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Datenschutz: WhatsApp an der Schule - was geht, was nicht?
DPA

Dürfen Lehrer WhatsApp benutzen? Sollen sie sogar? SPIEGEL ONLINE hat mehrere Datenschutzbeauftragte nach ihren Empfehlungen gefragt.

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lauterbachheiner 24.04.2017, 19:46
130. Diskussion mit Ignoranten

Mich erschreckt immer wie naiv und ignorant die viele WA Nutzer sind. Völliges Unverständnis wenn man sich als Nichtnutzer zu erkennen gibt. Das nutzen doch alle. Warum muss ich für dich eine Ausnahme machen? Das musst du nur wenn du geschlossene Systeme benutzt die eben nicht jeder nutzen mag.
Das wäre sicher nicht so wild wenn denn die Personen die Software wenigstens in Grundzügen beherrschen würden. Wenn man fragt ob diejenigen akzeptieren würden wenn sie nur Leute anrufen können die beim gleichen Provider sind oder nur Emails an Leute senden könnten die einen Vertrag beim gleichen Anbieter haben, dann antworten sie natürlich mit Nein.
Also warum sollte man diese Kommunikationsform, also soziale Netzwerke oder proprietäre Messenger Dienste, jungen Menschen vorschreiben? Öffentliche Instutionen sollen sich da bitte konsequent raushalten.

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Addams 24.04.2017, 20:52
131. Staatsdiener adelt Fun-App

Zitat von dhoughal
Lehrer müssen WhatsApp bei Schülern erst gar nicht hoffähig machen, denn so gut wie jeder Schüler ist auf WhatsApp.
Wahrscheinlich habe ich mich da missverständlich ausgedrückt. Hoffähig in dem Zusammenhang soll heißen: gesellschaftsfähig. Dass man bei den Kids keine Werbung für WhatsApp machen muss ist so selbstverständlich, wie man Kleinkinder nicht an Süßigkeiten heranführen muss.
Ich rede mir bei meinen Geschäftspartnern einen Wolf, denen klarzumachen, dass WhatsApp keine "gesellschaftsfähige" Alternative zu Post, Mail, Fax oder Telefon ist. Lehrer, die WhatsApp im Unterricht anwenden, geben diesem Dienst als Staatsdiener eine Quasilegitimation und adeln dieses Spaßprogramm als ernstzunehmenden Kommunikationsdienst. Wenn in meinem Betrieb ein Messanger eingesetzt werden muss, dann Threema. Der Staat/die Schulen würden gut daran einen Messanger auf OpenSourceBasis zur Verfügung zu stellen.

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Addams 24.04.2017, 21:12
132. im Kreis drehen

Zitat von dhoughal
Moment... welches Betriebssystem dürfte auf dem allergrößten Teil deutscher Schul- und Unirechner installiert sein? Richtig, Microsoft Windows. Welches Office-Paket? Richtig, Microsoft Office. Sicherheit: Googles oder Microsofts Serveradmins dürften in punkto Security-Expertise einem Wald-und-Wiesen-Schuladmin bei weitem überlegen sein. Bei Google Apps für Bildungseinrichtungen werden die bei Google gehaltenen Daten für Googles kommerzielle Zwecke nicht weiterverarbeitet. Outsourcing von IT-Dienstleistungen wäre gerade im Schulbereich ein Segen, denn sie befreit die Lehrer, welche die Administration von Netzwerk und Clientrechner an der Backe habe, von einer Menge Arbeit. Für Schulen wäre es ebenfalls ein Segen, weil all diese Dienste kostenfrei sind.
zu 1. Jetzt drehen wir uns aber im Kreis. Ich plädiere ja gerade dafür Microsoft von Schul- und Unirechnern zu verbannen. Ihre Argumentation findet man ja gerade ganz aktuell bei der Gemeinde München, die Linux wieder loswerden und zurück zu MS will, obwohl das den Steuerzahler bis zu 6 Millionen Euronen kostet.
zu 2. Tja, da müßten wir zunächst einmal definieren, was sich für uns beide denn unter dem Begriff Sicherheit subsummiert. Google (und im Prinzip auch MS) hier sicher zu nennen ist schon recht endemisch gedacht. Ich versuch's mal so: wenn ich Teil eines Wolfsrudels bin, muss ich mir keine Gedanken über meine Sicherheit machen, so lange ich alles mitmache. Nein, Sicherheit bedeutet für mich, dass ich in einer Gesellschaft Mitgliedern bis zu Ihrer Volljährigkeit versichere, dass Ihre Daten nicht missbraucht werden können. Und genau das können Sie mir in Bezug auf Google oder Microsoft sicher nicht bescheinigen.
zu 3. Wer's glaubt... Die Nummer können wir ja mal im Religionsunterricht diskutieren.
zu 4. Ach sie wissen doch wie das im Internet mit "Kostenfrei" abläuft. Gibt es nicht und wird es nie geben. Es kostet immer etwas und a pro pos im Kreis drehen: da sind wir wieder bei meinem Beitrag auf den Sie sich beziehen. Aber mal so als Anregung: Wäre es nicht ein Traum, eine Art Informatiklehrer an Schulen zu haben, der neutral und fachlich versiert sowohl die Schüler an die digitale Zukunft heranführte als auch sich um die IT-Dienstleistung kümmerte.
Zum Ende: Darf ich Sie noch fragen, ob Sie im IT-Bereich arbeiten und ob Sie vielleicht sogar für eine der vorgenannten Firmen tätig sind?

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ondrana 24.04.2017, 21:29
133.

Email? Heute konnte ich 80 Minuten auf nichts zugreifen, weil nach den Ferien in diversen Kursen Computer hochgefahren wurden und aller erst einmal alle Updates gezogen haben. Mein Computer bewegte sich nicht.
Da konnte ich dann nur das WLAN auf meinem Handy ausschalten und meine dienstlichen Mails über Telefonfunktion abrufen. Datenleitung zu dünn.
Das ist die schöne neue IT-Welt an Deutschlands Schulen.

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tel33 24.04.2017, 21:42
134.

Zitat von lauterbachheiner
Also warum sollte man diese Kommunikationsform, also soziale Netzwerke oder proprietäre Messenger Dienste, jungen Menschen vorschreiben? Öffentliche Instutionen sollen sich da bitte konsequent raushalten.
Niemand schreibt irgendjemandem irgendetwas vor. Aber wenn jemand meint, er hätte eine Extrawurst verdient und ich sollte mich dann bitte seinen Gewohnheiten anpassen, nur um mit ihm kommunizieren zu können, dann tue ich das nicht. So einfach ist das.
95 Prozent meiner Netzkontakte nutzen Whatsapp oder FB. Wer es nicht tut, auch fein. Aber der wird von mir nicht allzuviel hören.

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Buddha_Brot 24.04.2017, 21:44
135.

Zitat von dhoughal
Ich glaube, Sie haben noch nicht ganz verstanden, dass WhatsApp eine Smartphone-basierte Anwendung ist. Und wenn das Smartphone kein WLAN hat, dann funkt es eben über das Mobilfunknetz. Außerdem geht es in vielen Fällen, in denen Lehrer und Schüler über WhatsApp miteinander kommunizieren nicht um eine Lernplattform, sondern darum, dass bspw. ein Schüler mal schnell den Lehrer anfunken kann, wenn er eine Frage zu einer Hausaufgabe hat. Oder der Lehrer gibt einen Abend vorher bekannt, dass der morgige Unterricht ausfällt und die Schüler daher eine Stunde später kommen können. Für solche kurzen Dienstwege eignet sich WhatsApp ganz prächtig, weil nun mal so gut wie jeder Schüler WhatsApp hat.
"so gut wie jeder Schüler" ist aber nicht jeder Schüler.

Sie wollen die Schüler vom Informationsfluss ausschließen die
a) WA ablehnen (gibt es)
b) die Smartphones ablehnen (gibt es)
c) deren häusliches/soziales Umfeld sich kein Smartphone leisten kann oder will (gibt es)
d) in denen die Eltern ihren Kindern Smartphones untersagt haben (gibt es)

Auch Kombinationen obiger Möglichkeiten kommen in Betracht.

Damit ist die "WA-Pflicht" für Schüler schon von sich aus ein no-go - dennein Lehrer der einen modus operandi pflegt der einzelne Schüler benachteiligt ist imho kein guter Lehrer

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toisdorf 24.04.2017, 22:33
136. Konkretes beispiel: schülerin reicht usa-kritischen aufsatz

an einer schule in BW (verboten?) via whatsup ein. Wird einige monate später beim einreiseversuch in die USA ohne begründung nach D zurückgeschickt. Noch fragen unter sog. freunden? Übrigens ist die schülerin rein deutsch ohne migrationshintergrund.

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ericstrip 25.04.2017, 00:14
137. Ja, die Medienkompetenz...

...es wäre z.B. mal nützlich, in der Schule zu vermitteln, daß sich bislang immer die schlechtesten, marktschreierischsten IT-Produkte in der Breite durchgesetzt haben - und warum das so ist (kommerzielle Macht, kommt alles aus USA)... Stattdessen machen die Schulen willig mit, ob sie sich nun von Microsoft sponsern lassen oder WhatsApp für ein legitimes Kommunikationsmittel halten, spielt da schon fast keine Rolle mehr. Auch stellt sich die Frage, ob z.B. Lehrer mit eifrig genutztem Facebook-Account überhaupt die charakterliche Eignung für diesen Beruf aufweisen.

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lauterbachheiner 25.04.2017, 00:22
138. @tel33: das ist akzeptabel

Vollkommen akzeptabel. Seit ich WA nicht mehr nutze höre ich von einigen Leuten nichts mehr. Mit anderen kommuniziere ich weiter. Manche weil sie Methoden nutzen die keine proprietäre Software vorschreiben. Andere weil man einfach sich wieder anruft oder trifft und nicht jedes sinnbefreite Bildchen, Offensichtlichen Hoax oder banalen Textauswurf weiter leitet. Der Vorteil: ich und andere haben mehr Zeit. Ich bin wieder pünktlicher. Ich bin aufmerksamer. Wer mir wirklich etwas sagen will, macht das und findet viele andere Wege. Menschen die es ohne WA oder FB nicht schaffen oder für nötig halten mit mir zu kommunizieren haben wohl auch nichts wichtiges zu sagen.
95% ihrer Webkontakte sind bei geschlossenen Systemen und die sie kommunizieren mit diesen fast nur so? Klingt ehrlich gesagt seltsam. Wenn sie meinen man möchte eine Extrawurst weil man sich nicht vor diesem Unternehmen entblößt und dennoch meinem niemanden etwas vorschreiben zu wollen, dann widersprechen sie sich. Sie schreiben doch den Leuten, die mit Ihnen in Kontakt stehen wollen, vor wie das geschehen soll.
Ich bin über viele Wege kontaktierbar. Auch über Messenger. Nur eben solche die sicher sind und mich nicht als Ware benutzen. Denken sie mal drüber nach ob sie bei den Unternehmen bei denen sie erstmal nichts bezahlen wirklich Kunde sind. Ich denke nicht.

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erlkönig_thinktank 25.04.2017, 09:15
139. Unterrichtsausfall?

Zitat von dhoughal
Ich glaube, Sie haben noch nicht ganz verstanden, dass WhatsApp eine Smartphone-basierte Anwendung ist. Und wenn das Smartphone kein WLAN hat, dann funkt es eben über das Mobilfunknetz. Außerdem geht es in ....
Ich möchte den Lehrer sehen, der über WhatsApp rund um die Uhr Schülerfragen beantwortet. Da dann auch vielleicht noch eine Visualisierung zufügt und Sachverhalte ausführlich erklärt. Das alles natürlich in gutem Deutsch, da sich das ja so gut tippen lässt (Satzzeichen werden leider noch nicht vorgeschlagen).

Und ob der Unterricht am nächsten Morgen ausfällt, weil dem Lehrer abends schlecht ist, hat immer noch die Stufen- oder Schulleitung zu entscheiden. Vielleicht gibt es ja Vertretungsunterricht - soll tatsächlich noch vorkommen. An den Schulen meiner Kinder klappt das meist wunderbar, insbesondere je jünger die Schüler noch sind.

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