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Cybermobbing in Hessen: Schüler montieren Gesichter ihrer Lehrer in Pornos
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In Heppenheim haben Gymnasiasten heimlich Fotos von Lehrern gemacht und in Pornoszenen eingebaut. Wie sollen Schulen mit Cybermobbing umgehen, wenn es die eigenen Lehrkräfte trifft?

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stegganosaurus 28.11.2018, 20:13
40. Schulversagen?

Ja da sind sie wieder, die faulen Lehrer. Die versagen doch total dabei unsere Kinder zu erziehen. (Sarkasmus off) Nein ihr lieben Eltern, ihr versagt dabei eure Kinder zu erziehen. Das ist nicht die primäre Verantwortung der Schule.
In der Schule sollen sie Fähigkeiten erlangen, (lesen, schreiben, rechnen, Fremdsprachen und darauf aufbauend dann abstraktes Denken, Textexegese, Mathematik usw.). Und dazu ein Basis- Faktenwissen, das erst ein grundsätzliches Weltverständnis ermöglicht. Das ist schon Aufgabe genug. Das nebenher der Lehrer auch auf Sozialverhalten und Disziplin wachen muss, ist dieser Hauptaufgabe geschuldet, welche ohne diese Dinge nicht funktioniert.
Sozialverhalten und Disziplin zu erlernen ist aber Aufgabe des Elternhauses. Dazu haben Lehrer auch gar keine ausreichenden Mittel.
Wenn aber die Gesellschaft meint das aufgrund der Leistungsverweigerung oder –Unfähigkeit der Eltern, Lehrer auch Erzieher sein sollen, dann müssten sie auch weitaus mehr Rechte und Kompetenzen haben als zurzeit. Davon wollen Eltern aber dann wieder nichts wissen. Ein fremder Mensch darf doch nicht über mein Kind bestimmen! Er soll es nur erziehen. Der Widerspruch dabei fällt denen gar nicht auf.

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Actionscript 28.11.2018, 20:18
41. Haben sie mal überlegt, wie alt...

Zitat von vicbrother
Was rätseln die Lehrer da bitte herum? Handyverbot?? Sind die so lebensfremd, dass die Lehrer die Gesetze der BRD nicht kennen? Hier wird eine Grenze überschritten, die die Grenze der Gesellschaft sprengt, eine Verrohung, die nicht mit besonderer Aufmerksamkeit der Schule belohnt werden darf: 1. Die Schüler gehören angezeigt, der Staat wird dann die Bestrafung in die Hand nehmen. 2. Die Schüler gehören an Ihrer Tat gemessen: Eine allgemeine Hochschulreife kann und darf es nicht für diese Jugendlichen geben, bei dieser Prüfung des Lebens haben Sie versagt. So läuft das im Rechtsstaat, die Lehrer sollten diesen nicht mit einer "Paralleljustiz" unterwandern!
...solche Schüler sein können? In vielen Fällen sind es Kinder. Da sollte die Schule alleine entscheiden. Und wenn sie gleich die Höchststrafe für die Schüler wählen, dann erreichen sie genau das Gegenteil. Sie kreieren die zukünftigen Straftäter. Strafe muss sein. Das ist klar. Deshalb ist definitiv Strafe, wenn die Schüler für ein paar Jahre Verbot bei sozialen Medien bekommen und ihre Namen in der Schule öffentlich gemacht werden. Schulverweis sollte erst erfolgen, wenn die Schüler wieder etwas Ähnliches tun.

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markus_wienken 28.11.2018, 20:19
42.

Zitat von wasnu23
Am Ende müssen wir uns fragen, ob wir nicht lieber trainieren sollten, ein dickeres Fell zu haben, statt dass sich alle in die Opferrrolle zurückziehen, denn da findet schließlich jeder einen gemütlichen Platz.
In der Tat wäre es gut sich ein dickes Fell zuzulegen (ist gar nicht so einfach) und als Opfer offensiv und agressiv (mit allen zur Verfügung stehenden rechtstaatlichen Mitteln) gegen die Täter vorzugehen anstatt sich zurück zu ziehen.
Die Opfer verdienen unser Aller Unterstützung sich gegen die Täter zu wehren und diese in ihre Schranken zu weisen, hier bin ich Ihrer Meinung.

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macetheace 28.11.2018, 20:21
43.

Na und? Haben die jetzt Angst von irgendwelchen Omas, die sie auf der Straße erkennen könnten, böse Bemerkungen zu bekommen? Oder von Vätern?? Schwachsinn. Das ist nur relevant in entsprechendem Kontext, z.B. in Social Media-besessenen Kreisen, zudem eigentlich auch nur wenn authentisch.

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evilynnigirlie 28.11.2018, 20:22
44. Einige verkennen den Ernst der Lage

"Nicht so schlimm", "Lehrer gefallen sich in der Opferrolle", "Dickeres Fell zulegen" usw. Typische Täter-Opfer-Umkehr. Ich beschäftige mich jetzt seit knapp einem Jahr mit dem Thema und es ist bei weitem nicht so harmlos wie hier einige versuchen, das darzustellen. Es ist, ganz drastisch gesagt, kein "Dummer-Jungen-Streich", sondern ein Verbrechen. Die Folgen für das Opfer sind unabsehbar. Im schlimmsten Fall würden Leute weggenommen sowas gekündigt. In Deutschland googlen etwa 80% aller Arbeitgeber den Bewerber. Relevant sind Fotos, Kommentare, Kommentaren von Freunden und welche Kommentare man bekommt. Das ist bewiesen per Umfrage. Bewerber, die ein problematisches Bild abgeben, werden selten eingeladen, weil Firmen keinen Imageverlust wollen. Eine Chance sich zu rechtfertigen oder Dinge klarzustellen, bekommt man fast nie. Das ist alles wissenschaftlich belegt. Wie gesagt, ich schreibe meine Bachelor Arbeit darüber.

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crisalide 28.11.2018, 20:28
45. Schulverweis ist lächerlich

Interessant wie viele Kommentatoren einen Schulverweis hier zu drastisch finden. Da sollte sich einmal jeder fragen wie er es selber finden würde wenn ein Leben lang von einem selbst gefakte Pornobilder im Internet kursieren würden. Würden Sie dann auch milde lächeln und sagen: ach das ist doch kein Problem? Das ist kein dumme Jungenstreich, für die Opfer ist das ein lebenslänglich. Solche Bilder verschwinden nie aus dem Netz. Der Schulverweis allein ist hier eher zu wenig Strafe. Der Schulverweis ist ein Witz. Ich hoffe doch stark, dass die Opfer Anzeige erstatten und hier zusätzlich juristisch ein Exempel statuiert wird. Vielleicht wird dann diesen Jugendlichen und ihren inkompetenten Erziehungsberechtigten endlich mal klar was für eine Tragweite ihr Verhalten hat.

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rant.biden 28.11.2018, 20:33
46. Falsche Berichterstattung

Diese Hysterie ist schlimmer als ihr Anlass. An Schulen gab und gibt es Schülerstreiche, und heute eben solche. Niemand hat offensichtlich die Montagen für bare Münze genommen, es ist nichts passiert. Man versteht in der Berichterstattung oft die Mechanismen nicht, versteht nicht, was dieser Alarmismus auslöst: Den Shitstorm, die Masse, die überfordert ist und Unrat wittert und dies anonym anprangert. Das ist ein übler Humus...

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euthyphron 28.11.2018, 20:41
47. Buddenbrooks mal lesen

1901, also in den guten alten Zeiten ohne Handys, in denen noch alles in Ordnung war und keiner durch mobile devices von den eigentlichen Unterrichtsinhalten abgelenkt wurde, erschien Thomas Manns Roman Buddenbrooks. Geschildert wird unter anderem ein Schultag des Gymnasiasten Hanno Buddenbrook: Dort kommt so ziemlich jede Niederträchtigkeit vor, die man sich im Schulbetrieb vorstellen kann. In einer der Szenen wird ein Lehramtsanwärter von einer Klasse regelrecht vernichtet, in einer anderen wird nach allen Regeln der Kunst Unterschleif betrieben, Mitschüler werden rücksichtslos gemobbt, auch wenn es den Begriff damals noch nicht gab. Das Problem hat mit Handys rein gar nichts zu tun, sondern ist wohl eher in den offensichtlich konstant bleibenden Schwächen menschlichen Sozialverhaltens zu suchen.

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horstenporst 28.11.2018, 20:51
48.

Zitat von Xergon
Also wir hatten damals in den 90ern die unbeliebtesten Lehrer einfach aus dem Gruppenfoto im Jahresabschlussheft gescannt und als Monster in Doom eingebaut. Eine Lehreren filmten wir auch einmal eben 360° rundherum mit einer Hi8 Videokamera und grabbten die Standframes via Amiga-Parallelport-Digitizer. Ganz schöner Aufwand, aber es lohnte sich. Nichts war besser als nach 6h Schule zu lauter Musik ne halbe Stunde lang Lehrer in die Luft zu blasen. Herrlich. Echte Therapie! Geht jetzt in Zeiten von Amokläufen natürlich gar nicht mehr. Klar. Dann ... eben dem Zeitgeist entsprechend: Pornos. ... oh boy...
Es gibt aber zwei fundamentale Unterschiede zu ihrem Beispiel aus den 90ern. Erstens war ihr damaliger Pixelsalat sofort als fake erkennbar. Heute können selbst Amateure mit Photoshop Fälschungen erstellen, die nicht als solche zu erkennen sind. In wenigen Jahren wird das auch mit Videos möglich sein. Zweitens werden solche Bilder oder Videos heute online verbreitet und stehen dann für alle Zeiten im Netz. Ein Entfernen ist kaum möglich.

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jurislav28 28.11.2018, 21:07
49. Strafe absolut angemessen!

Manche Leser denken fälschlicherweise, die beiden Täter würden auf die Gosse geschickt.... zur Erklärung:
Sie werden an ein anderes Gymnasium überwiesen, können also weiter dem Abitur nachstreben.
An der alten Schule konnten die Lehrer diesen beiden Schülern nicht mehr in die Augen schauen.
Die Strafe ist also absolut gerechtfertigt!
Die Frage lautet: Wie soll das Internet in ein paar Jahren aussehen?

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