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CO2-Steuer und Abschaltung der Kohlekraft: "Fridays for Future" stellt erstmals konkr
Michael Kappeler / DPA

Jeden Freitag gehen Tausende Schüler in Deutschland auf die Straße. Jetzt haben die Organisatoren von "Fridays for Future" zum ersten Mal formuliert, was sie sich konkret unter einer besseren Klimapolitik vorstellen.

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christian-h 08.04.2019, 15:11
110. Angabe

Zitat von holger.becker
1)Um Energie kurzzeitig (im Stunden oder Tagebereich) zu speichern reichen die aktuellen Pumpspeicherkraftwerke aus. 2)Eine gute Möglich für einen Mittel- und Langzeitspeicher (Wochen bzw. Monate, um z. B. eine Dunkelflaute zu überbrücken) ist Gas.
1) Nein. Die installierte Leistung unserer PSKW liegt um die 10GW. Diese können Sie aber nur für wenige Stunden nutzen, danach werden die Stromerzeuger zum Stromverbraucher.
Diese Leistung reicht schlicht nicht aus um diese Forderungen zu erfüllen.

2) Das ist technisch an sich kein Problem, was aber fehlt sind weitere Gaskraftwerke, Umwandlungsanlagen und genügend EE Stromerzeuger.
Wirtschaftlic dürfte das den Strompreis nicht unerheblich beeinflussen.

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schnubbeldu 08.04.2019, 15:12
111. Oje !!!

Hier werden wieder Leute über einen Kamm gezogen, dass ist nicht mehr feierlich. Danke, ich bin 48 Jahre, und GENAU MICH sprechen Sie an!

Im Gegensatz zu rund 10 bis 15 Jahre jüngere Miteigentümer im Haus setze ich mich für eine effiziente Solarthermie- und Gasthermeanlage ein, weil KEIN Handwerksbetrieb in den letzten 5 Jahren in der Lage war ein funktionierendes System aufzustellen. Da wurde hier ein 3-Wege-Ventil eingebaut, dass wegen fehlendem Relais nicht richtig arbeitete. Auch ander Dinge, u.a. sogar eine Nachheizsperre für das Warmwasser der Gastherme konnte kein Handwerker einbauen wenn die Solaranlage vom Dach her Energie liefert, was muss hier dann die Gastherme einspringen, wenn die Energie vom Dach ausreicht? Und und und, kann ich beliebig viel fortsetzen. Bilanz dank dieser Maßnahme anstatt nur 40% Gas-Einsparung sogar tatsächlich inzwischen 50% Gas- UND CO²-Einsparung erzielt.

Selber fahre ich 12km einfach ca. 50 bis 80mal im Jahr mit dem Fahrrad und lasse das Auto stehen, geht es in die Stadt wird mit ÖPNV gefahren, weil hier die Anbindung "stimmt". Für andere Ziele im Umkreis weniger.

Auch bin ich im Haus der Einzigste, der noch Dosen und Glas separat trennt und hierfür zu den Containern ca. 300m Fußweg hin und wieder zurück auf sich nimmt. Auch wird samstags auf den Markt mit dem Rad gefahren (ca. 6km Entfernung). Erledigungen vor Ort werden zu Fuß unternommen, dafür wohnt man "zentral". Fürs Auto steig ich nur ein wenn es über die Ortsgrenze rausgeht. Selbst zur Post wird bei Wind und Wetter gelaufen, weil Parksituation dort sowieso eine Katastrophe ist.

So, und nun zum Auto, es ist ein Kompakt-Van und kein SUV. Vorteil Spirteinsparung durch Fahrzeugwechsel im letzten Jahr gegenüber dem Vorfahrzeug ca. 1,5 Liter weniger Benzinverbrauch, und dies trotz gestiegenem Fahrzeuggewicht von ca. 70kg. Kleiner ging nicht, weil wenn Sie mein Alter bedenken, dann können Sie sich ausrechnen dass ich die kommenden 10 Jahre Herrschaften im Alter zwischen 80 und 95 Jahren fahren darf, wenn es erforderlich ist.

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misterknowitall2 08.04.2019, 15:12
112. Blödsinn

Zitat von schnubbeldu
... an mindestens 4 Stunden im Laufe des Vormittags während der Schulzeit. Spart ein Haufen Strom und letztendlich CO²-Ausstoß dank reduzierter Kohleverstromung. Wenn ich weiter überlege, gibt es sehr viele Dinge, die unsere Schüler durch eine "Vorbildfunktion" für uns der Umwelt zu Gute kommen lassen können. u.a. nur an jedem zweiten Tag die Haare waschen und im Anschluss föhnen.
Handy ausmachen bringt gar nichts.

Und eigentlich müssen die Erwachsenen überlegen, wo sie sparen wollen. Letztlich haben die doch den Planet zugemüllt und bezüglich des CO2 gnadenlos versagt.

Was wäre denn ihr Verzicht? Fordern kann ja jeder....

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det42 08.04.2019, 15:13
113.

Zitat von MatthiasEit
Schauen wir uns mal die Notwendigen Maßnahmen an um das zu erreichen. Um alle Kohlekraftwerke durch Windkraftanlagen zu ersetzen (diese sind die günstigsten ernneuerbaren) müssen wir 60.000 Windräder bauen. Bei Baukosten von ca. 3 Mio€ pro Stück sind wir bei 280 Milliarden €. Für die Zusätzlichen Energiespeicher können wir nochmal ca. 1/3 drauflegen also sind wir bei insgesammt ca 380 Milliarden €. Das ist der gesamte Jahreshaushalt der Bundesrepublik. Zusätzlich müssten wir auch noch sämtliche Bauregelungen wie die 1500m Abstand von Windkraftanlagen zu Wohngebäuden in NRW abschaffen und mögliche Personenschäden durch Lärm- und Lichtbelästigung akzeptieren.... Das spricht für sich oder?
hm... wie kommen Sie darauf, dass die Windräder aus Staatskasse bezahlt werden ? ... wünschen Sie eine Verstaatlichung ?
Aufgabe der Politik ist es, den Rahmen zu schaffen. Damit meine ich gar nicht mal opulente Förderungen, die sind heute so gut wie gar nicht mehr notwendig. Es gilt zum Beispiel Ökostrom für die Gasproduktion nicht mehr zu besteuern oder dass für "grünen" Eigenverbrauch von der Sonne der Staat nicht mehr abkassiert... es gilt, Vermietern ohne Schranken erlauben, den Photovoltaik-Strom günstig an die Mieter weiterzugeben, jeder soll an jeden ökologischen Strom verkaufen können... auf der anderen Seite sollte dafür CO2 belasteter Strom sehr viel teurer gemacht werden. Dann müsste man natürlich die viel zu strikten (10 H) Bauregelungen wie sie in Bayern vorherrschen abschaffen... die haben Windkraft dort einfach tot gemacht.
Wenn solches von der Politik geregelt würde, dann wäre die grüne Stromproduktion ein Selbstläufer, weil es sich für Wirtschaft und auch die Privatperson einfach lohnt, ökologisch zu handeln und zu investieren. Unbestritten kostet das alles für den Staat immernoch sehr viel Geld, er hat allerdings auch vermehrt Einnahmen durch die Bepreisung von CO2. Ich sehe das als Invest für Klimaschutz und für die uns folgenden Generationen. Nach 10-20 Jahre Investition wird man allerdings auch die Ernte einfahren können... Strompreise werden dann extrem günstig und wir werden enorme Importkosten einsparen... das alles vor allem gesund und klimaneutral! ... ich kann mir kein besseres und sinnvolleres Invest für die Zukunft derzeit vorstellen...

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johnny_b 08.04.2019, 15:15
114.

Zitat von xlabuda
in China stehen vor den Millionenmetropolen auf den Zufahrtsstrassen LKW-Staus von mehreren 100 km und zwar täglich und die lösen sich nicht in 2 Tagen auf. Und die 100.000e Schwerlast-LKW sind natürlich alle solarzellengetrieben - muhahahahaha
Und trotzdem hat China geringere pro-Kopf Emissionen als wir. Wenn die Chinesen alle so handeln würden wie wir sehe es viel schlimmer aus!

Diese Schwerlast-LKWs werden dort auf jeden Fall sehr viel schneller durch (indirekt) solargetriebene E-LKW ersetzt werden als bei uns (mit unserer aktuellen Politik). China hat eine verbindliche E-Auto Quote von 10%, wir haben

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christian-h 08.04.2019, 15:16
115. Angabe

Zitat von johnny_b
33% der weltweiten Photovoltaik stehen in China, mehr als 50% des Zubaus werden in China installiert. 34% der weltweiten Windenergie stehen in China, fast 40% des Zubaues entfallen auf China.
Wenn Sie jetzt noch die Leistung PV+WK mit konv. Kraftwerksleistung in China und die Strommenge vergleichen würden, dürfte sich einiges relativieren. Gemessen daran dürfte der prozentuale Wind+Sonnenstromanteil in Deutschland höher sein.

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Mr T 08.04.2019, 15:17
116.

Zitat von markus_wienken
Nein, das nennt man Wahrhaftigkeit. Man kann schwerlich anderen etwas vorwerfen, was man selbst auch tut. Insofern hat Ihr Vorposter durchaus Recht.
Nein, hat er nicht. Ich kenne den Vorwurf, des FLiegens nicht aber man kann in der heutigen Welt nicht alles zu Fuss machen, wenn die Moeglichkeiten nicht vorhanden sind. 48 h Bahnresien kann man als 16jaehirge Schulerin machen aber wenn man in der Umweltpolitik langfristig als Politker/in Erfolg haben will, muss man u.U. fliegen und Autofahren. Das Argument " schwerlich anderen etwas vorwerfen, was man selbst auch tut."ist schlicht und ergreifend eine Ausrede fuers Nichtstuen

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stefan7777 08.04.2019, 15:19
117. Es sind noch viel zu wenige auf der Straße

Wenn der Druck wirklich weiter steigt, hat die Politik über die Zustimmung in der Bevölkerung auch die Macht etwas durchzusetzen. Es könnte wohl das größte Konjunkturprogramm seit dem Wiederaufbau nach dem 2. Weltkrieg in Europa und weltweit begonnen werden. Positiv mit unendlich viel Menschen auf ihrer Seite, die bereit wären sich zu beteiligen, dass wäre mal etwas!

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ratx 08.04.2019, 15:19
118. Forderungen . An die Politik - nicht an sich selbst ?

Demonstrationen sind eine durchaus erprobte Möglichkeit, sich Gehör zu verschaffen. Aber sie tun nicht weh. Vor allem tun sie einem nicht selbst weh. Die demonstrierenden Schüler wären gut beraten, durch ihr Tun etwas für das Klima zu erreichen - begleitet durch Demonstrationen. Anstatt Forderungen an die Politik zu erheben könnten sie Forderungen an sich erheben und über Foren deren Umsetzung dokumentieren. CO2 Einsparungen durch weniger Nutzung von Internet, durch Stromsparen, durch den bewussten Verzicht auf längere Reisen und Flüge, durch Beschränkung im Konsum (Mode, Elektronik, Fleisch...). Aber das tut weh. Frau Neubauer hat selbst schon ihre weltweite Reiseaktivität im Internet verbreitet. Ihre Glaubwürdigkeit leidet dadurch enorm, die Forderungen der Schüler generell verlieren durch das Konsumverhalten der Schüler sehr an Gewicht. Wer im Interesse der eigenen Zukunft nicht bei sich mit dem Umdenken beginnt, braucht sich nicht wundern, wenn auch Ältere ihre eingefahrenen Wege bei Konsum und Reisen nicht verlassen.

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markus.pfeiffer@gmx.com 08.04.2019, 15:19
119. "Bewusst nur Ziele, keine Maßnahmen"

Na damit ist man ja auf einer Linie mit der Weltklimakonferenz und den letzten Bundesregierungen.
Ziele vorgeben kann man viele, diese mit konkreten politischen Maßnahmen umsetzen ist die Kunst.

Beispiel Ausstieg aus der Kohleverstromung bis 2030: Wenn wir sofort die Stilllegung der AKWs stoppen und - je nach E-Auto-Quote bis 2030, da die ja Strom benötigen) bis dahin mindestens 1-2 neu gebaute Reaktoren am Start haben, ist der Ausstieg aus der Kohleverstromung 2030 kein Problem.
DAS wäre mal eine konkrete Forderung der fridays-kids. Aber nö, man formuliert bewusst nur Ziele, den schwarzen Peter für die Umsetzung überlässt man anderen. Da waren wir in meiner Jugend vor 30 Jahren aber schon weiter; wir haben damals um Lösungen gerungen (und waren wegen Kohl Nichtstun frustriert).

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