Forum: Leben und Lernen
Bundesweite Bildungsstudie: So klug ist Ihr Landkreis

Eine Bildungsstudie zerlegt Deutschland in 412 Regionen - und offenbart: Das Land ist von gleichen Lebens- und Lernbedingungen weit entfernt. Grafiken zeigen für jeden Landkreis, wie die Bürger dort in*Schule, Beruf und Leben lernen.*Für den Norden der Republik sind die Ergebnisse ein Debakel.

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zwischendominante 24.11.2011, 11:52
150. ;-)

Zitat von G. Donner-Wetter
"Adelige sind intelligenter als der Rest- der nächste Kanzler muß ein adeliger Bayer sein ". ;) Das ein solch .....
Und was würden Sie einem antworten, der sagt: "Donnerwetter, ich war in der DDR in einer Partei und mein dort ausgebildeter Grips sagt mir, man setzt sich für sein 'Geschäft' AUF die Brille, nachdem man den Deckel hochgeklappt hat." ... Im Vatikan wird man sich doch nicht aufs blanke Porzellan setzen?.. außer es ist aus Meißen, Ex-DDR ...

Ansonsten finde ich Ihre Hintergrundbeleuchtung zur Studie durchaus interessant und erhellend, denn für meine Bildungsumgebung sind alle bisherigen Studien einschl. dieser eher nichtssagend, aber für bestimmte interessengeleitete Gruppen vielleicht nützlich. Untere Plätze von PISA bis Bertelsmann müssen nicht immer mit Blödheit und schlechter Politik zu tun haben; es gibt auch sachliche Gründe für scheinbare Misserfolge, die ein kleines Bildungssystem trotz hohen Engagements aller Beteiligten ganz hinten anstehen lassen ...

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unterländer 24.11.2011, 14:12
151. ?

Zitat von enemenemopel
Ich vermute mal, dass sich anhand der Reaktionen in den Postings auf die Studie ablesen lässt, in welchen Bereichen der Karte die jeweiligen Foristen zu finden sind. Aber warum sich gleich .....
Die sitzen halt nicht bloß in der Partei rum, sondern sorgen mit ihrer Arbeit in Betrieben, Behörden, Vereinen, Volkshochschulen usw. und ja, auch in Ministerien, dafür, dass die nächste Studie ein ähnliches Ergebnis aufweisen wird wie die bereits durchgeführten. Merke: Parteimitglied bedeutet nicht automatisch Politiker.

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x-beliebig-und-anonym 24.11.2011, 16:09
152. Intelligenz

Zitat von mibarina
Nun, ein Forum ist nicht der Ort für wissenschaftliche Abhandlungen, und ich fürchte, es wird etwas OT. Aber vielleicht doch so viel (zum Thema Intelligenz und Vererbung): 1. "Intelligenz" ist ein von Menschen gemachtes gedankliches Konstrukt. Es gibt durchaus unterschiedliche .......
Nein, reicht natürlich nicht. Vieles, was Sie hier schreiben ist selbstverständlich richtig. Allerdings stecken da m.E. immer noch ein paar grundsätzliche Fehler drin:
1. noch einmal: Genetik bedeutet nicht Determinismus !!!
2. der Prozess ist sehr wohl Forschungsgegenstand - bitte nicht Wissenschaft und pupulärwissenschaftliche Aufarbeitung unkritisch durcheinander mengen. Bei den Wissenschaftsjournalisten fällt der Prozessaspekt allerdings wirklich häufig unter den Tisch, ich vermute, weil sie Ihre Leserschaft diese Art Komplexität nicht zumuten möchten. Reißerische Überschriften verkaufen sich halt besser. Und noch besser verkaufen sich jene preuso-wissenschaftlichen Vulgär-Pampflete a'la Sarrazin.

Aber selbst jene falschen Schlüsse, die Sie richtiger Weise nennen, wie etwa Intelligenz würde stets mit Schulnoten korrelieren, behauptet so kein seriöser Pädagoge ernsthaft. Im Gegenteil, da gilt doch eher "wenn IQ und Schulleistungen krass auseinanderfallen, deutet das auf gewisse 'special needs' hin, die ihrerseits aber wieder auch auf weitestgehends veranlagungsbeeinflußten Problemen herrühren können, wie z.B. Legasthenie, Arithmasthenie, ADHS, oder Hochbegabung". Noch ganz abgesehen vom Einfluss des Sprachverständnisses für die Aufgabenstellungen in jenen Tests.

Abgesehen davon, in der Forschung ist nie etwas abgeschlossen. Zwei Beispiele
(a) http://www.ib.hu-berlin.de/~wumsta/i...elligenz09.pdf zur Frage Intelligenz und Lebenserfolg
(b) http://www.youtube.com/watch?v=36HquPzdxf4 zur Frage des Einflusses von Genetik.
Ich denke gerade der letzten Clip, von Prof. Robert Sapolsky von der Stanford University, zeigt sehr gut, dass die Neurowissenschaft JEDE linar kausale Erklärung für solche Aspekte der menschlichen Existenz ablehnt, ohne dabei auch nur im geringsten die physiologische Basis dafür in Frage zu stellen.

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DanielaMund 24.11.2011, 16:12
153. kT

Zitat von t.h.wolff
Umgekehrt wird ein Schuh draus. Die Länder, die in der PISA-Studie vorn liegen (vor Bayern und BaWü) haben integrative Schulsysteme. In Finnland machen dennoch rund 70% der Schüler das Abitur, nicht nur 20% wie in Deutschlands Süden - und mit besserem PISA-Ergebnis.
a) Da Deutschland eines der wenigen Länder mit gegliedertem Schulsystem ist, haben auch die Länder, die bei PISA hinten liegen, integrative Schulsysteme - oft verbunden mit hohem Privatschulanteil. Aus dem System können Sie also nichts herleiten

b) In Finnland steht zwar an allen Schulen dasselbe dran, tatsächlich sind sie aber je nach Profil und Einzugsgebiet unterscheidlich wie Tag und Nacht.

c) Trotz (oder aufgrund?) der hohen Abiquote trauen die finnischen Unis ihrem eigenen Abi nicht, es müssen Aufnahmeprüfungen bestanden werden.

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leonardo01 24.11.2011, 19:56
154. Und was sagen die Pisa-Fans?

Mit „Studien“ wird immer viel Schindluder getrieben. Ich persönlich finde es auch seltsam, wenn in der aktuellen Studie z.B. die Zahl der Leute eingeht, die bei der freiwilligen Feuerwehr sind…
Lustig finde ich aber, dass es viele zu geben scheint, die auf solche eine Studie ob ihrer Fragwürdigkeit schimpfen, andererseits völlig Pisa-hörig sind, obwohl es sich dabei um eine Äpfel-Birnen-Studie handelt. Ganze Umwälzungen des deutschen Schulsystems fußen auf solchen „Studien“, die Bildung in unterschiedlichen Staaten überhaupt nicht wirklich vergleichen kann, da unterschiedlicheStatten ganz unterschiedliche „repäsentative“ Schüler ins Pisa-Rennen schicken. So werden in Finnland knapp 20 % der Schüler zur Förderschülern deklariert (die man nicht mit testet), in Deutschland sind es nur 5 %. Es kommen in Finnland also generell schon einmal nur bessere Schüler zur Auswahl für den pisa-Test in Betracht. Und es ist vielen Leuten auch gar nicht bekannt, dass nicht alle Schüler eines Jahrgangs „ bei Pisa“ teilnehmen, sondern nur recht wenige. In machen Ländern werden Schüler für Tests gedrillt, aber das alles findet keinerlei Beachtung. Wenn Pisa-Papst Schleicher spricht, ist immer klar, der einzige Ausweg aus unserer Misere ist die Einrichtung von Gesamtschulen. Auch hier gibt es KEINE Kausalität zwischen Pisa-Erfolg und Gesamtschule, aber er wird einfach so penetrant postuliert, bis er für das verdummte Wahlvolk Allgemeinwissen ist. Der Logik unserer „Experten“ folgend müsste doch jetzt wieder jeder nach der Abschaffung der Gesamtschulen schreien….
Für mich gibt es bei all den Bildungsstudien nur einige wirklich verlässliche: Die Pisa-E-Studie, die die Pisa-Ergebnisse INNERHALB von Deutschland mit immerhin etwas besser vergleichbareren Bedingungen als zwischen unterschiedlichen Staaten vergleicht. Forschungsergebnisse der Max-Planck-Gesellschaft, der man nicht unbedingt eine Nähe zu einer ganz bestimmten Partei zusprechen würde und die Lernstanderhebungen, die jedes Jahr in einem KOMPLETTEN Jahrgang (außer Förderschülern) (derzeitig der 3. und 8. Klasse) durchgeführt werden. Interessanter Weise ergeben diese seriösen Studien aber das gleiche Bild wie das der zugegebenermaßen etwas dubiosen „Studie“ der Bertelsmannstiftung: Bundesländer mit Gesamtschulen sind schlechter als die mit reinem gegliedertem Schulsystem. Innerhalb eines Bundeslandes mit gegliedertem System und Gesamtschulen schneiden die Gesamtschulen besonders schlecht ab. Das ist für mich aussagekräftiger als alle und Bertelsmann- und internationalen Pisastudien zusammen.

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leonardo01 24.11.2011, 20:19
155. Finnlands Gesamtschulen und andere Märchen

Zitat von t.h.wolff
Umgekehrt wird ein Schuh draus. Die Länder, die in der PISA-Studie vorn liegen (vor Bayern und BaWü) haben integrative Schulsysteme. In Finnland machen dennoch rund 70% der Schüler das Abitur, nicht nur 20% wie in Deutschlands Süden - und mit besserem PISA-Ergebnis.
Sie missverstehen etwas prinzipiell, weil Sie glauben, dass ein Abitur in Finnland den gleichen Stellenwert hat, wie das deutsche Abitur. In Finnland, wo viele "Abi" machen, ist das Abitur nicht die Allgemeine Hochschulreife. Es gibt eine ganz harte Selektion für den Zugang zu den Hochschulen Ebenso sehen die Bildungsexperten in dem bei uns immer so hochgerühmten Finnland ihr eigenes Bildungssystem deutlich kritischer. Am 6.12.2010 wurde ein finnischer "Experte" mal wieder im Rahmen der Pisa-Studien zum finnischen Schulsystem auf WDR5 befragt. Er sagte, auch dieses System habe seine Schwächen, denn es fördere begabte Kinder zu wenig. (Anmerkung: Die Begabtenkurse beginnen dort ja schon ab Klasse 3, die Selektion setzt also früher als bei uns ein, sie umfasst aber nur einzelne Fächer). Er erzählte noch, dass in Helsinki, wo die Möglichkeit dazu besteht, Eltern die Wert auf Bildung legen, ihre Kinder zur deutschen Privatschule schicken, wo sie das deutsche Abitur machen könenn. Ich fand das köstlich, denn während hier die rot-grünen Politiker in Finnland immer das Paradies sehen, trauen die Finnen dem deutschen Abitur mehr zu als ihrem eigenen "Abitur". Lesen Sie auch mal den folgenden Artikel
http://www.finland.de/dfgnrw/dfg043a-pisa07.htm
der straft das linke Gewäsch bezüglich Finnland Lügen.
Die skandinavischen Länder Schweden, Norwegen und Dänemark liegen übrigens HINTER Deutschland in dem unsäglichen Pisa-Ranking.
http://de.wikipedia.org/wiki/PISA-Studien
Übrig bleibt Finnland (das pingelig gesehen nicht einmal zu Skandinavien gehört, in jüngerer Zeit aber häufig dazu gerechnet wird). Finnland hat mit seinen 2% Ausländern und homogener Gesellschaft eine nicht annähernd mit Deutschland vergleichbare Bevölkerungsstruktur. Rechnet man bei der Pisa-Studie die Migranten in Deutschland heraus, die leider ja in Deutschland nicht wie Finnland üblich VOR der Einschulung gezwungen werden, die Landessprache zu erlernen, steht Deutschland auch glänzend da. Und die Finnen definieren sich viel mehr Förderschüler (knapp 20 % gegenüber 5 % in Deutschland). Da die nicht mitgetestet werden, stehen die Finnen auch noch besser da. Eigentlich müssten die Pisa-Gläubigen aber nach der letzten Studie doch eine neue Sau durch's Dorf treiben. China steht doch ganz oben. Vielleicht erreicht Deutschland ja auch mit Drill demnächst einen Spitzenplatz bei Pisa. Darüber sollte man mal nachdenken.

Zitat von t.h.wolff
Natürlich schönt ein frühzeitiges Herausselektieren die Durchschnittsergebnisse im Testvergleich (Bayern und BaWü erreichen nur eine halb so große Abiturientenquote wie Bremen). Funktioniert übrigens immer: schicken Sie in jedem beliebigen Land der Erde die potentiell schwächere Hälfte der Klasse auf den Flur - schon ergibt sich im Test ein signifikant verbessertes Resultat.
Sie haben das Konzept nicht verstanden. Pisa testet nicht alle Kinder eines Jahrgangs, sondern nur ausgewählte, die in Deutschland so ausgewählt werden, dass sie repräsentativ sind. Die Auswahl betrifft ALLE Schulformen mit Ausnahme der Förderschulen. D.h. auch bayerische Hauptschüler werden getestet, genau wie in NRW und Berlin.

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