Forum: Leben und Lernen
Burnout bei Lehramtsstudenten: Schon der Nachwuchs brennt eher aus
Corbis

Lehrer macht ihre stressige Arbeit krank - so lautet das Klischee. Eine neue Studie zeigt jetzt: Bereits viele Studenten haben ein hohes Burnout-Risiko. Oft weil sie aus den falschen Gründen Lehrer werden wollen.

Seite 1 von 18
pubsfried 08.07.2014, 12:41
1. Darum: Augen auf bei der Berufswahl! Aber...

...den Faktor Stress hat man in JEDEM akademischen Beruf - wenn man das falsche Fach gewählt hat und nicht bei Papa in der Fa. arbeitet! Und bei sozialen Berufen kommt eben noch der Stress der ständigen Interaktion mit Menschen - das ist bei Erziehern und Altenpflegern genauso, warum wird das bei den "armen" Lehrern immer so stilisiert ?? Die haben immerhin noch mehrere Wochen Urlaub, ein gutes Einkommen, eine gesicherte Rente, und das Geld, mit der Familie im Urlaub auszuspannen, davon können andere nur träumen. Kein andererer Sozialberuf hat solch positiven Arbeitsbedingungen!!

Beitrag melden Antworten / Zitieren
prisma-4d 08.07.2014, 12:46
2. ...wegen der Ferien..

...Lehrer werden?

Ich unterstelle tatsächlich das viele Studenten den Lehrerberuf vor allem deswegen wählen, weil ihnen die Vorzüge diese Berufes von allen Seiten gepredigt werden:

Kein 30Tage Urlaub sondern Ferien (mehr als doppelt so lang),

Nachmittag (gefühlt) frei,

nur die ersten Jahre stressig, bis man "seine

Arbeitsblätter zusammen hat" dann ändert sich sowiso kaum noch etwas,

Staatsdienst,

oft mit Verbeamtung,

richtig fatale Fehler (Verantwortung) kann man fast nicht machen.

Nebenbei lassen sich viele persönliche Interessen verwirklichen (darum sind so viele Leher in der Politik... den die Anderen haben schlicht nicht die Zeit dazu.... und nicht weil sie zu doof dazu sind)

Und dann stellt man irgendwan fest: Man hat es mit Menschen zu tun. Und das stressigste sind nun mal andere Menschen. Egal ob Kinder, Eltern, Kollegen oder Vorgesetzte. Ich spreche dabei noch nicht mal von den Lehrern denen das lehren ein echtes Anliegen ist, sondern von den "Normalen"

Das Berufsbild ist schlicht falsch. Wenn der Lehrer, wie jeder andere Angestellte auch, seinen Achtstundentag hätte, ein Büro in der Schule wo er seine Vorbereitungen und Korrekturen erledigen muß.. und nicht Zuhause. Seine 30 Tage Urlaub beantragen muß, seinen Dienstplan (Urlaubsplan) wie der Rest der Menschen auch, mit anderen Abgleichen muß um Unterrichtsausfälle zu vermeiden, Seine Überstunden, wenn sie den nötig sind (Wandertag und so..) abfeiern kann - ERST DANN WIRD DER LEHRERBERUF AUF EINE RALISTISCHE ATTRAKTIVITÄT REDUZIERT.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
mneisen 08.07.2014, 12:48
3.

Jaja, der Lehrerberuf ist sooo stressig, dass man schon im Studium den Burnout erleidet.

Aus eigener Erfahrung als ehemaliger Lehrender an einer deutschen Universität weiß ich, dass das Problem der Lehramtsausbildung nicht das harte Studium ist, sondern vielmehr die mangelnde Qualität der Lehramtsstudenten.

Beste Frage: "Müssen wir das lesen?" - "Naja, schon, da steht ja "Pflichtlektüre" drüber!" - "Aber das ist sooooo viel." - "Ahm ... das sind ca. 60 Seiten, und ihr habt 4 Wochen Zeit für die Lektüre." - "Aber ich habe doch auch noch andere Fächer." - "Dann solltest Du eventuell nicht studieren, sondern eine Ausbildung machen - aber auch da wirst Du lernen müssen."

Das Lehramt hat eine Anziehungskraft auf schwache Menschen, die mit wenig Aufwand in eine lebenslang gesicherte Stellung gelangen wollen.

Dass da manchmal auch Leistung gefragt ist, überrascht dann doch viele.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
prefec2 08.07.2014, 12:51
4. What else is new?

Es war schon vor 10 Jahren so (und ist auch heute noch so), dass für LehramtsstudentInnen die Anforderungen in den Kursen niedriger angesetzt wurden als für die Diplom- und MagisterstudentInnen. Zu einem gewissen Grad war das sicher auch gerechtfertigt, brauchen Lehrer doch in den Lehrfächern kein so tiefes Verständnis von der Materie wie ein Wissenschaftler. Dennoch hat sich diese Begünstigung auch auf andere Bereiche aus gedehnt was dazu führte, dass das Niveau im Lehramt eben niedriger war als in anderen Fächern (vielleicht mit der Ausnahme BWL). Das hat natürlich jene Studierenden angezogen, die sich nicht so sehr anstrengen wollten. Zudem wurden die Studierenden zu spät mit der Praxis konfrontiert. Und da man nun schon 6 Semester Lehramt studiert hat konnte man dann ja auch nicht abbrechen. Ein Kommilitone hat das seinerzeit auch gemacht. Er konnte seinen Eltern zuliebe nicht wechseln. Zum Glück hat das Schicksal ihn dann doch in eine andere Richtung als in den Schuldienst geschickt was ihm im nachhinein durchaus gefallen hat. Heute ist das übrigens noch immer so. Hinzugekommen ist natürlich die Bachelorprüferitis als ob der Käse schneller reif wird wenn er ständig vermessen wird.

Im Grunde brauchen wir folgendes: 1. Der Studiengang sollte das Wort Amt nicht enthalten. Und es sollte auch keine Verbeamtung geben. 2. Praxis sollte, wie das mal im Oldenburger-Modell vorgemacht wurde, von Anfang an Teil des Studiums sein. 3. Diagnostik und andere Kompetenzen welche meist nur Sonderpädagogen haben müssen Kern des Studiums werden. 4. Nur die besten dürfen Grundschullehrer werden. 5. Das Bachelorstudium spezialisiert noch nicht auf bestimmte Unterrichtsfächer sondern legt die Grundlagen. Im Master werden dann die Fächer und fachdidaktische Kenntnisse vermittelt. Dank der Einbindung in regulären Unterricht eines erfahrenen Lehrers ist es auch kein Problem wenn das Fachwissen erst spät gelernt wird, das kann der ausgebildete Pädagoge ja bereitstellen. 6. Lehrkräfte müssen sich weiterbilden und zudem muss ihnen dazu auch Zeit gegeben werden. Z.B. durch ein Studiensemester alle X Jahre. 7. Die Bewertung des Unterrichts eines Referendars sollte grundsätzlich anders aufgebaut werden.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
serenity2012 08.07.2014, 13:00
5. Leseverständnis

Zitat von mneisen
Jaja, der Lehrerberuf ist sooo stressig, dass man schon im Studium den Burnout erleidet. Aus eigener Erfahrung als ehemaliger Lehrender an einer deutschen Universität weiß ich, dass das Problem der Lehramtsausbildung nicht das harte Studium ist, sondern vielmehr die mangelnde Qualität der Lehramtsstudenten. .
Aber genau das sagt der Artikel doch aus: Die mangelnde Qualität der Studenten führt dazu, dass sie schon während der Ausbildung am Burnout erkranken. Weil sie eben den Lehrerberuf als scheinbar bequeme Nische gewählt haben, indem sie ihren Lieblings-Leistungskurs aus der Schule weiter verfolgen. Die doofen Schüler stören da halt nur mit ihren Ansprüchen.

Die Lehramtsstudenten, die wirklich Lehrer werden wollen, um Wissen an Jüngere weiterzugeben, leiden auch nicht am Burnout.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
zudummzumzum 08.07.2014, 13:02
6. Stimmt uneingeschränkt

Zitat von prisma-4d
...Lehrer werden? (...) Das Berufsbild ist schlicht falsch. Wenn der Lehrer, wie jeder andere Angestellte auch, seinen Achtstundentag hätte, ein Büro in der Schule wo er seine Vorbereitungen und Korrekturen erledigen muß.. und nicht Zuhause. Seine 30 Tage Urlaub beantragen muß, seinen Dienstplan (Urlaubsplan) wie der Rest der Menschen auch, mit anderen Abgleichen muß um Unterrichtsausfälle zu vermeiden, Seine Überstunden, wenn sie den nötig sind (Wandertag und so..) abfeiern kann - ERST DANN WIRD DER LEHRERBERUF AUF EINE RALISTISCHE ATTRAKTIVITÄT REDUZIERT.
Unterschreibe ich uneingeschränkt. Aber mit noch weiteren Einschränkungen:
1.) Der Höhere Dienst sollte sich besser nicht mit tariflichen Angestellten in der freien Wirtschaft vergleichen, sondern dort eher mit den ÜT- und AT-Beschäftigten. Also Arbeitszeiten weit jenseits der 40-Stunden-Woche, und gelegentliche Überstunden sind mit dem Gehalt auch abgegolten.
2.) In dieser Gehaltsklasse gehört es auch dazu, sich positiv ins Arbeitsteam einzubringen. Also innerhalb der Selbstverwaltung der Schule Standards zu schaffen und weiterzuentwickeln, statt eifersüchtig dafür zu sorgen, dass jeder selbst "sein Ding" machen darf, indem strikt darauf geachtet wird, dem Kollegen nicht in den Unterricht reinzureden.
3.) Weiterbildung ist zuallererst Privatsache

Wenn der Artikel schreibt, dass die "Überzeugungstäter" unter den Lehrern deutlich weniger burnout-gefährdet sind als diejenigen, die aus schierer Arroganz, Faulheit und Dummheit sich einen bequemen Beruf gesucht haben, sollten wir vielleicht sogar ein bsschen froh darüber sein, wenn dieser Menschenschlag sich selbst zu einem Schwarm in der Schule vereinigt. Dort könnte man sie gezielt packen und das Maß an Erziehung nachschieben, das sie von zu Hause nie bekommen haben - verpflichtend und während der Ferien, so dass hierfür kein Unterricht ausfallen muss.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Ragnar the Bold 08.07.2014, 13:02
7.

Zitat von mneisen
Jaja, der Lehrerberuf ist sooo stressig, dass man schon im Studium den Burnout erleidet. Aus eigener Erfahrung als ehemaliger Lehrender an einer deutschen Universität weiß ich, dass das Problem der Lehramtsausbildung nicht das harte Studium ist, sondern vielmehr die mangelnde Qualität der Lehramtsstudenten. Beste Frage: "Müssen wir das lesen?" - "Naja, schon, da steht ja "Pflichtlektüre" drüber!" - "Aber das ist sooooo viel." - "Ahm ... das sind ca. 60 Seiten, und ihr habt 4 Wochen Zeit für die Lektüre." - "Aber ich habe doch auch noch andere Fächer." - "Dann solltest Du eventuell nicht studieren, sondern eine Ausbildung machen - aber auch da wirst Du lernen müssen." Das Lehramt hat eine Anziehungskraft auf schwache Menschen, die mit wenig Aufwand in eine lebenslang gesicherte Stellung gelangen wollen. Dass da manchmal auch Leistung gefragt ist, überrascht dann doch viele.
Dazu kommt das überaus beliebte "Wir müssen das nicht können, wir sind nur Lehrämtler..."

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Boesor 08.07.2014, 13:03
8.

Klarer Fall, der Beruf des Lehrers ist phantastisch....wenn man dafür geeignet ist. Wenn man nicht dafür geeignet ist wird der beruf schlimstenfalls zur Hölle auf Erden.

Grüße aus den Ferien...

Beitrag melden Antworten / Zitieren
e_d_f 08.07.2014, 13:09
9. Alles richtig ...

... und deswegen sollte vor dem Studium, das eine Sackgasse ist, ein Eignungspraktikum mit Prüfung stehen. Ganz einfach!

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Seite 1 von 18