Forum: Leben und Lernen
Burnout bei Lehramtsstudenten: Schon der Nachwuchs brennt eher aus
Corbis

Lehrer macht ihre stressige Arbeit krank - so lautet das Klischee. Eine neue Studie zeigt jetzt: Bereits viele Studenten haben ein hohes Burnout-Risiko. Oft weil sie aus den falschen Gründen Lehrer werden wollen.

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kenterziege 08.07.2014, 19:39
90. Zustimmung!,

Zitat von quark@mailinator.com
Dann schlage ich mal folgendes vor ... ...
Die DDR hätte im PISA-Test bestimm ganz vorn gelegen! Vieles war dort richtig aber wegen der Sanktionsmöglichkeiten auch einfacher! Wenn man erlebt, was ein Juristenehepaar hier für einen Terz macht,,wenn die lieben Kleinen vermeintlich falsch behandelt wurden. Wenn ein Elternteil dann noch Ministerialrat ist, traut sich der arme Lehrer gar nicht mehr aus der Deckung!

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kenterziege 08.07.2014, 19:44
91. Warum müssen Sie das hier beweisen?

Zitat von Phil2302
Noch ein kleiner Nachtrag zum "das Lehramtsstudium ist ja so leicht". Ich möchte einmal aus der Vorlesung meines Freundes zitieren (Maschinenbaustudent): "Der Beweis des Satzes ist zu kompliziert, um ihn hier zu bringen. Er ist Standard-Stoff in den Lehrbüchern über DGL und in den DGL-Vorlesungen für Mathematiker". Nun raten sie mal, wer den Beweis in seiner mündlichen Staatsexamensprüfung zeigen musste - richtig, ich, der angehende Mathelehrer (Es ging im Übrigen um den Satz von Picard Lindelöf). Es gibt keinen Studiengang außerhalb des Mathematikstudiums selber, das mit der Schwierigkeit des Stoffes, den Lehramtsstudenten lernen müssen, zu vergleichen ist. Kein Ingenieur, kein Physiker, kein Elektrotechniker. Aber die Lehrer haben ja nichts auf dem Kasten, richtig?
Sind Sie neidisch auf die guten Job-Chancen eines Dipl.-Ing.'s E-Technik? Es kommt nicht nur bei Lehrern nicht darauf an,,dass man nur Lehrsätze ableiten kann. Das Gesamtformat der Persönlichkeit muss stimmen. Dann stellt man auch keine Vergleiche über mehr oder weniger Intelligenz an!

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whostalking 08.07.2014, 19:59
92. Aha

Zitat von timik
Solche Vergleiche haben einfach keine wirkliche Aussage, Ihr Maschinenbau- Komilitone studiert eigentlich Maschinenbau, hat aber "nebenbei" auch Fächer wie Mathematik, Physik, Werkstoffkunde, Informatik, Elektrotechnik, technische Optik, Kybernetik, Patentrecht, etc. Bei Biologen ist der Mathegehalt nochmals deutlich geringer.
Ja, ja, das glauben viele, die sich für Biologie aufgrund ihrer Schulerfahrung entscheiden. Fakt ist, dass die moderne Biologie ebenfalls stark mathelastig ist, z.B. in den Themen Statistik, Differentialgleichungen, lineare Algebra, oder Analysis. Da setzt dann oft schnell das große Grausen ein.

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timik 08.07.2014, 20:24
93. Welches Problem?

Zitat von whostalking
Ja, ja, das glauben viele, die sich für Biologie aufgrund ihrer Schulerfahrung entscheiden. Fakt ist, dass die moderne Biologie ebenfalls stark mathelastig ist, z.B. in den Themen Statistik, Differentialgleichungen, lineare Algebra, oder Analysis. Da setzt dann oft schnell das große Grausen ein.
Also ich sehe z.B. da:

http://pinguin.biologie.uni-jena.de/...dordbioneu.pdf
http://pinguin.biologie.uni-jena.de/...hauptneben.pdf

nur extrem wenig Mathematik.

Aber wo ist das Problem?

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TS_Alien 08.07.2014, 21:05
94.

Der Unterricht ist manchmal stressig (an normalen Schulen), aber dieser Stress ist schnell wieder verflogen. Stressig sind die vielen Arbeiten, die man als Lehrer außerhalb des Unterrichts erledigen muss. Wenn sich drei Kursarbeiten auf dem Schreibtisch stapeln und auf ihre Korrektur warten, zwei weitere vorbereitet werden müssen, andere Noten gemacht werden müssen, die kommenden Stunden vorbereitet werden müssen, ... kann man schon einmal gestresst sein, selbst wenn man geplant die einzelnen Aufgaben angeht. Natürlich muss man selbst für Pausen und Ablenkungen sorgen, aber ein komplettes Abschalten vom Beruf ist oftmals gar nicht möglich, denn die Arbeit bleibt dabei liegen. Immer steht etwas an. Und manchmal kommt noch einiges an Mehrarbeit hinzu (Nachschriften im LK kosten mindestens einen ganzen Arbeitstag).

Das immer geringer werdende Gehalt und die tendenziell zunehmende Anzahl an psychisch gestörten Schülern, die für viel zusätzlichen Ärger sorgen, zerren einen ebenfalls aus.

Burnout ist ein Modebegriff, der oftmals missbraucht wird und nicht wirklich etwas mit der objektiven Arbeitsbelastung oder Belastung zu tun hat. Für die nachweisbar enorme Arbeitsbelastung haben erstaunlich wenige Lehrer einen Burnout.

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TS_Alien 08.07.2014, 21:19
95.

Zitat von Phil2302
Noch ein kleiner Nachtrag zum "das Lehramtsstudium ist ja so leicht". Ich möchte einmal aus der Vorlesung meines Freundes zitieren (Maschinenbaustudent): "Der Beweis des Satzes ist zu kompliziert, um ihn hier zu bringen. Er ist Standard-Stoff in den Lehrbüchern über DGL und in den DGL-Vorlesungen für Mathematiker". Nun raten sie mal, wer den Beweis in seiner mündlichen Staatsexamensprüfung zeigen musste - richtig, ich, der angehende Mathelehrer (Es ging im Übrigen um den Satz von Picard Lindelöf). Es gibt keinen Studiengang außerhalb des Mathematikstudiums selber, das mit der Schwierigkeit des Stoffes, den Lehramtsstudenten lernen müssen, zu vergleichen ist. Kein Ingenieur, kein Physiker, kein Elektrotechniker. Aber die Lehrer haben ja nichts auf dem Kasten, richtig?
Lehrer müssen sehr viel wissen. Und die meisten Lehrer wissen auch sehr viel. Und sie lernen noch dazu, gerade in den Fächern, in denen ständig neues Wissen hinzukommt, das einen Einfluss auf die Schule hat, z.B. in den Naturwissenschaften oder der Informatik. In Mathematik wird man als guter Lehrer fachlich nicht wirklich gefordert, dafür muss man didaktisch eine Menge parat haben und durchaus kreativ sein für neue Aufgaben oder Beispiele bzw. Gegenbeispiele. Etliche Beweise müssen bzw. dürfen zusammen mit den Schülern erarbeitet werden, auf einem altersgerechten Niveau.

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TS_Alien 08.07.2014, 21:23
96.

Zitat von rizzorat
was da so stressbehaftet sein soll. Ich hab ja nun ketzt auch mehrere Lehrer in meinem Bekanntenkreis und von denen sind alle kläglichts am jammern, wie unglaublich gestresst sie doch sind. Ich war es irgentwann mal leid und hab mal Nägel mit köpfen gemacht. Wie viele Stunden arbeitet ihr und was bekommt ihr dafür netto raus? ...
Es bringt nichts, nur die Arbeitsstunden zu zählen. In der freien Wirtschaft gibt es sehr viel Leerlauf (z.B. zählen da Meetings oder Geschäftsessen tatsächlich zur Arbeitszeit). In der freien Wirtschaft kann man sich auf wenige Arbeiten konzentrieren, während man als Lehrer zehn Sachen auf einmal machen müsste, bis zu dem Zeitpunkt, an dem noch eine elfte Sache hinzukommt.

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aliena1967 08.07.2014, 21:24
97.

Ich habe vor Jahren ein Magisterstudium absolviert. Zu denen, die hier anmerken, ein Lehramtsstudium bestehe ja aus zwei Fächern nebst Pädagogik, weswegen dann die Hauptfächer entschärft würden: Ein M.A.-Studium bestand aus drei Fächern, und die beiden Nebenfächer waren hinsichtlich der Scheine (Leistungsscheine), die man machen musste, annähernd gleichauf mit dem Hauptfach. Dennoch habe ich aus Interesse Pädagogik- und Didaktikveranstaltungen für Lehrämtler besucht und dort zusätzliche Scheine gemacht. Ein Witz, dass viele LÄ ausgerechnet diese beiden Zusätze ihres Studiums als so anspruchsvoll hervorhoben ... Nicht zu vergleichen mit einem Magister-Nebenfach. Hinzu kamen ewige Diskussionen um des Kaisers Bart in jedem Fach, in dem LÄ saßen: "Das brauchen wir doch in der Schule später gar nicht!" - "Sie sollten nicht vergessen, dass Sie hier mit M.A.-Aspiranten sitzen, die das durchaus brauchen." Das interessierte die LÄ nicht - bis auf einige wirklich engagierte Ausnahmen. Jedes Mal derselbe Seich, bis ein Prof, der ansonsten sehr geduldig und ruhig war, anmerkte: "Ich bedauere sehr, dass die Pädagogischen Hochschulen abgeschafft wurden!"

Mein Studium ist einige Jahre her, aber die Anforderungen an Magisteraspiranten waren höher. Wo LÄ bloße Teilnahmescheine machen mussten und auch da noch herumdiskutieren wollten, brauchten M.A.-Aspiranten Leistungsscheine. LA-Studenten erfreuten sich in keinem Fach, ob MINT- oder Nicht-MINT-Fach, großer Beliebtheit, aber das hatte auch seine Gründe. Mir tat es leid um die wirklich engagierten LÄ, denn die darf man keineswegs unterschlagen. Die gab es genauso, wie es weniger engagierte M.A.-Aspiranten gab. Nur brachen die ihr Studium schneller ab. Warum, darüber ließe sich spekulieren.

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der_geraet 08.07.2014, 22:01
98.

Grund-, Berufsschul- und Gymnasiallehramt ist noch gar nichts. Meine Freundin ist Sonderpädagogin (Inklusion und so), da geht's ab sage ich euch, unabhängig vom fachlichen Inhalt. Wirklich schwierige Aufgaben, die die ganze Frau bzw den ganzen Mann fordern. Menschen die nicht wissen worauf sie sich da einlassen oder persönlich evtl. ungeeignet, nicht richtig motiviert oder überfordert sind gehen da unter.

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elizar 08.07.2014, 22:13
99.

Ok, fassen wir zusammen:
Eine Studie, deren Quintessenz ist, dass stressanfällige Personen später stressanfälliger sind. Uhhhuhhhh... Gilt bestimmt nur bei Lehrern.
Danach Lehrerbahing blabla ... (Egal um was es geht, taucht der Begriff "Lehr..." auf geschieht das hier irgendwie immer)
Tatsachenberichte von Lehrern, die sich genötigt fühlen den Lehrerbashern mal einen Einblick in das Leben eines Lehrers zu geben.
Antworten: Noch mehr Lehrerbashing.

Joa ... Mal kurz paar Anmerkungen (bin übrigens selbst Lehrer):
1. Ordentliches Büro (also Schreibtisch, Computer, Drucker Aktenschrank), 8h Pflichtzeit und anschließend frei? Also komplett ohne sich um Dinge zu kümmern, die bis zum nächsten Tag unbedingt zu erledigen sind (im Idealfall natürlich schon in den 8h erledigt, aber wenn nicht egal). Wo darf ich unterschreiben? Ach ja, macht gleich Gleitzeit. Dann komm ich früh um 6:30 Uhr (blöd nur, dass da Schüler keine Lust drauf haben).
2. Würden die tollen Vorschläge zu Verringerung der Attraktivität (vorgeschlagen in den ersten Seiten) greifen, was meinen die Leute, was passiert? Nur noch die BESTEN werden Lehrer? Ja genau. Und natürlich werden es sicherlich auch noch mehr, so dass man sich die Besten raussuchen kann .... Oder: Noch mehr Lehrermangel zusätzlich zu einen höheren Mangel an den "Besten", denn die sind ja dann so clever, dass sie sich dann einen anderen Job suchen (besseres Gehalt natürlich, denn das wurde ja gekürzt, ach und Anerkennung wäre auch nicht schlecht).

Ende vom Lied: Es wird sich (leider) nichts ändern. Weder an der Arbeitssituation eines Lehrers, noch an dem Lehrerbashing im kommenden Lehrerartikel.

Aber es gilt noch immer: Sind Sie motiviert und können alles besser als die Lehrer? Neiden Sie den Lehrern die Arbeitszeiten und die Pension? Auf geht´s werden Sie Lehrer. Wir können gute Leute gebrauchen :P

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