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Datenschutz: WhatsApp an der Schule - was geht, was nicht?
DPA

Dürfen Lehrer WhatsApp benutzen? Sollen sie sogar? SPIEGEL ONLINE hat mehrere Datenschutzbeauftragte nach ihren Empfehlungen gefragt.

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Solid 24.04.2017, 07:50
1. Telefon

Es ist ein Witz. Das europäische Telefonnetz wird vollständig von der NSA automatisiert abgehört und zwar nicht nur die Verbindungsdaten, sondern auch die Inhalte und mittels Selektoren ausgewertet.
Telefaxe sowieso. Das ist nicht erst seit Echelon und Snowden allgemein bekannt.
Und dieses Telefon soll nun sicherer sein, als Whatsapp, wo immerhin eine von Experten überprüfte Verschlüsselung stattfindet? Die paar Randfälle bei geänderten Schlüsseln fallen da nicht ins Gewicht.
Da sollten die Datenschutzbeauftragten wohl noch mal Hausaufgaben machen.

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alex2k 24.04.2017, 08:03
2. Es gibt doch

eine extra Platform für Schulen, Kindergärten und anderen Communitytypen. Diese berücksichtigt, soweit ich weiss, alle deutschen (strengsten) Datenschutzrichtlinien. Die Übertragung erfolgt immer verschlüsselt. Man hat dort nur einen Account und kann in mehreren Communities, die untereinander unabhängig sind, miteinander kommunizieren. Auch Bilder & Videos können dort mit anderen Mitgliedern geteilt werden. Wer sowas braucht, kann mal auf https://hoojoo.de reinschauen.

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Boone63 24.04.2017, 08:08
3. Digitales Deutschland

Es ist schon traurig wie sich Deutschland in einer digitalisierten und globalisierten Welt verschließt.
Die "German Angst" vor dem Datenklau ist heute einfach nur noch lächerlich.
Die Welt ist wie sie ist, das werden wir nicht aufhalten.
Nationale Gesetze verlieren ihre Sinnigkeit in einer internationalen Welt.
Der Satz "Darüber hinaus ist die Datenweitergabe in der Gruppe problematisch: Nicht jeder möchte, dass die ganze Klasse die eigene Mobilnummer kennt." zeigt schon das Unverständnis für die Problematik.
Ganz sicher sind alle Jugendlichen in einer Klasse irgendwie vernetzt und lachen über die Richttlinien die irgednwelche Erwachsenen den "Digital Natives" machen wollen.
Es ist wie mit dem Pferd und dem Auto:
Auch wenn der deutsche Kaiser, damals sicher ein Institution die in vielen deutschen Wohnung hing, meinte, das Auto wäre nur eine temporäre Erscheinung, er setze auf das Pferd, hat er nicht Recht behalten.
Darum sollten die Deutschen einfach mal ihren Glauben, sie besitzen die Weisheit für alles und jeden, ablegen und sich der Realität stellen und diese sinnvoll mitgestalten.

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motzemichel 24.04.2017, 08:10
4. Schüler müssen auch abschalten!

Generell habe ich nichts dagegen die sozialen Medien in den Unterricht einzubeziehen, wir haben in der Oberstufe auch mit unserem Lehrer über WhatsApp kommuniziert. War praktisch wenn zum Beispiel die erste Stunde am nächsten Tag kurzfristig frei war, da konnte man sich den Weg dann sparen. Oder wenn es organisatorische Fragen gab, spontane Fragen zur Klausur etc.
Das Problem das ich dabei sehe (vor allem bei Jüngeren) ist, dass man so immer erreichbar ist und quasi jederzeit mit einer Nachricht vom Lehrer rechnen muss. Wir hatten es z.B. dass nachmittags um 4-5 noch Hausaufgaben für den nächsten Tag (!)per Mail bzw Whatsapp reinkamen...
Diese Gefahr besteht definitiv und ist nicht zu unterschätzen, das Abschalten nach der Schule oder am Wochenende fällt dadurch wirklich schwer, da leidet dann die Leistung drunter.
Also bitte - lasst den jungen Menschen ihre Freizeit, lasst ihnen die Zeit zum Abschalten!

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w220 24.04.2017, 08:10
5. unzureichende Recherche

Hier wurde nicht vollständig recherchiert. Für Baden-Württemberg gilt seit vielen Jahren ein Erlass des Kultusministeriums, wonach soziale Netzwerke wie Whatsapp verboten sind. Das ist auch richtig so. Lehrer sollten in der Medienkompetenz ein Vorbild sein, nicht die Fehler mancher Schüler wiederholen. Im übrigen gibt es natürlich sichere Netzwerke mit end-to-end-verschlüsselung. threema aus der Schweiz ist ein solches. Da müssen die Datenspione aus den USA schon sehr lange arbeiten, bis sie so etwas knacken können.

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isi723 24.04.2017, 08:14
6. viel zu locker

meiner Meinung nach gehen sehr viele Menschen mit Ihren Daten viel zu locker um. Für mich ist es eine schlimme Vorstellung irgendwann nur noch vermeintlich auf mich zugeschnittene Informationen und Nachrichten zu bekommen. Ich bin alt genug und kann selber entscheiden, ich brauche keinen Algorithmus, der mir sagt was ich zu denken habe! Deshalb sollte man die Nutzung der (a)sozialen Medien auf das absolut notwendige (wenn es das denn überhaubt gibt) beschränken. Und Medienkompetenz sollte dringend in der Schule vermittelt werden. Ganz klein angefangen: Google hat nicht immer recht! Meiner Meinung nach haben (a)soziale Medien im öffentlichen Leben nichts verloren - Punkt!

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jokordo 24.04.2017, 08:15
7. Typisch deutsche Verweigerungshaltung

Die hier vorgebrachten datenschutzrechtlichen und auch sozialen Vorbehalte sind zwar nicht einfach von der Hand zu weisen, aber die Art und Weise wie damit umgegangen wird, geht doch völlig an der Realität vorbei.
Soziale Netzwerke und die allgegenwärtige digitale Kommunikation werden heute doch von so gut wie jedem Schüler genutzt. Ausgenommen sind doch nur vereinzelte Totalverweigerer-Familien. Und die sollen jetzt das Tempo diesbezüglich bestimmen?
Hier wäre es dringend erforderlich, dass die Schule endlich in der Moderne ankommt. Wenn gegen ausländische Dienste Bedenken bestehen, dann müssen die Schulbehörden dafür sorgen, dass bundesweit eine adequate Alternative zur Verfügung gestellt wird.Sonst wird Deutschland schnell den Anschluss an die restliche Welt verlieren.

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Luna-lucia 24.04.2017, 08:15
8. alles wird zu WhatsApp hochgeladen

ausgenommen, man verzichtet, so wie wir, auf diesen Dienst! Man kann auch "noch" normale Mails schreiben. Oder noch besser, telefonieren. Von uns wird sich nie eine bei WhatsApp vernetzen lassen. Viele reden von Freiheit! Und verschenken sie gleichzeitig zu einem Großteil an die Netzwelt. WhatsApp mag ein netter Tummelplatz für Menschen sein, die sonst nicht mehr viel mit ihrer (Frei)Zeit anfangen können. Schade. Blühende Wiesen und Bäume zu betrachten, anstatt auf Displays zu starren, währe gesünder

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holgerbeckerhh 24.04.2017, 08:19
9. Ausspionieren selbstverständlich?

Ich empfehle jedem, seine Firewall zu aktivieren und sich selbst davon zu überzeugen, was die whatsapp-app so alles wissen und weitergeben möchte und es ggf. entsprechend zu unterbinden.
Berunruhigend ist, dass das Ausslesen der privaten Daten auf dem Handy als selbstverständlich und alternativlos angesehen wird. Dass wir uns scheinbar daran gewöhnen ist der Skandal, nicht die Nutzung von Messengerdiensten an sich.

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