch noch glauben, den jugendlichen damit einen gefallen zu tun! Ich habe viel mit jungen menschen zu tun und war auch schon elternvertreter und behaupte einmal, dass das heutige abitur in etwa der realschulreife vor 30 Jahren entspricht! Und der Reaschulabschluß dem des damaligen Hauptschulabschlusses! Dazu kommt noch das verkrampfte Bemühen, unbedingt alle weiblichen Schüler bis an die Schmerzgrenze zu fördern und dabei nimmt man durchaus Benachteiligungen von Jungs in Kauf! Das ganze Abiturprüfungsprozedere, wie auch der gymnasiale Unterricht sind mittlerweile auf stures Auswendiglernen ausgerichtet! Komplexe Zusammenhänge werden kaum vermittelt! Dies kommt fast ausschließlich den SchülerINNEN zu gute! Der Schock der Erkenntnis kommt dann später im wahren Leben, wo sich die Frauen plötzlich trotz bester Noten dann nur mit Hilfe von Quoten behaupten können! Etwas mehr Praktikabilität und gesunder Menschenverstand bei den Schulen würden da schon weiterhelfen! Lese und Rechtschreibkurse für unsere Abiturienten zum Beginn ihres Studiums könnte man dann einsparen!
Es erhebt sich die Frage, was Sie beruflich machen und mit welchen jungen Menschen Sie zu tun haben. Ich kann Ihren Behauptungen nicht annähernd zustimmen: Ich saß vor ca. 20 Jahren in BW als einzige Frau im Physik-LK und als eine von 3 in dem einen von 2 Mathe-LKs. In dem anderen Mathe-LK war der Frauenanteil höher. Bei dieser Fächerkombination hilft Auswendiglernen nicht weiter, trotzdem lagen die Frauen mit ihren Leistungen über dem Durchschnitt - wie im übrigen bundesweit bei den Abiturabschlüssen und fast allen Studienabschlüssen. Auch denen, in denen analytischer Sachverstand erforderlich ist! Das könnte daran liegen, daß a) Intelligenz normalverteilt ist und - anders als Sie - keine Geschlechtsunterscheidung vornimmt und b1) von Haus aus zu mehr Fleiß angehalten werden oder b2) sich eher genötigt sehen, sich zu beweisen, weil es Leute wie Sie gibt.
Die Quoten erscheinen nötig, weil Frauen in akademischen Berufen - statistisch bewiesen - trotz gleicher Qualifikationen benachteiligt werden, OBGLEICH sie häufig die besseren Noten und effizientere Arbeitsleistungen zeigen.

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01099 07.06.2015, 12:09
39.

Zitat von herr_forelle
Das exakte Abschneiden beim Abitur, wo ja letztlich Allgemeinbildung geprüft wird, sagt sehr wenig über die Eignung eines Bewerbers für einen konkreten Studiengang. Eine Vereinheitlichung würde also kaum zu mehr Gerechtigkeit oder "besserer" Auswahl führen, sondern nur zu einer mathematischen Einebnung des eigentlichen Problems.
Es wird keine Allgemeinbildung abgefragt sondern Fachwissen.

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