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Chancengleichheit: Deutschlands Schulen werden langsam besser
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Ein neuer Ländervergleich der OECD zeigt: Die Chancen für Kinder aus sozial schwachem Umfeld haben zugenommen, auch in Deutschland. Aber noch längst nicht genug.

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tobi.oe 23.10.2018, 09:26
1. Duale Ausbildung in Deutschland

Hier werden aber auch Äpfel mit Birnen verglichen! Wer in Deutschland NICHT studiert kann dennoch ein exzellenter Auszubildender sein, der dann akademisch zwar keinen Abschluss hat, fachlich aber dennoch sehr kompetent ist und auch im Berufsleben ein ordentliches Gehalt verdienen kann.

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CancunMM 23.10.2018, 09:26
2.

,,Das Problem: Bleiben diese Kinder weitgehend unter sich, fallen ihre schulischen Leistungen in vielen Ländern schlechter aus, als wenn sie in eine Schule mit Kindern aus besser gestellten Familien gehen.''
Letzte Woche hieß es nioch, dass schlechtere Schüler in Klassen mit stärkeren Schülern schlechter abschneiden.
Was denn nun ?

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priemer 23.10.2018, 09:34
3. Falscher Ansatz

Die aktuelle Bildungspolitik verfolgt einen falschen Ansatz und wirkt damit im Namen der Chancengleichheit ihr entgegen! Immer mehr Schüler sollen ein Abitur ablegen. Dafür werden die Leistungsanforderungen immer weiter abgesenkt und das gegliederte, auf qualifizierte Abschlüsse orientierte Schulsystem eingeebnet. Ein Abitur nützt aber nur, wenn es auch effektiv für die Hochschulen vorbereitet. Der Rest ist Zettelfetischismus! Der aktuelle Drang zur Gesamtschule schafft Konkurrenz um sinkende Schülerzahlen und damit ein Wettrennen um immer bessere Noten für immer weniger Fähigkeiten. So werden auf allen Schularten immer bessere Zeugnisse vergeben, die für immer weniger qualifizieren. Das Urteil zum Fach Medizin ist bereits gesprochen. Am Ende gewinnen die, die sich gute Schulen oder gute Vorbereitungs- und Nachhilfekurse leisten können. Die Gesamtschulbefürworter fördern damit die Chancenungleichheit!

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Pinin 23.10.2018, 09:35
4. Ehrgeiz

Das Entscheidende für den Bildungserfolg der Kinder ist der persönliche Ehrgeiz der Kinder. Klar, dass Kinder deren Eltern z.B. studiert haben dann den Ehrgeiz haben ebenso dieses Ziel zu erreichen. Und anders herum werden Kinder deren Eltern keine abgeschlossene Ausbildung haben und von Hartz 4 "gut" leben auch nur mäßigen Ehrgeiz entwickeln.

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frankfurtbeat 23.10.2018, 09:41
5. huch ...

huch das ging aber jetzt zügig - welche Interessen stehen hinter dieser Feststellung? Möchte man zusätzliche Ausgaben vermeiden? Persönlich denke ich, das die Defizite nicht ansatzweise in so einem kurzen Zeitabstand gelöst werden können. Die Politik verbreitet wieder "nette" Fortschritte welche durch die Medien ins Land gestreut werden. Das kennt man ja bereits von den Einschätzungen zur wirtschaftlichen Entwicklung - allerdings wechselt es dort von negativ zu positiv zu negativ innerhalb von Tagen ...

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Leser 007 23.10.2018, 09:43
6. Schülerleistung

fast hätte ich gelacht ... wenn es nicht so ernst wäre. Während die Chancengleichheit in den letzten Jahren in Deutschland angeblich zugenommen hat, sanken nämlich die Schülerleistung massiv und immer noch weiter.
irgendwann ist es dann tatsächlich egal, welchen sozioökonomischen Hintergrund die Schüler haben. Sie m0ssen ja kaum noch etwas leisten, um die höchsten Abschlüsse in Deutschland zu erlangen.
So zumindest ist es in NRW politisch gewollt.
Ein Lehrer für MINT-fächer aus NRW

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claro_que_si 23.10.2018, 09:53
7. Was soll man aus solchen halbgaren Analysen denn schlussfolgern?

Wieder mal ein Bildungsartikel, der im Nirwana von einzelnen Beobachtungen stecken bleibt und dem Bericht der Vorwoche (siehe CancunMM) widerspricht. Ich kann mich nicht freuen, dass sich die Chancengleichheit sich moderat verbessert, wenn nicht gleichzeitig analysiert wurde, ob dies durch ein Absenken des gesamten Niveaus "erreicht" wurde. Auch dass die schwachen Schüler in Vietnam besser sind als in Deutschland hängt möglicherweise stark mit dem Faktor Elternhaus zusammen und weniger mit dem Faktor Schule. Es kann ein sogar eine Phantasterei sein, dass eine Schule überhaupt mit vertretbaren Mitteln in der Lage sein kann, bei den Schülern das zu "reparieren", was in den ersten Lebensjahren im Elternhaus vergeigt wurde. Wir wissen es nicht!

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wiescheid 23.10.2018, 09:56
8. Geld oder Bedeutung von Bildung vermitteln

Ich möchte die Ergebnisse nicht bezweifeln, da bin ich von Thema viel zu weit weg. Was mir nur immer auffällt, dass (grob) von Arm und Reich gesprochen wird, mich würde einmal interessieren, wie die Bedeutung von Bildung in der Familie da mit wirkt. Bei gebildeten Eltern ist sicher auch die Bedeutung für die Kinder meist klar, bei armen Familien kenne ich aber Fälle, wo Bildung keine Bedeutung hat und welche wo es trotz fehlender höherer Bildung der Eltern als Schüssel gesehen wird. Und so sind dann auch die Leistungen der Kinder, bei niedrigem Einkommen der Eltern sehr unterschiedlich. Aber natürlich nur mein kleines Umfeld, fände ich als Studie aber einmal interessant.

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BahnCard50 23.10.2018, 09:59
9.

Früher sagte man: "Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm". Heute formuliert man wissenschaftlich korrekter, dass rund 80% der Intelligenz durch die genetischen Erbanlagen festgelegt ist. Weil unser Bildungssystem schon mindestens seit dem Krieg sozial durchlässig ist (bestes Beispiel ist mein eigener Vater), kann man durchaus davon ausgehen, dass jetzt schon (Ausnahmen gibt's immer) die Eltern in der Regel beim Bildungsabschluss ihr geistiges Vermögen ausschöpfen. Dann ist es einfach aufgrund biologischer Gegebenheit weniger wahrscheinlich dass Eltern mit geringem Bildungsabschluss akademisch erfolgreiche Kinder haben. Egal, wie sehr man das aus ideologischen Gründen auch wünscht. Es ist durchaus möglich, ich hatte neulich erst wieder einen hervorragende Bachelorarbeit eines Sohnes von Hartz4 Aufstockern auf dem Tisch. Aber erwarten sollte man es nicht und erst recht nicht die armen Kinder, die nicht so begabt sind, zu Tode "fördern". Was Not tut, ist die duale Ausbildung und das Handwerk wieder mehr Wert zu schätzen und da ist dieser Artikel alles andere als richtig. Berufe, die keinen hohen Bildungsabschluss erfordern, als weniger wert zu betrachten halte ich für sehr schädlich, weil wir sie für das Funktionieren der Gesellschaft genauso brauchen und die Verdienst-Chancen oft sogar besser sind als in akademischen berufen.

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