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Chaos vor Hamburger Schulen: "Elterntaxis sind eine Gefahr für Kinder"
DPA

In Hamburg kontrolliert die Polizei Eltern, die ihre Kinder mit dem Auto zur Schule fahren. Ulf Schröder, Leiter der Verkehrsdirektion, versucht sich in Aufklärung vor Ort - und erlebt chaotische Szenen.

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r2t5 04.04.2019, 15:59
10. gute Gründe dafür: Schulrucksack Gewicht + Ticketkosten!

Gymnasium 6 Klasse, Rucksack - Gewicht: 8 bis 8,5 kg (nur notwendige / für den Tag geforderte Bücher etc.
+ u.u. zusätzlich Tasche mit Schwimmsachen. Eigengewicht von dem kleinsten der Kinder: 27 kg (bereits mit 5 jahren in die Schule gegangen (wegen Stichtag), der Staat will halt schneller Steuerzahler bekommen) . kürzester Fussweg: 3,3 km. ab 3,5 km bezahlt die Stadt Duisburg grösstenteils Schultiket, bei "nur" 3,3 km gar nichts. das Kind muss mehr als 30% Eigengewichts 3,3 km tragen. da ich 3 Kinder in die gleiche Schule bringe, müsste ich ca. 110 EUR / Monat für "Schokotickets" bezahlen. als nicht-Sozialhilfeempfänger aber Geringverdiener kann ich es mir schlicht nicht leisten, daher werden alle drei morgens hingebracht, zurück müssen sie mal 3,3 km selbst laufen, mal werden sie abgeholt.

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strixaluco 04.04.2019, 16:03
11. unverständlich

Hier parken die Eltern gerade nachmittags beim Sporttraining mitunter sogar die Feuerwehrzufahrt der Schule zu, ohne jedes Unrechtsbewusstsein. Wieso man sich für sportlich hält, wenn man es nicht mal schafft, sich aus eigener Kraft zum Training zu bewegen, erschliesst sich mir nicht, und es hätte grosse Vorteile, weil man dann schon mal warm ist. Zum Unterricht kommen zum Glück immerhin die meisten per pedes, aber auch nicht alle, und die Autofahrer sind notorisch gestresst und halten teils extrem ungünstig. Und die entsprechenden Kinder kommen keine paar Meter allein zurecht. Kein Wunder, dass gerade so viele junge Leute durch die Führerscheinprüfung fallen!

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quercusilex1 04.04.2019, 16:11
12. Glückliich

die Kinder, die das zu Fuß machen können und nicht im stinkenden, alten und überfüllten Schulbus eine dreiviertel. Stunde fahren müssen. So ist es auf dem Land oft.

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weltverbesserer75 04.04.2019, 16:12
13. Verbot von Elterntaxis!

Ich fände es richtig, die Elterntaxis zu verbieten, zumindest in Regionen, in denen man auch öffentlich gut zur Schule gelangt. Ohne die Details vor Ort zu kennen, gehe ich davon aus, dass es in Hamburg möglich ist, mit Bus und Bahn zur Schule zu kommen. Wir alle reden von Umweltschutz, wie man die Klimakatastrophe noch abwenden könnte und was für Opfer das einem abverlangen würde. Aber morgens nicht zur Schule kutschiert zu werden, dürfte kein allzu großes Opfer darstellen. Insofern verstehe ich die Vorbehalte gegen ein Verbot überhaupt nicht. Für mich ist das eine klare Sache. Die Lungen unserer Mitbürger*innen sowie die Umwelt und das Klima würden es uns danken.

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Leonia Bavariensis 04.04.2019, 16:14
14. Völlig überflüssig

Ich wurde mitten in der Düsseldorfer Innenstadt eingeschult, Schulweg entlang zweier vielbefahrener Hauptsstraßen mit zusätzlichem Straßenbahnverkehr und Überquerung aller Seitenstraßen (meist ohne Ampeln) inclusive. Meine Mutter hat mich eine Woche gebracht, danach durfte ich allein gehen. Wie ich später mal erfuhr, ist sie noch einige Tage heimlich mit Abstand hinter mir hergegangen, um zu beobachten, wie ich mich verhielt. Danach war damit Schluss.
Man kann Kinder zur Selbstständigkeit und zunehmender Eigenverantwortung erziehen, man kann sie aber auch zu verhätschelten Egoisten machen, die schon viel zu früh unter den Folgen von zu wenig Bewegung leiden werden. Die Eltern haben es in der Hand. Leidtragende sind die Kinder, sowohl die eigenen, im Fall der Elterntaxis aber auch die anderen, die sich zwischen rangierenden Fahrzeugen hindurchlavieren müssen.

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camshaft_in_head 04.04.2019, 16:14
15. früher

wurde das nicht von den Eltern beigebracht sondern wie bei mir von den Lehrern! Da hatte man noch Verkehrsunterricht in der Schule. Man durfte dort erst den Fahrradkeller benutzen wenn man diesen Unterricht erfolgreich beendet hatte anfangs des 3ten Schuljahres.
Was waren wir Schüler froh diese Erlaubnis zu haben um nicht immer mit mehreren Schülern die 700m laufen zu müssen.

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quidquidagis1 04.04.2019, 16:16
16. In den 70ern

..wurde ich öfters von meinem Vater oder dessen Fahrer mit dem dicken Benz zum Gymnasium gefahren.Das war mir so peinlich,weil damals total uncool,dass ich mich 1 Km vor der Schule hab absetzten lassen.Sind die Kids heute eigentlich stolz darauf,wer aus dem dickeren SUV steigt.Also wir hatten damals eine andere Einstellung(zumal die meisten Lehrer mit dem Rad oder dem Käfer kamen).Understatement war angesagt.

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bildmischer 04.04.2019, 16:16
17. Jeder Meter zu viel.

Das gleiche Spiel bei uns im Dorf jeden Morgen. Hier gibt es keinen Einwohner, der zu Fuß länger als 10 Minuten zur Schule laufen müsste, und trotzdem alles voller Autos. Vor der Schule gibt es sogar Parkplätze, in die man senkrecht zur Straße einfahren kann. Diese werden jedoch nicht genutzt, da sie sich auf der rechten Seite befinden, die Schule jedoch links steht. Die drei Meter zusätzlich wären dann eben zu viel. Da steht man lieber in der Feuerwehrzufahrt. Ansprechen bringt nichts. Da die Fahrer wissen, was sie falsch machen, werden sie nur pampig. Ich bringe meine Kleine zu Fuß hin und erlebe täglich Autofahrer, die bei mir in der Nähe wohnen und mit mir gleichzeitig wieder zuhause ankommen. Da diese Leute im Winter ihr Auto vorher noch warmlaufen lassen, bin ich insgesamt sogar schneller wieder zuhause als die. Und das in der Nähe einer Stadt, die unter Feinstaubbelastung leidet.

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alnotouran 04.04.2019, 16:16
18. Immer Schwarz/Weiß

Meine Kinder gehen zu Fuß. Ich würde aber die Eltern nicht pauschal verurteilen. Es gibt keine empirischen Beweise, weder für oder gegen. In den USA ist es seit jeher üblich, dass Kinder mit dem Bus oder mit dem Auto gefahren werden. Da spricht keiner von gefährlichen Situationen vor der Schule. Wenn alle sich vor der Schule Klüngeln, dann kann auch keiner Schnell fshren. 50 Meter vor und nach der Schule wird Gas gegeben. Wo ist da die Polizei. Wir benötigen Beweise und keine Idiologien. Am Ende finde ich persönlich viel besser, wenn die Kinder laufen. Das würde ich aber nicht mit Unwahrheiten begründen wollen

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themistokles 04.04.2019, 16:20
19.

Zitat von mcmercy
Das Chaos ist hausgemacht. Fehlende Haltebuchten, Verengte Fahrbahnen, fehlende Einbahnstrassen vor Schulen, fehlende Radwege.
Bei innerstädtischen Schulen, deren Gebäude schon seit Jahrzehnten, wenn nicht sogar ein Jahrhundert, bestehen? Ja, das Chaos ist hausgemacht. Aber weder von den Schulen noch von den Verkehrsbehörden sondern von den Eltern selbst. Wir wohnen hier direkt neben einem Gymnasium in der Innenstadt. Was sich hier morgens für hanebüchene Szenen abspielen, ist fast schon filmreif. Eltern, die sich gegenseitig mit den Autos behindern. Kinder, die zwischen den Parkreihen herumrennen und Eltern, die sich fast eine Schlägerei mit Müllwagenfahren liefern (hier beinahe passiert), weil dieser das Weiterkommen die "Elterntaxis" blockiert hat (und halt seinen Job gemacht hat).

Was man, wenn man sarkastisch ist, durchaus dann aber vernachlässigen kann ist die Gefahr der Kinder, überfahren zu werden. Denn: Die Straße ist hier oftmals derart verstopft, dass überhaupt keiner mehr fahren kann. Inklusive Hubkonzert.

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