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CHE-Studie: Rekordzahlen bei Studierenden ohne Abi
DPA

Die Zahl der Studierenden ohne Abitur in Deutschland hat sich in den vergangenen zehn Jahren vervierfacht. Einige Fächer sind laut einer Studie besonders beliebt.

jo126 03.04.2019, 11:05
1. Wie wahr

Es wird oft unterschätzt, was die duale Ausbildung in Deutschland bedeutet: Immerhin in der Regel drei Jahre zusätzliche Schulbildung (Berufsschule). Und, fast noch wichtiger: Praktische Berufserfahrung. Das mag für den Wissenschaftsbetrieb nicht wichtig sein. Aber für eine Berufstätigkeit nach einem Studium ist das sehr wertvoll. Wer einmal Uni-Absolventen ohne Berufserfahrung zu Beginn des Arbeitsprozesses erlebt hat, weiß, wovon ich schreibe. Völlige Selbstüberschätzung, Erwartung, dass das Uni-Wissen direkt im Arbeitsprozess umgesetzt werden kann... Wir nannten das in den späten 1980ern Praxisschock. Ich selbst hatte mein BWL-Studium nach Abschluss einer kaufmännischen Ausbildung erfolgreich absolviert. Die Praxisferne mancher Professoren ließ einen staunen. Also: Abi, Uni, Vorstand... so schlicht ist die Welt dann doch nicht. Und ein 1er Abschluss sagt noch gar nichts über die Praxistauglichkeit oder Karriere aus.

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tommybonn2000 03.04.2019, 11:32
2. dass die oft zitierte Studierfähigkeit nicht allein vom Abiturzeugnis

abhängt. Das ist doch ein witz!
60.000 von 3 millionen Studenten bedeuten nur 2% aller studenten haben kein Abitur. Bei Medizinstudenten sind es sogar nur 0.74%. Das zeigt "wie sehr die Studierfähigkeit allein vom Abiturzeugnis abhängt". In allen anderen EU-Staaten und den USA liegen die Zahlen wesentlich, zum Teil 10 mal höher. Bei der Harvard University (Harvard Extention School) ist z.b. der Hochschulzugang offen und unabhängig von jeder formalen schulischen Vorbildung. Da studieren auch studenten die nicht mal einen richtigen Schulabschluss haben. Es gibt in den usa auch sogenannte Community colleges und die Möglichkeit danach an einer der grossen Universitäten weiter zu studieren. Etc. Etc. Deutschland ist in bezug auf studieren ohne abitur immer noch entwickelungsland. Weit abgeschlagen in der westlichen welt....der Artikel ist also blanker hohn.

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großwolke 03.04.2019, 12:11
3. Durchlässigkeit

Der Artikel ist ein sehr schöner Beleg für die prinzipiell vorhandene Durchlässigkeit unseres Bildungssystems. Es mag ja so sein, dass der Bildungserfolg der Menschen heute in guter Näherung mit dem Bildungshintergrund der Eltern korelliert. Am System liegt das aber wohl nicht. Denn das bietet genug Zugänge zu höherer Bildung. Sogar ohne Abitur.

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gatoalforno 03.04.2019, 12:41
4. Was ist Studium?

Studium heutzutage wäre auch ein Bachelorabschluß, kein Hochschulabschluß im Sinne von Diplom oder Staatsexamen oder master. Desweiteren sind die AUsgangsbedingungen selbst bei Abiturienten immer unzureichender für ein naturwissenschaftliches Studium, gesschweige denn ohne Abitur.

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trainerpapa 03.04.2019, 18:07
5. Studium ohne Abi ....wünschenswert?

....ich meine ja. Die Zahlen hören sich vielversprechend an. Wegweisend sind sie jedoch nicht. Das Abitur ist mE nur beschränkt für eine spätere erfolgreiche Berufsausübung nach einem Studium aussagefähig...macht es einen Schüler, der einen 1.2 Schnitt im Abi hat zu einem besseren Arzt als jemand, der z.B. als Sanitäter sein Interesse bekundet hat, Menschen zu helfen...sicherlich nicht! Wünschenswert wäre für mich die Etablierung eines Studiums generale für alle die anfangen. Die Studienanfänger werden immer jünger...ich spreche da aus eigener Erfahrung...und das Studium immer "verschulter"...soll das so weiter gehen? Ich sehe das kritisch...

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Nonvaio01 03.04.2019, 18:19
6. sehe ich auch so

Zitat von trainerpapa
....ich meine ja. Die Zahlen hören sich vielversprechend an. Wegweisend sind sie jedoch nicht. Das Abitur ist mE nur beschränkt für eine spätere erfolgreiche Berufsausübung nach einem Studium aussagefähig...macht es einen Schüler, der einen 1.2 Schnitt im Abi hat zu einem besseren Arzt als jemand, der z.B. als Sanitäter sein Interesse bekundet hat, Menschen zu helfen...sicherlich nicht! Wünschenswert wäre für mich die Etablierung eines Studiums generale für alle die anfangen. Die Studienanfänger werden immer jünger...ich spreche da aus eigener Erfahrung...und das Studium immer "verschulter"...soll das so weiter gehen? Ich sehe das kritisch...
es muss einfacher werden fuer eine Krankenschwester Arzt zu werden wenn Sie denn will. Genauso in anderen Berufen, ich bin der meinung das in einigen berufen praktische erfahrung mehr zaehkt als ein Abi.

Ich hab auch kein ABI, hab aber 2 diploma gemacht. Die habe ich im AUsland erworben, aber es muss einfacher werden in D.

Vor allem Flexibler muss es werden. Wer nach 10 jahren keine lust mehr hat auf Koch, KFZ Meister, oder Bankkaufman, sollte die moeglichkeit haben sich ganz easy umzu orientieren, leider ist es in D extrem schwer.

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bermany 04.04.2019, 12:40
7. Duales System

Da mir in meiner Heimatstadt kein Informatikstudium möglich war - nochmal danke an den damaligen und völlig planlosen Kultusminister Gerhard Schröder - konstruierte ich meine Bildung selbst. Ich absolvierte eine IHK-Ausbildung als EDV-Kaufmann (schimpfte sich damals so) und schrieb mich an der Fernuni Hagen ein. So schuf ich meine ganz persönliche duale Ausbildung. Die Zeit war hart aber es war zu bewältigen. Das Studium zog sich allerdings sechs Jahre in die Länge.

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thombo2019 07.04.2019, 09:12
8. Qualität muss passen!

Durchlässigkeit ist ein gutes Ziel, aber Studienerfolg und gleichbleibend hohe Standards und Qualität sind ebenso unverzichtbar. Interessant wäre auch die Studienerfolgsquote derjenigen, die ohne Abi etc. studieren, diese ist sicher nicht 100%.....sondern ?

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