Forum: Leben und Lernen
Chancengleichheit: Chantal hat keine Lobby
DPA

Das Bemerkenswerte an der neuen OECD-Studie: Sie bescheinigt einen Missstand, der seit Jahren bekannt ist. In Deutschland hängt der Schulerfolg stark vom Elternhaus ab. Der Wille, das zu ändern, fehlt.

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d45gts 23.10.2018, 18:46
40. Schwache Schüler gehen in starken Klassen unter!

Vor 6 Tagen:

http://www.spiegel.de/lebenundlernen/schule/schule-schwache-schueler-gehen-in-starken-klassen-unter-a-1233603.html

Langzeitstudie
Schwache Schüler gehen in starken Klassen unter
Kinder, die von besseren Mitschülern umgeben sind, lassen sich schneller entmutigen als Schüler in leistungsschwachen Klassen. Die Folgen sind noch 50 Jahre später spürbar.

Sehen Sie sich mal die Kommentare unter diesem Artikel an, scheint genau das Gegenteil zu der Forderung nach Gesamtschulen zu belegen. Oder man zieht zwangsweise alle runter.

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Der Ingenieur 23.10.2018, 18:50
41. Bildungssozialismus

Es wird wird immer so sein, dass ein Kind mit mehr Elternfuersorge und -druck bessere schulische Leistung bringt. Das kann auch ein Bildungssozialismus nicht verhindern, dessen Ziel ist, alle Ergebnisse gleichzumachen. Die einzigen die unter dem Bildunssozialismus leiden, sind die begabten Kinder. Siehe "no child left behind" in den USA.

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Mino-savi 23.10.2018, 18:52
42. "Der Wille, das zu ändern, fehlt" Die Überschrift stimmt - ABER

nicht zwangsläufig im Bildungssystem, sondern bei den Schülern. Chancen wollen und müssen erarbeitet werden. Wer klagt, er habe im deutschen Schulsystem keine Chancen, sollte den Beitrag von 23 Brave lesen: "Aus dem Ghetto gekommen, auf den Arsch gesetzt, studiert, im Ausland studiert und gearbeitet, Abschlüsse und Weiterbildungen absolviert. Es geht alles. Deutschland ist m. W. Das einzige Land ohne Studiengebühren, also im Grunde ein Paradies." Und man braucht hier nicht einmal ein Abitur, um in Brot und Lohn zu kommen.
Viele - Eltern und Schüler, Politiker und Bildungsexperten - wollen Chancengleichheit ohne Bedingungen, aber der Schüler, die Schülerin muss WOLLEN: lernen, lernen, lernen. Wer nur chillt, wer nur stöhnt oder in den Computer starrt, der wird kaum etwas erreichen, sei er aus reichem oder armen Elternhaus. Und jeder Mensch ist irgendwann alt genug, um zu erkennen, dass er eine Eigenverantwortung hat. Schulmüden Schülern hilft auch die Ganztagsschule nicht - die fehlen am Nachmittag...
Ich würde mir lediglich wünschen, dass bereits im Vorschulalter alle Kinder in den Kindergarten oder die Vorschule gehen müssten, um die deutsche Sprache zu lernen - Frankreich macht es vor.

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curiosus_ 23.10.2018, 18:54
43. Versteh ich irgendwie nicht

[Quote=Silke Fokken]Nirgendwo sonst werden Kinder schon so früh nach Leistung getrennt wie in Deutschland, und gerecht geht es dabei nicht zu. Die Wahrscheinlichkeit, aufs Gymnasium zu gehen, ist für Akademikerkinder deutlich höher als für Kinder aus sozial benachteiligten Familien, wie die DGB-Studie zeigt.[Quote]

Wäre Chantal (12 Jahre, also 2. Klasse in der weiterführenden Schule) jetzt nicht "in den meisten Fächern schlecht" wenn sie nicht vor 2 Jahren "nach Leistung getrennt" worden wäre? Zumal sie die längste Zeit ihrer bisherigen Schullaufbahn (nämlich 4 von 6 Jahren) nicht getrennt war? Also, wenn sie jetzt in der Gesamtschule (oder auf dem Gymnasium) wäre (wo sie ist geht aus dem Text nicht hervor)?

Ich dachte bisher immer, nach den ersten 4 Jahren gemeinsamen Lernens sieht man klarer wie es mit der Leistungsfähigkeit aussieht, und dann werden leistungsgleiche homogene Gruppen gebildet (weil dann der Lernerfolg für alle besser ist als bei stark inhomogenen Gruppen)? Das war jedenfalls bei unseren beiden Kindern so.

Irgendwie erschließt sich mir die hinter dem Argument stehende Logik nicht so ganz...

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cybershadow66 23.10.2018, 18:54
44. 100% aller Nichtraucher sterben! Macht Rauchen zur Pflicht! :-)

Klar, es ist bequem, einfach Antworten auf komplexe Fragen zu suchen. Die Statistik zu den Bildungschancen ist nicht neu und umso alarmierender, dass sich nichts ändert. Dennoch ist der Schluss, dass ungleiche Bildungschancen per se auch eine Chancenungleichheit im Bildungssystem bedeuten, vie zu kurz gesprungen! Da sollte man, gerade auch als Journalist, vor dem Abgeben von Meinungen vielleicht erst mal sortieren und analysieren.
1. Chancengleichheit - heißt nicht Gleichmacherei und dass jedes Kind Abitur machen und studieren muss. Chancengleichheit heißt, dass jedes Kind die Möglichkeit erhält, seinem Intellekt und seinen Neigungen entsprechend eine vernünftige Ausbildung in welcher Form auch immer zu bekommen, die ein späteres selbstbestimmtes Leben ermöglicht.
2. Das deutsche Bildungssystem ist nicht perfekt und es gibt viele Dinge, die man hinterfragen kann - eine systemimmanente Ungleichbehandlung sehe ich nicht. Im Gegenteil ist das deutsche System mit Grund-, Sonder-, Haupt-, Realschulen und Gymnasien, Fachober- und Fachhochschulen, Universitäten sehr differenziert und ermögicht sehr individuelle Schullaufbahnen, abhängig von der persönlichen Situation.
3. Lehrer sind auch nur Menschen (ja, tatsächlich! :-)) und damit werden sie immer subjektiv sein. Noten hängen von Sympathie und Empathie ab und es wird immer so sein, dass arm/reich, Junge/Mädchen, hübsch/hässlich, weiß/schwarz, vorlaut/zurückhaltend und und und eine Rolle spielen. Aber jeder Lehrer tickt anders, hat andere (unbewusste) Präferenzen und jeder Schüler hat x Lehrer - vieles (nicht ales) wird sich über die Schullaufbahn ausgleichen.
4. Es ist seit langem ein Trend, dass die Elternhäuser ihren eigenen Bildungsauftrag nur noch auf die Schule zu transferieren versuchen. Lustigerweise habe ich auch Lehrer erlebt, die ihre eigene Hilflosigkeit an die Eltern zu adressieren versucht haben, aber das seltener. Wir werden die ungleichen Bildungschancen aber nie überwinden können, wenn wir das am Bildungssystem festmachen. Danke an den Mitforisten, der das ganze als Problem des Elternhauses und nicht des Bildungssystems bezeichnet hat.
5. Die Lösung ist nicht einfach und nicht einfach durch ein paar Maßnahmen im Bildungssystem zu lösen. Das ist ein gesamtgesellschaftliches Problem in Deutschland, dass sich ein zunehmendes Mehrklassensystem entwickelt und immer mehr Menschen abgehängt werden - das betrifft dann die Bildung, aber auch Kultur, oder zB das Berufsleben allgemein. Und da sind die "zerrütteten" Familien, bei denen Kinder kaum eine Chance auf ein "normales Leben" haben (was auch immer das ist). noch gar nicht betrachtet.
Aber es ist ja deutlich bequemer, mal wieder auf Schulen und Lehrer einzuschlagen. Ich bin übrigens keiner! :-)

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hektor2 23.10.2018, 19:09
45. Abwälzen

"Bildungspaten" ... Wenn ich sowas schon lese, könnte ich im Strahl kot... Damit wird m. E. nach die katastrophale Bildungspolitik, die über Jahrzehnte unfähig war, sich auf den erhöhten Bedarf an Lehrkräften einzustellen, zementiert. Unterrichtsausfall, auch und gerade in MINT-Fächern sind nicht die Ausnahme, sondern Standard.

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nnn00nnn 23.10.2018, 19:14
46. Einmal zu Ende denken

Nehmen wir mal an, alle Anstrengungen werden unternommen und es gibt nur noch vorbildliche und intelligente Schüler.
Fein, alle studieren und sind nun Lehrer, Rechtsanwalt, Arzt usw.
Wer repariert nun in Zukunft euer Auto? Wer räumt euren Müll weg?

Aber zurück auf den Boden der Tatsachen.

Lernfähigkeit bedingt Intelligenz. Und die ist mE in den meisten Fällen von den Eltern abhängig.

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schutsch 23.10.2018, 19:17
47. Familie, Familie, Familie!

Familie, Familie, Familie!

Die Studie beweist etwas, das hier noch keiner bemerkt hat. Wenn es so ist, daß Kinder aus Familien mit Geld und Bildung besser sind, beweist es, daß die Bildung von zu Hause kommt. Doch ich höre als Reaktion Krippe und Ganztagsschule, obwohl wir immer weniger Lehrer haben. Das kommt einer Familiendemontage gleich. Da wir auch die Hausschule machten, kann ich sagen, daß die öffentliche Schule meinen Kindern sogar schadet! Die Lehrerinnen ziehen sich aufreizend an und sprechen vulgär. Männer gibt es bei uns nicht mehr, weil die Frauen die hohen Gehälter haben wollen! Dabei müßten wir die Familien stärken mit höherem Kindergeld! Die Kinderzulage ist ein Privileg nur für die ganz Armen, die auch die Klassenfahrten bezahlt bekommen, aber schon deshalb dürfen meine Kinder da nicht mitfahren!

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Harald Schmitt 23.10.2018, 19:19
48. Man kann auch niemanden zwingen

Dieser OECD Schwachsinn nervt langsam. Erst sollen alle studieren und das Niveau wird überall gesenkt damit man mit dem Bachelor nicht mal genug qualifiziert ist für einen Job, in manchen Bereichen noch zwingend den Master hinterher schieben muss und dann fehlen plötzlich Fachkräfte im Handwer, für das man kein Studium benötigt!

Ausserdem muss Chantal es auch wollen und in der Lage sein es zu können. Jahrelange Intensivhilfe machen auch nicht aus jedem einen Einstein und man muss nicht Dr. sein für viele Berufe wo Lehrstellen frei sind!
Man sieht es doch in einigen Südländern mit hoher Arbeitslosenquote unter jungen Akademikern!
Wenn Chantal dann auch sieht, dass man wie ihre Eltern mit dem Bier in der Hand und der Zigarette im Mund abends an der Glotze auch glücklich sein kann, fehlt auch der Anreiz mit zu wenig Bafög jahrelang zu studieren um dann als unterbezahlter Praktikant arbeiten zu müssen.
Bei viele Einwanderern fremder Kulturen wird auch Bildung für Mädchen als unnütz angesehen, die müssen nur den Haushalt führen und kochen können. Die Sohne können auch den Döner Imbiss übernehmen, dafür muss man nicht studieren!

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Braveheart Jr. 23.10.2018, 19:25
49. Gesamtschulen mögen Integrationsweltmeister sein ...

... aber die Unterschiede zwischen den Schülern dürfen nicht zu groß sein. Sonst kann der beste und motivierteste Lehrer nicht verhindern, daß die besten Schüler unterfordert werden (d.h. nicht gemäß ihrer Bedürfnisse gefördert werden) während die schlechtesten Schüler trotz Förderung resignieren. Denn ein Bildungssystem, das seine Leute zu Beginn der großen Ferien feuert und erst zum neuen Schuljahr wieder einstellt, wird garantiert nicht die notwendigen Assistenten bezahlen, die erforderlich wären um es allen Schülern recht machen zu können. Nur das aber wäre ... GERECHTIGKEIT!

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