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Datenleck: Interne Papiere enthüllen Rechtsextremismus bei Burschenschaften

Es ist ein Desaster für die Deutsche Burschenschaft: Eine Fülle brisanter interner Dokumente ist an die Öffentlichkeit durchgesickert. Die Protokolle und Strategiepapiere legen die desolate Lage der Studentenbünde offen - und*ihre Unfähigkeit, rechtsextremen Brüdern Einhalt zu gebieten.

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stormking 15.07.2011, 20:04
240. .

Zitat von casi1982
Ich hab auch schon mal gehört, dass z.B. Engagement in einer Partei oder auch vielleicht ein Gespräch über aktuelle politische Themen gerne als Einstellungskriterium genommen werden. Ist das so?
Wie gesagt, das ist unterschiedlich. Bei uns wird politisches Engagement innerhalb der Grenzen der FDGO ausdrücklich begrüßt, wobei die Richtung egal ist. Wer sich als verfassungsfeindlich entpuppt, fliegt wieder raus.

Bei den Burschenschaften hingegen wird auf die konservative politische Haltung explizit Wert gelegt, die sehen sich aber auch als politische Akteure mit einem Auftrag.

Zitat von casi1982
Bzw. sind überhaupt abgesehen der Sympathie feste Kriterien üblich?
Auch das variiert. Bei den Katholischen Verbindungen muß man selbstverständlich katholisch sein, die Burschenschaften legen auf's "Deutschsein" Wert, manche haben in der Vergangenheit keine Wehrdienstverweigerer aufgenommen (ist ja nun obsolet), viele Verbindungen nehmen nur Männer auf, es existieren einige Damenverbindungen, die dann logischerweise nur Frauen aufnehmen und es gibt sicherlich noch andere Kriterien, die mir gerade nicht einfallen.

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stormking 15.07.2011, 20:06
241. .

Zitat von spiritof81
Letzteres ist mir unbekannt
Es war auch eher als sprachliches Bild gemeint denn als Erfahrungsbericht.

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Snowfox 15.07.2011, 20:11
242. Asiat - Corpsstudent

Zitat von casi1982
Ich hab auch schon mal gehört, dass z.B. Engagement in einer Partei oder auch vielleicht ein Gespräch über aktuelle politische Themen gerne als Einstellungskriterium genommen werden. Ist das so? Bzw. sind überhaupt abgesehen der Sympathie feste Kriterien üblich?
Bin zwar in einem Corps als Asiate und sagen, dass eigentlich nur Burschenschaften etwas politischer sind als Corps oder Landsmannschaften. Wenn man die 1848er Revolutionen bedenkt, dann weiß man auch wieso.

Seltsamerweise wurde ich von Burschenschaften noch nie behelligt, komme sogar gut mit ihnen aus.

Nur der massive Alkoholkonsum finde ich bei Verbindungen recht bedenklich, aber eigentlich gehen ja recht viele Studenten trinken. Von daher... *shrug*

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stormking 15.07.2011, 20:12
243. .

Zitat von mr_supersonic
In meiner Lehre haben alle mit aufgeräumt, nicht nur die Lehrlinge. Und jetzt an der Uni muss ich auch nicht den Höhersemestern die Mensakarte aufladen. Oder das Professorauto putzen. Verstehen Sie was ich meine, wenn ich von "Denkmustern" rede?
Ach Du meine Güte, das sind doch uralte Geschichten. Füxe werden gelegentlich zum Bierholen geschickt, wobei sie sich grundsätzlich auf Kosten des Auftraggebers selber eins mitbringen dürfen. Ansonsten werden die anfallenden Arbeiten unter allen aktiven Studenten gleichermaßen aufgeteilt.

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Oachkatzlschwoaf 15.07.2011, 20:30
244. Danke!

Zitat von jüttemann
„Eine Revolution in Deutschland kann niemals gelingen, denn bevor sie einen Bahnhof besetzen, kaufen sie eine Bahnsteigkarte.“ Lenin
Irgendwie kam mir das bekannt vor - ich konnte den Zusammenhang nur nicht mit diesen Knallköpfen in Verbindung bringen!

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stormking 15.07.2011, 20:32
245. .

Zitat von ernstmoritzarndt
Das ist übrigens ein Problem unserer gesamten demokratischen Gesellschaft, daß die Masse der Menschen sich ihren Familien, Beruf usw. widmen und (nebenher) irgendwie sich noch nebenher in Parteien/Verbänden engagieren, während die sogenannten Chaoten (welcher Richtung auch immer) ihr Chaotentum zur Lebensaufgabe gemacht haben.
Sehr gute Diagnose!

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Act_of_Peace 15.07.2011, 20:36
246. Bist

Zitat von FTAASO
Ach, wer hätte denn damit gerechnet! Vor etlichen Jahren feierten wir bei Freunden, einer Schulfreundin meiner Frau, Sylvester. Am späten Abend, eher frühen Morgen gingen wir noch ein wenig durch die Stadt, später "auf's Haus". Ja, der Mann unserer Bekannten war in einer Burschenschaft. Darüber hatten wir schon mal lose gesprochen, er betonte, das sei keine schlagende Verbindung und eine sehr moderne noch dazu. Interessante Feier. Wir blieben nur ca. 20 Minuten, ein Großteil der Leute war kompromisslos hacke. Als ich an der Wand der "Bar" eine Landkarte von Deutschland inkl. "Ostgebiete" entdeckte, beschlossen meine Frau und ich, einfach noch eine Stunde entspannt durch die Stadt zu wandern und den allmählich ruhiger werdenden Neujahrsmorgen ohne burschenschaftliches Ambiente zu genießen.
Bist ein ganz ganz Guter! *Überdenmittelsccheitelsteich*
Haste brav gemacht!

Ich habe auch noch einen "Autoatlas" aus diesen Tagen. Dort sind sogar die bösen Autobahnen der damaligen Zeit drin! Hat Opa vererbt. Ist das jetzt BÖSE?

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mr_supersonic 15.07.2011, 20:42
247. ...

Zitat von stormking
Ach Du meine Güte, das sind doch uralte Geschichten. Füxe werden gelegentlich zum Bierholen geschickt, wobei sie sich grundsätzlich auf Kosten des Auftraggebers selber eins mitbringen dürfen. Ansonsten werden die anfallenden Arbeiten unter allen aktiven Studenten gleichermaßen aufgeteilt.
Und was machen die passiven Studenten? Lassen sich bedienen :o)

Ich habe ja nichts gegen Vereine, wo Gleichgesinnte machen, was sie wollen. Und von mir aus sollen Neulinge Bier und Zigaretten schnorren, wie sie wollen (ja, bei einem Ausflug kam tatsächlich einer dieser Füchse und hat unsere Gruppe gefragt, ob wir noch ein paar Bier und Zigaretten übrig hätten, so rein freundschaftlich).

Aber der Mitforist Joey55 fing an, die Hirarchien in der Burschenschaft zu vergleichen mit dem, was Üblicherweise Lehrlingen in Berufsausbildungen blüht (wenn es nach ihm Ginge). Und ich habe nur erwidert, dass dies nicht zwangsläufig "so ist".
Und dass es keine Universalität dessen, was dort passiert gibt.

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spiritof81 15.07.2011, 20:44
248. ...

Zitat von stormking
Ach Du meine Güte, das sind doch uralte Geschichten. Füxe werden gelegentlich zum Bierholen geschickt, wobei sie sich grundsätzlich auf Kosten des Auftraggebers selber eins mitbringen dürfen. Ansonsten werden die anfallenden Arbeiten unter allen aktiven Studenten gleichermaßen aufgeteilt.
Leider werden solche Hierarchiespielchen von Außenstehenden viel zu bierernst genommen...
Selbstverständlich revanchiert man sich bei den entsprechenden Fuxen und in meinem Falle als AH auch Burschen mit einer angemessenen Spende. Dieses dürfte von Voreingenommenen auch als "Seilschaftspflege" wahrgenommen werden.

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stormking 15.07.2011, 20:55
249. .

Zitat von spiritof81
Leider werden solche Hierarchiespielchen von Außenstehenden viel zu bierernst genommen...
Der ganze Biercomment wird von Außenstehenden viel zu ernst genommen - von einigen Korporierten allerdings auch. Man muß sich einfach nur klar machen, daß die ganzen Paragraphen, die den Biergenuß regeln, allesamt nur eine Parodie auf den Fechtcomment sind.

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