Forum: Leben und Lernen
Computer im Unterricht: "Ich setze Elektronik immer seltener ein"
DPA

Warum spielen Tablets und Laptops in der Schule keine Rolle? Drei Lehrer erzählen: Von abstürzendem Unterricht, überlasteten Administratoren und von Smartboards, die vom Denken ablenken.

Seite 2 von 17
xlxp 23.11.2016, 12:19
10. (Taschen-)Rechner benutzen heisst abtippen...

was sagte einst ein Finanzprof. der meine Laufbahn durchquerte: "Taschenrechner benutzen heisst: abtippen! Die eigentliche Rechenleistung und das Verstehen passiert zuvor im Kopf und wenn notwendig auf Papier". Medieneinsatz hat bestenfalls zweckgebunden, und maßvoll zu erfolgen. Wenn digitale Kompetenz oder gar Intelligenz im Land Einzug halten soll, dann müssen Lerninhalte der Informatik (geht auch ohne Rechner) oder auch der Präsentationstechnik (mit oder ohen Medieneinsatz) oder oder... vermittelt werden (ggf. auch zuvor an die Lehrer selbst?), alles andere kann man im Crash-Kurs bzw. "learning by doing" lernen. Sonst widmet man sich Zeitfressern, der Verblendung des Blicks auf das Wesentliche (bei Schülern, wie beschrieben) und ist Opfer von Geldmacherei (Schule / Ministerium -> Steuerzahler) ... Aller Digitalisierung zum Trotz: Lesen, Schreiben, Rechnen, Artikulieren und Verstehen, sind weiterhin wichtige Kompetenzen.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
patras 23.11.2016, 12:20
11.

Zitat von der_unbekannte
genau so sieht es in der Realität an Schulen im Umgang mit modernen Medien aus. Ich kenne es noch aus meiner Berufsschulzeit, oft endete der Unterricht im Chaos, weil immer irgendwas nicht funktionierte. Wann kapieren Bildungspolitiker endlich dass es einfach nicht reicht Schulen mit Technik auszustatten.
Ich arbeite tagtäglich mit modernen Medien im Unterricht, Smartboard, elektronisches Klassenbuch, zu Hause erstellte Arbeitsblätter,die am Smartboard hochgeladen werden, Einbeziehung von Tablets für Gruppenarbeiten und Vorstellen der Ergebnisse dann am Smartboard und vieles andere mehr. Das funktioniert, weil es Alltag ist, da gibt es kein Chaos, das ist normaler Alltag, wenn man 1. sich selber weiterbildet und die Handhabung Routine wird, 2. die Technik gewartet wird. Die Schüler lernen selbständiger, entdecken eigene Stärken, kooperatives Lernen wird gefördert und es ist eine weitaus bessere Vorbereitung auf die Zukunft, wenn man nicht nur über Medien lernt, sondern mit Medien Aufgaben löst und damit auch für Schüler zum Alltag wird. Und was besonders wichtig ist, ist die Verzahnung zum "normalen Unterricht", wissen, wo bringt das alles Vorteile und was sollte man anders machen.Aber, da gehört eben auch Interesse und Investition (Zeit) des Lehrers zu. Einsatz von Medien als ab und zu Bonbon geht nicht, das endet im Chaos.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
xineohp 23.11.2016, 12:31
12. Höchste Zeit umzukehren ...

... und den Irrtum einzugestehen Digitalisierung von Kindheit und Jugend würde zu irgendwelchem Vorteil für wen-auch-immer führen. Entnetzt endlich die Kinder wieder und befreit sie von den Manipulationsfesseln international agierender Großkonzerne. Medienkompetenz ist Charakterbildung und Inhaltsdeutung und das kultiviert sich weder Online noch durch Knöbbschen drügge. Das bisschen Office, was die meisten später im Berufsalltag brauchen, lernen sie in ein paar Minuten am eigenen Rechner. Ich hätte mehr Respekt vor digitalem Unterricht, wenn die Kinder wirklich lernen würden ihren Rechner von Grund auf zu verstehen und dann auch zu beherrschen (also Bits und Bytes dahin zu gestalten wo sie sie wirklich hin haben wollen). Aber wie es gegenwärtig läuft, werden die Kinder nur zu willfährigen App-Usern erzogen. Damit ist niemandem außer den kurzfristigen Gewinnerwartungen der Digitalisierungsindurstrie gedient. Darüberhinaus degenerieren wir gerade mental und emotional ganze Kohorten von Kindern, weil die Politik versagt - Schade.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Leser161 23.11.2016, 12:36
13. Im Westen nichts Neues

Es gab schon immer neue Technologie in der Schule zum Beispiel "Filme". Ich habe gerne Filme geguckt in der Schule und Aufsätze drüber geschrieben. Hat mich das schlauer gemacht als die Schüler die noch keine Filme hatten? Ich denke nicht.

Genauso ist es mit Tablets. Nette Sache. Aber eigentlich ist ganze Buzz nur ein Webegag der hersteller damit tausende Geräte von deutschen Schulen angeschafft werden (Was auch nichts Neues ist, der dusselige Weltatalas hat auch 50 Mark gekostet damals und gebraucht habe ich ihn - wann?).

Aber wir wollen uns ja verbessern und weniger unnötig Geld ausgeben oder? Starten wir mit den Tablets.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
rjsedv 23.11.2016, 12:36
14. Praxis versus Theorie

Diese Lehrer erleben doch nur die Praxis. Die Marketing-Schreier großer IT-Anbieter haben es zwar geschafft Politiker und Entscheider für dumm zu verkaufen. Aber die tägliche Realität können sie nicht verbiegen. IT als digitale Babysitter mag vielen Faulenzern auf der Ausbildungsseite zwar lohnenswert erscheinen, aber dann dreht die IT mit Systemzusammenbrüchen und Inkompatibilitäten den Arbeitsverweigerern eine lange Nase und es gibt mehr Arbeit als ohne den Quatsch. Leider auf Kosten der Schüler. Sie lernen nicht mehr denken, sondern nur noch Googeln und dann funktioniert nicht einmal das. Nicht umsonst wird "smart" immer mehr mit "dumm" übersetzt. IT raus aus Schulen. Sonst kommen nur noch Dummköpfe aus den Schulen raus. Und die kann ich in der wirklichen IT gar nicht gebrauchen.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Baal 23.11.2016, 12:38
15. Wollen Sie sich Totfummeln

Zitat von mrotz
Nur PC.... Niemand braucht einen PC. Tip: Damit Dinge kompatibel sind --> PDF "läuft" auf Windows, Linux, Mac, ... Aber ja: Weder Tablets, noch Smartboards machen großen Sinn für normalen Unterricht. Für zusätzliches / Informatikunterricht, sollte aber ein gut ausgestatteter Computerraum zur Verfügung stehen sowie Klassensätze an Arduinos und Raspberry PIs, sowie ein 3d-Drucker. mfg
Oder einfach nur Unterrichten.
Wie soll das gehen mit diesem Sammelsurium an Nischenprodukten?
Zusätzlich nen Typen vom CCC einstellen für jede Klasse?

Beitrag melden Antworten / Zitieren
zwischen_durch 23.11.2016, 12:38
16. Administrationsproblem

Bei dem Thema hilft ein Bilck in die Wirtschaft. Dort gilt die grobe Faustregel: pro 50 EDV-Arbeitsplätze ein Vollzeit IT-Mitarbeiter. Eine Schule mit 200 EDV-Arbeitsplätzen müsste demnach ein Team von 4 IT-Mitarbeitern haben. Die Realität, bei der ein Lehrer des Kollegiums eine Unterrichtsreduktion von 2-4 Stunden bekommt, ist der eigentliche Skandal bei diesem Thema.
Kein Unternehmen könnte bei solchen Rahmenbedingungen überleben.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
f1333876 23.11.2016, 12:48
17. Lehrer zuerst schulen

Beim Lesen des Textes bekommt man eher den Eindruck, dass zunächst einmal die Lehere einen Schulungsbedarf aufweisen. Hier wird über Kompaitibilitätsprobleme, Pop-up in Apps etc. geklagt. Ein geschulter Anwender weiß solche Probleme zu umgehen und zu vermeiden!
Generell sehe ich die Digitalisierung der Schulen als sehr wichtig an. Es ist natürlich selbstverständlich, dass trotzdem noch das handschriftliche rechnen und schreiben gelehrt wird. Hier kommt es auf die richtig Mischung und sinnvolle Verknüpfung von "analoger-" und "digitaler-" Lehre an.
Leider findet heute überhaupt keine Verknüpfung statt. Stadessen wird nach alt bewehrtem völlig veralteter Bildungsinhalt gelehrt. Mit der Einführung digitaler Technologien im Unterricht sollte auch endlich mal über die Inhalte diskutiert werden. Wie Sinnvoll ist es Latein und Altgrischich zu lehren, jedoch werde Informatik noch Wirtschaft (eigen Erfahrung an meiner ehemaligen Schule)?! Deutschland braucht Programmierer und Ingenieure mit wirtschaftlichen Sachverstand und keine Latein- oder Altgrischichlehere, um Konkurrenzfähig zu bleiben! Es ist kein Wunder das Unternehmen wie Facebook und Google in den USA entstehen und nicht in Deutschland. Bereits in der Schule werden dafür die Grundsteine gelegt!

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Rahvin 23.11.2016, 12:49
18. Apple und Windows

Warum, wenn die Lehrer sich darüber im Klaren sind, dass sie an der Schule mit einem normalen PC konfrontiert werden, legen diese sich für die Heimarbeit einen Apple Computer zu? Weil das Gehalt zu hoch ist und man nicht weiss, wohin mit der ganzen Kohle? Sich darüber zu beschweren, dass man zuhause was am Apfelrechner gemacht hat, das man dann in der Schule am schnöden Windows-PC nicht ganz so schön nutzen kann - was ist das für eine bescheuerte Kritik? Da müsste man sich eher selbst fragen: Warum bin ich zu blöd, mir das richtige Werkzeug zuzulegen? Und wenn man schon davon spricht, dass man sich für teures Geld so einen Apfel kauft, kann man die paar Euronen für einen Mittelklasse PC, der mit Sicherheit für die Arbeit zuhause ausreicht, nicht aufbringen? Soweit ich weiss, schreiben die Lehrer das dann am Ende ohnehin von der Steuer ab. Mein Mitgefühl hält sich in Grenzen.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
lachina 23.11.2016, 12:52
19. Die genannten Lehrer sind doch nur pragmatisch....

wenn was nicht funktioniert, wenn es länger dauert als mit der Hand , wenn die Schüler unruhig werden, weil der Lehrer mit einigen hilfsbereiten Nerds zusammen an der Technik rumfummelt - dann lässt man es halt bleiben.
Ich warte auch noch auf DEN Computer mit Sprachbefehl, so ähnlich wie in Star Treck, zu dem ich dann nur sage: "Computer, generiere......."

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Seite 2 von 17