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Campusmaut, "nachgelagert" - die fairere Lösung?

Erst nach dem Studium und wenn sie es sich leisten können, so wollen es CDU und Grüne in Hamburg, sollen Studenten Gebühren zahlen. Das Modell bringt Bewegung in eine völlig festgefahrene Debatte. Sind sogenannte "nachgelagerte" Studiengebühren eine faire Lösung für alle?

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anin 07.04.2008, 15:23
1.

Zitat von sysop
Erst nach dem Studium und wenn sie es sich leisten können, so wollen es CDU und Grüne in Hamburg, sollen Studenten Gebühren zahlen. Das Modell bringt Bewegung in eine völlig festgefahrene Debatte. Sind sogenannte "nachgelagerte" Studiengebühren eine faire Lösung für alle?
Ja, auf jeden Fall! Denn nach derzeitigem Unterhaltsrecht sind Studiengebühren in der Regel Gebühren für die Eltern. Durch das "Nachlagern" kämen die Studierenden selbst in die Verantwortung.

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Gabri 07.04.2008, 15:27
2.

Wem das vordergründig nützt, sind die Eltern, denn die sind es ja in der Regel, die für die Studiengebühren aufkommen müssen. Also ein weiteres Verschieben der Lasten zu ungunsten der nachfolgenden Generation. Was sollen die Jungakademiker von ihren 2500 Euro im Monat denn noch alles neben ihrem Lebensunterhalt finanzieren? Ihre Zusatzrenten, die Ausbildung ihrer Kinder, die Eigenheimfinanzierung? Wesentlich sinnvoller wäre es, endlich ausländische Studenten, deren Eltern in Deutschland keine Steuern zahlen, angemessen zur Kasse zu bitten. So wie das in anderen Ländern längst gehandhabt wird.

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nica27 07.04.2008, 16:00
3. Richtiger Ansatz

Die Gebühren erst nach dem Berufststart zahlen zu müssen finde ich gut. Auch das es erst ab einer bestimmten Einkommenshöhe zu zahlen ist. Ich bin grundsätzlich für Gebühren aber nur wenn das Geld zu 100% an die Unis geht ohne, dass an anderer Stelle gekürzt wird.
Ich habe in Australien studiert und meines Wissens nach ist die nachgelagerte Gebühr nur eine Einzelfallausnahme, denn die Unis dort leben von den Gebühren der Studenten und können es sich gar nicht erlauben auf das Geld zu verzichten.

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Joemartin 07.04.2008, 16:10
4. Natürlich, das schwedische Studienkreditmodell

Das sollte noch ausgedehnt werden und auch das Bafög ablösen, für alle, ohne Bedarfsprüfung! Gerechter und auch motivierender geht es nicht! Zugleich sogar unabhängiger von Eltern und Partnern. Als meine Frau vor Jahren aus Schweden hierherkam und zuerst arbeitslos war, brauchte sie nichts zurückzuzahlen, bis sie wieder angemessen (selbst) verdiente. Die bei uns hier von Interessierten verunglimpften "Studienschulden" hat dort schon seit vorzozialdemokratischen Zeiten jeder, rückzahlbar unter fairen Bedingungen, vom Sozialhilfeempfänger bis zum Prinzen. Zu so etwas gehört allerdings Freiheit, auch von Nationalidentitätsphobie.

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den lille havfrue 07.04.2008, 17:10
5. Naja...

Ich denke, dass einige Studenten nicht sehr begeistert sein werden, wenn sie nach dem Studium zusätzlich zum BAföG auch noch die Studiengebühren zurückzahlen müssen.

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apira 07.04.2008, 17:34
6.

Zitat von sysop
Erst nach dem Studium und wenn sie es sich leisten können, so wollen es CDU und Grüne in Hamburg, sollen Studenten Gebühren zahlen. Das Modell bringt Bewegung in eine völlig festgefahrene Debatte. Sind sogenannte "nachgelagerte" Studiengebühren eine faire Lösung für alle?
Das lenkt nur wieder von der Debatte ab, die geführt werden müsste, und der sich CDU als auch Grüne, von völlig unterschiedlichen Standpunkten aus, beharrlich verweigern. Es geht um die Frage, was Studiengebühren eigentlich für einen Zweck haben, ob sie im Haushalt versickern, oder eine Lenkungs- und Allokationsfunktion haben sollen. Auch der Frage der sozialen Gerechtigkeit wird sich nicht ernsthaft angenommen, bisher führte das gebührenfreie Studium nicht zu einem Ansturm aus Arbeiterhaushalten. Im Gegenteil haben die Arbeiter den Sprösslingen der zumeist Besserverdienenden deren Investitionen in ein zukünftig höheres Einkommen finanziert, was gewiss nicht sozial gerecht war (während die Arbeiter auch noch die Kita-Gebühren zu zahlen hatten). Die Frage muss also, gerade vor dem Hintergrund der desaströsen Ausstattung deutscher Universitäten lauten, wie das System insgesamt verbessert werden kann. Da muss man auch und vor allem das Dienstrecht der Professoren einbeziehen. Studiengebühren ja, wenn sie darauf hinauslaufen, dass Lehre (und Forschung) signifikant verbessert werden (und das funktioniert nur mit flankierenden längst überfälligen Milliardeninvestitionen in die Unis), und über ein Stipendienprogamm oder über Finanzierungsmöglichkeiten wie die hier debattierte nachgelagerte Bezahlung abgesichert wird, dass einkommensschwache Menschen sich ein Studium überhaupt leisten können, wie es heute eben nicht der Fall ist. Wir brauchen mehr, und nicht weniger Studenten, aber wir brauchen mehr Studenten, die sich vor Beginn des Studiums erst mal überlegen, was sie eigentlich wollen. Heute wird doch einfach drauf los studiert, kostet ja nichts. Pauschal zu sagen, ihr könnt hinterher bezahlen, aber nur, wenn Euer Einkommen es auch hergibt, ändert garnichts an den heutigen Lenkungsfehlern.

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alexno 07.04.2008, 18:35
7. Bruch des Wahlversprechens

Zunächst einmal der Bruch eines Wahlversprechens der GAL-Grünen in Hamburg und der Spiegel, der sich wenns politisch opportun ist, vehement zum Wächter über Wahlversprechen aufplustert schweigt dazu. Erbärmlich!

Und GAL/Grün rast, im vorauseilendem Gehorsam und mit Blick auf die Fleischtöpfe von Regierungsposten, im Eiltempo immer weiter nach rechts. Die Mehrheiten zum Abschaffen der Studiengebühren waren da, aber GAL hat bewußt ihr Wahlversprechen gebrochen.
Schaun wer mal wieviele Kröten noch geschluckt werden "müssen" und wieviele Wahlversprechen in Vergessenheit geraten....

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nica27 07.04.2008, 18:43
8. Vorher überlegen was studiert wird

Ich habe mir schon sehr genau überlegt was ich studieren wollte nur, dass ich dann während der ersten beiden Semester merkte, dass dieses Fach doch nichts für mich ist und habe gewechselt. Das kann jedem passieren egal wie gut man es sich überlegt, denn so lange mam noch nicht angefangen hat zu studieren weiss man nicht ob das gewählte Fach wirklich das Richtige für einen ist. Also sollten Wechsler nicht bestraft werden, wenn sie einmal das Fach wechseln...

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wurmfortsatz 07.04.2008, 18:54
9. ++

Klare Aussage: ++

Super Idee, fair und hilfreich. Und trifft doppelt die richtigen: wer viel verdient nach dem Studium hatte wohl auch eine gute Wahl und sollte damit auch fördern. Und so kann auch der mit ärmeren Elternhaus "nach oben klettern".

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